Dienstag, 8. August 2017

Tindersticks – The Waiting Room




Tindersticks – The Waiting Room


Besetzung:

David Boulter – glockenspiel, harmonium, organ (hammond), percussion, wurlitzer piano
Neil Fraser – guitars
Earl Harvin – bass, drums, tambourine vocals, wurlitzer piano
Dan McKinna – bass, guitar, organ (hammond), piano, string arrangements
Stuart Staples – brass arrangement, guitar (electric), keyboards, melodica, percussion, string arrangements, vocals, voices


Gastmusiker:

Thomas Belhom – cymbals
Jehnny Beth – vocals
Harry Brown – trombone
Lhasa de Sela – vocals
Terry Edwards – sax (tenor)
Jo Fraser – flute
George Murphy – brass
Julian Siegel – brass arrangement, clarinet (bass), sax (tenor)
Byron Wallen – trumpet
Jason Yarde – sax (alto)
Lucy Wilkins – strings leader
Calina De La Mare – strings
Howard Gott – strings
Nicky Sweeney – strings
Rick Koster – strings
Sally Herbert – strings
Julia Singleton – strings
Louise Peacock – strings
Robert Spriggs – strings
Vincent Greene – strings
Sophie Sirota – strings
Andrew Nice – strings
Vicky Matthews – strings
Christopher Allan – strings


Label: City Slang


Erscheinungsdatum: 2016


Stil: Chamber Rock, Art Rock, Art Pop


Trackliste:

1. Follow Me (2:45)
2. Second Chance Man (3:56)
3. Were We Once Lovers? (4:49)
4. Help Yourself (5:38)
5. Hey Lucinda (5:15)
6. This Fear Of Emptiness (3:59)
7. How He Entered (4:45)
8. The Waiting Room (4:54)
9. Planting Holes (2:03)
10. We Are Dreamers! (5:20)
11. Like Only Lovers Can (4:33)

Gesamtspieldauer: 48:01




„The Waiting Room“ heißt das elfte Studioalbum der britischen Band Tindersticks. Es erschien im Jahr 2016 und wurde auf dem Plattenlabel City Slang veröffentlicht. Auf „The Waiting Room“ hört man sanften und überaus warmen Rock, der zu den Untergenres Chamber Rock, Art Rock bis hin zum Post Rock gezählt werden kann. Manches auf diesem Album scheint nur angedeutet zu werden, so hauchzart klingt die Musik von den Tindersticks in ausgesuchten Passagen.

Solch ein Lied wie „Were We Once Lovers?“ stellt auf „The Waiting Room“ eine Ausnahme dar. Das Stüclk ist ein etwas treibender Pop-Rock-Titel, der sogar groovt und letztendlich auch ein wenig rockt. Würde man lediglich diese Nummer des Albums hören, hätte man einen völlig falschen Eindruck von dieser Platte, die doch sehr viel eher dunkel und nebelverhangen klingt. Einen sehr viel besseren Eindruck der Platte gibt da schon das erste Lied der Platte wieder, welches als letztes für das Album komponiert wurde. „Follow Me“ ist eine sehr sehnsüchtig und vorsichtig instrumentierte Nummer, in der die Melodielinie von der Melodika beherrscht wird. Das zweite Lied, „Second Chance Man“, auf dem man Stuart Staples mit seinem unverwechselbaren, fast schon gehauchten Gesang hört, könnte nun sogar stellvertretend für die Platte stehen. Schön hier auch die eingestreuten Brass-Passagen.

Etwas zu viele dieser Brass-Auftritte gibt es im nächsten Titel „Help Yourself“. Für mich mit seinem, an eine Big Band erinnernden Sound, das schwächste Stück der Platte. Mit dem folgenden Lied „Hey Lucinda“, ein gesangliches Duett von Lhasa de Sela und Stuart Staples, wird dann die für das Album vorherrschende dunkle und sanfte Atmosphäre endgültig eingeleitet. Es folgen nun allesamt zurückhaltende Stücke, mich an manchen Stellen an den Post Rock der späten Talk Talk erinnernde Lieder. Besonders gelungen klingen dabei das sehr melodische „How He Entered“ und die intensive und sehr düstere Nummer „We Are Dreamers!“. Letzteres Lied ist beinhaltet erneut ein Gesangsduett, dieses Mal mit Jehnny Beth und Stuart Staples. Zwischen diesen beiden Liedern befinden sich die „Titel der Stille“, wie man sie umschreiben könnte. „The Waiting Room“ sowie „Planting Holes“ sind wahre Post Rock Nummern, in denen die Tindersticks der Band Talk Talk am nächsten kommen.

Fazit: Eindringlich und intensiv klingen die Tindersticks mit praktisch jedem ihrer Alben. Somit stellt „The Waiting Room“ keine Ausnahme dar. Die darauf zu hörende Musik ist sanft und weich, klingt dunkel und nur in ganz wenigen Ausnahmen zieht das Tempo der Musik an. Sicherlich keine Musik für die Spaß-Fraktion und auch nichts für die sommerliche Fahrt mit dem Cabrio durch wunderschöne Landschaften. Die Tindersticks machen Musk für den Kamin, wenn draußen die Herbststürme toben. Und trotzdem wirkt diese Musik auch im Hochsommer. Neun Punkte.

Anspieltipps: How He Entered, We Are Dreamers!



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