Mittwoch, 26. April 2017

Zorn – Unfehlbar




Zorn – Unfehlbar


Besetzung:

Herman d’German – Gesang
Michael – Gitarre
Michel – Bass
Matthias – Schlagzeug


Gastmusiker:

Sandra, Lena, Sammy, Chrissi, Noah, Steffi & Tommy Kaub, Heike Karch-Riegel & Doc Pommes – Chöre


Label: Goodlife Records


Erscheinungsdatum: 2001


Stil: Neue Deutsche Härte, Black Metal


Trackliste:

1. Erwacht (4:49)
2. Krieg (2:56)
3. Unfehlbar (4:20)
4. Kein Gott (4:02)
5. Todesstrafe (3:54)
6. D-Land (3:09)
7. Eisbär (4:18)
8. Zwei gegen den Rest der Welt (3:59)
9. Lass das (3:29)
10. Dicke (4:11)

Gesamtspieldauer: 39:12



Die deutsche Band Zorn hatte sich dem Black Metal verschrieben, war in der Neuen Deutschen Härte beheimatet. Das Album „Unfehlbar“ erschien im Dezember des Jahres 2001 auf dem Label Goodlife Records. Mit „gutem Leben“ hat die Musik auf der Scheibe allerdings nichts zu tun, es kracht ordentlich auf dem Album „Unfehlbar“, dazu wird geschrien und gebrüllt.

Die Texte sind dabei einigermaßen verstörend und oftmals unflätig. Auch politische Ansagen werden getroffen, die nah am rechten Rand zu sein scheinen. Keine Ahnung, ob das gewollt ist, allerdings der Anschein alleine reicht bereits, um nichts mehr mit dieser Musik anfangen zu können.

Mit „Eisbar“ und „Dicke“ sind hier auch zwei Cover-Versionen enthalten, die nicht an die Originale heranreichen. Viel mehr Worte sollte man zu dieser Scheibe irgendwie nicht verlieren.

Fazit: Das Album disqualifiziert sich durch seine Texte. Diese sind zwar nie ganz eindeutig, spielen jedoch mit Grauzonen. Somit spielt die Musik keine Rolle mehr. Viel Geschrei machen das Ganze unhörbar. 0 Punkte.

Anspieltipps: Nichts



(Kein Video)

Dienstag, 25. April 2017

Warpipes – Holes In The Heavens




Warpipes – Holes In The Heavens


Besetzung:

Billy Trudel – lead vocals
Davey Johnstone – guitars, mandolin, banjo & vocals
Guy Babylon – keyboards, additional drum programming
Nigel Olsson – drums & vocals
Bob Birch – bass & sax


Gastmusiker:

Brie Howard – additional background vocals on “Divided Heart”


Label: Artful Balance Records


Erscheinungsdatum: 1991


Stil: Rock


Trackliste:

1. Rock N' Roll Condition (5:41)
2. Mr 2 U (4:36)
3. Tear Jerker (3:57)
4. Son Of A Loaded Gun (3:09)
5. Holes In The Heavens (7:35)
6. Back A' Ma Buick (5:59)
7. Duty To Dance (4:15)
8. Divided Heart (4:52)
9. Satellite City (4:47)
10. Goodbye Kemosabe (6:30)

Gesamtspieldauer: 51:25




Warpipes war eine Band, in der die Elton John Begleitmusiker Nigel Olsson am Schlagzeug und Gitarrist Davey Johnstone aktiv waren. Dazu gesellten sich der Sänger Billy Trudel, Keyboarder Guy Babylon, der ebenfalls bei Elton John aktiv war, sowie Bassist Bob Birch. Wer nun allerdings Musik wie von Elton John erwarten und sich auf diese freuen würde, würde beim Hören von „Holes In The Heavens“ enttäuscht werden. Auf dem Album, welches im Jahr 1991 auf dem Label Artful Balance Records veröffentlicht worden ist, gibt es wenig Pop, sondern eher Rock zu hören. Dieser gliedert sich im Bereich des Mainstreams bis Stadion Rock ein.

Die Warpipes waren mit dem Album weder besonders erfolgreich, noch produzierten sie auf „Holes In The Heavens“ einen Hit. Man hört darauf Mainstream Rock, sehr unspektakulär, der zwar eingängig ist und auch schnell ins Ohr geht, jedoch genauso schnell wieder daraus verschwindet. Genau das ist auch das Problem dieser Art der Musik, wenn sie nicht einen Ohrwurm gebiert. Sie ist dann austauschbar und läuft meist so nebenher mit. Man muss zwar nicht fluchtartig den Raum verlassen, wenn solch eine Platte aufgelegt wird, trotzdem bleibt das immer nur 08/15-Musik, ohne Ecken und Kanten, ohne Besonderheiten, die keinen großartigen Eindruck hinterlässt.

Auf „Holes In The Heavens“ besondere Höhepunkte auszumachen erscheint einigermaßen schwierig, da alles austauschbar klingt. Um an dieser Stelle doch ein paar Nummer zu erwähnen, seien hier die Titel „Son Of A Loaded Gun“, „Holes In The Heavens“, „Divided Heart“ und „Goodbye Kemosabe“ angeführt, die vielleicht ein klein wenig mehr klingen, als der Rest der Platte. Beim Titeltrack „Holes In The Heavens“ stellt sich dabei allerdings wirklich die Frage, ob die Warpipes nicht ein Teil der Einnahmen an Pink Floyd abtreten müssen, denn ein Part daraus ist definitiv aus „Shine On You Crazy Diamond“ abgekupfert. Ansonsten bleibt die Scheibe handwerklich gut gemacht, jedoch eben auch ein wenig langweilig.

Fazit: Mit Mainstream Rock ist das immer so eine Sache. Wenn die Melodie nicht absolut zündet, wird das Ganze ganz schnell sehr langweilig, da alles wirklich sehr glattgeschliffen und fast schon anbiedernd klingt. So ergeht es einem auch mit dem Album „Holes In The Heavens“ der Warpipes. Die Platte kann man gut hören, man hat jedoch auch nichts verpasst, wenn dies niemals geschieht. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Son Of A Loaded Gun, Holes In The Heavens, Divided Heart, Goodbye Kemosabe



Montag, 24. April 2017

Various Artists – Hit News 92




Various Artists – Hit News 92


Label: K-Tel


Erscheinungsdatum: 1992


Stil: Disco, Pop


Trackliste:

1. Scorpions - Send Me An Angel (4:33)
2. Snap - Colour Of Love (4:12)
3. Joe Cocker - Night Calls (3:27)
4. Roxette - Spending My Time (4:35)
5. RSF - I'm Too Sexy (2:53)
6. Phil Carmen - Borderline Down (4:10)
7. Foolhouse - Primitive Prima Donna (5:01)
8. Monty Python - Always Look On The Bright Side Of Life (3:30)
9. Montana Sextet feat. Nadiyah - Ride Like The Wind (3:43)
10. Tina Turner - Nutbush City Limits (90's Version) (3:40)
11. Gipsy Kings - Baila Me (3:46)
12. OMD - Pandora's Box (4:07)
13. MDC X-Static - You And Me (In Ecstasy) (5:35)
14. L.A. Style - James Brown Is Dead (3:33)

Gesamtspieldauer: 53:52



Einige „Hits“ des Jahres 1992 sind auf dieser von K-Tel herausgegebenen Zusammenstellung mit dem Namen „Hit News 92“ enthalten. Vierzehn verschiedene Künstler gibt es darauf zu hören, die auf der Scheibe „ihre“ Musik darbieten, deren musikalische Bandbreite bezüglich des bedienten Genres dabei logischerweise genauso weit gefächert ist wie die Qualität der einzelnen Stücke.

So ist es kaum möglich solch ein Kompilationsalbum zu erwerben und darauf nur Titel zu finden, die einem zusagen. Manches ist rockig, anderes wiederum poppig, es wird gerappt, es gibt den Flamenco-Pop der Gipsy Kings und auch Disco-Musik darf da selbstverständlich nicht fehlen. Die Musik ist so breit gefächert, dass einem darauf unmöglich alles anspricht, ganz egal, welchen Musikgeschmack man auch immer hat.

Somit gibt es wohl nur den einzigen Grund, solch eine Scheibe zu erwerben, wenn man mal eine Übersicht der angesagten Musik, zum Beispiel des Jahres 1992 erhalten möchte. Diesen Überblick erhält man hier. Ist es nur ein Lied, welches einen interessiert, ist man mit einem Download sehr viel besser bedient. Legt man für eine 90er Party auf, so wird man hier auch nur vereinzelt fündig, da vieles auf „Hit News 92“ nicht tanzbar ist.

Fazit: Lohnen sich solche Zusammenstellungen? Wohl kaum, außer man ist vielleicht musikalischer Antiquarat, falls es so etwas geben sollte. Die musikalischen Genres auf „Hit News 92“ sind weit gestreut, die Qualität der Lieder ebenso. Nicht alles darauf ist schlecht, es lohnt allerdings trotzdem nicht, solch ein Album zu erwerben. Vier Punkte.

Anspieltipps: Send Me An Angel, Night Calls, Primitive Prima Donna, Always Look On The Bright Side Of Life, James Brown Is Dead



Sonntag, 23. April 2017

Ticks – Sun Shinin On Your Rain




Ticks – Sun Shinin On Your Rain


Besetzung:

Tom Hicks – vocals, lead and rhythm guitars
Erick Hubbard – bass guitars
Eric Fisher – rhythm guitars
Todd Dare – drums


Gastmusiker:

Slim Dunlap – guitars on “My Turn Today”
Jeff Bayless – drums on “Solo”
Richard Agans – rhythm guitar on “Solo”


Label: Medium Cool Records


Erscheinungsdatum: 1992


Stil: Rock, Alternative Rock


Trackliste:

1. Shake It (3:40)
2. Waiting On You (2:32)
3. Back And Back Again (4:07)
4. Solo (2:50)
5. It Don‘t Mean That Much (3:11)
6. Twistin An Arm (4:19)
7. Dance (2:18)
8. I Got A Notion (3:00)
9. Get It Right (4:46)
10. My Beautiful View (3:13)
11. This Is Nowhere (4:03)
12. My Turn Today (4:04)

Gesamtspieldauer: 42:10



Die Ticks waren eine US-amerikanische Band, die wohl nur dieses eine Album während ihrer Karriere veröffentlichte. „Sun Shinin On Your Rain“ erschien im Jahr 1992 auf dem Label Medium Cool Records und auf der Scheibe hört man Rock Musik, die hauptsächlich im Bereich des Alternative Rock angesiedelt ist.

Das Ganze klingt relativ unspektakulär, allerdings keineswegs schlecht. Die zwölf auf dem Album enthaltenen Lieder gehen durchaus ins Ohr, haben jedoch nicht die Qualität, um zu begeistern oder längerfristig hängenzubleiben. Handwerklich alles gut gemacht, jedoch nicht dazu geschaffen, um zu beeindrucken. Das Album läuft so ein klein wenig durch, ohne dass man aufhorchen muss. Die Musik ist dabei auch mal am etwas härteren Rand angesiedelt, ohne dass man dabei jedoch gleich von Hard Rock sprechen könnte. Die überwiegende Anzahl der Titel ist im Mid-Tempo gehalten.

Alle einzelnen Stücke sind in etwa qualitativ gleich geraten, sodass es gar nicht so einfach ist, hier irgendwelche Höhepunkte herauszuheben. In meinen Ohren klingt noch am besten das etwas sanftere „Solo“ sowie das deutlich rockigere „I Got A Notion“. Da die Unterschiede allerdings wirklich marginal sind, hätte ich an dieser Stelle durchaus auch zwei andere Titel aufzählen können. Ein klein wenig versinkt die Scheibe leider im Mittelmaß und keines der Lieder hinterlässt Spuren.

Fazit: Ein rockiges Album ist „Sun Shinin On Your Rain“ von den Ticks geworden. Allerdings auch eines, welches man nicht unbedingt gehört haben muss, da man sonst irgendetwas verpasst hätte. Die Musik darauf ist nicht schlecht, aber eben auch nicht gut und schon gar nicht schafft sie es zu begeistern. Man kann dem allen gut zuhören, vergisst jedes der zwölf Stücke jedoch auch wieder schnell. Von daher ist „Sun Shinin On Your Rain“ nicht mehr als Mittelmaß und wenn man dann bedenkt, wie viel wunderschöne Musik es gibt… Sechs Punkte.

Anspieltipps: Solo, I Got A Notion



(Kein Video verfügbar)

Samstag, 22. April 2017

Northern Tales – Bloodporn Industries




Northern Tales – Bloodporn Industries


Besetzung:

Nils – bass
Pierre – drums
Jr – guitar
Torsten – guitar
Danyel – vocals


Label: TTS Media Music


Erscheinungsdatum: 2002


Stil: Trash & Speed Metal, Death Metal


Trackliste:

1. Lost Days (4:36)
2. Meaningless (4:44)
3. Do Me A Favour (3:56)
4. Moment Of Mysterious (4:43)
5. Wasted Fallen Lands (4:19)
6. Let Me Go (4:57)
7. What`s Wrong With You (3:16)
8. In Filth We Crawl (4:45)
9. I Will Remember (Acoustic) (3:46)
10. Bloodporn (5:57)

Gesamtspieldauer: 45:03




Wenn man Musik sammelt, so passiert es unweigerlich, dass sich dabei auch Alben bei einem einfinden, mit denen man so gar nichts anzufangen weiß. Eine davon wäre in meinem Fall „Bloodporn Industries“, das zweite Album der niedersächsischen Band Northern Tales. Diese Band fühlt sich in den Genres Trash & Speed Metal sowie Death Metal zu Hause und stellt für mich wahrlich eine Herausforderung dar. Veröffentlicht wurde die Scheibe 2002 bei TTS Media Music und bis zum Jahr 2004 erschienen noch zwei weitere Platten, dann verliert sich die Spur von Northern Tales.

Ich möchte keinesfalls unfair sein, doch diese Art der Musik hat schon ein wenig den Hang dazu im Lärm zu enden. Nun, der Titel „Trash Metal“ sagt dies natürlich schon ein wenig aus. Fast unhörbar wird die Musik allerdings nicht wegen allzu schneller Riffs oder lauten Gitarren beziehungsweise aggressiven Klängen, fast unhörbar wird das Ganze durch dieses elendige Growling, diesen Gesang, der einem bereits beim ersten Hören gehörig auf den Zeiger geht, mit jedem weiteren Durchlauf dann fast unerträglich zu werden scheint. Wirklich schlimm, wenn Musik nur noch von aggressivem Geschrei lebt.

Somit bleiben auf „Bloodporn Industries“ nur wenig Stellen, die man sich anhören kann, nämlich immer dann, wenn der Gesang „normal“ klingt. Das ist allerdings selten der Fall und in Vollendung auch nur bei dem Lied „I Will Remember“ zu hören, da dies akustisch eingespielt wurde. Das ist aber wirklich die einzige Ausnahme. Gibt es bei anderer Musik, die einem nicht ganz so zusagt, doch immer wieder Stellen, mit denen man sich anfreunden kann, so ist das im Fall von Northern Tales und „Bloodporn Industries“, bis auf diese eine Ausnahme, praktisch unmöglich.

Fazit: Diese Musik kann nur Leuten gefallen, die Death Metal mögen, für alle anderen ist es fast unhörbar und kaum erträglich. Ich finde es toll, dass es viele verschiedene Musikrichtungen gibt und jeder sich darin seine Nische suchen kann. Death Metal von Northern Tales ist dabei aber definitiv nicht meine Nische. Geschrei und Krach in Kombination, das hilft beim Aggressionsaufbau oder -abbau? Zwei Punkte.

Anspieltipps: I Will Remember (Ausnahme), der ganze Rest ist der Standard



(Kein Video verfügbar)

Freitag, 21. April 2017

Fiddler's Green – Sports Day At Killaloe




Fiddler's Green – Sports Day At Killaloe


Besetzung:

Ralf “Albi” Albers – vocals, acoustic guitar, bouzouki, mandolin, banjo
Pat Prziwara – vocals, electric guitars, banjo
Tobias Heindl – violin, vocals
Stefan Klug – accordion, bodhrán
Rainer Schulz – bass
Frank Jooss – drums, percussion


Label: Deaf Shepherd Recordings


Erscheinungsdatum: 2009


Stil: Folk Rock, Speed Folk


Trackliste:

1. Bugger Off (2:31)
2. Bottom Of Our Glass (3:11)
3. Life Full Of Pain (3:17)
4. Sports Day Theme (1:36)
5. Sporting Day (2:27)
6. Empty Pockets, Empty Fridge (2:38)
7. Change (4:31)
8. Down By The Hillside (4:15)
9. Highland Road (2:55)
10. Rose In The Heather (3:46)
11. Bold O'Donahue (2:45)
12. This Old Man (2:40)
13. 7 Drunken Sailors (3:24)
14. Dead End Street (2:58)
15. Mrs. McGrath (2:56)
16. Strike Back (2:58)
17. Friendly Reunion (2:45)
18. Once In A While (2:37)
19. Apology (5:14)

Gesamtspieldauer: 59:33




„Sports Day At Killaloe“ heißt das zehnte Studioalbum der Erlanger Folk Speed Band Fiddler’s Green, welches im Jahr 2009 auf dem Musiklabel Deaf Shepherd Recordings veröffentlicht wurde. Zu hören istdarauf eine knappe Stunde Musik, unterteilt in neunzehn Lieder, die auf dem irischen Folk gründen. Speed Folk ist es immer dann, wenn die Geschwindigkeit der einzelnen Titel deutlich anzieht und die Musik von Fiddler’s Green sehr viel rockiger wird. Man hört auf „Sports Day At Killaloe“ jedoch auch die Nummern, die noch vollständig im Irish Folk verankert sind.

Allerdings geben Fiddler’s Green hier auch immer wieder ordentlich Gas, soll heißen, gerockt wird mitunter sogar so sehr, dass die Musik der Band ab und an sogar beim Punk anzuklopfen scheint. Somit ist das schon etwas Besonderes, Irish Folk mit Rock bis hin zum Punk, diese Mixtur gibt es nicht zu oft zu hören. Dazu immer wieder Einsprengsel, die sonst auch eher selten zu hören sind. Worte werden da schon mal reingeschrien, die das Spielen der Lieder im amerikanischen Radio sofort verbieten würden. Oder es wird eine Nummer falsch angefangen und dann einfach nochmals begonnen. 08/15 ist das alles zumindest nicht.

Was definitiv hilft beim Hören der Scheibe ist, dass man einen ausgeprägten Hang zu dieser Art der Musik hat. Viele graue Bereiche gibt es da nicht, das ist alles eher schwarz oder weiß – man mag es oder man mag es eben nicht. Kaum jemanden wird diese Musik absolut kalt lassen. Mir geht es hier wie so oft bei Fidller’s Green. Am Überzeugendsten klingen die eher langsameren Nummern, denn hier steht die Melodie deutlich mehr im Vordergrund als bei jenen Titeln, die nach vorne preschen und sicherlich eher auf einer Tanzfläche wirken.

Fazit: Auf „Sports Day At Killaloe“ hört man eine Mischung aus Irish Folk und Speed Folk. „Not exactly my cup of tea“, würde da ein Brite sagen, dem diese Mischung nicht ganz so zusagt. Mir geht es leider ebenso. Gerade die schnelleren Nummern gehen völlig an mir vorbei. Doch die sanften Lieder, die haben da schon deutlich mehr und klingen überzeugend. Aber alles wieder mal reine Geschmackssache. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Change, Down By The Hillside und die letzten drei Lieder.



Donnerstag, 20. April 2017

Chroming Rose – Insight




Chroming Rose – Insight


Besetzung:

Tino Mende – drums & percussion
S.C. Wuller – guitars, 6- & 12-string acoustic guitars, bass, synth
Tom Reiners – vocals, 12-string acoustic guitar, backing vocals
Harry Steiner – bass, 6-string acoustic guitar, synth


Label: Miez Records


Erscheinungsdatum: 1999


Stil: Soft Metal


Trackliste:

1. Love (4:12)
2. Wherever (3:29)
3. Stay (4:55)
4. Pain (4:32)
5. I Know Your Name (3:32)
6. I Feel You (4:48)
7. I Lied For You (3:52)
8. Planet-7 (3:33)
9. Tell Me (3:57)
10. Hypocrisy (4:07)
11. Wherever (The Private Version) (3:46)

Gesamtspieldauer: 44:49




„Chroming Rose“ war eine Heavy Metal Band aus Deutschland, die in der Zeit von 1985 bis 2001 aktiv war. „Insight“ heißt ihr fünftes Studioalbum und wurde im Jahr 1999 auf dem Label Miez Records veröffentlicht. Nun, irgendwie scheint das Label „Miez Records“ in diesem Fall eine Art Omen zu sein. Denn auf „Insight“ hört man im Grunde genommen keinen Heavy Metal mehr, für den die Band auf früheren Scheiben hauptsächlich stand. Auf „Insight“ bekommt man die softe Version dieses musikalischen Genres gereicht, um nicht zu sagen, die weichgespülte Version.

Nun, überzeugend klingt das nicht mehr, was Chroming Rose hier mit „Insight“ ihren Fans bieten. Fast alle Lieder sind irgendwie balladesk überarbeitet. Dabei gehen die einzelnen Nummern sogar ins Ohr, aber es bleibt leider nicht allzu viel davon hängen. Melodiös sind die Lieder durchaus, jedoch auf eine gewisse Art und Weise auch langweilig. Dieser „weiche“ Heavy Metal, der irgendwie gar nicht mehr explodieren will, dieser kommt nicht richtig an, da etwas zu fehlen scheint. Eingängig also durchaus, jedoch keineswegs überzeugend und schon gar nicht nachhaltig.

Die Texte sind, wie häufig bei Bands, die sich in diesen musikalischen Gefilden bewegen, fast keiner Erwähnung wert. Herz-Schmerz und doch noch erfüllte Liebe sind die Themen schlechthin, das langweilt ebenfalls. Nach dem vielmaligen Durchhören fallen einem dann aber sogar ein paar Lieder auf, deren Melodie etwas mehr verfängt, als die der restlichen. In meinem Fall wären dies „Stay“, „I Know Your Name“, „Planet-7“ sowie „Hypocrisy“. Die ersten beiden genannten Lieder sind in diesem soften Heavy Metal Gewand gehalten, bei „Planet-7“ und „Hypocrisy“ lassen es die vier Musiker nun dann doch endlich mal laufen und man kommt in den Bereich des Heavy Metal. Noch mehr davon wäre schön gewesen. Im Grunde genommen unterscheiden sich die erstgenannten zwei Nummern allerdings nicht großartig vom Rest des Albums, denn die Lieder sind alle im selben Stil gehalten und die Unterschiede sind musikalisch nicht allzu groß.

Fazit: Schlecht ist das Album „Insight“ von Chroming Rose sicherlich nicht geworden. Vielleicht ein wenig langweilig und mit nur wenigen Ansätzen eine weiche Ausprägung des Heavy Metal, obwohl man hier oftmals gar nicht mehr von Heavy Metal sprechen kann. Jedoch sind die Lieder melodiös, gehen ins Ohr und wegrennen muss hier niemand, wird die Scheibe aufgelegt. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Stay, I Know Your Name, Planet-7, Hypocrisy



Mittwoch, 19. April 2017

Various Artists – Bridge School Concerts Vol. One




Various Artists – Bridge School Concerts Vol. One


Label: Reprise Records


Erscheinungsdatum: 1997


Stil: Rock


Trackliste:

1. I Am A Child - Neil Young (3:17)
2. Shadow Of A Doubt (A Complex Kid) - Tom Petty (4:47)
3. All That You Have Is Your Soul - Tracy Chapman (5:33)
4. Sense Of Purpose - The Pretenders / The Duke String Quartet (3:09)
5. It's All In Your Mind - Beck (2:47)
6. The Road's My Middle Name - Bonnie Raitt (4:10)
7. Yes It Is - Don Henley (2:46)
8. Friend Of The Devil - Ministry (2:56)
9. America - Simon & Garfunkel (3:42)
10. Heroes - David Bowie (6:34)
11. Nothingman - Pearl Jam (4:36)
12. Battle Of Evermore - Lovemongers (5:41)
13. Believe - Nils Lofgren (3:17)
14. Alison - Elvis Costello (3:20)
15. People Have The Power - Patti Smith (5:37)

Gesamtspieldauer: 1:02:19



Die „Bridge School Konzerte“ sind ein jährlich im Oktober, in Mountain View, Kalifornien im dortigen Shoreline Amphitheatre stattfindendes Benefiz-Konzert zugunsten der Bridge School. Diese fördert körperlich und geistig behinderte Kinder, unterstützt diese in der Entwicklung ihrer Fähigkeiten und wurde von Pegi Young, der Frau Neil Youngs, nach der Geburt ihres behinderten Kindes gegründet.

„Bridge School Concerts Vol. One“ wurde im Jahr 1997 veröffentlicht. Ein Volume 2 ist wohl bisher noch nicht erschienen, dafür gibt es jedoch noch ein Doppelalbum zum 25 Jubiläum dieser Konzerte. Auf „Bridge School Concerts Vol. One“ bekommt man live und überwiegend akustisch eingespielte Stücke zu hören, die hauptsächlich aus dem US-amerikanischen Musikbereich stammen. Somit verwundert es auch nicht besonders, dass die Musik sehr Folk-lastig ist und vor allen Dingen in der Mitte und der zweiten Hälfte der Platte auch mit Country-Anleihen aufwartet.

Die musikalischen Genres sind also breit gestreut, das gemeinsame Momentum ist die akustische Live-Version. Ein paar schöne Nummern sind auf „Bridge School Concerts Vol. One“ vertreten. Dazu gibt es auch einige Raritäten, wie zum Beispiel eine Version von „Heroes“, die man von David Bowie in dieser Art so sicherlich auch noch kein zweites Mal gehört hat. Weitere Höhepunkte wären Neil Youngs „I Am A Child“, „Nothingman“ von Pearl Jam und „Battle Of Evermore“ von den Lovemongers.

Fazit: Eine schöne Zusammenstellung bekannter Lieder in ihren akustischen Versionen hört man auf „Bridge School Concerts Vol. One“. Dabei sind auch die musikalischen Genres weiter gestreut. Von Pop über Rock bis hin zu Folk und Country kann man hier hören. Nicht alles entspricht damit automatisch dem eigenen Musikgeschmack, jedoch ist es bei diesem Kompilationsalbum der Anlass des Erscheinens, der zählt. Sieben Punkte.

Anspieltipps: I Am A Child, Nothingman, Battle Of Evermore



Dienstag, 18. April 2017

Spiral Tower – Mindkiller




Spiral Tower – Mindkiller


Besetzung:

Alexander Koch – vocals
Sven Podgurski – guitars
Andreas Konstanderas – guitars
Bernie Altmann – bass
El Zubosch – drums


Gastmusiker:

Haan Hartmann – drumcoach, keyboards
Andy Brings – backing vocals


Label: Massacre Records


Erscheinungsdatum: 1999


Stil: Power Metal


Trackliste:

1. The Eyes Of The Blind (4:40)
2. The Martyr Is Dead (4:53)
3. Messenger From God (3:45)
4. On The Wings Of An Eagle (4:36)
5. Tired Faces (4:39)
6. Lord Of The Shadows (4:30)
7. Heartkiller (3:29)
8. Looking Down On The Moon (4:39)
9. Execute In Excuse (5:19)
10. Feel The Fears (6:40)

Gesamtspieldauer: 47:15




Spiral Tower war eine Speed Metal Band aus Deutschland, die sich dem Speed Metal verschrieben hatte, dem Speed Metal und zwar nur dem Speed Metal. Ihr Album „Mindkiller“ wurde im Sommer des Jahres 1999 aufgenommen und erschien auch noch vor der Jahrtausendwende auf dem Label Massacre Records.

Ich höre manchmal auch ganz gerne Metal und was man Spiral Tower auch sicherlich nicht vorwerfen kann ist, dass sie nicht konsequent wären. Ein einmal eingeschlagenes Tempo, ein einmal etablierter Rhythmus wird durchgezogen, komme was da wolle. Dazwischen gibt es, neben dem obligatorischen „Metal-Gesang“ ein wenig Growling und das war es dann mit der Abwechslung. Und ich rede hier nicht vom Beginn eines Liedes bis zu dessen Ende. Gemeint ist hier der Beginn des Albums bis zu dessen letztem Takt.

Böse Leute würden jetzt sagen, die Musiker können eben nur das, haben nichts anderes drauf. Da bin ich mir nicht so sicher, kann es nicht beurteilen, vielleicht ist dies jedoch auch nur die einzige Form der Musik, die ihnen zusagt. Auf jeden Fall bedeutet dies allerdings, dass die Musik mit dem zweiten, dritten Lied anfängt langweilig zu werden, da man glaubt, dass es sich um eine Wiederholung handelt. Die Lieder klingen alle sehr gleich und weil es sich um Speed Metal handelt, die Melodie auch nicht so sehr im Vordergrund steht, ist das auch nicht weiter und sonderlich verwunderlich.

So richtige Höhepunkte auszumachen ist wahrlich schwierig, da die Nummern wirklich alle sehr ähnlich klingen. Drei Titel habe ich trotzdem herausgezogen, in denen doch zumindest ein ganz kleines bisschen variiert wird. Diese heißen „Messenger From God“, „Looking Down On The Moon“ und „Feel The Fears“. Auch dies ist natürlich Speed Metal, allerdings sind bei diesen Titeln leichte Auflockerungen in Form von kleinen thematischen Variationen herauszuhören, die die Musik dann wieder etwas interessanter werden lassen.

Fazit: Konsequent sind Spiral Tower auf „Mindkiller“ allemal, das kann man ihnen wirklich nicht absprechen. Hier gibt es Speeds Metal in Vollendung zu hören. Allerdings fast ausschließlich Speed Metal ohne Schnörkel, Ecken und Kanten, was die Platte ein wenig anstrengend werden lässt, da sich die Nummern kaum mehr unterschieden lassen. Und wer schafft es schon dieses Album mit Headbanging durchzuhalten, ohne in eine Klinik eingewiesen werden zu müssen? Unmöglich und sehr gefährlich. Perfekter Speed Metal, der durch Perfektion und Konsequenz langweilig wird. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Messenger From God, Looking Down On The Moon, Feel The Fears



Montag, 17. April 2017

Schwarz – Schwarz




Schwarz – Schwarz


Besetzung:

Wolf Schwarz – Gesang & Gitarre
Nicolaj Gogow – Schlagzeug
Mario Kopowski – Bass


Gastmusiker:

Oliver Neun – Piano, Kontrabass auf „Meine Traurigkeit”
Marie Nielsen – Gesang auf “Meine Traurigkeit”, Chor auf „Der Gehängte“
Suvad Sahovic – Akkordeon auf „Xehcko“
Robert Hesselbach – Violine auf „Xehcko“
Betina Kurth – Schalmei auf „Dieb“
Snorre Schwarz – Chor auf „Der Gehängte“


Label: Day-Glo Records


Erscheinungsdatum: 1998


Stil: Rock, Heavy Metal; Gothic


Trackliste:

1. Zauberstunde (0:18)
2. Schwarz (3:29)
3. Blind (3:17)
4. Der Priester sprach (0:52)
5. Der Gehängte (4:23)
6. Besessen (3:58)
7. Meine Traurigkeit (5:58)
8. Dieb (5:37)
9. Aufstand (2:45)
10. Der Engel (3:43)
11. Xehcko (7:34)

Gesamtspieldauer: 41:58



Die Band „Schwarz“ ist vor allen Dingen der Musiker Wolf Schwarz, der sich auf dem gleichnamigen Album aus dem Jahr 1998 für die allermeisten Kompositionen und Texte verantwortlich zeigt. Veröffentlicht wurde die Platte auf dem Musiklabel Day-Glo Records. Auf „Schwarz“ hört man eine Mischung aus Rock und Heavy Metal, jedoch auch Gothic Einflüsse sind herauszuhören wie auch die ein oder andere experimentelle Stelle. Dabei reicht die Musik von zart bis hart.

Dies alles macht die Scheibe überaus abwechslungsreich und ist wie ein wilder Ritt durch mehrere musikalische Genres. Manchmal kann man kaum glauben, dass das gerade laufende Lied von derselben Band eingespielt wurde, wie die vorherige Nummer. Ein einheitliches Bild ergibt das Album also nicht, was auch bedeutet, dass einem sicherlich nicht jeder Titel auf dem Album zusagen wird, zu unterschiedlich sind die Lieder dabei. Auch stammt nicht jedes Lied von Wolf Schwarz. „Xehcko“ ist eine traditionelle Nummer, die von Robert Hesselbach und Wolf Schwarz neu arrangiert wurde – in einer rockigen und sehr überzeugenden Art und Weise. Gleichzeitig ist dieses Stück auch das einzige Instrumentallied der Platte. Allerdings ist es keine siebeneinhalb Minuten lang, sondern lediglich etwa fünf Minuten. Dann herrscht Stille und ganz zum Schluss gibt es für wenige Sekunden noch mal einen Pfeifton. Was man in den 90ern so alles toll fand…

Ganz anders verhält es sich da bei „Der Priester sprach“. Lediglich 52 Sekunden lang, wird hier völlig auf Musik verzichtet, jedoch wird ein Text aus „Vereinsamt“ von Friedrich Wilhelm Nietzsche rezitiert. Und schließlich ist da noch die Nummer „Dieb“, die ursprünglich „Thief“ hieß und von der Kölner Krautrock-Band Can stammt und auf „Schwarz“ in einer tollen, neuen Version dargeboten wird. Sicherlich mit ein Höhepunkt des gesamten Albums. Dies ist auch der Titel „Meine Traurigkeit“. Nicht rockig, wie der Beginn der Scheibe, sondern sanft mit einem Piano beginnend und auch nach Traurigkeit klingend – bis es auch hier wieder sehr viel rockiger wird.

Fazit: „Schwarz“ von Schwarz ist ein sehr vielschichtiges Album geworden. Sehr viele verschiedene musikalische Stile wurden hier vereinigt beziehungsweise zusammengeführt. Zwangläufig kommt es dadurch zu dem Umstand, dass einem nicht alles zu 100% auf der Scheibe zusagen wird, nicht bei jedem Titel kann man uneingeschränkt mitgehen. Spannend ist die Musik auf „Schwarz“ jedoch allemal. Neun Punkte.

Anspieltipps: Der Gehängte, Meine Traurigkeit, Dieb, Xehcko



(Leider kein Video verfügbar)

Sonntag, 16. April 2017

Roh – Rohmantisch




Roh – Rohmantisch


Besetzung:

Lukas Hilbert – Gitarre, Gesang
Carsten Pape – Gitarre, Bass, Gesang
Meik Dobbratz – Schlagzeug


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Ariola BMG


Erscheinungsdatum: 2000


Stil: Deutscher Pop


Trackliste:

1. Du brennst immer noch in mir (3:54)
2. Die Welt ist voller Frauen (3:37)
3. Ich liebe Dich (4:07)
4. Sex (4:04)
5. Erschiessen (4:09)
6. Viel zu weit weg (4:25)
7. Mein Paradies (3:57)
8. Hälfte zuviel (3:53)
9. Ich bin tot (3:33)
10. Hört mir überhaupt hier irgendeiner zu (3:56)
11. Ich hab' mein Handy in der Hamburger Schule verlor'n (4:04)
12. Wenn der Morgen kommt (4:53)

Gesamtspieldauer: 48:36



Roh war eine Hamburger Band, die in den Jahren von 1996 bis 2000 aktiv war. In dieser Zeit veröffentlichten die drei Bandmitglieder insgesamt drei Studioalben. „Rohmantisch“ ist die dritte und damit letzte Veröffentlichung von Roh und erschien im Jahr 2000 auf dem Label Ariola BMG.

Auf der Scheibe sind neben einer Cover-Version des Stücks „Ich liebe Dich“, den Carsten Pape bereits bei Clowns & Helden gesungen hatte, vor allen Dingen noch jede Menge weiterer Liebeslieder enthalten. Diese bewegen sich zumeist im Bereich des Pops, ganz weit ist das Genre Deutscher Schlager allerdings nicht. Die Stimmen der Sänger klingen häufig wie die junger Teenager. Allerdings ist Lukas Hilbert im Jahr 2000 bereits 28 Jahre alt und Carsten Pape sogar bereits 44. Wer sic hallerdings hier noch am Gesang versucht, gibt das Booklet nicht her. Jedoch scheint das Album „Rohmantisch“ durchaus den Ansatz zu verfolgen, eine Scheibe für junge Mädels zu sein, die auf Konzerten gerne kreischen. Hier hat man wohl die Käuferschicht ausgemacht, die sich dieses Album zulegen sollte. Die Musik entspricht absolut diesem Ansatz.

Die Texte auf „Rohmantisch“ sind zum Teil wahrlich schwer zu ertragen, bei der Musik geht es einem mitunter nicht anders. Die Lieder gehen zwar durchaus zum Teil ins Ohr, jedoch klingt das in diesem Fall absolut anbiedernd und flach. Seichter Pop ist das zum allergrößten Teil, den man, falls man gewisse Ansprüche an die Musik stellt die man hört, oftmals nur schwer ertragen kann.

Fazit: Ich nähere mich dem Ende meiner Plattensammlung. Das bedeutet, dass hier auch immer wieder mal Alben vorgestellt werden, die mir fast gar nicht zusagen und die ich in den allermeisten Fällen auch geschenkt bekommen habe. Dabei ist es immer wieder gut, mal über den Tellerrand hinauszublicken, etwas Neues zu hören und kennenzulernen. Das mache ich auch regelmäßig. Nun, ich habe es mit „Rohmantisch“ von Roh wieder mal durchgezogen. Jetzt kann ich diese Scheibe, die schmalzigen Deutsch Pop enthält, endlich wieder ins Regal stellen und dort wieder sehr, sehr lange stehen lassen. Drei Punkte.

Anspieltipps: Die Welt ist voller Frauen, Ich liebe Dich



Samstag, 15. April 2017

Rainer – 17 Miracles (The Best Of...)




Rainer – 17 Miracles (The Best Of...)


Besetzung:

Rainer Ptacek – guitar, vocals


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Glitterhouse Records


Erscheinungsdatum: 2005


Stil: Blues


Trackliste:

1. Rudy With A Flashlight (2:30)
2. The Farm (4:10)
3. Losing Ground (3:16)
4. Junkpile (3:08)
5. The Good Book (3:32)
6. Within You Without You (5:48)
7. Something's Got To Be Done (2:31)
8. River Of Real Time (3:41)
9. Powder Keg (5:37)
10. One Wrong Turn (4:33)
11. Life Is Fine (5:34)
12. Inner Flame (4:53)
13. Rude World (2:21)
14. One Man Crusade (4:40)
15. The Oasis (4:08)
16. Love Buys Love (3:35)
17. Miss The Mississippi (2:52)

Gesamtspieldauer: 1:06:58



Der US-amerikanische Musiker Rainer Ptacek war in den USA einer der bedeutender und bekannter Folk- und Blues-Gitarrist, obwohl ihn hier in Deutschland kaum jemand kennt. Umso überraschender ist dieser Umstand, da Rainer Ptacek in Ost Berlin als Sohn einer deutschen Mutter und eines deutschen Vaters geboren wurde und die Familie später in die USA auswanderte. 1996 wurde bei ihm ein Gehirntumor festgestellt, worauf Howe Gelb, Robert Plant, Jimmy Page, Emmylou Harris, Vic Chesnutt, PJ Harvey, John Parish, Bill Janovitz und viele andere ein Album mit ihm und für ihn einspielten, um die Krankenhausrechnungen zu bezahlen, da er nicht krankenversichert war. Und obwohl es zeitweise sogar so aussah, als ob er die schwere Krankheit überstehen könnte, verstarb er schließlich doch im November 1997 im Alter von lediglich 46 Jahren daran.

Rainer Ptacek, der sich als Künstler lediglich Rainer nannte, hatte sich dem Blues verschrieben und dementsprechend gibt es auf „The Best Of Rainer - 17 Miracles“ auch jede Menge Blues zu hören. Fünfzehn der Titel sind dabei bereits veröffentlichte Nummern, zwei neue Titel gibt es zusätzlich zu hören. Im Zentrum steht immer der Gesang des Rainer im Zusammenspiel mit seiner Gitarre. Nur ganz selten hört man Begleitmusiker, die auch nicht extra im Booklet Erwähnung finden. Die Musik ist sanft und ruhig, zumeist getragen und strahlt den Blues unverwechselbar und ziemlich rein aus.

Für Blues-Freunde stellt diese Scheibe sicherlich einen Schatz dar. Dabei geht es in den Nummern nicht so sehr um die Melodie, es geht immer um das Gefühl, was hier transportiert wird. Ohrwürmer braucht man dementsprechend auf diesem Album nicht zu erwarten und das machen Blues-Fans auch sowieso nicht bei „ihrer“ Musik. Es geht darum, ganz in dieses Gefühl des Blues einzutauchen, was beim Hören des Albums „The Best Of Rainer - 17 Miracles auch bestens gelingt. Zwar ist das nicht ganz „meine“ Musik, doch auch ich kann mich dieser Atmosphäre, den diese Lieder ausstrahlen, nicht ganz entziehen. Höhepunkte sind für mich die Titel „The Farm“, „Within You Without You“, „Inner Flame“ sowie „The Oasis“, die alle eine Sehnsucht ausströmen, die nur schwerlich zu fassen ist.

Fazit: Musik für Blues Fan in Reinkultur gibt es auf „The Best Of Rainer - 17 Miracles“ zu hören. Die Stimmung des Albums ist atmosphärisch sehr dicht und sicherlich eher traurig als neutral. Musik für die graue Zeit, die einen in süße Melancholie abdriften lässt – ohne dass man dort verzweifeln muss. Sieben Punkte.

Anspieltipps: The Farm, Within You Without You, Inner Flame, The Oasis



Freitag, 14. April 2017

The Pussybats – Famous Last Songs




The Pussybats – Famous Last Songs


Besetzung:

Sid – Gesang, Gitarre
Roy Rock – Gitarre
Mike Night – Schlagzeug
Marple 8 – Bass


Label: Black Rain


Erscheinungsdatum: 2009


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Back To The Darkness (4:23)
2. The Banshee Blues (3:36)
3. Your Woman (3:24)
4. In April (3:48)
5. Scarlet (4:15)
6. 15 x 60 (3:31)
7. Feel (3:53)
8. Crimson Girl (4:43)
9. No Romeo (3:25)
10. Dance With The Devils (4:19)
11. The Most Beautiful Tales End Sadly (with Leandra) (2:51)

Gesamtspieldauer: 42:14




The Pussybats sind eine deutsche Pop-Rock-Band, die im Jahr 2006 gegründet wurde und 2009 ihr erstes Album mit dem Titel „Famous Last Songs“ auf dem Label Black Rain veröffentlichte. Zu hören gibt es auf der Scheibe so eine Art Gute Laune Rock, der durchaus ins Ohr geht. Die Musik liegt dabei irgendwo zwischen Pop und Rock, doch der Zeiger schlägt schon eher in Richtung des Rocks aus. Die Stimmung ist dabei immer positiv. Musik für die schönen Tage. Und wenn der Tag mal nicht so schön ist, kann „Famous Last Songs“ vielleicht helfen.

Die elf Lieder auf „Famous Last Songs“ klingen. Und sie klingen sogar so, dass es scheint, als ob sie mit jedem weiteren Durchgang ein wenig besser klingen. Vieles auf dem Album geht gut ins Ohr. Eine Cover-Version von „Your Woman“ befindet sich ebenfalls auf der Scheibe. Dieses Stück stammt von White Town, einem so genannten One Hit Wonder. Das Original ist klasse und Pop pur. Die Pussybats versuchen sich hier an einer Rock Version des Titels, wobei dieser auch noch interessant klingt, jedoch weit hinter dem Original zurückbleibt.

Trotzdem haben die vier Jungs das Gespür für die eingängige Melodie, im Grunde genommen ist jedes Lied der Platte melodiös. Großartig experimentiert wird hier nicht und gar die Musik neu erfunden, das haben die vier Musiker hier noch weniger. Müssen die Pussybats jedoch auch sicher nicht, denn für ein Debut Album klingt das schon ziemlich gut.

Fazit: „Famous Last Songs“ von den Pussybats unterhält – und das gar nicht schlecht. Alle Stücke auf dem Erstlingswerk der Band sind radiotauglich, ohne dabei zu anbiedernd zu klingen. Die Lieder sind melodiös und gehen ins Ohr. Legt man das Genre Pop-Rock zugrunde, so bewegen sich die Pussybats mehr auf der Seite des Rocks. Lässt sich gut anhören, diese Scheibe, auch wenn man den Jungs wünschen würde, dass sie sich einen besseren Bandnamen zugelegt hätten. Nun, aber auch das ist reine Geschmackssache. Sieben Punkte.

Anspieltipps: In April, Feel, Dance With The Devils, The Most Beautiful Tales End Sadly



Donnerstag, 13. April 2017

Mental Ground Zero – Microcosmicgroove




Mental Ground Zero – Microcosmicgroove


Besetzung:

Keine Angaben


Label: Connected


Erscheinungsdatum: 2000


Stil: Pop, Rock


Trackliste:


1. Psychedelic Bathfloor Carpet (3:51)
2. Carpet (4:40)
3. Catshit (3:16)
4. Ridin' On The Moon (2:47)
5. In My Dreams (6:45)
6. Invisible Poem (6:15)
7. NRG-Flow (3:20)
8. Weird (4:14)
9. Havana Jam (Live) (4:52)

Gesamtspieldauer: 40:03




Mental Ground Zero war eine Band aus Schwäbisch Gmünd, Baden-Württemberg, die im Jahr 2000 ihr Debut-Album mit dem Namen „Microcosmicgroove“ auf dem Label Connected veröffentlichte. Danach waren keine Veröffentlichungen mehr von ihnen zu hören und auch frühere Web-Seiten der Band lassen sich im Internet nicht mehr auffinden. Zu hören ist auf „Microcosmicgroove“ eine poppig-rockige Mischung, wobei der Schwerpunkt doch eher auf dem Genre Rock liegt.

Die Musik lebt vom Gesang der Sängerin, die ihre Stimme immer wieder wunderschön überschlagen lässt. Das klingt und passt bestens zu den neun Titeln auf „Microcosmicgroove“, die zumeist sehr melodiös klingen und sich nur an wenigen Stellen etwas nonkonformer anhören. Mit „Microcosmicgroove“ erfinden Mental Ground Zero zwar die Musik nicht neu – und das erwartet auch niemand – allerdings hört man hier ein durchaus gelungenes Debut-Album.

Besonders lohnenswert sind das kürzeste und das längste Lied des Albums, „Ridin' On The Moon“ sowie „In My Dreams“. Die erste hier erwähnte Nummer ist wohl das eingängigste Lied der Platte, wohingegen „In My Dreams“ dann rockiger und sehr abwechslungsreich klingt. Beide Titel sind hintereinander angeordnet und zeigen auch schön die musikalische Bandbreite der Band.

Fazit: Mental Ground Zero ist ebenfalls ein Beispiel für eine Band, bei der man sich wundert, warum man nicht mehr von ihren gehört hat. Haben sich die vier Musiker zerstritten? Blieb der Erfolg so absolut aus, dass sie keinen Spaß mehr hatten? Keine Ahnung, aber dieser poppige Rock hätte durchaus ein paar mehr Hörerinnen und Hörer verdient gehabt. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Ridin' On The Moon, In My Dreams



(Leider kein Video mehr zu finden)

Mittwoch, 12. April 2017

Naked – Naked




Naked – Naked


Besetzung:

Jonathan Sheldon – vocals, guitar
Jeremy Ireland – guitar, vocals
Damon Martin – bass guitar
Petur Smith – drums, percussion


Gastmusiker:

Martin Tillman – string arrangements
John Thomas – hammond organ
Steve Reid – additional percussion
Christopher Sheldon – sound effects


Label: Mercury Records


Erscheinungsdatum: 1997


Stil: Rock


Trackliste:

1. Mann's Chinese (4:19)
2. The Road Home (3:42)
3. The Color Decays (4:27)
4. What About You (4:24)
5. Raining On The Sky (4:03)
6. Love Supreme (4:00)
7. Red (4:25)
8. Drift Away (4:32)
9. Headlights (4:15)
10. The Great Escape (4:38)
11. Raining On The Sky (Acoustic) (4:09)

Gesamtspieldauer: 46:59



Unter dem Namen „Naked“ findet man im Internet einige Bands. Diese hier ist eine US-amerikanische Rock bis Alternative Rock Band, deren musikalischer Stil sich durch sehr melodische Titel auszeichnet, die bereits beim ersten Hören ins Ohr gehen. „Naked“ heißt auch das selbstbetitelte Debut-Album, welches im Jahr 1997 auf dem Label Mercury Records erschien. Viel mehr scheinen die Jungs allerdings nicht veröffentlicht zu haben, da sich ihre Musik wohl doch zu wenig vom großen Rest des Musikgeschäfts abhob.

Zu hören sind auf der Platte Lieder, die zwar allesamt im Rock angesiedelt sind, jedoch hier durchaus eine gewisse Variationsbreite aufweisen. Diese bezieht sich vor allen Dingen auf das Tempo der Lieder. Schnell stellt man fest, dass die Titel dann umso besser klingen, wenn sie härter und rauer sind. Einige Nummern wirken dagegen ein wenig zu anbiedernd. Alles auf „Naked“ klingt melodiös, wenn dies allerdings im soften Mid-Tempo eingespielt wurde, dann klingt es zwar noch ganz nett, aber sich sehr nach Mainstream anhörend, ohne jegliche Ecken und Kanten und dadurch auch langweilig.

Dass die vier Musiker das auch besser können, beweisen sie mit dem ersten Titel „Mann's Chinese“ und mit dem Kracher „What About You“, der sich aber erst dahin entwickelt. Schöner spannender Aufbau. Auch das Lied „Red“ kann überzeugen, obwohl es eines jener Mid-Tempo Stücke ist. Trotzdem passt das hier, klingt spannend und interessant. Und schließlich sollte an dieser Stelle noch das vorletzte Lied, „The Great Escape“, Erwähnung finden. Ebenfalls aus verschiedenen Teilen mit verschiedenen Tempi zusammengesetzt, geht dieses Lied schnell ins Ohr. Der ganze Rest hört sich ebenfalls so an, dass man sich die Musik durchaus in Ruhe anhören kann, ohne den Raum verlassen zu müssen. Das gilt allerdings wohl für sehr viele Bands im Musikgeschäft, sodass sich Naked nicht weiter abheben konnte, was die Musik von Naked eben an mancher Stelle ein wenig austauschbar werden lässt.

Fazit: Sicherlich kein schlechtes Debut-Album ist der US-amerikanischen Band Naked da mit ihrem gleich betitelten Erstlingswerk gelungen. Freunde des Alternative Rocks werden darauf sicherlich einiges für sich finden können. Nicht alles auf der Scheibe überzeugt restlos, einiges allerdings doch durchaus. Die elf enthaltenen Lieder sind melodiös und eingängig und es oft wert, gehört zu werden. Neun Punkte.

Anspieltipps: Mann's Chinese, What About You, Red, The Great Escape



Dienstag, 11. April 2017

Brand New – Daisy




Brand New – Daisy


Besetzung:

Jesse Lacey – lead vocals, guitar
Vinnie Accardi – guitar, backing vocals, drums
Garrett Tierney – bass guitar
Brian Lane – drums, percussion, guitar
Derrek Sherman – guitar


Gastmusiker (ohne Instrumentenangabe):

Mike Sapone
Andrew Accardi
Ben Homala


Label: Interscope Records


Erscheinungsdatum: 2009


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Vices (3:24)
2. Bed (3:09)
3. At The Bottom (4:04)
4. Gasoline (3:32)
5. You Stole (6:00)
6. Be Gone (1:30)
7. Sink (3:19)
8. Bought A Bride (3:06)
9. Daisy (3:06)
10. In A Jar (3:05)
11. Noro (6:26)

Gesamtspieldauer: 40:47



„Daisy“ heißt das vierte und bisher letzte Studioalbum der US-amerikanischen Band Brand New. Am 22. September 2009 erschien die Platte auf dem Label Interscope Records und ist seitdem die letzte volle Studioveröffentlichung der Band, obwohl sie immer noch aktiv ist. Eine für 2016 anvisierte Veröffentlichung eines neuen Albums wurde verschoben.

Alternative Rock gibt es auch dieses Mal wieder von Band New zu hören. Nur hat dieser leider nur noch sehr wenig mit der Musik zu tun, die man noch auf dem Vorgängeralbum „The Devil And God Are Raging Inside Me“ zu hören bekam. Dies liegt keineswegs daran, dass die fünf Musiker das Tempo ihrer Lieder öfters sehr stark angezogen haben. War auf dem Vorgänger noch hauptsächlich Musik zu hören, die im Mid-Tempo angesiedelt war, so ist die Geschwindigkeit der Stücke auf „Daisy“ nun oftmals schneller, härter und aggressiver. Doch dies macht nicht den Grund aus, warum „Daisy“ längst nicht mehr so überzeugen kann. Es ist der oftmals geschriene Gesang, der immer wieder nervt. Diesen mal als Stilmittel einzusetzen, kann eine durchaus gelungene Abwechslung sein. Wird allerdings zu häufig damit experimentiert – und das ist auf „Daisy“ leider der Fall – dann klingt das eben nicht mehr so überzeugend.

Auch das Liedmaterial insgesamt kann nicht mehr ganz so begeistern. Die Melodien treffen einen deutlich weniger und die Stücke gehen nicht mehr ganz so gut ins Ohr. Gelingt dies doch einmal, so sind es immer die etwas leiseren Stücke, die ohne dieses Geschrei auskommen, die einen dann doch etwas treffen. Bei „Bed“ ist dies der Fall oder bei der einzigen Singleauskopplung des Albums „At The Bottom“. „You Stole“ klingt ebenfalls interessant ebenso wie der Titeltrack „Daisy“. Und auch das letzte Stück der Platte, „Noro“, lohnt es sich hinzuhören. Für mich ist diese letzte Nummer der Höhepunkt auf „Daisy“. Und so findet man sicherlich den ein oder anderen Titel, der gefällt, wenn man auf Alternative Rock steht, trotzdem ist das insgesamt leider nicht mehr ganz so mitreißend, eher etwas durchschnittlich. Absolut herausragende Stücke fehlen nämlich vollständig auf „Daisy“, sodass die Scheibe manchmal einfach so durchläuft, ohne dass man das Gefühl hat, genauer hinhören zu müssen. Schade.

Fazit: Auch auf „Daisy“ bieten Brand New ihren Hörerinnen und Hörern Alternative Rock. Dieser ist allerdings nicht mehr ganz so spektakulär und überzeugend, wie noch auf dem Vorgängeralbum „The Devil And God Are Raging Inside Me“. Man benötigt definitiv mehr Durchgänge, um diese Lieder für sich entdecken zu können. Bei manchen Stücken bleibt dies aber auch nach vielen Malen des Hörens schwierig, da der Gesang in ein Geschrei ausartet, der einfach nicht mehr klingt. Trotzdem ganz bestimmt kein schlechtes Album. Acht Punkte.

Anspieltipps: Bed, At The Bottom, You Stole, Daisy, Noro