Montag, 29. Februar 2016

Genesis – Genesis Live




Genesis – Genesis Live


Besetzung:

Tony Banks – hammond organ, mellotron, hohner pianet, 12-string guitar, backing vocals
Phil Collins – drums, percussion, backing vocals
Peter Gabriel – lead vocals, flute, tambourine
Steve Hackett – lead guitar
Mike Rutherford – bass guitar, bass pedals, 12-string guitar, backing vocals


Label: Charisma Records


Erscheinungsdatum: 1973


Stil: Progressive Rock, Live


Trackliste:

1. Watcher Of The Skies (8:34)
2. Get 'Em Out By Friday (9:14)
3. The Return Of The Giant Hogweed (8:14)
4. The Musical Box (10:56)
5. The Knife (9:47)

Gesamtspieldauer: 46:44



Im August des Jahres 1973 veröffentlichten Genesis ihr erstes Live-Album unter dem Titel „Genesis Live“. Wie auch die Platten zuvor, so wurde auch diese Scheibe auf dem Charisma Label veröffentlicht und kletterte immerhin bis auf Platz 9 der britischen LP-Charts. Zu hören gibt es darauf fünf Lieder, die den Alben zwei bis vier entnommen wurden. „The Knife“ stammt von der zweiten Platte „Trespass“, die noch ohne Phil Collins eingespielt wurde. „Nursery Cryme“ ist mit „The Return Of The Giant Hogweed“ und „ The Musical Box” vertreten. Vom vierten Album „Foxtrot” stammen schließlich die beiden Titel „Watcher Of The Skies“ sowie „Get 'Em Out By Friday“.

Nun, das Wichtige zu diesem Album ist sehr schnell gesagt. Die Musik darauf ist absolut beeindruckend und einfach genial, wenn man denn auf Progressive Rock steht, der melodisch ist und ins Ohr geht. Die entsprechenden Platten wurden hier auf diesen Seiten auch mit fünfzehn, vierzehn und dreizehn Punkten bewertet. Mehr geht also kaum. Die Musik überzeugt, der Klang ist dabei selbstverständlich jedoch nicht ganz so perfekt, wie er auf den Studio-Alben klingt, trotzdem noch gut. Aber das nimmt man bei einem mitreißenden Live-Album natürlich auch gerne mit in Kauf. Hier zählt zwar auch der Sound, jedoch zusätzlich die Atmosphäre, die von einem Live-Erlebnis mittransportiert wird.

Genau dort liegt allerdings auch die kleine Einschränkung dieses Albums. Stimmung wird hier nämlich nicht großartig in das Wohnzimmer übermittelt. Zwar gibt es frenetischen Applaus und Jubel nach jedem Lied zu hören und Peter Gabriel macht zwei kleine Scherze, die kurze Lacher nach sich ziehen, ansonsten werden hier von ihm jedoch nur ganz knapp die Titel angesagt. Soviel also zur „Live-Atmosphäre“ der Scheibe. Dazu gesellt sich noch der Umstand, dass die fünf Lieder praktisch eins zu eins von den jeweiligen Alben übernommen wurden. Hier gibt es kaum Variationen zu den Originalen. Am ehesten sind diese noch beim ältesten Stück „The Knife“ zu hören, welches auf „Genesis Live“ noch etwas rockiger klingt als im Original und auch in dieser Version wahrlich mitreißend ist. Die Lieder sind genial, das steht außer Frage. Die praktisch identische Umsetzung dieser Titel auf der Bühne zeigt dabei nur, welch tolle Musiker die fünf Briten sind. Nur die Umsetzung des Ganzen als Live-Album hätte es da nicht unbedingt gebraucht.

Fazit: Mitreißenden Progressive Rock gibt es auf „Genesis Live“ zu hören. Musik, die es nur zur damaligen Zeit gab, danach in dieser Ausprägung nie wieder. Von daher muss ein solches Konzert ein sehr beeindruckendes Erlebnis gewesen sein, welchem ich persönlich aus Altersgründen leider nie beiwohnen durfte. Nun, die Musik unterscheidet sich nur marginal von den Originalen auf den Studio-Alben, die Klangqualität ist logischerweise ein klein wenig schlechter als bei den Studioaufnahmen und außer Jubel und Applaus gibt es auch nicht allzu viel „Live“-Sound zu hören. Trotzdem bleibt das natürlich immer noch geniale Musik, die sich zu hören einfach lohnt. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: The Knife