Donnerstag, 30. Juni 2016

Oasis – Be Here Now




Oasis – Be Here Now


Besetzung:

Liam Gallagher – vocals
Noel Gallagher – lead guitar, vocals
Paul "Bonehead" Arthurs – rhythm guitar, acoustic guitar
Paul McGuigan – bass guitar
Alan White – drums, percussion


Gastmusiker:

Mark Coyle – backwards parts on "D'You Know What I Mean?"
Johnny Depp – slide guitar on "Fade In-Out"
Mark Feltham – harmonica on "All Around The World"
Mike Rowe – keyboards


Label: Creation Records


Erscheinungsdatum: 1997


Stil: Rock, BritPop


Trackliste:

1. D'You Know What I Mean? (7:42)
2. My Big Mouth (5:02)
3. Magic Pie (7:19)
4. Stand By Me (5:56)
5. I Hope, I Think, I Know (4:22)
6. The Girl In The Dirty Shirt (5:49)
7. Fade In-Out (6:52)
8. Don't Go Away (4:48)
9. Be Here Now (5:13)
10. All Around The World (9:20)
11. It's Gettin' Better (Man!!) (7:00)
12. All Around The World (Reprise) (2:08)

Gesamtspieldauer: 1:11:36



„Be Here Now“ nannte die englische BritPop-Band Oasis ihre dritte Platte, welche 1997 auf dem Label Creation Records veröffentlicht wurde. Nach dem Vorgänger-Album „(What's The Story) Morning Glory?“, welches allein in Großbritannien vierzehn Mal Platin einheimste und sich weltweit über zweiundzwanzig Millionen Mal verkaufte, war die Erwartung an dieses Nachfolgealbum natürlich bei Kritikern wie den Fans enorm. Nun, festzuhalten bleibt auf jeden Fall, „Be Here Now“ ist kein zweites „(What's The Story) Morning Glory?“ geworden. Die Musik von Oasis klang nun deutlich rockiger, der ursprünglich fest verankerte BritPop trat doch ein ganzes Stück in den Hintergrund.

Festzumachen und vor allen Dingen zu hören ist dies gleich beim ersten Stück „D'You Know What I Mean?“. Eine richtige Rock-Nummer, mit verzerrten Gitarren und entsprechenden Soli sowie Rückkopplungen. Doch auch dieses Lied ist eingängig, wenn es vielleicht auch nicht mehr den „Ohrwurmcharakter“ so manches Liedes auf dem Vorgängeralbum aufweist. Vielleicht zeigt ja auch der versenkte Rolls Royce auf dem Cover bereits an, dass die Band etwas abschütteln wollte und jetzt eben an einem anderen Punkt angekommen ist, wie man es dem Albumtitel entnehmen kann.

So wird auf „Be Here Now“ munter weitergerockt. Mal klingt das Ganze etwas eingängiger, mal eher rockiger, mitunter schafft es Noel Gallagher auch, der alle Titel des Albums im Alleingang schrieb, beides miteinander zu verbinden. Allerdings gelingt ihm das deutlich weniger, als auf manch anderer Oasis-Scheibe. So lässt sich auch etwas erklären, dass der zunächst bei der Veröffentlichung der Scheibe einsetzende Hype, der sich in den rasant in die Höhe schießenden Verkaufszahlen wiederspiegelte, bereits kurze Zeit später abebbte und in Kritiken mündete, die in den rockigeren Tönen der Band eben keine Weiterentwicklung mehr sahen, sondern sehr viel eher Stillstand. Auch Noel Gallagher ging später mit dieser Scheibe schwer ins Gericht. Er bezeichnete das Album später als „Shit“ und begründete dies mit seinem eigenen Drogenkonsum und dem Umstand, dass die Band zu der Zeit bereits stark zerstritten war.

Trotz all dieser Kritik ist „Be Here Now“ ganz sicher kein schlechtes Album geworden, allerdings eben ein anderes als „D'You Know What I Mean?“. Die Platte rockt einfach mehr und ist nicht darauf ausgelegt, Hitsingles zu produzieren, was man bereits an der Lauflänge der einzelnen Titel ablesen kann. Und auch wenn die Scheibe vielleicht nicht gleich so zündet, so wird sie es doch mit der Zeit immer mehr tun, man muss ihr nur die nötige Zeit einräumen. Und einige Höhepunkte finden sich durchaus. Da ist der bereits erwähnte Opener „D'You Know What I Mean?“, das schon noch an den Vorgänger und etwas BritPop erinnernde „Magic Pie“, das eingängige „Don't Go Away“ sowie die fast zehnminütige und abwechslungsreiche Nummer „All Around The World“, die ganz zum Schluss sogar noch mal einen Auftritt in Form einer kurzen Wiederholung hat. Durchaus also jede Menge Höhepunkte, die auch diese Scheibe zu einer überzeugenden werden lassen.

Fazit: Ganz klar, „Be Here Now“ ist kein „(What's The Story) Morning Glory?-Reloaded“. Muss auch nicht und geht wohl auch nicht. Auf „Be Here Now“ wird deutlich mehr gerockt, als noch auf dem Vorgänger. Die einen sofort anspringenden Ohrwürmer fehlen zwar, jedoch entwickeln diese sich mit der Zeit aus manchmal zunächst eher unauffälligen Liedern heraus. Auch „Be Here Now“ macht Spaß und unterhält. All das, was Musik unbedingt machen sollte. Oder nicht? Neun Punkte.

Anspieltipps: D'You Know What I Mean?, Magic Pie, Don't Go Away, All Around The World



Mittwoch, 29. Juni 2016

Jethro Tull – M.U. – The Best Of Jethro Tull




Jethro Tull – M.U. – The Best Of Jethro Tull


Besetzung:

Ian Anderson – flute, acoustic guitar, soprano saxophone, mandolin and voice
Martin Barre – electric guitar and acoustic guitar
John Evan – piano, hammond organ, synthesizer and piano accordion
Glenn Cornick – bass guitar
Jeffrey Hammond – bass guitar
Clive Bunker – drums and percussion
Barriemore Barlow – drums and percussion


Label: Chrysalis Records


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Progessive Rock


Trackliste:

1. Teacher (4:07)
2. Aqualung (Alternative Mix) (6:34)
3. Thick As A Brick Edit #1 (Die ersten die Minuten von "Thick As A Brick, Part One") (3:01)
4. Bungle In The Jungle (3:34)
5. Locomotive Breath (Alternative Mix) (4:23) 
6. Fat Man (2:50)
7. Living In The Past (3:18)
8. A Passion Play Edit #8" („Overseer Overture", etwa nach 11 Minuten bei "A Passion Play, Part Two") (3:28)
9. Skating Away (On The Thin Ice Of The New Day) (4:02)
10. Rainbow Blues (3:37)
11. Nothing is Easy (4:23)

Gesamtspieldauer: 43:40




„M.U. – The Best Of Jethro Tull“ ist das zweite „Best Of…“-Album der englischen Prrogressive Rock Band Jethro Tull um Sänger, Flötist und Songschreiber Ian Anderson. Die Abkürzung „M.U.“ steht dabei für „Musician's Union", da auf dem Album mehrere Bandbesetzungen zu hören sind, die Ian Anderson hier den Hörerinnen und Hörern „vereinigt“ zu Gehör bringt. „M.U. – The Best Of Jethro Tull“ ist das zweite „Best Of…“-Album in der Diskographie der Band und steht damit ganz weit vorne in einer inzwischen fünfzehn „Best Of…“-Alben umfassenden Reihe.

Nun, „Best Of…“-Alben sind immer so eine Sache. Diese können sich lohnen, wenn sie günstig zu erwerben sind und man sich zu einem Überblick über das Schaffen einer Band verhelfen möchte. Dann gibt es auch noch die Möglichkeit, dass man lediglich die „Hits“ einer Band, Sängerin oder eines Sängers sein Eigen nennen möchte. Ansonsten, wenn man die regulären Alben besitzt, gibt es im Grunde genommen keinen Grund, sich solch eine Platte zuzulegen. Dies auch unter Berücksichtigung der Tatsache, dass das „Best Of…“ irgendeines Musikmanagers keineswegs dem eigenen Geschmack entsprechen muss und man somit seine Lieblingslieder sowieso nicht wiedergegeben findet. Dies ist leider auch bei „M.U. – The Best Of Jethro Tull“ der Fall. Viele der wirklich guten Nummern von Jethro Tull fehlen hier. Andere, bedeutungslosere Titel sind dafür vertreten.

Nun, die Musik von Jethro Tull ist trotzdem eine sehr überzeugende Musik. Sie ist meist über jeden Zweifel erhaben, gerade in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts. Zumindest gilt dies, wenn man mit Progressive Rock etwas anzufangen weiß. Schwierig wird es allerdings, wenn auf einem Kompilationsalbum zum Teil auch Auszüge aus Liedern dargeboten werden, da die eigentlichen Stücke selbst ganze Plattenseiten einnehmen. Nun und genau dies wurde hier allerdings bei den Titeln „Thick As A Brick“ sowie „A Passion Play“ getan. Ein sehr, sehr fragwürdiges Gebaren, welches einen als Fan und Kenner des gesamten Stückes nur noch kopfschüttelnd und absolut überrascht zurücklässt. Trotzdem sollte wohl ein zusätzlicher Kaufanreiz auch für die Leute, die bereits alles von Jethro Tull besitzen, geschaffen werden, indem ein bisher unveröffentlichter Titel mit hinzugepackt wurde. Dieser heißt „Rainbow Blues“ und war bisher noch auf keinem regulären Album veröffentlicht worden. Die Nummer rockt, ist kein Blues, wie der Name irrtümlich suggeriert, klingt eindeutig nach Jethro Tull und durchaus gelungen, ist jedoch niemals den Kauf einer ganzen Platte wert.

Fazit: „M.U. – The Best Of Jethro Tull“ ist ein „Best Of…“-Album, welches nicht so richtig überzeugen kann. Hier von Frevel zu reden, wenn nur noch Auszüge aus wirklich gelungenen Liedern wiedergegeben werden, ist… in diesem Fall durchaus berechtigt. Auch der ganz nette und bisher nicht veröffentlichte Titel „Rainbow Blues“ macht den Kauf der Scheibe nicht lohnender. Somit bleibt diese Scheibe eine von Jethro Tull, die man sich getrost schenken kann. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Rainbow Blues



Dienstag, 28. Juni 2016

Jimmy Eat World – Bleed American




Jimmy Eat World – Bleed American


Besetzung:

Jim Adkins – lead vocals, guitar, percussion, bass guitar on "Your House"; piano on "Hear You Me" and "My Sundown", organ on "Cautioners" and "My Sundown", bells on "My Sundown"
Rick Burch – bass guitar, vocals on "If You Don't, Don't"
Zach Lind – drums, percussion on "Your House" and "My Sundown"
Tom Linton – guitar, vocals on "Bleed American", organ on "Hear You Me"


Gastmusiker:

Davey vonbohlen – additional vocals on "A Praise Chorus"
Mark Trombino – synth emulator programming on "The Middle"; percussion on "Your House", programming on "Get It Faster" and "My Sundown", "magic box" on "Cautioners"
Travis Keller – timely handclaps on "The Authority Song"
Doug Messenger – timely handclaps on "The Authority Song"
Rachel Haden – additional vocals on "Hear You Me", "If You Don't, Don't", "Cautioners", and "My Sundown".
Ariel Rechtshaid – additional vocals on "If You Don't, Don't"


Label: Island Records


Erscheinungsdatum: 2001


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Bleed American (3:01)
2. A Praise Chorus (4:03)
3. The Middle (2:45)
4. Your House (4:46)
5. Sweetness (3:40)
6. Hear You Me (4:44)
7. If You Don't, Don't (4:33)
8. Get It Faster (4:21)
9. Cautioners (5:21)
10. The Authority Song (3:37)
11. My Sundown (5:47)

Gesamtspieldauer: 46:43




„Bleed American“ heißt das vierte Studioalbum der US-amerikanischen Alternative Rock-Band Jimmy Eat World. Dieses wurde am 24. Juli 2001 auf dem Label Island Records veröffentlicht, nachdem die vorherige Plattenfirma Capitol Records den Glauben an die Band verloren hatte, sodass diese ein neues Label suchen musste. „Bleed American“? Das stimmt inzwischen auch nicht mehr, da das Album aus Pietätsgründen nach 9/11 im selben Jahr in das selbstbetitelte Album „Jimmy Eat World“ umbenannt wurde. Da allerdings auch das erste, 1994 veröffentlichte Album diesen Namen trägt, wird „Bleed American“ mitunter auch mit „Jimmy Eat World II“ bezeichnet.

Auf „Bleed American“ gibt es eingängigen Alternative Rock zu hören. Nicht umsonst war die Platte so erfolgreich und wird in einigen Listen der besten Platten des Jahres 2001 geführt. Jedoch ist dieser „eingängige“ Alternative Rock, gar nicht mal so aufdringlich wie man vermuten könnte, da er gar nicht mal gleich beim ersten Mal des Hörens zu zünden versteht. Allerdings, wenn man sich die Zeit für diese Scheibe nimmt, dann wissen immer mehr Lieder zu überzeugen und das ganze Album wird mit jedem weiteren Durchlauf zu einem sehr vertrauten Erlebnis, welches dann auch zu überzeugen weiß. Sind die Texte nicht so überzeugend, wenn sie immer wieder von der Liebe und den daraus resultierenden Folgen säuseln, so werden es mit der Zeit jedoch die Melodien.

Einer der Höhepunkte der Scheibe ist das zuckersüße und trotzdem einfach schöne „Hear You Me“. Magst Du als Mann eine Frau von Deiner Empathie und Deiner Phantasie überzeugen, lege dieses Lied auf. Es wirkt. Ebenfalls sehr gelungen ist das etwas poppige „Cautioners“, da es sich ebenfalls gut in das Ohr hineinschmeichelt. Außerdem ist es ein wenig untypisch für dieses Album, welches durchaus mit Rock aufzuwarten versteht. Dann ist da schließlich noch die letzte Nummer der Scheibe, „My Sundown“. Langsam steigert sich diese Nummer und weiß ebenfalls sehr schnell dadurch zu überzeugen, dass sie über eine Melodie verfügt, die sich schnell im Ohr der Hörerin beziehungsweise des Hörers festsetzt. Allerdings hätte ich hier wohl auch andere Titel anführen können, denn Ausfälle gibt es nicht zu beklagen und das Gefallen liegt immer im und am Ohr der Konsumenten.

Fazit: Ein Mainstream Alternative Rock Album ist „Bleed Amercan“ von Jimmy Eat World geworden. Eine Scheibe, die neben rockigen Abschnitten durchaus auch mal im Pop fischt, um noch mehr Hörerinnen und Hörer anzusprechen. Alles auf „Bleed American“ ist ziemlich melodiös und eingängig geraten. Die einzelnen Lieder sind dabei irgendwie einfach gestrickt – bleiben allerdings hängen. Somit macht die Scheibe durchaus Spaß, ohne wohl jemals ein Lieblingsalbum werden zu können. Obwohl? Auch das gibt es sicher… Neun Punkte.

Anspieltipps: Hear You Me, Cautioners, My Sundown



Montag, 27. Juni 2016

Sammy Hagar – Red Voodoo




Sammy Hagar – Red Voodoo


Besetzung:

Sammy Hagar – lead vocals and guitar


Gastmusiker:

Victor Johnson – guitar
Jesse Harms – keyboards
Mona Gnader – bass guitar
David Lauser – drums
Roy Rogers – bad ass slide guitar on “Don't Fight It (Feel It)"
Tower Of Power – horns on "Don't Fight It (Feel It)"


Label: MCA Records


Erscheinungsdatum: 1999


Stil: Rock


Trackliste:

1. Mas Tequila (4:11)
2. Shag (3:34)
3. Sympathy For The Human (4:48)
4. Red Voodoo (3:49)
5. Lay Your Hand On Me (4:09)
6. High And Dry Again (5:35)
7. The Revival (3:38)
8. Don't Fight It (Feel It) (3:11)
9. The Love (4:06)
10. Right On Right (5:22)
11. Returning Of The Wish (5:53)

Gesamtspieldauer: 48:20




Sage und Schreibe 26 Alben hat Sammy Hagar inzwischen in seiner Karriere veröffentlicht. Das waren freilich nicht alles Solo-Platten, denn am bekanntesten dürfte der US-Amerikaner wohl aufgrund seiner Mitgliedschaft bei Van Halen sein, bei denen er erstmal 1985 als Nachfolger von David Lee Roth beteiligt war und mit denen er insgesamt vier Platten aufnahm. Reine Solo-Alben veröffentlichte Sammy Hagar derer 13. Schließlich weitere zwei mit der Band Montrose am Beginn seiner Karriere. Ein Album gab es unter dem Titel Hagar Schon Aaronson Shrieve, zwei Platten mit Chickenfoot und insgesamt vier unter der Bezeichnung Sammy Hagar & The Waboritas, wobei „Red Voodoo“ die erste dieses Quartetts darstellt. „Red Voodoo“ wurde im Jahr 1999 auf dem Label MCA Records veröffentlicht und stellt dabei irgendwie eine Platte dar, die angefüllt mit nordamerikanischen Mainstream-„Party-Rock“ ist.

Wollte man das Album kurz umschreiben, so würde das sehr treffend gelingen mit: „Eingängiger und unkomplizierter Rock, bei dem wohl ein Gesetz darin besteht, den Refrain im Chor singen zu müssen. Dazu gesellen sich größtenteils fürchterliche Texte und fertig ist die absolut unaufgeregte und zum größten Teil eher langweilige Platte!“ Nun, damit ist das Album ganz gut umrissen. Der Rock des Sammy Hagar geht dabei meistens in die Richtung Hard Rock und nur wenige Stellen des Albums sind zumindest etwas zurückhaltender und sanfter ausgekleidet.

Genau in diesen „anderen Passagen“ des Albums befindet sich jedoch auch das beste Stück auf „Red Voodoo“, nämlich die Nummer „Lay Your Hand On Me“. Ein Titel, zusammengesetzt aus einem weichen und akustischen Teil, sowie aus einem deutlich rockigeren, kurzen Mittelpart, welches ziemlich schnell ins Ohr geht. Ansonsten sind die Lieder meist durchstampfende Schenkelklopfer, von denen „Right On Right“ noch am ehesten überzeugen kann. Aber der Rest? Der Rest läuft einfach so durch, wird durch diese im Chor gesungenen Refrains zu einer Art Party Rock, bei dem irgendwie jeder genötigt zu werden scheint, einfach mal mit zu grölen. Sicher ab und zu ein ganz nettes Stilmittel. Aber immer, in wirklich jedem Lied? Nein, das muss einfach auch nicht sein.

Fazit: Möchte man eine Party machen, auf der zur etwas härterer Rockmusik getanzt wird, dann bietet sich „Red Voodoo“ von Sammy Hagar And The Waboritas an. Man muss sich allerdings fragen, wer so etwas veranstaltet, noch dazu mit so vielen Sammy Hagar Titeln. Nun, „Red Voodoo“ ist Mainstream Rock der amerikanischen Sorte, welcher sicherlich viele Freunde in Nordamerika besitzt. Für mich klingt das alles sehr viel eher langweilig. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Lay Your Hand On Me



Sonntag, 26. Juni 2016

Coldplay – Parachutes




Coldplay – Parachutes


Besetzung:

Chris Martin – lead vocals, acoustic guitar, keyboards
Jonny Buckland – electric guitar, piano, backing vocals
Guy Berryman – bass, acoustic bass
Will Champion – drums, percussion, backing vocals


Label: Parlophone


Erscheinungsdatum: 2000


Stil: Pop, Rock, BritPop


Trackliste:

1. Don't Panic (2:17)
2. Shiver (4:59)
3. Spies (5:18)
4. Sparks (3:47)
5. Yellow (4:29)
6. Trouble (4:30)
7. Parachutes (0:46)
8. High Speed (4:14)
9. We Never Change (4:09)
10. Everything's Not Lost (5:39) inklusive Hidden Track “Life Is For Living” (1:37): 7:15

Gesamtspieldauer: 41:48



„Parachutes“ heißt das erste Album der englischen BritPop-Band Coldplay. Im Juli 2000 wurde die Scheibe auf Parlophone veröffentlicht, nachdem sich die Band knappe vier Jahre zuvor gegründet hatte. Für viele Fans ist dieses Debut-Album der vier Musiker gleich ihr unerreichtes Meisterwerk. Zu hören ist darauf eher sanfter Pop, als harter Rock. Alle Titel auf „Parachutes“ klingen überaus eingängig, gehen dabei auch ziemlich schnell ins Ohr – ein Umstand, der mit jedem weiteren Durchlauf der Scheibe noch verstärkt wird.

Die akustische Gitarre und das Piano stehen im Vordergrund der Musik auf „Parachutes“. Über allem schwebt allerdings der sanfte und zarte Gesang des Chris Martin, der sich bis in sehr große Höhen zu steigern weiß. Diese, manchmal falsett-artige Stimme bewirkt auch, dass nicht jede beziehungsweise jeder etwas mit der Musik von Coldplay anzufangen weiß, denn diese ist das dominierende Stilmittel der Band. Alles auf „Parachutes“ ist dabei melodiös geraten. Irgendwelche qualitativen Ausfälle nach Unten oder aber Füllmaterial gibt es auf der Scheibe nicht zu beklagen. Die Musik klingt an jeder Stelle des Albums weich, richtige „Rock-Freunde“ könnten sich daran vielleicht stoßen.

Höhepunkte gibt es einige auf dem Album. Da wäre gleich der groovende Opener „Don't Panic“. Dann das wohl schönste Lied der Platte „Spies“. Eine sanfte Nummer mit absolutem Ohrwurmcharakter. Überraschenderweise wurde aufgrund dieses Stücks das ganze Album in China verboten, da die dortige Regierung hierin ein Lied mit einer anti-kommunistischen Botschaft zu hören glaubte. Schließlich wäre da noch „Yellow“ zu nennen, ein Stück, welches gleichzeitig die erfolgreichste Single-Auskopplung des Albums darstellt. Ebenfalls ein Titel, der gleich beim ersten Hören ins Ohr geht und dort auch länger verbleibt. Und dann ist da noch die letzte Nummer des Albums zu nennen, „Everything's Not Lost“. Hier spielt Chris Martin jetzt die Spannweite seiner Stimmlage besonders eindringlich aus. Nun, im Grunde genommen hätte ich allerdings auch die sechs anderen Titel hier erwähnen können, irgendwie klingt auf „Parachutes“ alles gut.

Fazit: Ein schönes Album ist es geworden, diese Debut-Platte der englischen Band Coldplay. Wenn man nichts gegen den sehr hohen Gesang des Chris Martin einzuwenden hat, dann gibt es an „Parachutes“ kaum etwas auszusetzen. Die Musik ist melodiös und geht ins Ohr. Jedes Lied hat seine Qualität. Die Musik neu erfunden haben die vier Briten damit zwar nicht, jedoch unterhalten sie gut. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Don't Panic, Spies, Yellow, Everything's Not Lost



Samstag, 25. Juni 2016

The Sisters Of Mercy – First And Last And Always




The Sisters Of Mercy – First And Last And Always


Besetzung:

Andrew Eldritch – vocals
Craig Adams – bass guitar
Wayne Hussey – guitar, vocals
Gary Marx – guitar
Doktor Avalanche – drums


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1985


Stil: Gothic Rock


Trackliste:

1. Black Planet (4:41)
2. Walk Away (3:24)
3. No Time to Cry (3:59)
4. A Rock And A Hard Place (3:35)
5. Marian (Version) (5:43)
6. First And Last And Always (4:15)
7. Possession (4:42)
8. Nine While Nine (4:10)
9. Amphetamine Logic (4:51)
10. Some Kind Of Stranger (7:20)

Gesamtspieldauer: 46:43




Im März des Jahres 1985 wurde „First And Last And Always“ veröffentlicht, das erste Studioalbum der englischen Gothic Rock Band The Sisters Of Mercy, die sich bereits 1977 in Leeds gegründet hatte. Bei Fans der Band steht die Platte sehr hoch im Kurs, gilt als stilprägend für ein ganzes Genre und hat angeblich auch jede Menge andere Bands und Künstler beeindruckt und inspiriert.

Zu hören ist auf „First And Last And Always“ sehr düstere und sehr elektronisch klingende Musik, die durchaus in die Richtung Gothic Rock zu driften scheint, jedoch auch noch jede Menge Anteile an New Wave enthält. Eingängig klingt das durchaus und die Gothic-Atmosphäre wird hauptsächlich durch den Gesang des Andrew Eldritch geliefert, der sich auch für alle Kompositionen verantwortlich zeigt. Die Musik klingt stark nach den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts und transportiert die musikalische Stimmung dieses Jahrzehnts durchaus sehr treffend. Was allerdings so gar nicht zu funktionieren schien, zumindest zur damaligen Zeit in diesem Tonstudio, das war die richtige Aufnahme oder Abmischung der verschiedenen Titel. Leider gilt diese Feststellung für alle Veröffentlichungen der Platte, egal, ob es sich dabei um die ursprüngliche LP-Ausgabe des Albums handelt oder um eine der „remasterten“ Wiederveröffentlichungen von „First And Last And Always“. Die Musik klingt immer irgendwie verwaschen und mitunter ziemlich dumpf. Kaum zu glauben, dass dies beabsichtigt ist.

Die Höhepunkte auf „First And Last And Always“ befinden sich in der Mitte der Platte. „Marian (Version)“ ist eine tolle und sehr eindringliche Nummer, die zum Teil auch in Deutsch eingesungen wurde. Hier singt Andrew Eldritch gerade so, als ob er eben erst der Gruft entstiegen wäre. Ebenfalls sehr überzeugend klingt das Titellied „First And Last And Always“. Ein Lied, welches schnell ins Ohr geht und bei dem die Gitarre auch einen etwas größeren Auftritt hat. Schließlich sollte man an dieser Stelle auch noch das letzte und längste Stück des Albums, „Some Kind Of Stranger“, erwähnen. Dieses beginnt zunächst relativ mystisch und rockt dann schließlich sogar ein wenig, bis man sich stilistisch irgendwann im New Wave wiederfindet. Auch diese Nummer klingt wieder eher durch den Gesang nach Gothic Rock, weniger durch die Musik selbst, die allerdings ebenfalls schnell ins Ohr geht.

Fazit: Nun, ein Meisterwerk stellt diese Platte sicherlich noch nicht da. Wer allerdings Spaß an New Wave hat, gepaart mit etwas Gothic hat, die oder der wird hier auch auf ihre beziehungsweise seine Kosten kommen. Vieles auf „First And Last And Always“ geht ins Ohr und die Stimme des Andrew Eldritch geht einem sowieso nicht mehr aus dem Kopf. Acht Punkte.

Anspieltipps: Marian (Version), First And Last And Always, Some Kind Of Stranger



Freitag, 24. Juni 2016

The Young Gods – Knock On Wood




The Young Gods – Knock On Wood


Besetzung:

Franz Treichler – guitar, percussion, vocals
Al Comet – guitar, percussion
Bernard Trontin – drums, percussion


Gastmusiker:

Vincent Hänni – Guitar


Label: PIAS Recordings


Erscheinungsdatum: 2008


Stil: Rock


Trackliste:

CD:

1. Our House (5:38)
2. I'm The Drug (2:55)
3. Everythere (4:43)
4. Gasoline Man (5:07)
5. Speak Low (4:59)
6. Charlotte (2:07)
7. Ghost Rider (12:02)
8. Longue Route (4:22)
9. She Rains (5:28)
10. Freedom (4:03)
11. Skinflowers (4:19)

Gesamtspieldauer: 55:47


DVD:

I. Live At Moods, Zürich, December 18th, 2006

1. I'm The Drug
2. Gasoline Man
3. Speak Low
4. Ghost Rider
5. Longue Route
6. She Rains
7. Everything In Its Right Place
8. If Six Was Nine


II. Take Away Shows, Paris, April 17th, 2007

1. Charlotte
2. I'm The Drug
3. Gasoline Man

Gesamtspieldauer: (47:33) & (13:22): 1:00:55




The Young Gods, das ist eine Post-Industrial-Band aus Fribourg, in der Schweiz. Mitte der 80er Jahre wurden die Young Gods gegründet und haben seither insgesamt sieben Studioalben veröffentlicht. Bestand die Musik der Band zunächst lediglich aus Schlagzeug, Sampler und Gesang, so spielte die Gitarre auf späteren Veröffentlichungen eine immer größere Rolle. Bei dem vorliegenden Album, „Knock On Wood“, handelt es nicht um ein offizielles Studioalbum, sondern um ein Kompilationsalbum, welches akustisch eingespielt wurde, also auf das Sampling verzichtet.

Manchmal ergeht es einem so, man legt Musik auf und es scheint einem bereits nach wenigen Sekunden den Boden unter den Füßen wegzuziehen, so beeindruckend ist das, was man da gerade zu hören bekommt. Genau so erging es mir, als ich „Knock On Wood“ von The Young Gods das erste Mal auflegte und die ersten Akkorde mein Ohr erreichten. Diese unfassbar lebhafte und mitreißende Musik, bei der die akustische Gitarre im Vordergrund steht, schafft es einen vom ersten Takt an in den Bann zu ziehen.

Die Lieder der Young Gods auf „Knock On Wood“ sind dabei eigentlich alles andere als abwechslungs- oder variantenreich. Ganz im Gegenteil, die Musik könnte von Hörerinnen und Hörern sogar mit „eintönig“ umschrieben werden, was sie auf eine gewisse Art und Weise auch ganz bestimmt ist. Doch trotzdem ist ganz gewiss der falsche Ausdruck, ein nicht zutreffender Begriff. Sehr viel eher ist die Musik der Yong Gods auf „Knock On Wood“ meditativ und fast schon mit hypnotisch zu umschreiben. Wenn immer und immer wieder ein Akkord wiederholt wird, dabei das gesamte Lied nur wenig variiert, dann öffnen sich beim lauten Hören ganz automatisch neue Türen – jedoch ganz ohne bewusstseinserweiternde Zusatzmedikation. Das Ganze klingt so dermaßen begeisternd, was The Young Gods hier vortragen, dass es einen nach jedem Mal des Hörens sehr beeindruckt zurücklässt. Diese Musik ist so dermaßen angefüllt mit Energie, wirkt so kraftvoll und mitreißend, dass man sich diese als auralen Smoothie morgens geben sollte, um den Tag optimal zu starten.

Besonders gelungen dabei sind der Einstieg in das Album mit den Titeln „Our House“, „I'm The Drug“ und „Everythere“ sowie das episch lange „Ghost Rider“, bei dem man diesen meditativen Ansatz der Musik am stärksten fühlt. Dieses Lied ist eine Cover-Version des gleichnamigen Liedes des New Yorker No-Wave-Duos Suicide, welches auf exzellente Art und Weise interpretiert wird. Es ist das Minimalistische in der Musik der Young Gods, was diese, ihre Musik so maximal wirken lässt. Viele ähnliche Beispiele gibt es hierfür in der modernen Pop-Musik sicherlich nicht.

Schließlich bekommt man mit dem Album noch eine DVD mitgeliefert. Diese unterteilt sich in zwei Einheiten. Zum einen sieht man hier ein akustisches Konzert der Band, welches sie am 18. Dezember 2006 in Zürich gab. Die Musik wirkt hier genau so wie auf der Platte selbst. Als weitere Zugabe bekommt man drei Titel in sogenannten „Take Away Shows“ präsentiert. Diese wurden am 17. April 2007 in Paris aufgenommen und bedeuten nichts anders, als dass die Musiker durch die Straßen oder Museen von Paris laufen und dabei ihre Musik spielen. Sieht man so auch nicht alle Tage, vom musikalischen Gesichtspunkt allerdings gewagt allerdings mal was ganz anderes.

Fazit: Auf „Knock On Wood“ von The Young Gods hört man hauptsächlich akustische Gitarrenmusik, die absolut mitreißend wirkt, in ihrem Minimalismus. Redundant werden hier Akkorde bis zum Exzess immer und immer wieder wiederholt. Dabei klingt alles zwar fordernd, jedoch auch wunderbar eingängig. Ich selbst hätte keinen Vergleich parat, wo man Musik dieser Art mit der gleichen Intensität hören könnte. Beeindruckend ist das allemal. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Our House, I'm The Drug, Everythere, Ghost Rider



Donnerstag, 23. Juni 2016

Jefferson Airplane – Collections




Jefferson Airplane – Collections


Besetzung:

Marty Balin – vocals, rhythm guitar, percussion
Signe Toly Anderson – vocals, percussion
Jorma Kaukonen – lead guitar, sitar, vocals
Paul Kantner – rhythm guitar, vocals
Jack Casady – bass, fuzz bass, rhythm guitar
Skip Spence – drums
Spencer Dryden – drums, percussion, piano, organ, steel balls, vocals
Grace Slick – vocals, piano, organ, recorder


Gastmusiker:

Jerry Garcia – guitar
Gary Blackman – vocals
Bill Thompson – vocals


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 2003 (Musik aus den Jahren 1965 bis 1969


Stil: Folk Rock, Pop


Trackliste:

1. It's No Secret (2:40)
2. Come Up the Years (2:34)
3. My Best Friend (3:04)
4. Somebody To Love (3:00)
5. Comin' Back To Me (5:23)
6. Embryonic Journey (1:55)
7. White Rabbit (2:34)
8. The Ballad Of You & Me & Pooneil (4:34)
9. Watch Her Ride (3:13)
10. Crown Of Creation (2:54)
11. Greasy Heart (3:27)
12. Volunteers (2:04)

Gesamtspieldauer: 37:28



„Collections“ heißt eines der unzähligen Kompilationsalben der US-amerikanischen Band Jefferson Airplane, die in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts für eine Ausprägung des Folk Rock stand. Auch wurden dieser Band auch immer Ausflüge in das Genre des Psychedelic Rock nachgesagt. Davon ist zumindest hier, auf dieser Zusammenstellung einiger Lieder von Jefferson Airplane, nichts zu hören. Lediglich die Nummer „White Rabbit“ geht ein klein wenig in diese Richtung, allerdings auch lediglich marginal.

Ansonsten klingen die einzelnen Titel sehr stark nach 60ies Pop, haben nicht nur ein klein wenig Patina angesetzt, sondern sind bereits unter einer sehr dicken Schicht begraben. Solch Lieder wie „My Best Friend“ oder das wohl berühmteste und bekannteste Lied von Jefferson Airplane „Somebody To Love“ sind von daher am besten mit der Überschrift „Oldies“ zu umschreiben und hören sich inzwischen alles andere als interessant an.

Packen kann einen die Musik von Jefferson Airplay leider nicht mehr. Dieses Album „Collections“ ist ein „Best Of…“-Album. Von daher scheidet die Möglichkeit des Kaufs der regulären Alben dieser Band definitiv aus. Die Nummern wissen einfach nicht mehr zu überzeugen, jedoch ist die Musik weder nervig noch richtig schlecht, nur leider inzwischen eben ein wenig langweilig und überholt. Ganz nett sind dabei noch das kurze Instrumentalstück „Embryonic Journey“ und das bereits erwähnte „White Rabbit“, ein weiterer ehemaliger Hit der Band. Ebenfalls gelungen ist das etwas rockigere „Greasy Heart“, welches durchaus ins Ohr geht. Nun und der Rest? Irgendwie naja…

Fazit: Die Zusammenstellung „Collections“ von Jefferson Airplay vermittelt gut den Sound der Pop-Musik der 60er Jahre. Besonders interessant klingt dabei heute nichts mehr, die Musik hört sich genau so alt an, wie sie es letztlich auch ist. Für Oldie-Freunde sicherlich geeignet oder aber für Menschen, die den Sound der 60er so richtig aufnehmen wollen. Ansonsten ist das alles überholt. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Embryonic Journey, White Rabbit, Greasy Heart



Mittwoch, 22. Juni 2016

Tanzwut – Ihr Wolltet Spass




Tanzwut – Ihr Wolltet Spass


Besetzung:

Teufel − bagpipe, lead vocals
Wim − bass, bagpipe, backing vocals, tromba marina
Castus − bagpipe, shawm, tromba marina, backing vocals
Ardor − bagpipe, shawm, tromba marina, backing vocals
Hatz − percussion, key drum, electronic drums, riesentara, keyboards
Patrick − guitar, backing vocals, bagpipe, tromba marina
Norri − percussion, keyboards


Gastmusiker:

Jonathan Janssen – samples


Label: Pica Records


Erscheinungsdatum: 2003


Stil: Industrial Rock, Neue Deutsche Härte, Mittelalter Rock, Electronic Rock


Trackliste:

1. Wieder Da (3:48)
2. Nein Nein (3:14)
3. Der Traum (3:58)
4. Meer (4:52)
5. Zaubern (4:10)
6. Für Immer (4:26)
7. Fatue (3:44)
8. Erdbeerrot (3:54)
9. Ihr Wolltet Spass (3:41)
10. Der Fluch (4:36)
11. Gnade (4:01)
12. Caupona (4:42)

Gesamtspieldauer: 49:10



„Ihr Wolltet Spass“ heißt das dritte Studioalbum der ursprünglichen Mittelalter Band Tanzwut. Im Jahr 2003 erschein es auf Pica Records. Und die Musiker sind erneut einen Schritt weitergegangen. Noch ein wenig mehr haben sie sich der Neuen Deutschen Härte angenähert, eine Vorgehensweise, die Anfang des Jahrhunderts gerade en vogue zu sein schien. Allerdings stimmt diese Aussage über die Musik von Tanzwut auf „Ihr Wolltet Spass“ nicht ganz. Sehr viel eher kann man die Lieder der Band als eine Mischung aus Metal, Elektro, Dancefloor und Mittelalter-Musik beschreiben.

Dabei ist die Musik von Tanzwut zumeist sehr gut tanzbar, die Beats greifen und treiben nach vorne. Auch die Melodien sind durchaus eingängig und gehen ins Ohr. Ob sie dort jedoch länger verbleiben, das muss wohl jeder für sich selbst entscheiden. Ein klein wenig läuft die Scheibe nämlich einfach so durch, lässt hier und da mal aufhorchen, ohne dann jedoch irgendwelche Spuren zu hinterlassen.

Trotzdem ist die Musik durchaus eine Besondere. Das liegt in erster Linie am Dudelsack, dem praktisch in jedem Lied eine besondere Rolle zugedacht wird. Somit kommt man eher zu dem Schluss, die Musik der Band mit tanzbarem Mittelalter Metal zu umschreiben. Hier können sich die Mitglieder also noch ein wenig anders ausleben beziehungsweise austoben, als in ihrer „Partner-Band“ Corvus Corax – ohne die eigenen musikalischen Ursprünge ganz über Bord werfen zu müssen. Trotzdem wirkt die Musik auch manchmal nervig, wenn nämlich zu synthetisch klingende Töne auf Heavy Metal stoßen und dann auch noch mit klassischen Weisen unterlegt werden, wie beim grausigen „Fatue“. Beethovens Fünfte in Verbindung mit Synthie Pop und Metal? Nein, das muss definitiv nicht sein!

Fazit: Mit harten Gitarren sollte man definitiv etwas anzufangen wissen, möchte man mit der Musik von Tanzwut auf „Ihr Wolltet Spass“ etwas anfangen können. Der Mittelalter-Touch kommt dabei hauptsächlich durch Dudelsack-Klänge und ab und an einen Choral-Gesang – der Schwerpunkt der Musik liegt allerdings auf Metal mit Synthie-Tönen. Manchmal übertreiben es die Berliner Musiker auch mit ihrem Stilmix, dann klingt das Ganze zwar überaus abgefahren, dadurch allerdings keineswegs gut. Für Leute die gerne „Abtanzen“ wohl geeignet, für andere wohl weniger. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Der Traum, Erdbeerrot



Dienstag, 21. Juni 2016

Schandmaul – Von Spitzbuben Und Anderen Halunken




Schandmaul – Von Spitzbuben Und Anderen Halunken


Besetzung:

Thomas Lindner – Gesang, Akkordeon, Akustik-Gitarre
Anna Katharina Kränzlein  Violine, Drehleier
Stefan Brunner – Schlagzeug, Perkussion
Martin Christoph „Ducky“ Duckstein – E-Gitarre, Akustik-Gitarre
Birgit Muggenthaler – Schäferpfeife, Schalmeien, Rauschpfeife, Flöten, Dudelsack, Gesang
Hubert „Hubsi“ Widmann – E-Bass, Mandoline, Drehleier, Gesang


Label: BMG


Erscheinungsdatum: 2000


Stil: Mittelalter Folk, Mittelalter Rock


Trackliste:

1. Herren Der Winde (3:49)
2. Der Junge Sigfrid (5:06)
3. Die Letzte Tröte (3:22)
4. Eine Waldmär (3:54)
5. Powerdudler (3:36)
6. Die Goldene Kette (5:26)
7. Gebt Acht! (3:14)
8. Der Letzte Tanz (3:58)
9. Frühlingstanz (3:03)
10. Der Talisman (4:19)
11. Der Tropfen (3:21)
12. Henkersmahlzeit (3:34)

Gesamtspielzeit: 46:47



Schandmaul ist eine Band aus München, die im Jahr 1998 gegründet wurde. Dabei verschreiben sich die Mitglieder von Schandmaul dem Mittalalter Folk und genau den gibt es auch auf ihrem zweiten Album „Von Spitzbuben Und Anderen Halunken“ zu hören. Dieses wurde im Jahr 2000 zunächst im Eigenverlag veröffentlicht. Später dann, nachdem sich der Erfolg langsam einstellte und man einen Plattenvertrag bekam, von BMG wiederveröffentlicht.

Nun man muss definitiv des Mittelalters lieben, wenn man die Musik von Schandmaul genießen möchte. Dieser Dudelsack-, Violinen- oder Schalmeien-Hintergrund kann nämlich durchaus ganz schön nervig sein, der hier häufig als „Hintergrundrauschen“ eingesetzt wird. Viele der Stücke von Schandmaul klingen durchaus eingängig ohne dabei jedoch zu Ohrwürmern werden zu können. Inzwischen gibt es ja jede Menge Mittelalter-Festivals und ebensolche Märkte, dort werden Schandmaul mit Sicherheit frenetisch gefeiert werden.

Es ist nämlich nicht nur die Musik, sondern es sind auch die Texte, die sich sehr stark in diese Epoche der Menschheitsgeschichte einbetten. Nicht nur inhaltlich, sondern auch sprachlich klingt hier sehr Vieles wie vor vielen hundert Jahren. Für das Ohr eines Rock-Fans klingt das ganze daher schon sehr herausfordernd. Zwar ist die Musik durchaus eingängig, aber zu packen versteht sie irgendwie nicht. Die Lieder laufen eher so mit beziehungsweise durch und wenn das Ende des Albums erreicht ist, spürt man die Stille und die ist in diesem Moment noch nicht mal unangenehm.

Fazit: Schandmaul machen Musik für Mittelalter-Freunde. Das kann man sich auch gerne anhören, wenn man mit der Glorifizierung dieser dunklen Menschheitsepoche nichts zu tun hat, begeistern wird es einen dann jedoch kaum. Dieses Dudelsack-Gedröhne, was hier so manches Lied untermalt, kann dabei durchaus nerven. Musik für Freunde von Mittelaltermärkten. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Die Goldene Kette



Montag, 20. Juni 2016

Slim Cessna’s Auto Club – An Introduction For Young And Old Europe




Slim Cessna’s Auto Club – An Introduction For Young And Old Europe


Besetzung (ohne Instrumentenangabe):

CD:

Slim Cessna
Munly Munly
Lord Dwight Pentacost
Danny Pants Grandbois
Robert Ferbrache
The Peeler
John Rumley
Shane Trost
Ordy Garrison
Chad Johnson


Special Guests:

Rebecca Vera
Erica Brown


DVD:

Slim Cessna
Munly Munly
Lord Dwight Pentacost
Danny Pants Grandbois
Robert Ferbrache
John Rumley
The Peeler
Ordy Garrison
Gregory Garcia Jr.
Shane Trost
Erica Brown


Label: Glitterhouse Records


Erscheinungsdatum: 2013


Stil: Country, Alternative Country, Rock


Trackliste:

CD:

1. This Is How We Do Things In The Country (5:18)
2. Cold Cold Eyes (4:17)
3. Mark Of Vaccination (4:07)
4. Jesus Christ (5:31)
5. Children Of The Lord (4:18)
6. Pine Box (5:27)
7. 32 Mouths Gone Dry (4:05)
8. That Fierce Cow Is Common-Sense In A Country Dress (7:13)
9. Three Bloodhounds, Two Shepherds, One Fila Brasileiro (5:20)
10. Cranston (3:33)
11. A Smashing Indictment Of Character (4:57)
12. Hallelujah Anyway (7:05)
13. Jesus Is In My Body - My Body Has Let Me Down (5:18)
14. Magalina Hagalina Boom Boom (3:40)
15. He, Roger Williams (7:10)

Gesamtspieldauer: 1:17:26


DVD:

1. Introduction By Erica Brown
2. Magalina Hagalina Boom Boom
3. 32 Mouths Gone Dry
4. Red Pirate Of The Prairie
5. That Fierce Cow Is Common Sense In A Country Dress
6. Jesus Is In My Body - My Body Has Let Me Down
7. Cranston
8. This Is How We Do Things In The Country
9. My Last Black Scarf
10. Do You Know Thee Enemy
11. Hold My Head
12. He, Roger Williams
13. Everyone Is Guilty #2
14. Americadio
15. Jesus Christ
16. Last Song About Satan
17. Providence, The New Jerusalem

Gesamtspieldauer: 1:27:40



Mit dieser CD/DVD-Veröffentlichung wollten Slim Cessna’s Auto Club endlich auch den europäischen Markt erobern. Der Musikmarkt in Nordamerika steht der Country Band aus Denver, Colorado bereits offen und nun wurde also speziell für Europa dieses Kompilationsalbum mit dem Name „An Introduction For Young And Old Europe“ veröffentlicht. Hierauf hört man zehn bereits bekannte Titel der Band und fünf bisher unveröffentlichte Songs. Dazu gibt es noch eine DVD, die Slim Cessna’s Auto Club bei den Auftritten am 5., 6. und 7. April 2012 im Lion’s Lair, Denver zeigt. Veröffentlicht wurde das Ganze schließlich im Jahr 2013 auf dem Label Glitterhouse Records.

Die Texte der Band haben einen religiösen Hintergrund. Damit muss man zunächst mal klarkommen, denn das klingt mitunter schon sehr nach Predigt, missionierend und zum Teil auch furchtbar weinerlich, wie beim wirklich sehr übertriebenen „Jesus Christ“. Counjtryx Music ist das Metier der Band, die diesem auf „An Introduction For Young And Old Europe“ auch ordentlich frönt. Das muss man natürlich mögen, so als Europäer. Richtig fies wird es allerdings dann, wenn die Musiker zu ihrer Musik auch noch jodeln. Slim Cessna’s Auto Club klingen jedoch immer dann gut, wenn sie in die Richtung Alternative Country driften, weg von den reinen Country-Klängen. Dies passiert jedoch leider viel zu selten, so manches Lied scheint da nur mit einem Cowboy-Hut auf dem Kopf erträglich zu sein. Die schönen Stellen halten sich somit einigermaßen in Grenzen.

Überzeugend klingt die Band bei „This Is How We Do Things In The Country“, da hier automatisch Erinnerungen an 16 Horsepower aufkommen. Genau so klingen Slim Cessna’s Auto Club bei diesem Titel, da hier wohl 16 Horsepower Pate gestanden hat. „That Fierce Cow Is Common-Sense In A Country Dress“ klingt gewiss nach Country, allerdings auch sehr, sehr mitreißend. Hier schafft man es kaum, den Fuß still zu halten. Dazu gesellen sich einige Stimmungswechsel und fertig ist das spannende und eingängige Lied, welches dazu auch noch rockt. Und schließlich wäre da noch das letzte Stück auf der Platte, „He, Roger Williams“. Die Nummer steigert sich, wird dann wieder langsamer und stellt eine kleine musikalische Achterbahnfahrt dar, die zum einen ebenfalls ins Ohr geht und dabei zum anderen auch immer wieder rockt – wenn die Wurzeln der Musik im Country auch hier nicht zu überhören sind. Ansonsten lässt einen das Gehörte allerdings ein wenig unschlüssig zurück. Eindeutig nordamerikanische Musik, die sich dem Ohr des Europäers nicht ganz so ohne Weiteres erschließt.

Nicht unerwähnt bleiben soll an dieser Stelle auch die beigefügte DVD, die Slim Cessna’s Auto Club in einem kleinen Club beim Musizieren zeigt. Live sind die Jungs aus Colorado sicherlich ein Erlebnis, welches man sich geben sollte, wenn man die Chance dazu hat.

Fazit: Acht Platten hatten die US-Amerikaner aus Denver bisher veröffentlicht und „An Introduction For Young And Old Europe“ sollte nun der musikalische Angriff sein, um auch Europa zu erobern. Ob dies gelingt, halte ich für relativ fragwürdig. Die Musiker sind tolle und gute Musiker, die ihre Musik mitreißend darbieten zu verstehen, wie die beilgelegte DVD auch eindrucksvoll zeigt. Allerdings hat nicht jeder hier ein musikalischen „Country-Gen“ und zum anderen weiß auch nicht jede Hörerin beziehungsweise jeder Hörer etwas mit diesen Texten anzufangen, ganz gleich, ob man gläubig ist oder eher Atheist. Mich zumindest überzeugt das Ergebnis nicht restlos. Sieben Punkte.

Anspieltipps: This Is How We Do Things In The Country, That Fierce Cow Is Common-Sense In A Country Dress, He Roger Williams



Sonntag, 19. Juni 2016

Subway To Sally – Herzblut




Subway To Sally – Herzblut


Besetzung:

Eric Fish – Dudelsack, Flöte, Schalmei, Gesang, Barock Oboe
David – Schlagzeug, Perkussion
Frau Schmitt – Violine
Simon – akustische Gitarre, Gesang
Bodenski – akustische Gitarre, Leierkasten, Gesang
Ingo Hampf – Gitarren, Laute
Sugar Ray Runge – Bass


Gastmusiker:

Uschi Laar – Harfe
Benni Cellini – Cello
Josef Bach – Programmierung


Label: Island Records


Erscheinungsdatum: 2001


Stil: Mittelalter Folk, Mittelalter Rock, Industrial Rock


Trackliste:

1. Die Schlacht (4:02)
2. Veitstanz (4:40)
3. Das Messer (4:18)
4. Herrin des Feuers (7:07)
5. Kleid aus Rosen (5:01)
6. Wenn Engel Hassen (6:31)
7. Krötenliebe (3:45)
8. Accingite Vos (4:14)
9. So Rot (3:48)
10. Drei Engel (1:14)
11. Kleid aus Rosen (unplugged) (5:03)

Gesamtspieldauer: 49:48



„Herzblut“ heißt das sechste Studioalbum der Potsdamer Band Subway To Sally, welches im April 2001 bei Island Records veröffentlicht wurde. Die Platte stellte gleichzeitig eine Art Abschluss in der Musik von Subway To Sally dar. Auf „Herzblut“ klingen die Lieder größtenteils noch nach Mittelalter-Musik, auch wenn diese schon sehr rockig klingen. Trotz des Rocks hört man hier jedoch noch jede Menge Instrumente aus der Zeit von vor vielen hundert Jahren wie Dudelsäcke oder Schalmeien. Ab dem nächsten Album „Engelskrieger“ sollte dann allerdings der Rock bis hin zur Neuen Deutschen Härte absolut im Vordergrund stehen und immer weniger an das Mittelalter erinnern.

Auf „Herzblut“ hört man sehr melodiöse und eingängigen Mittelalter-Rock, der durchaus auch schon mit „hart“ zu umschreiben ist. Dabei besingt, beschwört, flüstert und ruft Sänger Eric Fish seine Texte den Hörerinnen und Hörern zu. Subway To Sally erzählen Geschichten in ihren Liedern, die häufig auch noch einen mittelalterlichen Hintergrund beinhalten. Nicht immer klingt das ganz überzeugend, immer wieder dann allerdings doch. Dies ist bei der Musik ebenso. Diese wird dann spannend, wenn sie rockt. Dann klingt das Ganze durchaus mitreißend, wie bei den beiden ersten beiden Titeln „Die Schlacht“ und „Veitstanz“. Nach wenigen Durchläufen haben sich diese beiden Titel sofort im Gehör verankert.

Auch „Herrin des Feuers“ macht Laune. Allerdings fängt dieses Lied sehr getragen an, klingt durch die Laute zu Beginn auch sehr nach Mittelalter-Musik. Die Nummer verfügt jedoch über eine sehr eingängige Melodie und weiß sich somit festzusetzen. Mit Lautstärken, Stimmungen und mehrstimmigem Gesang wird hier gespielt, wodurch das Lied immer mehr an Spannung gewinnt – auch über eine siebenminütige Spieldauer. In eine ähnliche Kategorie fällt „So Rot“. Dieses Lied klingt ebenfalls nach Mittelalter, obwohl der Text – zwar poetisch – nicht unbedingt auf diese Zeit abzielt und eher zeitlos ist.

Auch sonst weiß die Musik von Subway To Sally auf „Herzblut“ zu unterhalten beziehungsweise oft zu überzeugen. Richtige Ausfälle lassen sich nicht ausmachen, auch wenn die Musik und die Texte solcher „Mittelalter-Musik“ nicht immer jedermanns Sache sein dürften. Doch der Rock überwiegt und dies ist dann ein durchaus angenehmer Umstand in der Musik von Subway To Sally.

Fazit: Nach Mittelalter klingt „Herzblut“ von Subway To Sally durchaus noch – aber nicht mehr nur. Eine gehörige Portion Rock verbirgt sich auch auf diesem Album, welches damit für Freundinnen und Freunde des eher „normalen“ Rocks ebenfalls eine interessante Platte darstellt. Die meisten Lieder gehen schnell ins Ohr und der Gesang des Eric Fish klingt in seiner Vielfalt durchaus gelungen. Durchaus auch Musik für Leute, die ihren Met nicht unbedingt aus einem Horn trinken müssen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Die Schlacht, Veitstanz, Herrin des Feuers, Wenn Engel Hassen, So Rot



Samstag, 18. Juni 2016

Scycs – Honeydew




Scycs – Honeydew


Besetzung:

Stephan Michme – Gesang
Mario Swigulski – Gitarre
Dirk Alstein – E-Bass
Marko Baumbach – Schlagzeug
Tom Michme – Keyboard


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 2000


Stil: Rock


Trackliste:

1. Just A View (4:09)
2. Radiostar (4:03)
3. Out Of Tune (3:26)
4. Yellow Island (3:52)
5. The End (3:38)
6. Strokes My Soul (5:05)
7. Lost And Beautiful (4:36)
8. Send A Letter (3:36)
9. No Sleep (3:51)
10. My Own Radio (2:44)
11. Rocket (5:46)
12. Garden (4:04)
13. She Is ... (2:12)
14. ... A Daisy (2:38)

Gesamtspieldauer: 53:46



Scycs war eine deutsche Rockband aus Magdeburg, die um die Jahrtausendwende aktiv war. Die fünf Musiker veröffentlichten insgesamt zwei Alben von denen „Honeydew“ das zweite und letzte Album ist, welches im Jahr 2000 auf Warner Music veröffentlicht wurde. Auf dieser Platte zu hören ist sehr eingängiger Rock bis Pop, der sicherlich keine Besonderheit, nichts Außergewöhnliches darstellt. Trotzdem ist man beim Hören der Scheibe immer wieder überrascht, wieso es manche Bands schaffen und ihnen der Durchbruch gelingt und bei anderen das weniger gut klappt.

Bei Scycs hat es wohl weniger hingehauen. Denn danach löste sich die Band auf. Allerdings ist die Musik der Band auf „Honeydew“ keine schlechte. Die Lieder sind melodisch und gehen ins Ohr. Manchmal wurde bei der Produktion vielleicht ein klein wenig übertrieben, wenn eben zu viele Streicher im Hintergrund zu hören sind. Hin und wieder macht das sicherlich Sinn, eine Prise zu viel davon lässt das Ganze dann jedoch immer auch ein wenig süßlich werden. Aber auch die rockigen Titel sind vorhanden, sodass die Mischung im Grunde genommen immer noch stimmt.

Mit dem Titel „Radiostar“ hatte die Band sogar einen kleinen Hit, allerdings stellt dieser jedoch noch nicht mal die beste Nummer der Platte dar. Geschmackssache, sicherlich. Noch besser gelungen klingen für mich der Opener „Just A View“, bei dem man zu Beginn des Albums auch noch gut mit den vielen Streichern leben kann. Ebenfalls sehr gelungen ist das zunächst sanfte und zerbrechliche wirkende „Strokes My Soul“, welches dann im weiteren Verlauf gut „loskracht“. Auch die letzten vier Stücke „Rocket“, „Garden“, „She Is ...“ sowie „... A Daisy“ sind überaus gelungen, wobei die letzten beiden Nummern eher ein Lied darstellen, wie bereits aus den Titeln herauszulesen ist. „Rocket“ rockt sehr gut und beinhaltet auch mal Passagen, die man sich erst erarbeiten muss, da sie nicht gleich beim ersten Hören so eingängig wirken. „Garden“ ist eine sanfte und melodiöse Piano-Nummer, in der zu Beginn nur der Gesang und eben das Piano sich ein Duett geben. Erst ganz zum Schluss setzen dann die weiteren Instrumente ein. „She Is ...“ und „... A Daisy“ sind schließlich sehr eingängige Pop-Rock-Lieder, die wirklich sofort ins Ohr gehen. Mal ganz ehrlich, so viel anders hörten sich REM auch nicht an – doch die waren wesentlich erfolgreicher. Seltsam.

Fazit: Wer auf unaufgeregten poppigen Rock oder rockigen Pop steht, der auch noch ins Ohr gehen soll, die beziehungsweise der ist mit dem zweiten Album der Magdeburger Band Scycs bestens bedient. Hier wird nicht großartig experimentiert, jedoch gut unterhalten. Flach und platt ist die Musik dabei keineswegs, sondern melodiös und eingängig. Und auch wenn bei der Produktion etwas zu viel Süße in Form der Streicher hinzugegeben wurde, so klingt „Honeydew“ immer noch nicht anbiedernd. Scycs hätte mehr Aufmerksamkeit verdient gehabt. Neun Punkte.

Anspieltipps: Just A View, Rocket, She Is ... ... A Daisy