Sonntag, 31. Januar 2016

Steven Wilson – 4½




Steven Wilson – 4½


Besetzung:

Steven Wilson – guitars, lead vocals, autoharp, mellotron, piano, percussion, virtual instruments


Gastmusiker:

Adam Holzman – wurlitzer, hammond organ, minimoog, rhodes, piano
Dave Kilminster – guitar
Nick Beggs – bass, chapman stick, backing vocals
Guthrie Govan – guitar (track 3)
Craig Blundell – drums (tracks 1, 5, and 6)
Marco Minnemann – drums (track 3)
Chad Wackerman – drums (track 4)
Theo Travis – reeds (tracks 4 and 6)
Ninet Tayeb – vocals (track 6)


Label: Kscope


Erscheinungsdatum: 2016


Stil: Progressive Rock, Rock


Trackliste:

1. My Book Of Regrets (9:35)
2. Year Of The Plague (4:19)
3. Happiness III (4:32)
4. Sunday Rain Sets In (3:54)
5. Vermillioncore (5:13)
6. Don't Hate Me (9:34)

Gesamtspieldauer: 36:51




Ups, da bringt Steven Wilson Anfang des Jahres sein neues Studioalbum raus und man fragt sich, wie er das alles „auf die Reihe bekommt.“ So viele Projekte und dann zusätzlich noch das Re-Mastering alter Klassiker verschiedener Bands und dann schon wieder eine neue Veröffentlichung? Wieso hat der Tag eines Steven Wilson eigentlich mehr als 24 Stunden und meiner nicht? Nun, die Antwort ist bereits im Titel des Albums eingepflegt. „4½“ bedeutet in diesem Fall, dass es sich wohl doch nicht so ganz um die fünfte Solo-Platte des Porcupine Tree Sängers und Gitarristen handelt. Auf „4½“ gibt es Musik zu hören, die schon, zumindest in den Ursprüngen, etwas länger existiert. Nur hatte es diese Musik bisher in jener Form weder auf ein Porcupine Tree noch auf ein Steven Wilson Solo-Album geschafft. Man kann hier zwar nicht von „Resteverwertung“ sprechen, denn dazu ist das hier zu hörende Material einfach zu gut und auch noch erweitert und überarbeitet worden, jedoch beinhaltet „4½“ Musik, die eben ursprünglich nicht extra für diese Scheibe geschrieben wurde und die mancher Hörerin, manchem Hörer vielleicht an den ein oder anderen Stellen sogar bereits bekannt vorkommt.

Nun, dies wird sicherlich beim letzten Lied „Don’t Hate Me“ der Fall sein, welches Porcupine Tree Freunde bereits von der Platte „Stupid Dream“ aus dem Jahr 1999 her kennen dürften. Die Nummer ist in dieser Version auf „4½“ allerdings ein wenig „aufgehübscht“ worden. So hört man hier neben Steven Wilson selbst, Ninet Tayeb beim Gesang, die bereits auf dem letzten Steven Wilson Album „Hand.Cannot.Erase“ zu hören war. Dazu gesellt sich Theo Travis am Saxophon mit einem wahrlich beeindruckenden Solo, welches Erinnerungen an Pink Floyds „The Dark Side Of The Moon“ aufkommen lässt. Auch sonst taucht immer wieder mal eine Akkordfolge auf „4½“ auf, die einem bereits in einem Pocupine Tree oder aber einem Solo-Werk des Steven Wilson begegnet war. Allerdings handelt es sich hier nun wirklich nur um kurze Fragmente, nicht mehr so wie bei „Don’t Hate Me“ um ein vollständiges Lied.

Ansonsten hört man auf „4½“ manchmal sphärische Musik, manchmal sehr überzeugenden Progressive Rock, wie er eben im 21. Jahrhundert klingt. Da gibt es die langsamen und getragenen Parts genau wie die treibenden Abschnitte. Und wieder hat es Steven Wilson dabei geschafft, viele neue Melodien zu kreieren die sich ziemlich schnell bei Hörerin und Hörer festzusetzen verstehen. Das macht schon jede Menge Laune auf mehr, welche allerdings bei einem Album, das in der heutigen Zeit deutlich unter vierzig Minuten Laufzeit aufweist, nicht befriedigt wird. Dies ist ganz klar ein Nachteil dieser Scheibe, die sonst musikalisch durchaus zu überzeugen versteht. Und wenn man sich dann noch bewusst macht, dass dies hier eine Platte ist, angefüllt mit ursprünglichen Schnipseln und Ideen, die zum Teil aus Liveauftritten stammen oder bereits über zwölf Jahre alt sind, dann wundert man sich noch ein wenig mehr, wie viel Kreativität in diesem Musiker zu stecken scheint.

Fazit: Nun, „4½“ kann durchaus als das fünfte Solo-Album des Steven Wilson angesehen werden, auch wenn die Ideen auf dieser Platte schon deutlich vor dem Veröffentlichungstermin entstanden sind und zum größten Teil dann Mitte des Jahres 2015 erst fertiggestellt wurden. Das Album ist etwas kurz geraten, sicherlich ein kleiner Nachteil, allerdings entschädigt die Musik dafür, die Steven Wilson Fans den Tag versüßen dürfte. Zehn Punkte.

Anspieltipps: My Book Of Regrets, Year Of The Plague, Don't Hate Me



Samstag, 30. Januar 2016

World Party – Private Revolution




World Party – Private Revolution


Besetzung:

Karl Wallinger – vocals, guitars, bass, sampling keyboards


Gastmusiker:

Delahaye – percussion
Rufus Dove – electric guitars
Martin Finnucane – harp ("Dance Of The Hoppy Lads")
Ahmed Gottlieb – sitar and tabla
Millennium Mills – piano
Sinéad O'Connor – backing vocals ("Private Revolution", "Hawaiian Island World")
Anthony Thistlethwaite – saxophone ("Ship Of Fools")
Will Towyn – sampling keyboards
Steve Wickham – violin


Label: Chrysalis Records


Erscheinungsdatum: 1986


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Private Revolution (4:01)
2. Making Love (To The World) (2:30)
3. Ship Of Fools (4:27)
4. All Come True (5:52)
5. Dance Of The Hoppy Lads (0:44)
6. It Can Be Beautiful (Sometimes) (3:00)
7. The Ballad Of The Little Man (5:02)
8. Hawaiian Island World (4:20)
9. All I Really Want To Do (4:43)
10. World Party (4:36)
11. It's All Mine (5:33)

Gesamtspieldauer: 45:04



„World Party“ ist das Projekt des Walisers Karl Wallinger, der vorher, von 1983 bis 1985, die Keyboards bei Mike Scotts Waterboys spielte. Schließlich verließ er die Band, um World Party zu gründen. Was ebenfalls wie eine Band, bestehend aus mehreren Musikern aussieht, ist jedoch praktisch ein Solo-Projekt des Karl Wallinger. Dieser erhielt auf „Private Revolution“ zwar Unterstützung durch Anthony Thistlethwaite, Steve Wickham und Sinéad O'Connor, steckt jedoch selbst hinter den meisten anderen, in den Credits genannten Namen. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass auch nur Karl Wallinger selbst auf dem Album-Cover zu sehen ist. „Private Revolution“ stellt das erste von insgesamt fünf Alben bis zum Jahr 2000 von World Party dar und wurde 1986 auf dem Label Chrysalis Records veröffentlicht.

Zu hören gibt es auf „Private Revolution“ meist gut gemachte und nicht ganz alltägliche Pop-Musik, die hin und wieder auch ein wenig in den Bereich des Rocks ausschlägt. Nicht abzusprechen ist dem walisischen Musiker dabei sein Gefühl für die eingängige Melodie, die sich immer wieder im Ohr der Hörerin beziehungsweise des Hörers festzusetzen versteht. Dies allerdings obwohl es auf „Private Revolution“ durchaus auch mal einen ungewohnten, vielleicht etwa schrägeren Ton zu hören gibt. Nach Mainstream-Pop klingt diese Plätte nämlich absolut nicht. Die Stimmung auf dieser Scheibe ist dabei eine durchaus fröhliche, ohne dabei überschwänglich zu wirken. Traurig, melancholisch oder aber sentimental klingt jedoch nichts auf „Private Revolution“.

Herausragendes Stück dieses Albums ist sicherlich das Stück „Ship Of Fools“. Klasse Melodie, ein Rhythmus zum Mitwippen, eine sehr gelungene Instrumentierung, bei der es auch ein Saxophon zu hören gibt und dazu ein überaus intelligenter Text – Pop-Rock-Fan was erwartest Du mehr? Aber die Scheibe hat durchaus noch ein paar „Perlen“ mehr zu bieten. Das Bob Dylan Cover „All I Really Want To Do” lohnt sich genau wie das Lied es Bandnamens „World Party”, welches zuerst sphärisch, dann eher folkig und schließlich doch wieder poppig klingt. Und dann gibt es da auch noch die sehr kurze Instrumentalnummer „Dance Of The Hoppy Lads“, die man gerne noch länger hören würde. Klingen die Lieder dagegen etwas nach Synthie Pop, wie das ein klein wenig bei den ersten beiden Stücken auf „Private Revolution“ der Fall ist, ist die Musik von World Party bei Weitem nicht mehr so überzeugend und in diesen Fällen eher enttäuschend.

Fazit: Ein wirklich interessantes Pop-Album ist „Private Revolution“ von World Party geworden. Nicht alles darauf ist zwar gleich überzeugend, doch es gibt einige Lieder, die einfach Lust auf mehr nach dieser „Band“ machen, die im Grunde genommen ein Karl Wallinger Solo-Projekt ist. Nicht unbedingt Musik, die einen so gar nicht mehr loslässt, obwohl „Ship Of Fools“ sicherlich länger hängenbleibt, jedoch Pop-Musik, die sich oftmals positiv von der „Durchschnittsware“ abhebt. Neun Punkte.

Anspieltipps: Ship Of Fools, Dance Of The Hoppy Lads, World Party



Freitag, 29. Januar 2016

Whitesnake – 1987




Whitesnake – 1987


Besetzung:

David Coverdale – lead vocals
John Sykes – guitars, backing vocals
Neil Murray – bass
Aynsley Dunbar – drums, percussion


Gastmusiker:

Don Airey – keyboards
Bill Cuomo – keyboards
Adrian Vandenberg - guitar solo on "Here I Go Again"


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1987


Stil: Hard Rock


Trackliste:

1. Still Of The Night (6:38)
2. Bad Boys (4:09)
3. Give Me All Your Love (3:30)
4. Looking For Love (6:33)
5. Crying In The Rain (5:37)
6. Is This Love (4:43)
7. Straight For The Heart (3:40)
8. Don't Turn Away (5:11)
9. Children Of The Night (4:24)
10. Here I Go Again (4:33)
11. You're Gonna Break My Heart Again (4:11)

Gesamtspieldauer: 53:00



„1987“ heißt das siebte Album der Hard Rocker von Whitesnake, deren Taktgeber David Coverdale, Ende 1973 bis 1975 für drei Scheiben auch die Stimme von Deep Purple war. Diese Platte „1987“, die in den USA lediglich „Whitesnake“ hieß und dort sogar zwei Titel weniger aufwies, stellte den Durchbruch für die Band in den USA dar.

Auf „1987“ hört man auch wirklich gut gemachten Hard Rock, der an manchen Stellen ein klein wenig die Richtung hin zum Heavy Metal einschlägt. Dabei enthält die Platte mit „Still Of The Night“ auch eines der besten Stücke von Whitesnake. Eine wahrlich mitreißende Nummer, mit tollem Zwischenteil, die sehr schnell ins Ohr geht und auf das Allerbeste zu rocken und unterhalten versteht. Auch „Here I Go Again“ ist ein Titel, der nach der Veröffentlichung der Scheibe in den Radios rauf- und runterlief. Allerdings ist das dann bereits ein Abstecher in den Mainstream des Rocks, der bei „Still Of The Night“ noch nicht so gegeben ist. Whitesnake klingen für mich am überzeugendsten auf „1987“, wenn sie kompromisslos rocken, nicht zu sehr nach AOR oder eben Mainstream klingen. Immer dann wirkt die Musik der Band am meisten und besten.

Somit könnte „1987“ eigentlich ein ganz gutes, hartes Rockalbum sein. Ist es allerdings leider aber nicht geworden. Und das liegt am Gesang des David Coverdale. Nun, der Engländer kann singen, das steht außer Frage. David Coverdale ist sogar ein sehr überzeugender Rock-Sänger. Ich weiß, die meisten hören bei englischsprachiger Musik nicht so sehr auf den Text, ich mache das allerdings. Und wenn man dies macht, dann sitzt man mit offenem Mund da und lauscht dieser absoluten Einfallslosigkeit à la „Ich liebe Dich“, „Hey verlasse mich doch nicht“, „Oh, Du brichst mir das Herz“, „Mmmh, jetzt bin ich aber traurig“, „Du, ich liebe Dich doch ganz arg, glaube mir bitte“ und so weiter und so fort. Dauernd geht es um dieses Thema „Liebe“, man kann es irgendwann einfach nicht mehr hören. Das ist so etwas von langweilig und man fragt sich immer wieder, wie ein erwachsener Mann, der doch sonst so auf „hart“ macht, andauernd dieses Schleim absondern kann. Es ist unfassbar und senkt den Gesamteindruck dieser Platte und überhaupt der Musik von Whitesnake in meinen Augen leider sehr deutlich.

Fazit: Gut gemachte Hard Rock Musik hört man auf „1987“. Manches Mal driftet diese sogar etwas in das Genre Metal ab, ohne dass dies irgendwie negativ wäre. Dazu gesellen sich noch einige sehr eingängige Nummern, die auch hängenbleiben und Spaß machen. Bis dahin alles gut. Doch diese Musik besteht eben nicht nur aus der Musik selbst, sondern auch aus den dazugehörenden Texten. Diese kommen leider nicht über das Niveau eines verliebten, fünfzehnjährigen Teenagers hinaus, sind grottenschlecht und katastrophal. Es ist zum Heulen, wie man im Grunde genommen gute Musik mit solch einem Gesäusel so zerstören kann. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Still Of The Night, Crying In The Rain, Here I Go Again



Donnerstag, 28. Januar 2016

Steve Winwood – Arc Of A Diver




Steve Winwood – Arc Of A Diver


Besetzung:

Steve Winwood – acoustic & electric guitars, mandolin, bass, drums, percussion, drum machines, keyboards, synthesizers, organ, lead & backing vocals


Label: Island Records


Erscheinungsdatum: 1980


Stil: Pop, Funk


Trackliste:

1. While You See A Chance (5:12)
2. Arc Of A Diver (5:28)
3. Second-Hand Woman (3:41)
4. Slowdown Sundown (5:27)
5. Spanish Dancer (5:58)
6. Night Train (7:51)
7. Dust (6:20)

Gesamtspieldauer: 40:02




„Arc Of A Diver” heißt das zweite Solo-Studioalbum des Steve Winwood, welches am Silvestertag des Jahres 1980 auf dem Label Island Records veröffentlicht wurde. Steve Winwood, der Multi-Instrumentalist und Ex-The Spencer Davis Group-, Ex-Traffic-, Ex-Blind Faith- und Ex-Go-Musiker spielte alle Instrumente auf dieser Scheibe ohne jegliche weitere Unterstützung durch andere Musiker ein. Mit dem Titel „While You See A Chance“ enthält „Arc Of A Diver” zudem eines der bekanntesten Stücke des Steve Winwood. „While You See A Chance“ ist eine sehr eingängige Pop-Nummer, die ohne große Umwege ins Ohr geht. Wiedererkennungswert garantiert.

Ansonsten befindet sich eine Mischung aus reinen Pop- und funkig angehauchten Pop-Liedern auf dieser Scheibe. Das bereits erwähnte „While You See A Chance“ ist dabei gleichzeitig der einzige Titel, der ein wenig aus dem Rest des Albums hervorsticht. Unterstützung bezüglich der kompositorischen Arbeit erhielt Steve Winwood bei dieser Platte übrigens von Wilbur "Will" Jennings, der später seinen größten Erfolg dadurch feierte, dass er den Text zum Titanic-Hauptsong „My Heart Will Go On“ schrieb, der von Celine Dion gesungen wurde. Dies wiederum sagt bereits einiges über die Qualität vieler Texte auf „Arc Of A Diver” aus, die nicht selten etwas schmalzig klingen.

Erfolgreich war die Scheibe vor allen Dingen in den USA und bedeutete letztendlich auch den Durchbruch für Steve Winwood mit seiner Solo-Karriere. Für mich sind die Lieder allerdings eher langweilig geraten, nichtssagend und in keinster Weise irgendwie hörenswert. Das Album plätschert so vor sich hin, die Texte sind süßlich, genau wie die Musik, die im ersten Lied noch „ganz nett“ ist, dann jedoch absolut belanglos wird. Funkiger Pop, so etwas muss man eben mögen… Positiv an dieser Stelle ist allerdings die Cover-Gestaltung des Albums anzuführen, die vom Londoner Künstler Tony Wright entworfen wurde. Sehr gelungen und in seiner Einfachheit absolut überzeugend.

Fazit: Funkigen Pop hat das zweite Album des Steve Winwood, „Arc Of A Diver”, für die Hörerin und den Hörer zu bieten. Insgesamt ist das alles sehr seichte Musik, von Texten angefangen bis hin zu der Musik selbst. Das muss man allerdings nicht so sehen, denn in dem Buch, „1001 Alben, die man gehört haben sollte bevor man stirbt“, ist auch „Arc Of A Diver” vertreten. Oder ist diese Scheibe dort etwa nur aufgeführt, um Beispiele anzuführen, wie man seine Zeit auch verplempern kann? Fünf Punkte.

Anspieltipps: While You See A Chance



Mittwoch, 27. Januar 2016

Emerson, Lake & Palmer – Works Volume 1




Emerson, Lake & Palmer – Works Volume 1


Besetzung:

Keith Emerson – keyboards, piano
Greg Lake – vocals, bass, guitar
Carl Palmer – drums, percussion


Gastmusiker:

Orchestra de L'Opera de Paris – orchestra
Godfrey Salmon – conductor
London Philharmonic Orchestra – orchestra
John Mayer – conductor
Joe Walsh – guitar, scat vocals


Label: Palm Beach International Recordings Ltd.


Erscheinungsdatum: 1977


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

Platte 1, Seite 1 (Keith Emerson):

1. Piano Concerto No. 1 (18:27)
     I. First Movement: Allegro Giojoso
     II. Second Movement: Andante Molto Cantabile
     III. Third Movement: Toccata Con Fuoco


Platte 1, Seite 2 (Greg Lake):

1. Lend Your Love To Me Tonight (4:01)
2. C'est La Vie (4:16)
3. Hallowed Be Thy Name (4:35)
4. Nobody Loves You Like I Do (3:56)
5. Closer To Believing (5:33)


Platte 2, Seite 1 (Carl Palmer):

1. The Enemy God Dances With The Black Spirits (3:20)
2. L.A. Nights (5:42)
3. New Orleans (2:45)
4. Two Part Invention In D Minor (1:54)
5. Food For Your Soul (3:57)
6. Tank (5:08)

Platte 2, Seite 2 (Emerson, Lake & Palmer):

1. Fanfare For The Common Man (9:40)
2. Pirates (13:18)

Gesamtspieldauer Platte / CD 1 (40:48) und Platte /CD 2 (45:35): 1:26:23



Die Idee, die hinter der Doppel-LP beziehungsweise Doppel-CD „Works“ steckt ist die, dass jeder der drei Musiker von Emerson, Lake und Palmer eine eigene Seite bekommen sollte, die er unabhängig von den jeweils anderen beiden Musikern füllen konnte. Die zweite Seite auf Platte 2 war dagegen als Gemeinschaftsprojekt vorgesehen und sollte den krönenden Abschluss dieses fünften (oder sechsten, je nachdem wie man „Pictures At An Exhibition“ bewertet) Studioalbums der Band darstellen.

Das alles verbindende Element auf „Works“, welches erst im Nachhinein „Works, Volume 1“ genannt wurde, ist das Orchester, welchem sowohl in den Solo-Projekten, wie in den beiden Band-Titeln der letzten Plattenseite, eine besondere Rolle zukommt. Nicht weiter verwunderlich ist dies bei Keith Emersons „Piano Concerto No. 1“. Hier versucht der Pianist ganz klar seinen Vorbildern in der Klassik nachzueifern. Dieses über achtzehnminütige Werk klingt dabei auch durchaus interessant und spannend, hat allerdings mit Rockmusik natürlich überhaupt nichts mehr zu tun. Das ist kein Progressive Rock, das ist moderne klassische Musik, die sich allerdings ganz deutlich an die alten Meister anlehnt. Wer also klassischer Musik etwas abgewinnen kann, die oder der wird auch von Keith Emersons „Piano Concerto No. 1“ nicht enttäuscht werden, obwohl man hier natürlich keinen zweiten Peter Tschaikowski oder Sergei Wassiljewitsch Rachmaninow hört.

Es folgt die Seite des Greg Lake, der sich beim Komponieren Unterstützung von Peter Sinfield holte. Wie nicht anders zu erwarten ist diese Seite des Albums angefüllt mit sehr weichen, manchmal auch überaus kitschigen Pop Songs. Zum Teil sind diese sogar sehr eingängig, wie das wirklich melodiöse „C'est La Vie“, welches allerdings auch auf dem schmalen Grat zwischen süßlich und harmonisch mal in diese, mal in jene Richtung taumelt. Trotzdem kann man diesen Titel noch gut anhören, was man von solch einer Nummer wie „Nobody Loves You Like I Do“ beileibe nicht mehr behaupten kann. Allein der Lied-Titel sagt hier schon einiges über die Qualität des Stücks aus. Furchtbar.

Die Seite des Carl Palmer gestaltet sich dann als jene, die dem progressiven Rock am meisten huldigt. Palmer bedient sich zwar bei zwei Titeln auch den Werken zweier Komponisten, nämlich Sergei Prokofiev und Johann Sebastian Bach, adaptiert und arrangiert deren Musik allerdings neu. Schließlich gibt es noch vier weitere, treibende Kompositionen zu hören, von denen drei aus eigener Feder stammen, eine in Zusammenarbeit mit Keith Emerson entstand. Das sind dann wahrlich Progressive Rock-Musik Stücke, nicht sehr eingängig, dafür ausgestattet mit jeder Menge krummer Takte und schräger Töne – gerade so, wie es für die ganze Band Emerson, Lake & Palmer häufig so typisch ist.

Bleibt noch die Seite 2 der Platte 2. Hierauf befinden sich nun die Band-Kompositionen an denen alle drei Musiker beteiligt waren. Bei dem knapp zehnminütigen „Fanfare For The Common Man“ handelt es sich um die Adaption des gleichnamigen Aaron Copeland Stücks. Treibend, mit zahlreichen, recht synthetisch klingenden Fanfarensounds ausgestattet, an denen sich Keith Emerson so richtig ausleben kann. Bliebe noch „Pirates“, für mich neben Emersons „Piano Concerto No. 1“ das beste Stück der Platte. Wieder wird dem Orchester eine sehr große Rolle zugedacht. Das Lied klingt mitunter bombastisch, dann wieder nach klassischer Musik und schließlich auch nach Rock Musik. Die verschiedenen Abschnitte gehen gut durchdacht und sehr fließend ineinander über, was die Nummer sehr abwechslungsreich werden lässt. Die harmonischen Abschnitte gibt es dabei in den orchestralen Teilen zu erlauschen, während die Rock-Abschnitte treibend sind und längst nicht mehr so melodisch klingen.

Fazit: Alle drei Musiker konnten sich auf „Works, Volume 1“ bestens präsentieren. Für das Jahr 1977, in dem progressive Rock-Musik dem Untergang geweiht war, da den meisten Bands nichts mehr einfiel und der allgemeine Musikgeschmack sich mehr in Richtung einfacherer Songs orientierte, welchen die aufkommende Punk-Welle auch bestens bedienen konnte, war diese Platte durchaus eine gewagte Scheibe. Es ist sicherlich nicht die beste Platte von Emerson, Lake & Palmer. Zum Teil wurde sie sogar von den Kritikern zerrissen. So schlecht finde ich das Ganze allerdings auch nicht und ich kenne dabei kein anderes Album, auf welchem ein größeres musikalisches Spektrum abgebildet wurde, als auf „Works“ von Emerson, Lake & Palmer. Die Platte klingt immer wieder überzeugend, manchmal bleibt dort allerdings auch nur ein Kopfschütteln zurück. Aber interessant, das bleibt die Scheibe meistens. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Piano Concerto No. 1, C'est La Vie, Pirates



Dienstag, 26. Januar 2016

Dinosaur Jr. – Hand It Over




Dinosaur Jr. – Hand It Over


Besetzung:

J Mascis – vocals, lead guitar, rhythm guitar, keyboards, drums
Mike Johnson – bass
George Berz – drums


Gastmusiker:

Kevin Shields – vocals
Bilinda Butcher – vocals
Tiffany Andorc – vocals
Kurt Fedora – bass
Dan McLaughlin – keyboards


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1997


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. I Don't Think (3:22)
2. Never Bought It (3:42)
3. Nothin's Goin On (3:14)
4. I'm Insane (3:53)
5. Can't We Move This (3:41)
6. Alone (8:01)
7. Sure Not Over You (4:09)
8. Loaded (3:27)
9. Mick (4:39)
10. I Know Yer Insane (3:04)
11. Gettin' Rough (2:12)
12. Gotta Know (4:47)

Gesamtspieldauer: 48:16



Dinosaur Jr. ist eine US-amerikanische Alternative Rockband aus Amherst, Massachusetts, die in den Jahren von 1985 bis 1997 und dann wieder nach der Re-Union ab 2007 bisher insgesamt zehn Studioalben veröffentlichte. „Hand It Over“ ist dabei die siebte Scheibe in dieser Reihe und wurde kurz vor der Auflösung der Band veröffentlicht, die sich dann im Jahr 2005 wieder in der ursprünglichen Besetzung neu gründete und weitere drei Studioalben einspielte.

Einen richtigen „Hit“ hat diese Scheibe nicht, trotzdem ist die Musik auf „Hand It Over“ sehr hörenswert, wenn jemand auf gut gemachten Alternative Rock steht, der gar nicht mal so alltäglich ist. Das wiederum liegt an dem Sound der Band selbst, der mitunter etwas entrückt und schräg wirkt – auch Einflüsse des Psychedelic Rock lassen sich hier entdecken. Die Musik geht dabei durchaus gut ins Ohr, auch wenn man vielleicht ein paar Durchläufe für diese Scheibe einkalkulieren muss, denn so ohne Weiteres erschließt sich einem die Platte nicht sofort. Dann aber starten die Titel, die auch sehr markant durch den Gesang J Mascis untermalt werden. Dieser erinnert manchmal sogar etwas an jenen des Robert James Smith von The Cure. Nur leicht zwar, aber doch immer wieder.

Herauszuheben auf „Hand It Over“ ist auf jeden Fall das über achtminütige „Alone“, welches diese ganze „Andersartigkeit“ von Dinosaur Jr. sehr gut zusammenfasst und stellvertretend darstellt. Ein wenig mystisch wie auch psychedelisch klingt dieser Titel, der einfach nur sehr laut gehört werden möchte. Besonders gelungen sind hier die langen und epischen Instrumentalpassagen, die zum Teil an die Musik der frühen 70er Jahre erinnern. Wirklich überzeugend. Sehr viel schneller ins Ohr gehen jedoch die Nummern „Never Bought It“ und „I'm Insane“, was in beiden Fällen an sehr markanten Keyboardläufen liegt, die sich jeweils sofort im Ohr festsetzen. Jedoch ist auch bei diesen beiden Nummern so ein gewisser Einschlag in Richtung Psychedelic Rock nicht ganz von der Hand zu weisen – und das ist überaschenderweise alles Mitte bis Ende der 90er Jahre entstanden. Auch die anderen Titel auf „Hand It Over“ können überzeugen und stellen gute und überzeugende Alternative Rock Lieder dar, die man immer wieder gerne hört.

Fazit: Dinosaur Jr. ist hier in Deutschland keine allzu bekannte Band. Schade eigentlich, denn gerade Freundinnen und Freunde des Alternative Rock kommen bei der Musik der Band voll auf ihre Kosten. Wenn es dann auch nicht ganz der Mainstream sein muss, gewisse Eigenheiten in Form von durchaus ungewöhnlicheren Tönen auch als spannend angesehen werden, dann stellt „Hand It Over“ einen musikalischen Tipp dar, der unbedingt mal angetestet werden sollte. Gerade wegen dem etwas anderen Stil ist die Musik von Dinosaur Jr. auf „Hand It Over“ sehr empfehlenswert. Elf Punkte.

Anspieltipps: Never Bought It, I'm Insane, Alone



Montag, 25. Januar 2016

Dire Straits – Dire Straits




Dire Straits – Dire Straits


Besetzung:

Mark Knopfler – vocals, lead and rhythm guitars
David Knopfler – rhythm guitar, vocals
John Illsley – bass, vocals
Pick Withers – drums


Label: Mercury Records


Erscheinungsdatum: 1978


Stil: Rock


Trackliste:

1. Down To the Waterline (4:02)
2. Water Of Love (5:26)
3. Setting Me Up (3:19)
4. Six Blade Knife (4:13)
5. Southbound Again (2:59)
6. Sultans Of Swing (5:48)
7. In The Gallery (6:16)
8. Wild West End (4:41)
9. Lions (5:03)

Gesamtspieldauer: 41:53



Mit dem Bandnamen betitelte Mark Knopfler die erste Platte seiner Band Dire Straits, die im Jahr 1978 auf Mercury Records veröffentlicht wurde. Darauf zu hören ist der absolut typische Dire Straits Sound, was zum einen an dem Gesang des Mark Knopfler liegt und noch deutlich mehr an seinem wahrlich unverwechselbarem Gitarrenspiel. So, auf diese Art und Weise, klingt lediglich Mark Knopfler – sonst absolut niemand mehr.

Gut, die Musik ist eindeutig den Dire Straits zuzuordnen, jedoch haben die Lieder hier auf diesem ersten Album der Band noch nicht die Qualität späterer Platten. Es scheint fast so, als ob Mark Knopfler zu dieser Zeit zusammen mit seinem Bruder David noch auf der Suche nach der richtigen Melodie, überhaupt nach der Ausrichtung der Band war. Klar, dieses erste Album der Dire Straits enthält gleich ihren wohl größten Hit. „Sultans Of Swing“ ist wahrlich eine tolle Nummer, die groovt und swingt und ins Ohr geht. Allerdings ist sie leider auch die einzige, die auf der Scheibe wirklich überzeugen kann.

Mark Knopfler ist ein toller Gitarrist, hier hört er allerdings auch so an, als ob er das jeder Hörerin, jedem Hörer auch sofort beweisen wollen würde. Oftmals klingt die Musik der Dire Straits auf diesem Debut-Album noch allzu selbstverliebt. Böse Stimmen könnten da durchaus auch von etwas Gedudel sprechen. Aber noch nicht einmal dies wär das Problem. Viel enttäuschender ist, dass die Platte bis auf „Sultans Of Swing“ keine Titel mehr enthält, die irgendwie länger hängenbleiben würden. Man hört zwar jede Menge groovende Rock-Musik, aber nichts mehr, was in irgendeiner Art und Weise auch ansatzweise nachhaltig wäre, nachhallen würde.

Fazit: „Dire Straits“ von den Dire Straits ist nicht nur das erste Album der Band, sondern leider auch eines der langweiligsten des Mark Knopfler. Außer dem wirklich überragenden Titel „Sultans Of Swing” enthält die Platte nichts mehr, was irgendwelchen Eindruck hinterlassen würde. Ganz im Gegenteil sogar, meistens langweilt das Ganze irgendwie. Ohne „Sultans Of Swing” wäre die Scheibe überhaupt keine Erwähnung wert. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Sultans Of Swing



Sonntag, 24. Januar 2016

Marianne Faithfull – Broken English




Marianne Faithfull – Broken English


Besetzung:

Marianne Faithfull – vocals


Gastmusiker:

Barry Reynolds – guitar
Joe Mavety – guitar
Steve York – bass
Terry Stannard – drums
Dyan Birch – background vocals
Frankie Collins – background vocals
Jim Cuomo – saxophone
Isabella Dulaney – background vocals
Guy Humphries – guitar
Morris Pert – percussion
Darryl Way – violin
Steve Winwood – keyboards


Label: Island Records


Erscheinungsdatum: 1979


Stil: Rock, Pop, New Wave


Trackliste:

1. Broken English (4:35)
2. Witches' Song (4:43)
3. Brain Drain (4:13)
4. Guilt (5:05)
5. The Ballad Of Lucy Jordan (4:09)
6. What's The Hurry (3:05)
7. Working Class Hero (4:40)
8. Why'd Ya Do It (6:45)

Gesamtspieldauer: 37:18




Marianne Faithfull hat eine ganze Reihe von Alben veröffentlicht. Das startete 1964 mit „Come My Way“ und die letzte Scheibe bisher, wurde 2014 unter den Titel „Give My Love To London“ veröffentlicht. Ihre erfolgreichste Platte unter diesen insgesamt einundzwanzig Studioalben war „Broken English“ aus dem Jahr 1979, ursprünglich veröffentlicht auf Island Records.

Ich glaube, es gibt hauptsächlich drei Gründe, warum man Marianne Faithfull heute noch kennt. Einer ist sicherlich das Lied „The Ballad Of Lucy Jordan“, die zweite ihre Liaison mit Mick Jagger und die dritte ihre Beteiligung an dem Metallica Song „The Memory Remains“. Nun, der Titel „The Ballad Of Lucy Jordan“ befindet sich auch auf diesem siebten Album der Engländerin und ist zweifelsfrei auch einer der Höhepunkte dieses Albums. Ein guter und eingängiger Pop-Song, der durch eine etwas ungewöhnliche Instrumentierung eine ganz eigene Atmosphäre transportiert.

Ebenfalls noch gelungen ist das John Lennon Cover „Working Class Hero“ sowie der ebenfalls sehr eingängige Titel „Guilt“. Ein Lied, welches bei den ersten Malen des Hörens irgendwie noch unscheinbar wirkt, aber rasant wächst, mit jedem weiteren Durchgang. Besonders hervorzuheben ist dabei der relativ lange „Abspann“ des Liedes, welches mit einem schönen Saxophon-Solo aufwartet.

Nun, was bleibt noch von dieser Scheibe? Natürlich der Gesang der Marianne Faithfull, der so schon etwas Besonderes darstellt. Dieser wirkt irgendwie rau und zerbrechlich zugleich. „Besonders“, das wiederum sind jedoch nicht alle Titel auf „Broken Englisch“. Viele Nummern sind ein wenig zu „normal“, können dadurch auch nicht sonderlich überzeugen. Bei diesen Liedern ist es dann nur die Stimme der Marianne Faithfull, die einen, ein klein wenig größeren Eindruck hinterlässt.

Fazit: Ein ganz nettes Pop-Album ist „Broken English“ von Marianne Faithfull geworden. Darauf befindet sich nichts, was man unbedingt mal gehört haben sollte, allerdings doch auch Lieder, die das Herz der Pop-Fans sicher ein wenig erwärmen können. Eingängige und sanfte Nummern, dominiert von der außergewöhnlichen Stimme der Marianne Faithfull. Acht Punkte.

Anspieltipps: Guilt, The Ballad Of Lucy Jordan, Working Class Hero



Samstag, 23. Januar 2016

Snow Patrol – Up To Now




Snow Patrol – Up To Now


Besetzung:

Gary Lightbody – lead vocals, rhythm guitar
Jonny Quinn – drums, percussion
Nathan Connolly – lead guitar, backing vocals
Paul Wilson – bass guitar, backing vocals
Tom Simpson – keyboards, samples
Mark McClelland – bass guitar


Label: Fiction Records


Erscheinungsdatum: 2009


Stil: Alternative Rock, Alternative Pop


Trackliste:

CD1:

1. Chocolate (3:02)
2. Chasing Cars (4:27)
3. Crack The Shutters (3:22)
4. Set The Fire To The Third Bar (3:24)
5. Crazy In Love (4:25)
6. Just Say Yes (4:42)
7. Batten Down The Hatch (3:29)
8. You're All I Have (4:34)
9. Hands Open (3:17)
10. Cartwheels (4:09)
11. The Planets Bend Between Us (4:03)
12. Ask Me How I Am (2:36)
13. On/Off (2:42)
14. Making Enemies (4:21)
15. Run (Live) (5:04)


CD2:

1. Take Back The City (4:42)
2. Shut Your Eyes (3:17)
3. An Olive Grove Facing The Sea (2009 Version) (4:59)
4. Run (5:57)
5. Give Me Strength (3:24)
6. Signal Fire (4:27)
7. Spitting Games (3:48)
8. Open Your Eyes (5:40)
9. Dark Roman Wine (4:17)
10. Fifteen Minutes Old (3:09)
11. You Are My Joy (3:46)
12. The Golden Floor (3:19)
13. Starfighter Pilot (3:20)
14. PPP (3:25)
15. Chasing Cars (Live) (5:16)

Gesamtspieldauer: CD1 (57:44) & CD2 (1:02:54): 2:00:38




Snow Patrol ist eine Alternative Rock Band aus Nordirland. Im Jahr 2009 veröffentlichten die Musiker ihr erstes „Best Of…“-Album unter dem Titel „Up To Now“. Darauf zu hören sind Titel aus den ersten fünf Studio-Alben der Band, sowie Nummern von der „The Reindeer Section“, einer Art schottischer Supergroup, die unter Federführung des „Snow Patrol-Kopfes“ Gary Lightbody in den Jahren 2001 und 2002 aktiv war. Schließlich gibt es allerdings auch noch drei unveröffentlichte Titel, also ganz neue Lieder, von denen „Just Say Yes“ sogar als Single zur Promotion des Albums veröffentlicht wurde.

Bei der Veröffentlichung der Scheibe wurde diese nicht als “Greatest Hits” Album beschrieben, da sich auf der Platte eben auch jede Menge Lieder befinden, die niemals als Single veröffentlicht wurden und somit auch keine Hits im eigentlichen Sinne darstellen. Vielmehr wurde „Up To Now“ als ein Album beschrieben, welches die Lieder enthält, die die Band am meisten mag. Und wie es immer in solchen Fällen ist, dies muss nicht unbedingt auch dem eigenen Geschmack entsprechen. Jedoch haben sie eine, wohl für alle ganz annehmbare Auswahl getroffen.

„Up To Now“ enthält eine Ansammlung von, mag es Alternative Rock oder auch Alternative Pop sein, sehr eingängigen Liedern. Diese Aussage trifft auf praktisch jeden dieser dreißig Titel zu, die allesamt sehr melodiös sind. Meistens ist die Stimmung eine eher ruhige, irgendwie nachdenkliche. Wirklich nur manchmal wird das Tempo etwas stärker angezogen, sodass man in diesen Fällen dann auch wirklich von Rock-Musik sprechen kann. Ansonsten ist das wirklich eher Pop. Sehr weich ist sie ansonsten, die Musik von Snow Patrol. Man legt die Scheibe ein und lauscht diesen sanften und unaufgeregten Klängen, kommt zur Ruhe, schnauft durch. Manchem Hörer mag das vielleicht aber sogar zu weichgespült klingen, die Gefahr besteht bei dieser Musik durchaus. Allerdings haben die Nordiren, die inzwischen in Dundee Schottland beheimatet sind, hier dreißig Titel zusammengestellt, von denen mindestens zehn das Zeug dazu haben, wirklich lange hängen und haften zu bleiben. Einige Nummern haben hier wahrlich starken Ohrwurmcharakter. Auch wenn es hauptsächlich weiche Nummern sein, das Gefühl der Langeweile mag hier gerade aus deswegen nicht aufkommen. 

Fazit: Manchmal muss man eine Platte, ein Album einfach mit „schön“ umschreiben. Ich mache das jetzt bei „Up To Now“, weil diese Scheibe so eingängig ist, so gut unterhält. Klar ist diese Musik weich, jedoch überschreitet sie niemals diesen schmalen Grat hin zum Kitsch. Kritisieren könnte man allerdings das Marketing, welches es irgendwie nötig zu haben scheint, „Greatest Hits“-Lieder, denn diese Titel enthält das Album natürlich auch und neue Nummern gemeinsam zu veröffentlichen, um auch die Besitzer der regulären Studioalben dazu zu bewegen, diese Scheibe zu kaufen – ohne dafür sehr viel neues Material ihrer Band zu hören. Aber viele Fans möchten eben alles von ihrer Band besitzen… Ein schönes Album bleibt es trotzdem. Elf Punkte.

Anspieltipps: Chasing Cars, Shut Your Eyes, Run



Freitag, 22. Januar 2016

Anthony Phillips – Private Parts & Pieces




Anthony Phillips – Private Parts & Pieces


Besetzung:

Anthony Phillips – 12 string guitar, classical guitar, piano, electric guitar, pin piano, harmonium, vocals


Gastmusiker:

Harry Williamson – "graphics" on "Tibetan Yak Music"


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1978


Stil: Progressive Rock, Folk Rock


Trackliste:

1. Beauty And The Beast (4:10)
2. Field Of Eternity (5:16)
3. Tibetan Yak-Music (6:11)
4. Lullaby — Old Father Time (1:19)
5. Harmonium In The Dust (2:33)
6. Tregenna Afternoons (7:51)
7. Stranger (6:13)
8. Reaper (7:42)
9. Autumnal (6:02)
10. Flamingo (11:10)
11. Seven Long Years (3:04)


Bonus Tracks der remasterten CD-Ausgabe des Albums:

12. Silver Song (Demo) (3:22)
13. Movement IV From Guitar Quintet (7:07)

Gesamtspieldauer: 1:12:07




Bei „Private Parts & Pieces“ von Anthony Phillips, dem Ex-Gitarristen von Genesis, handelt es sich um eine Sammlung von Piano- und Gitarren Solo- und Duett-Aufnahmen, die in den Jahren 1972 bis 1976 eingespielt und im Jahr 1978 schließlich veröffentlicht wurden. Diese Scheibe hier sollte dabei den Anfang einer ganzen Reihe von Alben mit dem Titel „Private Parts & Pieces“ darstellen, von der im Jahr 2012 der bisher letzte und elfte Teil auf den Markt gebracht wurde. Bei diesem ersten Part handelt es sich hauptsächlich um Instrumentalmusik, lediglich bei den Nummern „Stranger“ und „Seven Long Years“ „ertönt“ Anthony Phillips auch gesanglic.

Zu hören ist auf dieser Scheibe sehr entspannte Musik, einmal steht dabei die Gitarre mehr im Vordergrund, ein anders Mal ist es das Piano. Dabei spielte Anthony Phillips die Instrumente allesamt alleine ein und das Fehlen des Schlagzeugs oder anderer Rhythmus-Instrumente weist schon beim Durchlesen der Credits darauf hin, welchen Weg die hier zu hörende Musik wohl einschlagen wird. Diese klingt zu allermeist sanft und zart, zum Teil sogar recht zerbrechlich. Alles ist sehr melodiös gehalten Harmonie reiht sich an Harmonie, einen schrägen Ton wird man hier nicht finden. Nichts, wirklich nichts stört diese musikalische „Idylle“.

Alles klingt also schön, was nun allerdings nicht bedeutet, dass dies immer auch überzeugend wäre. Zugegebenermaßen hört man dem Album nicht an, dass es irgendwie keine „richtige“ Platte ist, da sie ja nur aus Material besteht, welches zum Teil lange zuvor komponiert wurde. Nichtsdestotrotz weisen einige wenige Stücke darauf hin, dass sie anscheinend noch nicht ganz zu Ende komponiert wurden, stellen irgendwie Fragmente oder aber Urfassungen von Liedern dar, die dann doch nicht endgültig verwirklicht wurden. Somit ist auch nicht immer eine Songstruktur zu erkennen, die behält Anthony Phillips manches Mal für sich und reiht lieber einen musikalischen Teil an den anderen. Jedoch melodiös klingt das wahrlich trotzdem immer.

Einen Höhepunkt der Scheibe stellt für mich das Eingangsstück „Beauty And The Beast“ dar. Eine Mixtur aus Tasteninstrumenten und Gitarre ist hier zu hören, fast schon meditativ eingespielt und auf seine Art und Weise sogar ein wenig druckvoller, als das Gros der Stücke auf „Private Parts & Pieces“. Und dann sind da die zwei, lediglich mit der zwölfsaitigen Gitarre eingespielten Nummern „Reaper“ und „Flamingo“, die auch durchaus Abwechslung bieten und kleine musikalische Reisen darstellen durch bewegte Momente oder eher ruhige Abschnitte. Ähnliches widerfährt der Hörerin und dem Hörer bei „Autumnal“, nur dass es dieses Mal das Piano ist, welches einzig und allein im Mittelpunkt des Liedes steht. Jedoch wird man auch dieses Mal wieder sehr sanft und warm durch verschiedene kleine Welten begleitet.

Fazit: Mal wieder ein Album für die Träumerinnen und Träumer unter den Musikhörern, die sanfte und zarte Töne bevorzugen. Die erste Ausgabe der „Private Parts & Pieces“-Reihe kann durchaus überzeugen und es ist fast schon seltsam anmutend, dass sie hierauf Lieder befinden, die es nicht auf ein reguläres Album des Anthony Phillips geschafft haben sollen. Nicht alles kann hier zwar voll überzeugen, auf dieser angeblichen „Resteverwertung“, allerdings doch eine ganze Menge – wenn nicht sogar der absolut überwiegende Teil. Lohnt sich einfach. Elf Punkte.

Anspieltipps: Beauty And The Beast, Reaper, Autumnal, Flamingo



Donnerstag, 21. Januar 2016

Willard Grant Conspiracy – Regard The End




Willard Grant Conspiracy – Regard The End


Besetzung:

Simon Alpin – acoustic and electric guitar, mandolin, vocals
Chris Eckman – grand piano, guitar
Yuko Murata – grand piano, melodica
Josh Hillman – violin
David Michael Curry – viola, saw, vocals
Peter Linnane – field organ
Robert Fisher – acoustic guitar, vocals
Nathan Logus – drums, percussion
Pete Sutton – bass guitar
Dennis Cronin – trumpet
Drew O'Doherty – electric guitar
Jess Klein – vocals
Kristin Hersh – vocals
John Dragonetti – drum loops, assorted sounds
Blake Hazard – vocals
Paul Austin – acoustic guitar, bass
T.W. Walsh – keyboards
Gary Johnston – percussion


Label: Kimchee Records


Erscheinungsdatum: 2003


Stil: Americana, Alternative Country


Trackliste:

1. River In The Pines (4:45)
2. The Trials Of Harrison Hayes (3:16)
3. Beyond The Shore (3:13)
4. The Ghost Of The Girl In The Well (4:50)
5. Twistification (5:23)
6. Another Man Is Gone (3:22)
7. Soft Hand (5:43)
8. Rosalee (3:31)
9. Fare Thee Well (4:09)
10. Day Is Passed And Gone (1:47)
11. The Suffering Song (7:51)

Gesamtspieldauer: 47:55



„Regard The End“ heißt das sechste offizielle Album von Willard Grant Conspiracy, welches im Jahr 2003 bei Kimchee Records veröffentlicht wurde. Wieder einmal hatte Robert Fisher zahlreiche Musiker um sich scharen können, mit denen er dann elf neue Lieder einspielte. Geschrieben wurden die Titel alle von Robert Fisher im Alleingang, jedoch benötigte er zum Einspielen dieser Tracks erneut jede Menge Musiker, die ihn bei der Umsetzung seiner musikalischen Ideen unterstützen konnten.

Das Ergebnis ist – wie immer bei Willard Grant Conspiracy – eine Ansammlung von saften, meist sehr zurückhaltenden Liedern, die genremäßig gar nicht mehr so zwischen Alternative Country und Americana angesiedelt sind, sondern sehr viel eher ganz klare Ausschläge hin zum Folk zeigen beziehungsweise hören lassen. Die akustische Gitarre des Robert Fisher steht dabei immer im Vordergrund, genau wie dessen meist etwas tieferer und somit durchaus sonorer und warmer Gesang. Ebenfalls wurden dieses Mal die Streicher stark in die Musik von Willard Grant Conspiracy auf „Regard The End“ integriert. Violine und Viola sind fast allgegenwärtig und verleihen der Musik noch zusätzliche Wärme. Dazu gesellt sich eine, oft im Hintergrund und damit sehr zurückhaltend gespielte Trompete und fertig ist der dichte und bewegende Sound der Band auf diesem Album.

Jedoch trotz dieser Dichte klingt die Musik von Willard Grant Conspiracy auf „Regard The End“ immer sehr zerbrechlich und auch auf ihre Art und Weise sehr leicht. Über allem steht dabei die Melodiösität. Harmonien werden hier mit Harmonien verbunden, sodass alles, jedes Lied, ohne Ausnahme, immer sehr eingängig klingt. Jeder Titel klingt sanft und melodiös. Dadurch könnte man jetzt durchaus mutmaßen, dass die Musik der Band auf „Regard The End“ oftmals in die Langeweile abdriftet, denn großartige Abwechslung gibt es weder im Stil der Musik noch in der Instrumentierung. Trotzdem kommt dieses Gefühl der Langeweile hier jedoch nie auf, da einen zumindest ab und an besondere Melodieführungen wieder aufhorchen lassen. Das schaffen zwar nicht alle Titel auf „Regard The End“ gleichermaßen, aber es gibt jene Nummern zumindest.

Fazit: Es gibt Musikhörerinnen und Hörer, die legen dann Musik auf beziehungsweise ein, wenn sie entspannen, den Kopf frei bekommen, runter kommen wollen – dies alles nach einem anstrengenden Tag zum Beispiel. Für all jene Menschen scheint Robert Fisher seine Musik zu schreiben. Für Menschen die mit dem Musikhören in eine Traumlandschaft entschwinden wollen, genau für jene ist dieses Album geeignet. Folk Musik bestimmt die Lieder auf „Regard The End“, Country gibt es hier nicht zu hören, sodass Freunde dieses Genres vielleicht nicht enttäuscht werden, jedoch sicherlich was anderes erwarten dürften. Für Folk-Freunde bestens geeignet. Zehn Punkte.

Anspieltipps: The Trials Of Harrison Hayes, Fare Thee Well



Mittwoch, 20. Januar 2016

Nickelback – Dark Horse




Nickelback – Dark Horse


Besetzung:

Chad Kroeger – lead vocals, lead guitar
Ryan Peake – rhythm guitar, backing vocals, lead guitar on "If Today Was Your Last Day"
Mike Kroeger – bass
Daniel Adair – drums, backing vocals


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 2008


Stil: Hard Rock, Post Grunge


Trackliste:

1. Something In Your Mouth (3:38)
2. Burn It To The Ground (3:30)
3. Gotta Be Somebody (4:13)
4. I'd Come For You (4:22)
5. Next Go Round (3:45)
6. Just To Get High (4:02)
7. Never Gonna Be Alone (3:47)
8. Shakin' Hands (3:39)
9. S.E.X. (3:55)
10. If Today Was Your Last Day (4:08)
11. This Afternoon (4:34)

Gesamtspieldauer: 43:38



Nun, ändern werden die kanadischen Rocker von Nickelback ihren Stil nicht mehr. Warum sollten sie das aber auch? Ihre Scheiben laufen nach der Veröffentlichung im Radio rauf und runter. Und so etwas wird dann eben gekauft. Nicht anders war es schließlich auch mit dem sechsten Album der Band, welches den Titel „Dark Horse“ erhielt. Im November 2008 wurde diese Scheibe veröffentlicht, konnte zwar längst nicht mehr an den Erfolg des Vorgängers „All The Right Reasons“ anknüpfen, verkaufte sich jedoch immer noch gut.

Zu hören bekommt man hier einmal mehr einen sehr melodiösen Hard Rock serviert, der augenblicklich ins Ohr geht. Aber im Grunde genommen sind die Lieder auf „Dark Horse“ eigentlich keine Hard Rock Stücke mehr – beziehungsweise sind sie das nur noch in Ausnahmefällen. Nickelback klingen hier nun eher nach einer Art Mainstream Rock, deswegen hat wohl auch kein Radio-DJ hier mehr ein Problem Nickelback mit in die Endlosschleife zu katapultieren.

Ich finde das ihr wahrlich keine schlechte Musik, die die vier Musiker auf Compact Disc gepresst haben. Jedoch – und das ist ein sehr großes „Jedoch“ – kann man es eigentlich schaffen noch weniger spannend, noch langweiliger zu klingen? Nickelback hören sich hier so etwas von alltäglich an, dass man am Ende der Platte denkt es wäre einer dieser weiteren, unspektakulären Mittwochs und oftmals gar noch gar nicht mitbekommen hat, dass das Album bereits zu Ende ist. Das soll wie gesagt nicht bedeuten, dass Nickelback mit ihrem „Dark Horse“ nicht unterhalten würden. Gewiss, das machen sie. Man muss sich auch erst Recht nicht fürchten, wenn die Musik ertönt, allerdings bleibt von diesen Einheitsklängen leider nur so unfassbar wenig hängen. Die Musik der Kanadier ist absolut glatt produziert, quasi ohne Ecken und Kanten. Nur viel zu selten bringen sie noch etwas Überraschendes, etwas Außergewöhnliches.

Fazit: Mir ist es völlig Wurst, wie viele Alben eine Band, eine Sängerin oder ein Sänger verkauft. Manche der Musik, die ich absolut überzeugend finde, verkauft sich leider so schlecht, dass ich manchmal Schwierigkeiten dabei habe, darüber irgendwelche Informationen im Internet zu finden. Egal, denn bei Nickelback ist das anders, die kennt jeder. Allerdings wenn man sich die Verkaufszahlen dieser Band ansieht, dann sinken diese seit dem Album „All The Right Reasons“ kontinuierlich und auch drastisch. Kann es etwa sein, dass viele Konsumenten und auch Fans bei den neueren Alben von Nickelback erst Mal reinhören und sich denken: „Kenne ich schon!“? Überraschend wäre das allerdings nicht. Trotzdem, wer gerne solch „Mainstream Rock“ hört, die oder der dürfte hier ihr beziehungsweise sein Nirwana entdeckt haben. Mir ist das inzwischen leider alles zu langweilig, da so nichtssagend geworden. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Burn It To The Ground, Gotta Be Somebody



Dienstag, 19. Januar 2016

Monster Magnet – Superjudge




Monster Magnet – Superjudge


Besetzung:

Dave Wyndorf – guitar, vocals
Ed Mundell – lead guitar
Joe Calandra – bass
Jon Kleiman – drums


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Hard Rock, Psychedelic Rock


Trackliste:

1. Cyclops Revolution (5:43)
2. Twin Earth (3:55)
3. Superjudge (6:49)
4. Cage Around The Sun (4:55)
5. Elephant Bell (3:59)
6. Dinosaur Vacume (6:01)
7. Evil (3:14)
8. Stadium (3:41)
9. Face Down (4:11)
10. Brainstorm (8:04)
11. Black Balloon (3:05)

Gesamtspieldauer: 53:43




„Superjudge“ ist das zweite Studioalbum der US-amerikanischen Band Monster Magnet. Veröffentlicht wurde es ursprünglich 1993 auf dem Label A&M Records. Die Band ist hier durchaus auch schon mit einigen Ansätzen des Space Rock à la Hawkwind, Psychedelic Rock oder auch Stoner Rock vertreten, jedoch scheinen sich die Musiker auf „Superjudge“ noch ein wenig ausprobieren zu wollen, noch nicht so ganz genau zu wissen, welchen musikalischen Weg sie zukünftig einzuschlagen gedenken. So absolut haben sie ihren Sound auf dieser Scheibe noch nicht gefunden, die zudem ziemlich viel Hard Rock für die Hörerin und den Hörer parat hält.

Aber natürlich, solch ein Lied wie „Brainstorm“ heißt nicht nur so, es klingt auch wie ein Sturm, der einem durch das Hirn rauscht und in diesem Moment sofort auch jeden überflüssigen Ballast aus der Schädeldecke katapultiert. Das ist harter und schräger Psychedelic Rock, der sehr gelungen ist und durchaus gefeiert werden darf. Allerdings steht dieses Lied nicht unbedingt stellvertretend für die anderen Lieder auf der Scheibe. Jedoch gibt es durchaus weitere Höhepunkte. Denn ebenfalls sehr gelungen ist „Cyclops Revolution“. Ein Stück, bei dem bereits viel mit Hall, Echo und Verzerrungen experimentiert und gearbeitet. Jedoch ist diese Nummer deswegen gleich ein „Space Rock“-Titel? Vielleicht ein ganz klein wenig, aber auch hier steht doch noch etwas mehr dieser harte und treibende Rock im Vordergrund.

Ebenfalls in diese Richtung und ebenfalls absolut gelungen ist der Titeltrack „Superjudge“. Eine wahrlich schnelle Nummer, die richtig gut ins Ohr geht. Ganz sicher nichts für zartbesaitete Menschen, eher für solche gedacht, die doch mal wissen wollen, wie schnell so eine E-Gitarre gespielt werden kann. Langsam und bedächtig startet dagegen „Cage Around The Sun“, um dann allerdings zwischendrin auch mal zu „explodieren“, nur um dann jedoch wieder drei bis vier Gänge zurückzuschalten. Ganz anders klingt da schon das letzte Lied des Albums, „Black Balloon“. Das Stück steht nicht nur am Ende dieser Scheibe, ist das kürzeste Lied der Platte, sondern hört sich auch deutlich anders an. Im Grunde genommen ist dies auch kein langsames Lied, jedoch deutlich ruhiger als der allermeiste Rest auf „Superjudge“. Das Lied wird vom Klang her von einer Sitar dominiert, die bereits bei „Cage Around The Sun“ zum Einsatz kam und geht ins Ohr – und zwar schnell.

Der Rest der Scheibe ist gut gemachter Hard Rock, der im Falle „Face Down“ sogar einen leichten Blues-Einschlag aufweist, allerdings wirklich nur einen ganz leichten. Auch diese Lieder sind gut anzuhören, wenn man denn etwas mit „härterer“ Musik anzufangen versteht. Etwas Besonderes sind diese Stücke allerdings nicht mehr, eher gut gemachter Hard Rock Durchschnitt.

Fazit: Ganz so überzeugend klingen Monster Magnet hier für mich noch nicht, wie sie das auf späteren Alben zum Teil tun sollten. Aber klar, das ist mal wieder „Jammern auf hohem Niveau“, denn es gibt wahrlich eine riesige Anzahl von Bands, Musikerinnen und Musikern, die solche eine Scheibe niemals zustande gebracht haben. Von daher sei diese Platte allen Hard Rock Freunden empfohlen, die auch auf Abwechslung in diesem musikalischen Genre stehen. Denn einfach nur Hard Rock? Nein das machen Monster Magnet auch hier auf „Superjudge“ ganz bestimmt nicht. Neun Punkte.

Anspieltipps: Superjudge, Cage Around The Sun, Brainstorm, Black Balloon