Dienstag, 29. Dezember 2015

Algiers – Algiers




Algiers – Algiers


Besetzung:

Franklin James Fisher – lead vocals, backing vocals, guitar, piano, rhodes, wurlitzer, percussion, cello, drums, sampling
Ryan Mahan – bass, tr-808, juno-6, arp string ensemble, prophet-5, wurlitzer, programming, percussion, guitar, backing vocals
Lee Tesche – guitar, prepared piano, prepared guitar, programming, percussion, backing vocals


Gastmusiker:

Natalie Judge – backing vocals (8)


Label: Matador Records


Erscheinungsdatum: 2015


Stil: Rock, Gospel


Trackliste:

1. Remains (3:05)
2. Claudette (3:31)
3. And When You Fall (3:41)
4. Blood (5:38)
5. Old Girl (4:24)
6. Irony. Utility. Pretext. (4:30)
7. But She Was Not Flying (3:58)
8. Black Eunuch (3:39)
9. Games (3:49)
10. In Parallax (8:20)

Gesamtspieldauer: 44:40



„Algiers“ heißt das Debut-Album der gleichnamigen Band aus Atlanta, Georgia. Im Jahr 2015 wurde es veröffentlicht, die Musiker haben die band Algiers allerdings schon 2007 gegründet. Sehr viel Vorbereitungszeit für das erste Album also. Liest man dann etwas über Algiers im Internet beziehungsweise diversen Zeitschriften nach, stößt man plötzlich auf solch eine Genrebezeichnungen wie „Psychedelic Soul“, was immer das auch bedeuten oder darstellen mag. Zumindest mit Sicherheit keine alltägliche Musik, denn das sagt diese musikalische Richtung bereits aus, ob es sie nun gibt oder nicht. Nun, aber es stimmt, Algiers machen Musik, die man sonst so, in dieser Art nicht so häufig zu hören bekommt. Da bleibt auf jeden Fall etwas von hängen. Algiers, egal ob man damit etwas anfangen kann oder nicht, Algiers hinterlassen Spuren mit ihrer Musik.

Für mich ist das jedoch kein „Psychedelic Soul“, sondern sehr viel eher rockiger Gospel – oder einfach ganz kurz: Gospel Rock. Die Musik klingt einfach nach schwarzer Musik, die auch in Kirchen hätte gespielt werden können – wenn, ja wenn da nicht auch noch dieser „Rockeinschlag“ wäre, der diese Musik mitunter sogar „hart“ werden lässt. Die Rhythmen spielen eine große Rolle in der Musik von Algiers und der Gesang des Franklin James Fisher lässt wahrlich das Herz des Musikhörers höherschlagen. Sehr überzeugend und kraftvoll, klingt jedoch nicht nur dieser, sondern die ganze Band.

Man kann wahrlich nicht behaupten, dass diese Scheibe nur so von Ohrwürmern überquellen würde. Aber diese Titel fahren einem in die Füße, die dadurch kaum zu bändigen sind. Alles vibriert, lässt einen unweigerlich mitwippen. Und dann gibt es da auch jene Titel, die nach jener Traurigkeit, nach jener Sehnsucht nach Freiheit klingen, die den meisten Gospelgesängen der ursprünglich versklavten, schwarzen US-amerikanischen Bevölkerung immer anhaftete. Wirklich keine „normale“ Musik.

Fazit: „Algiers“ von Algiers überzeugt deswegen, weil es einfach völlig andere Musik ist. Gerockte Gospelmusik gibt es nicht allzu oft zu hören. Diese ist dann mal mehr, mal weniger eingängig, denn sie beinhaltet durchaus auch experimentellere Passagen, die für das Ohr des Hitparaden-Konsumenten wohl kaum geeignet sind. Für alle anderen die offen sind für Neues, stellt dies die Möglichkeit dar, mal wirklich was Neues hören zu dürfen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Remains, Black Eunuch, In Parallax