Dienstag, 14. April 2015

Elbow – The Take Off And Landing Of Everything




Elbow – The Take Off And Landing Of Everything


Besetzung:

Guy Garvey – vocals, strings and horns arrangements
Richard Jupp – drums
Craig Potter – keyboards
Mark Potter – guitar
Pete Turner – bass


Gastmusiker:

Tim Barber – trumpet on "New York Morning" and "My Sad Captains"
Katharine Curlett – trumpet on "New York Morning" and "My Sad Captains"
Jimi Goodwin – backing vocals on "New York Morning"
Peter McPhail – baritone saxophone, clarinet and sopranino saxophone on "Fly Boy Blue/Lunette", alto saxophone and baritone saxophone on "New York Morning"
Bob Marsh – trumpet on "My Sad Captains"
The Hallé Orchestra – strings on "Charge", "Real Life (Angel)" and "Honey Sun"
Chris Worsley – score on "Charge" and "Real Life (Angel)"


Label: Fiction Records


Erscheinungsdatum: 2014


Stil: ArtPop


Trackliste:

1. This Blue World (7:13)
2. Charge (5:17)
3. Fly Boy Blue / Lunette (6:23)
4. New York Morning (5:19)
5. Real Life (Angel) (6:47)
6. Honey Sun (4:56)
7. My Sad Captains (6:00)
8. Colour Fields (3:42)
9. The Take Off And Landing Of Everything (7:11)
10. The Blanket Of Night (4:24)

Gesamtspieldauer: 57:17



Im Jahr 2014 erschien es, das sechste Studioalbum von Elbow. Der einmal mit dem Vorgängeralbum „Build A Rocket Boys!“ eingeschlagene Weg, wurde noch weiter vertieft und von der Band verinnerlicht: Ruhige und sehr gefühlvolle Musik soll dem Hörer geboten werden. Lieder, die aus den zehn Nummern besonders herausragen, die gibt es auf „The Take Off And Landing Of Everything“ nicht. Die Musik ist ziemlich einheitlich gehalten und eben ruhig, sehr ruhig, stimmungsvoll und atmosphärisch.

Legt man die Scheibe zum ersten Mal ein und kümmert sich nicht großartig weiter darum, beschäftigt sich mit irgendetwas anderem, so wird man vielleicht erst nach zwei Stunden bemerken, dass plötzlich keine Musik mehr zu hören ist. Nein, aufdringlich sind die zehn Stücke auf „The Take Off And Landing Of Everything“ wahrlich nicht. Vielleicht ist der eine oder andere nach dem ersten Hören der Scheibe auch etwas enttäuscht, denn auch besonders eingängig ist diese Scheibe nicht geworden – zumindest nicht nach dem ersten Hören. Die Lieder sind durchaus melodiös, es gibt jede Menge wunderschöner Harmonien zu erhören, trotzdem setzen sich die Nummern nicht sofort im Ohr des Hörers fest.

Jeder Titel wirkt so sehr zart und zerbrechlich und die Titel ähneln sich auch durchaus beim ersten Hören. Doch dann passiert es irgendwann, nicht beim ersten und auch nicht beim zweiten Einlegen der Scheibe. Es scheint geradezu so zu sein, als ob die Melodien und Harmonien sich erst den Weg zum Ohr des Hörers bahnen müssen, immer und immer wieder, bis sie dort auch ankommen. Dann, erst nach einigen Durchläufen jedoch, öffnen sich plötzlich Türen, alles wirkt differenzierter und auch spannender. Dann erst fängt die Scheibe plötzlich an Spaß zu machen, die unverwechselbar nur so von Elbow stammen kann – und damit ziele ich jetzt nicht nur auf den Gesang des Guy Garvey ab. Gefühlvolle Melodien mit ebensolchen Texten, die Guy Garvey zum Teil bei Spaziergängen durch New York City in den Sinn kamen, erobern schließlich doch noch das musikalische Lustzentrum des Hörers.

Fazit: Wenn jemand behaupten würde, „The Take Off And Landing Of Everything“ von Elbow sei ein sehr langweiliges Album geworden, dann kann man das durchaus nachvollziehen, da sich die Titel alle etwas ähneln und durch diese Ruhe nicht unbedingt gleich beim ersten Hören für Abwechslung sorgen. Da liegt jedoch auch gleich der „springende“ Punkt: „beim ersten Hören“. Das sechste Album von Elbow ist eines, welches erarbeitet werden möchte, was immer und immer wieder gehört werden will, um seine sanfte Schönheit vollständig entfalten zu können. Trotzdem wird das niemals Musik für die Massen werden, was auch nicht unbedingt schlecht sein muss. Für mich sicherlich nicht das beste Elbow-Album, jedoch auch keine verschenkte Scheibe. Neun Punkte.

Anspieltipps: Charge, My Sad Captains