Dienstag, 2. Juni 2015

Herman van Veen – Signale




Herman van Veen – Signale


Besetzung:

Herman van Veen – Gesang, Geige


Gastmusiker:

Erik van der Wurff – Klavier
Ernst van Tiel – Schlagzeug
Joop de Man – Bass
Chris Lookers – Gitarre
Dick Vennik – Saxophon
Harry Mooten – Akkordeon


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1984


Stil: Liedermacher


Trackliste:

1. Signale (6:49)
2. Und wenn die ganze Erde bebt (3:34)
3. Warum gerade ich? (4:30)
4. Die Bombe fällt nie (3:01)
5. Mietvertrag (3:15)
6. Wer? (3:13)
7. Edith Piaf (5:06)
8. Hand in Hand (3:50)
9. Die Reichen (2:26)
10. Und er geht und er singt (3:32)

Gesamtspieldauer: 39:20




Auch auf „Signale“, seinem neunten Album, welches im Jahr 1984 erschien, erzählt Herman van Veen wieder seine Geschichten. Geschichten zum Nachdenken, Geschichten voller Ironie, Geschichten mit einem Blinzeln in den Augen und manchmal auch Geschichten, bei denen man den leichter erhobenen Zeigefinger genau zu sehen scheint, obwohl er gar nicht so offensichtlich vorhanden ist.

Verpackt sind diese Geschichten in kleine musikalische Geschenke. Diese klingen oftmals sehr zart und zerbrechlich, lassen der Hörerin beziehungsweise dem Hörer dabei sehr viel Raum zum Atmen und driften nur selten in die poppige Richtung ab. Alles wirkt so weich und zart, unterstreicht malerisch die Botschaften, die Herman van Veen in seinen Erzählungen transportiert. Manchmal wird diese Atmosphäre jedoch auch ein klein wenig überzogen. Wenn das Tremolo in der Stimme des Niederländers noch einen Überschlag mehr vollführt und wenn einem gleichzeitig klar wird, was man alles im Leben bereits falsch gemacht hat, indem man eben nichts gemacht hat.

Nichtsdestotrotz macht „Signale“ durchaus Spaß, was nicht zuletzt auch an der Gabe des Niederländers liegt, wahrlich tolle Melodien zu kreieren, die sofort ins Ohr gehen und die man auch so schnell nicht mehr vergisst. Vieles, was Herman van Veen hier auf seinem Album den Hörern präsentiert ist sehr einprägsam, sowohl textlich als auch musikalisch.

Fazit: Nun, dieses Album hinterlässt ganz sicher Spuren bei der Hörerin oder beim Hörer. Allerdings wirkt es mir manches Mal zu pessimistisch, zu besorgt, zu negativ. Es gibt so viele schöne Dinge um uns herum, aber vielleicht war das Herman van Veen zu langweilig, gerade über diese Dinge zu singen. Über Trauriges wie Gleichgültigkeit, tödliche Krankheiten, Abstumpfung, Entführungen und so weiter kann Herman van Veen jedoch trefflich und sehr bewegend singen. Von daher lohnt auch diese Scheibe, wenn einem mal nach Traurigkeit zumute ist. Da viele der hier vorhandenen Melodien ebenfalls lohnens- und hörenswert sind, ist diese Scheibe für Freunde der Liedermacher-Szene durchaus zu empfehlen. Neun Punkte.

Anspieltipps: Signale, Und wenn die ganze Erde bebt


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