Sonntag, 31. Mai 2015

Tool – Lateralus




Tool – Lateralus


Besetzung:

Maynard James Keenan – vocals
Adam Jones – guitar
Justin Chancellor – bass guitar
Danny Carey – drums, percussion, samples


Label: Zoo Entertainment


Erscheinungsdatum: 2001


Stil: Progessive Metal


Trackliste:

1. The Grudge (8:36)
2. Eon Blue Apocalypse (1:04)
3. The Patient (7:13)
4. Mantra (1:12)
5. Schism (6:47)
6. Parabol (3:04)
7. Parabola (6:03)
8. Ticks & Leeches (8:10)
9. Lateralus (9:24)
10. Disposition (4:46)
11. Reflection (11:07)
12. Triad (8:46)
13. Faaip De Oiad (2:39)

Gesamtspieldauer: 1:18:57



„Lateralus“ heißt das dritte Studioalbum von Tool, welches im Mai 2001, erschien. Dies passierte nach zahlreichen, falsch gestreuten Ankündigungen der Band, um Benutzern von File-Sharing-Software das Leben zu erschweren. Von den Fans begeistert aufgenommen, erntete die Scheibe auch von den meisten Musikkritikern sehr viel Lob. Erneut ist es der harte Metal, gepaart mit schwebenden, mitunter sphärischen Momenten, die diese Platte prägen.

Ich liebe diese Monotonie, diese Redundanz, die so oft der Musik von Tool innewohnt. Immer und immer wieder wird ein Riff wiederholt, mal hart, mal sanft, um dann jedoch auch wieder möglichst brutal loszubrechen. Mit ordentlicher Lautstärke gehört, kann man sich dieser meditativen, bis fast schon hypnotischen Wirkung der Musik dieser Band kaum entziehen. Kritiker führen bei Tool auch immer wieder an, dass das Ganze viel zu sehr konstruiert klänge und oftmals einfach nur kalt. Stimmt definitiv beides. Die Lieder von Tool sind konstruiert und hier klingt auch nichts warm und einnehmend, sondern eher, ja genau, kalt. Das wiederum macht jedoch das Besondere in der Musik von Tool aus, weshalb diese Band schon ein gewisses Allleinstellungsmerkmal aufweist.

Viele der Titel werden dem Hörer um die Ohren geknallt, sind extrem hart, sehr konsequent und kompromisslos. Dabei sind die Nummern allerdings niemals langweilig, denn hier kommt auch dieser progressive Ansatz in der Musik von Tool mit zum Tragen. Bei aller Härte wird hier experimentiert und auch variiert. Das ist kein Hard Rock à la Deep Purple oder Metal. Es ist dieser Bluesansatz, dieses Fundament, der all den Hard Rock Heroen früherer Tage anhaftet, der hier, bei Tool, absolut fehlt. Tool scheint zu rocken, um des Rocks Willen, ganz bestimmt nicht für ein irgendwie geartetes Bluesgefühl. Dabei sind alle vier Musiker wahre Meister ihres Instruments. Allein das Schlagzeugspiel des Danny Carey ist da den Kauf von „Lateralus“ bereits wert. Kein anderer Drummer scheint ungerade Takte irgendwie schöner zu spielen.

Fazit: Auch „Lateralus“ ist ein außergewöhnliches Album einer außergewöhnlichen Band geworden. Vielleicht weiß manch eine Hörerin oder Hörer nichts mit dieser „meditativen“ Monotonie oder der manchmal brachialen Härte anzufangen, aber genau das sind die Zutaten, neben der unfassbar guten Perkussion, die diese Band eben zu etwas Besonderem werden lassen. Auch auf „Lateralus“ haben die vier Musiker von Tool die Speicherkapazität der CD wieder vollständig ausgeschöpft. Es gibt also viel wunderbare Monotonie auf „Lateralus“ zu erlauschen. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Shism, Reflection



Samstag, 30. Mai 2015

The Who – Who Are You




The Who – Who Are You


Besetzung:

Roger Daltrey – lead vocals, percussion
John Entwistle – bass guitar, backing vocals, synthesizer, brass on "Had Enough" and "Music Must Change", lead vocals on "905"
Pete Townshend – guitars, backing vocals, piano, synthesizer, lead vocals on "Sister Disco", "No Road Romance" and "Empty Glass"
Keith Moon – drums, percussion


Gastmusiker:

Rod Argent – synthesizer on "Had Enough", piano on "Who Are You", keyboards on "Guitar And Pen"
Ted Astley – string arrangement
Andy Fairweather-Low – backing vocals on "New Song", "Had Enough", "Guitar And Pen", "Love Is Coming Down", and "Who Are You"
Billy Nicholls – backing vocals on "New Song" and "Had Enough"
Michael Nicholls — backing vocals on "Had Enough"


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1978


Stil: Rock


Trackliste:

1. New Song (4:13)
2. Had Enough (4:30)
3. 905 (4:02)
4. Sister Disco (4:22)
5. Music Must Change (4:38)
6. Trick Of The Light (4:47)
7. Guitar And Pen (5:58)
8. Love Is Coming Down (4:06)
9. Who Are You (6:21)


Bonus Tracks der remasterten Albumfassung:

10. No Road Romance (5:05)
11. Empty Glass (Group Version) (6:23)
12. Guitar And Pen (Olympic '78 Mix) (6:02)
13. Love Is Coming Down (Work-In-Progress Mix) (4:05)
14. Who Are You (Lost Verse Mix) (6:22)

Gesamtspieldauer: 1:11:00




„Who Are You“ heißt das achte Studioalbum der britischen Rockband The Who. Es wurde im Jahr 1978 veröffentlicht und war gleichzeitig die letzte Scheibe, an der Keith Moon vor seinem Tod am Schlagzeug zu hören ist. Zwanzig Tage nach Veröffentlichung der Scheibe, verstarb Keith Moon mit 32 Jahren an einer Überdosis Clomethiazol, welches er zur Bekämpfung der Nebenwirkungen seines Alkoholentzugs einnahm. Ironischerweise ist er auf dem Cover zu „Who Are You“ auf einem Stuhl mit der Aufschrift „Not To Be Taken Away“ zu sehen. Keine drei Wochen später war dies dann jedoch eingetreten.

Zu hören ist auf „Who Are You“ sehr typische The Who Musik, rockig und doch eingängig und meilenweit davon entfernt Hard Rock zu sein, wie es auch immer wieder behauptet wird. Die Nummern „Had Enough“, „905“ und „No Road Romance“ stammen dabei aus der Feder des John Entwistle, die ursprünglich restlichen sechs Nummern schrieb Pete Townshend. Erneut spielte vor allen Dingen Pete Townshend hier mit dem Einsatz des Synthesizers, versuchte neue Sounds zu erschaffen. Überdeutlich wird dies am Titellied, welches auch die Titelmelodie einer der CSI-Ableger-Serien wurde.

„Who Are You“ ist kein „Who’s Next“ mehr geworden, klingt auch bei allem Synthesizer-Einsatz trotzdem keineswegs experimentell, vielleicht sogar manchmal ein klein wenig angepasst. Trotzdem ist das sehr überzeugende Musik, die sofort ins Ohr geht, die hier auf „Who Are You“ zu hören ist. Dabei spielt es dann auch gar keine Rolle, ob das Lied eher sanft und ruhig gehalten ist oder ob doch richtig rockt, eher mit den „konventionellen“ Rock-Instrumenten eingespielt wurde oder orchestral untermalt wurde. Diese ganze Bandbreite bieten The Who hier jedoch ihren Hörern. Dadurch bleibt die Musik überaus spannend und abwechslungsreich. Es gibt mit jedem Durchgang irgendwie etwas Neues zu entdecken und die Melodien treffen einen, was möchte man mehr?

Dazu gibt es auf der remasterten Version des Albums fünf Titel, zum Teil „live“, zum Teil alternative Versionen bereits auf der Platte vorhandener Stücke, zum Teil alternative Nummern von Pete Townshend Solo-Liedern. Eine schöne Zugabe, die die Platte insgesamt nochmals aufwertet.

Fazit: Klar, „Who Are You“ ist nicht das beste The Who Album geworden, dennoch ist es eine sehr überzeugende Scheibe. Wer auf gut gemachten Rock steht, dem das Alter kaum anzumerken ist, die oder der kann hier nicht viel falsch machen. The Who Fans werden diese Scheibe sowieso lieben. Ich kann sehr gut verstehen warum. Elf Punkte.

Anspieltipps: Music Must Change, Who Are You



Freitag, 29. Mai 2015

Paul McCartney & Wings – Band On The Run




Paul McCartney & Wings – Band On The Run


Besetzung:

Paul McCartney – vocals, acoustic, electric and bass guitars, piano and keyboards, drums and percussion
Linda McCartney – keyboards and vocals
Denny Laine – vocals, acoustic, electric and bass guitars, keyboards, percussion


Gastmusiker:

Howie Casey – saxophone
Ginger Baker – percussion
Remi Kabaka – percussion
Tony Visconti – orchestrations
Ian Horn – backing vocals
Trevor Jones – backing vocals


Label: Universal Music


Erscheinungsdatum: 1973


Stil: Pop


Trackliste:

1. Band On The Run (5:13)
2. Jet (4:09)
3. Bluebird (3:25)
4. Mrs. Vandebilt (4:41)
5. Let Me Roll It (4:50)
6. Mamunia (4:50)
7. No Words (2:36)
8. Picasso's Last Words (Drink To Me) (5:49)
9. Nineteen Hundred And Eighty Five (5:31)

Gesamtspieldauer: 41:09




„Band On The Run“ heißt das dritte Album, welches Paul McCartney mit den Wings aufnahm und welches im Jahr 1973 veröffentlicht wurde. Gleichzeitig ist es bereits seine fünfte Scheibe, die er nach der Auflösung der Beatles heausbrachte. Na, wenn das mal keine kreative Schaffensphase war. Insgesamt sieben Scheiben veröffentlichten die Wings, zwei unter dem Bandnahmen, zwei unter dem Namen „Paul McCartney & Wings“ und hiervon ist „Band On The Run“ bereits die zweite.

Kategorisiert wird die Musik von Paul McCartney zumeist schlicht unter der Überschrift: Rock, was einiges Kopfschütteln beim Verfasser dieser Zeilen hervorruft. Nein, auf „Band On The Run“, welches größtenteils im nigerianischen Lagos eingespielt wurde, gibt es nur ganz am Rande Rock-Musik zu hören. Hauptsächlich hört man auf der Scheibe Pop-Musik – und diese ist leider noch nicht mal allzu überzeugend. Komponiert hat diese Paul McCartney, mit der Ausnahme „No Words“, welches in Koproduktion mit Denny Laine entstand.

Ein wenig klingt diese Platte, die allerdings bei Fans wie Kritikern sehr viel Lob einheimste und sowohl in Großbritannien wie den USA Platz 1 der Charts erklomm, als ob Paul McCartney hier sein kongenialer Partner schwer fehlen würde – zumindest in meinen Ohren. Allerdings habe ich die Scheibe auch erst über 40 Jahre nach dem Entstehen vollständig kennengelernt, vielleicht muss man das Ganze auch im zeitlichen Umfeld gehört haben, was meinen Ohren natürlich im Nachhinein für immer versagt bleiben wird.

Trotzdem, die Scheibe läuft einfach so durch. Man blickt auf beim letzten Titel „Nineteen Hundred And Eighty Five“, der deutlich aus den anderen Pop-Titeln heraussticht, selbst durchaus Rock-Anteile aufweist und ins Ohr geht und ist dann überrascht über die Stille, die danach folgt. „Was, das war es schon?“ Das Dumme an der Geschichte ist auch, dass einen selbst mehrmaliges und wiederholtes Hören nicht sehr viel weiter bringt. Klar, die Titel werden vertrauter, aber werden sie auch zu Freunden? In meinem Falle definitiv nicht. Mit Sicherheit ist die Platte nicht belanglos, aber ein klein wenig langweilig ist sie schon.

Fazit: Ein Album mit Pop-Musik aus den frühen 70er Jahren ist „Band On The Run“ von Paul McCartney & Wings“ geworden. Würde hier nicht der Name Paul McCartney draufstehen, würde wahrscheinlich nicht allzu viel Aufsehen um diese Platte gemacht werden. Die einzelnen Titel zünden leider nicht so richtig, von solch Melodien, wie sie Paul McCartney bei den Beatles erschuf, ist hier überhaupt nichts mehr zu hören. Von daher überwiegt ein wenig die Langeweile. Sieben Punkte.

Anspieltipps: No Words, Nineteen Hundred And Eighty Five



Donnerstag, 28. Mai 2015

Phosphor – Weg des Herzens (Single)




Phosphor – Weg des Herzens (Single)


Besetzung:

Ben Richter – Gesang
Chavo Valchev – Gitarre
Addy Schechinger – Schlagzeug
Mike Spanner – Bass
Christian Lang – Gitarre


Die CD wurde eingespielt von:

Ben Richter – Gesang
Jens Busch – Gitarren und Bass
Sascha Beator – Keyboards und Programming
Simon Ripping – Schlagzeug


Label: Calyra


Erscheinungsdatum: 2015


Stil: Metal


Trackliste:

1. Weg des Herzens (3:38)
2. Komm mit mir (Samhain) (3:57)
3. Weg des Herzens (Orbeat Remix) (5:18)
4. Komm mit mir (Orbeat Remix) (4:14)

Gesamtspieldauer: 17:09




Es ist immer wieder schön, etwas Neues in der Musik zu entdecken. Metal? Garantiert nichts Neues! Aber deutschsprachiger Metal? Nein, den gibt es noch nicht allzu häufig zu hören. Phosphor ist solch eine Band, die dieses Musik-Genre in ihrer deutschen Muttersprache zelebriert. Die fünf Musiker haben sich erst vor kurzem in dieser Zusammensetzung als Band gefunden und bereits im März war die erste Single von Phosphor veröffentlicht worden. Demnächst soll dann auch ein vollständiges Album folgen.

Legt man diese Single in den Player und lauscht dem ersten Titel, „Weg des Herzens“, wird sehr schnell klar, allzu viel Zeit beziehungsweise Durchläufe benötigt man hier als Hörerin respektive Hörer garantiert nicht, um etwas mit dieser Musik anfangen zu können. Die Nummer „Weg des Herzens“ brennt sich sofort ins Musikzentrum des Konsumenten ein. Absoluter Ohrwurmcharakter. Musiker mögen es immer nicht so gerne, wenn Vergleiche oder Parallelen zu anderen Bands oder Musikern gezogen werden, doch werden bei mir hier sofort Erinnerungen an Mono Inc. geweckt, obwohl Phosphor diese Band in keiner Weise kopiert. Dazu sind sie im Sound auch viel zu geradlinig, ohne Schnörkel. Wie sie jedoch auch klingen könnten, das zeigen sie in den beiden Orbeat-Remixen, die es als Zugabe auf dieser Single-Ausgabe gibt. Hier wird dann mehr mit dem Sound – durch sehr viel Keyboardeinsatz – gespielt. Was einem dabei mehr zusagt, bleibt sicherlich für immer Geschmackssache und jedem Hörer selbst überlassen.

Nun, auch die zweite Nummer „Komm mit mir“ hat es durchaus in sich, erreicht vielleicht nicht mehr ganz das Level von „Weg des Herzens“, lohnt jedoch ebenfalls gehört zu werden. Auch hier ist wieder die erste Version im Stile des Metal gehalten, die Remix-Version klingt da dann schon deutlich poppiger.

Fazit: Man darf gespannt sein, auf das erste komplette Album von Phosphor. Diese Single hier macht definitiv Appetit auf mehr. Und wenn die Jungs sich darauf konzentrieren, was sie am besten können, nämlich weißer Phosphor zu sein, zu brennen und zu rocken, dann dürfte der Ansturm auf die Notaufnahmen in den Krankenhäusern wieder ansteigen, um all jene Headbanging-Opfer von ihren Schleudertraumata zu befreien. Phosphor lohnt sich. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Weg des Herzens



Mittwoch, 27. Mai 2015

Muse – Absolution




Muse – Absolution


Besetzung:

Matthew Bellamy – lead vocals, lead and rhythm guitars, keyboards, programming, string arrangements
Christopher Wolstenholme  – bass, backing vocals
Dominic Howard – drums, programming, percussion


Gastmusiker:

Paul Reeve – vocal samples on "Intro", backing vocals on "Blackout" and "Butterflies And Hurricanes"
Audrey Riley – string arrangements
Spectrasonic's Symphony Of Voices – vocal samples on "Stockholm Syndrome" and "Endlessly"


Label: Taste Media


Erscheinungsdatum: 2003


Stil: Alternative Rock, Art Rock


Trackliste:

1. Intro (0:22)
2. Apocalypse Please (4:12)
3. Time Is Running Out (3:56)
4. Sing For Absolution (4:55)
5. Stockholm Syndrome (4:58)
6. Falling Away With You (4:40)
7. Interlude (0:37)
8. Hysteria (3:47)
9. Blackout (4:22)
10. Butterflies & Hurricanes (5:01)
11. The Small Print (3:29)
12. Endlessly (3:48)
13. Thoughts Of A Dying Atheist (3:11)
14. Ruled By Secrecy (4:52)

Gesamtspieldauer: 52:16



Platten von Muse zünden bei mir nie sofort, da benötige ich schon einige Durchläufe der Scheibe, bis ich in diese Musik so richtig eintauchen kann und die Musik irgendwie vollständig zu verstehen scheine. Nicht anders war es beim dritten Studioalbum der Briten, welches im Jahr 2003 unter dem Titel „Absolution“ veröffentlicht wurde. Mehre Durchläufe, kurze Pause, dann nochmal ein, zwei Versuche und plötzlich entfaltet sich der Schleier, der vorher über allem gelegen zu haben schien.

„Absolution“ ist eine tolle Platte geworden, die mal wieder vom Zusammenspiel des wahrlich außergewöhnlich hohen Gesangs des Matthew Bellamy in Kombination mit wunderschönen Melodien, äußerst hartem Rock oder doch einer eher klassischen Instrumentierung lebt. Das klingt alles sehr faszinierend, wenn sich die Melodien eingebrannt haben, der schwere Hard Rock einen endlich mitzureißen versteht und die orchestralen Töne verinnerlicht sind. In dieser Kombination sind Muse sicherlich einmalig und eine absolute Bereicherung in der Musikwelt.

Die Musik, die auch immer wieder mit Neo-Prog umschrieben wird, klingt dabei voll und kraftvoll. Dichte Klangwelten werden auf „Absolution“ aufgebaut, die den Hörer umgarnen und einzuwickeln versuchen. Alles klingt sehr harmonisch, keine Dissonanz, kein falscher Ton ist dabei wahrzunehmen. Ausfälle gibt es ebenfalls keine zu beklagen, dafür einige Höhepunkte. Dazu gehört das abwechslungsreiche, mit sanften und raueren Tönen spielende „Apocalypse Please“, das sehr eingängige, etwas poppige „Sing For Absolution“ und die staubtrockene und knallharte Nummer „Stockholm Syndrome“. Bei dieser hat man das dumpfe Gefühl, dass sich gerade ein nicht zu unterschätzender Teil der Schädeldecke verabschiedet, wenn man es denn mit entsprechender Lautstärke genießt. Das genaue Gegenteil heißt „Blackout“. Orchestral und sanft instrumentiert, macht auch dieses Lied mit den Reiz der Platte aus, bei der man sich nie sicher sein kann, was als nächstes folgt. Und schließlich wartet noch ganz am Ende des Albums ein weiterer Höhepunkt auf die Hörerin beziehungsweise den Hörer: „Ruled By Secrecy“. Sehr verträumt fängt die Nummer an und wird zwischenzeitlich immer bombastischer, um schließlich wieder ganz sanft auszuklingen. Dabei scheint alles in völlige Harmonie getaucht zu sein. Auf seine Art durchaus sehr packend.

Fazit: Diese Stimme, Hard Rock, orchestrale Musik, etwas Progressive Rock, Pop, viele gute Ideen… Nein, die Angst braucht hier keiner zu haben, dass bei Muse auf „Absolution“ Langeweile aufkommt. Passiert nicht. Klar muss man was mit der Stimme des Matthew Bellamy anzufangen wissen. Aber genau diese macht die Musik von Muse noch mal zusätzlich außergewöhnlich. Wer melodischen Rock mag, der durchaus auch mal härter klingen kann, wer dem Spiel mit verschiedenen Musikgenres etwas abgewinnen kann, die oder der sollten hier dringend zugreifen. Elf Punkte.

Anspieltipps: Apocalypse Please, Stockholm Syndrome, Ruled By Secrecy



Dienstag, 26. Mai 2015

Various Artists - NDW - Aus grauer Städte Mauern




Various Artists - NDW - Aus grauer Städte Mauern

Wer bei NDW nur an Markus und Nena, Witzi-Spritzi-Heiterkeit und “Ich will Spass” denkt, der kann gleich weiterklicken. Denn das war die Neue Deutsche Welle ganz und gar nicht. Das, was alles unter dem Begriff NDW zwischen 1977 – 1985 zusammengefasst wurde, gleicht im Rückblick einem musikalischen Erdbeben, das international spürbar wurde. Und es legte das Fundament für die sehr selbstbewusste und deutschsprachige Musikszene ab Mitte der 90er Jahre.

Burghard Rausch von Radio Bremen verwirklicht in diesem Jahr ein Riesenprojekt auf Bear Familiy Records. Vier mal 2 CDs werden mit umfangreichen Informationen über Bands, Musiker und Macher veröffentlicht. Vor mir liegt Teil 1, auf der neben der Nina Hagen Band, der Spider Murphy Gang, Spliff und Nena auch der KFC, Interzone, Morgenrot, Malaria und viele andere teils für mich total unbekannte Bands zu finden sind.

Die Neue Deutsche Welle war ein Phänomen, das nicht nur in Deutschland gefeiert wurde. Auch in England, den USA und Japan schaute und hörte man genau hin, was sich da im Teutonenland so tat. Deshalb auch an dieser Stelle diese Besprechung der NDW Compilation. Als ich 1996 beim Collegesender KUSF mit meiner Sendung anfing, nahm ich mir Zeit durch das umfangreiche Vinylarchiv des Senders zu kramen. Und ich wurde immer wieder fündig. Viele der mehr schrägen, ausgefallenen und experimentierfreudigen Bands von damals konnte ich finden. Da waren Der Plan, Palais Schaumburg, Wirtschaftswunder und zahlreiche andere. In vielen Gesprächen mit KUSF DJs wurde mir deutlich gemacht, dass durch diese Musik sich auch das Bild Deutschlands verändert hatte. Denn die NDW entstand aus dem Punk, aus dem New Wave, aus dem Elektrogefrickel und dem Industrial der 70er Jahre. Die Tschörmans kopierten nicht einfach, was da wellenartig aus dem Ausland auf sie zu kam, sie schufen etwas eigenständiges. Noch heute drehen sich diese Alben auf den Plattentellern in Amerika. Und auch in Japan kriegt man davon nicht genug. Suezan Records veröffentlicht immer wieder Liebhaberboxen mit 45er Singles der damaligen Bands.

Lange Zeit fand diese Szene in Deutschland im Abseits statt, kaum beachtet von den grossen Plattenfirmen, der Bravo und den wenigen Musiksendungen auf den drei Fernsehprogrammen. Doch auch das geht auf die NDW zurück, dass sich Musiker und Macher selbst organisierten, eigene Labels und Vertriebe aufbauten, Fanzines produzierten, Auftrittsmöglichkeiten schufen. Und irgendwann merkten die Majors dann auch, dass da Geld zu machen ist und überfluteten den Markt mit allerhand Spritzi-Pop und Gute-Laune-Musik.

Burghard Rausch schafft mit seinen Compilations den großen Blick auf diese paar Jahre der musikalischen Aufbruchstimmung in Deutschland. Er fängt nicht mit den ersten Charterfolgen an, konzentriert sich nicht auf die von Bravo gehypten Starschnitte. Ganz im Gegenteil, Rausch blickt auf die Clubs, die Kassettenszene, die Musiker, die mal hier, mal dort spielten. Und er verfolgt ihre Wege bis heute. Es macht Spass all die Hintergrundinfos zu lesen, musikalisch in die eigene Jugendzeit einzutauchen und immer mal wieder zu merken “Mensch, stimmt, das war ja auch noch da”.

NDW – Aus grauer Städte Mauern. Die Neue Deutsche Welle 1977 – 85” ist keine Partymischung, vielmehr ein umfangreiches Klangbild. Klar, da sind die Hits zum Mitsingen, doch da ist viel mehr zu entdecken. Diese Sammlung ist für all jene, die mehr wissen wollen, die Querverweise lieben, die sich gerne mit musikalischen Wurzeln beschäftigen. Und ja, ich singe hier gerade laut “Blaue Augen” von Ideal mit, all die Hits, ich kann sie noch immer.

Montag, 25. Mai 2015

Pete Townshend – Who Came First




Pete Townshend – Who Came First


Besetzung:

Pete Townshend – vocals, guitars, keyboards, bass guitar, drums, percussion, harmonica on "Day Of Silence"


Gastmusiker:

Ronnie Lane – vocals, guitar on "Evolution"
Billy Nicholls – vocals, guitar on "Forever's No Time At All"
Caleb Quaye – guitars, bass guitar, percussion on "Forever's No Time At All"


Label: InsideOut Music


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: Rock


Trackliste:

1. Pure & Easy (5:33)
2. Evolution (3:45)
3. Forever No Time At All (3:09)
4. Let's See Action (6:23)
5. Time Is Passing (3:28)
6. Heartache (3:22)
7. Sheraton Gibson (2:38)
8. Content (2:56)
9. Parvardigar (6:50)


Bonus Tracks der remasterten Albumfassung:

10. His Hands (2:08)
11. The Seeker (4:36)
12. Day Of Silence (2:52)
13. Sleeping Dog (2:57)
14. The Love Man (5:01)
15. Lantern Cabin (4:10)
16. Mary Jane (2:38)
17. I Always Say (5:47)
18. Begin The Beguine (4:49)

Gesamtspieldauer: 1:13:08




Das erste Solo-Album von Pete Townshend heißt „Who Came First” und wurde im Oktober 1972 veröffentlicht. Auf dieser Platte bringt der The Who Gitarrist und hauptsächliche Songschreiber seine innige geistige Beziehung zum indischen Guru und Mystiker Meher Baba zum Ausdruck, der auch auf der LP beziehungsweise CD mehrfach abgedruckt ist. Dieser Meher Baba, dem auch im The Who Titel „Baba O’Riley“ gedacht wurde, entschied sich im Jahr 1925 nicht mehr zu reden, da ihm aus mehreren Gründen die Konversation zwischen den Menschen zu laut und aggressiv erschien. Er hielt dies auch 44 Jahre, bis zu seinem Tod im Jahr 1969 durch. Seine letzten Worte vor seinem Schweigegelübde am 10. Juli 1925 waren übrigens „Don’t Worry, Be Happy“, welche wiederum Bobby McFerrin für seinen weltweiten Nummer 1 Hit im Jahr 1988 nutze.

Auf „Who Came First” hört man keine indische Musik und auch nicht The Who. Vielmehr ist die Platte eine Ansammlung zumeist sehr leiser und nachdenklicher Songs, die durchaus alle ins Ohr zu gehen verstehen. Vielleicht trifft das noch nicht beim ersten Hören zu, mit jedem weiteren Durchlauf der Scheibe wächst die Musik, auf „Who Came First” jedoch stetig. Alles klingt melodiös und geht ins Ohr. So richtig gerockt, wie bei The Who, wird auf dieser ersten Soloscheibe des Pete Townshend nur abschnittsweise. Vielmehr steht hier die Stimmung, die Atmosphäre, die vermittelt werden soll, im Vordergrund. Das wiederum macht sehr viel Spaß, da auch kein Lied großartig gegenüber dem anderen abfällt.

Die Höhepunkte der Scheibe liegen für mich jedoch ganz klar im Beginn und am Ende des Albums – der ursprünglichen Platte. „Pure & Easy“ ist einfach ein mitreißendes Lied, im Mid-Tempo gehalten und mit einer tollen Melodie ausgestattet, die gleich beim ersten Hören ins Ohr geht. Beim ehemaligen letzten Stück „Parvardigar“ fühlt man sich fast schon manchmal in das Folk-Genre versetzt. Diese Nummer ist ein überaus unaufdringliches Lied, welches wirkt und hängenbleibt. Sehr melodiös bleibt dieser Titel im Ohr hängen. Kein Wunder also, dass Pete Townshend gerade dieses Lied als Abschluss seiner Platte wählte.

Ursprünglich waren neun Lieder auf der LP vorhanden. Die remasterte CD-Ausgabe enthält nun achtzehn Tracks, also insgesamt neun Zugaben. Die meisten davon hätten es auch ohne weiteres auf das Original-Album schaffen können. Zwei wunderschöne Instrumentalnummern sind dabei mit „His Hands“ sowie „Lantern Cabin“ enthalten. Instrumentallieder von Pete Townshend? Allein dies ist eine Investition wert und wertet das Album nochmals auf.

Fazit: Auf „Who Came First“ hört man keine indische Musik und auch keine The Who Songs. Das Album ist auch keine „Resterampe“ mit unveröffentlichten Titeln, sondern war genau so geplant. Auf „Who Came First“ hört man Pete Townshend so, wie man ihn sonst nicht kennt – zumindest nicht in dieser Ausprägung: ruhig, gedämpft und nachdenklich. Für Pete Townshend Fans ein absolutes „Muss“, aber auch The Who Freunde können hier mal andere Musik der Band hören, die trotzdem in deren Geiste entstand. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Pure & Easy, Parvardigar, His Hands



Sonntag, 24. Mai 2015

Peter Hammill – Nadir’s Big Chance




Peter Hammill – Nadir’s Big Chance


Besetzung:

Peter Hammill – voice, guitars, piano, bass


Gastmusiker:

David Jackson – saxophone
Hugh Banton – bass, piano, organ
Guy Evans – drums


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Nadir's Big Chance (3:33)
2. The Institute Of Mental Health, Burning (3:32)
3. Open Your Eyes (5:13)
4. Nobody's Business (4:09)
5. Been Alone So Long (4:11)
6. Pompeii (4:25)
7. Shingle Song (4:15)
8. Airport (3:04)
9. People You Were Going To (5:05)
10. Birthday Special (3:36)
11. Two Or Three Spectres (6:20)

Gesamtspieldauer: 47:29




„Nadir’s Big Chance“ nannte Peter Hammill sein fünftes Studio-Soloalbum, welches im Februar 1975 veröffentlicht wurde. Und obwohl alle anderen drei Musiker von Van Der Graaf Generator hier ebenfalls wieder mit vertreten sind, so ist die Platte doch eindeutig ein Peter Hammill Album geworden und keine Van Der Graaf Generator Scheibe. Auf „Nadir’s Big Chance“ gibt es die ganze Bandbreite im Schaffens des Peter Hammill zu hören. Aggressiven Rock, etwas Experimentelles und natürlich auch diese wunderschönen und eingängigen Balladen, für die Peter Hammill ebenfalls schon immer stand und steht. 

Angeblich hat sogar Johnny Rotten gesagt, dass diese Platte hier die Sex Pistols und überhaupt die Punkbewegung schwer beeindruckt und beeinflusst hatte und für dieses Genre richtungsweisend gewesen wäre. Das wiederum lässt mich schon etwas erstaunt zurück, denn Punk, nein Punk höre ich hier wahrlich nicht heraus. Auch wenn die Musik mal etwas härter wird, Punk klingt irgendwie anders. Außerdem war Progressive Rock der „Feind“ schlechthin für den Punk. Darf dann ein progressiver Musiker den Grundstein für dieses Musikgenre legen? Nun, zumindest geht Peter Hammill hier schon andere Wege, wird direkter in seiner Musik, die Songs sind kürzer, kompakter als bei Van Der Graaf Generator.

Immer präsent auf „Nadir’s Big Chance“ ist auch David Jackson mit seinem Saxophon und das ist sehr gut so, macht es doch die Musik sehr viel spannender und abwechslungsreicher. Egal ob gerockt wird oder eben die leiseren Töne im  Vordergrund stehen, das Saxophon ist immer ein integraler und bereicherndes Instrument und gleichzeitig auch Stilmittel. Peter Hammill schafft es hier zudem auch wieder, wunderschöne Melodien zu kreieren, in die sich einzutauchen wahrlich lohnt.

Fazit: Ein unglaublich abwechslungsreiches Album ist „Nadir’s Big Chance“ geworden. Irgendwie eine Werkschau des Peter Hammill, was dieser alles zu komponieren imstande ist. Auch ein wahrlich eindrucksvolles und überzeugendes Album ist diese, seine fünfte Soloscheibe geworden. Nicht so vertrackt, wie oftmals Van Der Graaf Generator Alben, etwas einfacher und geradliniger. Naja, vielleicht liegt hier ja wirklich der Punk begraben und musste nur von anderen Musikern noch völlig freigeschaufelt werden. Wer weiß das schon? Zwölf Punkte.

Anspieltipps: The Institute Of Mental Health Burning, Shingle Song, Airport



Samstag, 23. Mai 2015

Stone Temple Pilots – Purple




Stone Temple Pilots – Purple


Besetzung:

Scott Weiland – vocals, percussion, guitar
Dean DeLeo – electric and acoustic guitars, percussion, drums
Robert DeLeo – bass, guitars, percussion
Eric Kretz – drums, percussion


Gastmusiker:

Brendan O'Brien – mellotron, percussion, guitar


Label: Atlantic Records


Erscheinungsdatum: 1994


Stil: Rock, Grunge


Trackliste:

1. Meatplow (3:36)
2. Vasoline (2:57)
3. Lounge Fly (5:18)
4. Interstate Love Song (3:14)
5. Still Remains (3:33)
6. Pretty Penny (3:42)
7. Silvergun Superman (5:16)
8. Big Empty (4:54)
9. Unglued (2:34)
10. Army Ants (3:46)
11. Kitchenware & Candybars (8:06)

Gesamtspieldauer: 47:00



„Purple“ heißt das zweite Album der US-amerikanischen Band Stone Temple Pilots. Diese Scheibe war auch die erfolgreichste aller sechs bisherigen Studio-Alben der Kalifornier. Nun, seit dem Jahr 2008 gibt es die Stone Temple Pilots wieder, nachdem sie sich im Jahr 2003 vorübergehend aufgelöst hatten – es kann also noch etwas nachkommen.

Auf „Purple“ hört man gut gemachten Rock, von mir aus auch Grunge, da man in den 90er Jahren ja fast alles damit betitelte, was von der US-amerikanischen Westküste kam. Zwischen San Diego, der Heimatstadt der Musiker und Seattle, der Hochburg des Grunge, liegen zwar knapp 2000 Kilometer Luftlinie, das tut hier aber nichts zur Sache. Doch zurück zur Musik, die geht schnell ins Ohr, kann durchaus mit „hart“ umschrieben werden, wobei die Melodie jedoch nicht hinten runterfällt. „Big Empty“, „Vasoline“ und „Interstate Love Song“ wurden als Singles ausgekoppelt und konnten sich auch in den amerikanischen Billboard Charts platzieren. Allerdings nicht auf den vorderen Plätzen, wohingegen das Album „Purple“ den Spitzenplatz in den USA verbuchte.

Ein wenig verwundert es, dass die beste Nummer des Albums nicht ebenfalls als Single veröffentlicht wurde. Höhere Chart-Platzierungen wären mit „Lounge Fly“ durchaus drin gewesen. Ein richtig toller Song, der auf jeden Fall im Ohr hängenbleibt. Aber auch von den anderen Titeln gibt es viel Positives zu vermelden, wenn man denn auch dem etwas härteren Rock etwas abgewinnen kann. Sehr gelungen ist auch die letzte Nummer „Kitchenware & Candybars“, die allerdings keine acht Minuten andauert, sondern etwa 4:40. Dann gibt es etwas Stille – wie so oft bei CDs aus den 90er Jahren, als man noch dachte, der Hidden Track wäre der absolute Brüller. Nun es folgt schließlich eine Nummer, bei der man eher an Michael Bublé, denn an die Stone Temple Pilots denkt. Man hört Big Band Swing Sound und es wird über das zweite Album gesungen. Ein Gag zum Abschluss also.

Fazit: Für Grunge-Freunde ist „Purple“ bestens geeignet. Dazu versehen die Musiker ihre Musik auch noch mit tollen Melodien, sodass dem Hörerlebnis eigentlich nichts entgegensteht. Die Musik gehört durchaus der etwas härteren Fraktion an, jedoch wird dieses Stilmittel auch nicht übertrieben. Macht einfach Spaß. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Vasoline, Lounge Fly, Kitchenware & Candybars



Freitag, 22. Mai 2015

Roger Hodgson – Open The Door




Roger Hodgson – Open The Door


Besetzung:

Roger Hodgson – vocals, guitars, 12 string guitar, keyboards, harmonium, piano, pipe organ, harpsichord, bass guitar


Gastmusiker:

Alan Simon – high whistle, bodhran, harmonica
Loïc Ponthieu – drums, wavedrum
Laurent Verneret – bass guitar
Denis Banarrosh – percussion
Gerry Conway – percussion, drums
Christophe Negre – saxophone
Bruno Le Rouzic – bagpipe
Pascal Martin – uilleann pipe
Arnaud Dunoyer – hammond organ
Jean Louis Roques – accordion
Jean Pierre Meneghin – scottish drums
Gurvan Houdayer – Scottish drums
Marco Canepa – morse code
Trevor Rabin – electric guitar, keyboards, vocals
Olivier Rousseau – piano
Didier Lockwood – violin
Jean-Jacques Milteau – harmonica
Claude Samard – banjo, dobro slide guitar, bouzouki, pedal steel guitar, oud
Dominique Regef – rebec, vielle a roue
Jeff Phillips – drums
Alan Thomson – bass guitar
Zdenek Rys – oboe
Pavel Belohlavek – cello
Michel Gaucher – flute
Manuel Delgado – spanish guitar, palmas
Dan Ar Braz – arpegg. guitar
Ilana Russell (Alana Cunningham) – children's choir
Sierrah Dietz – children's chorus
Justine Black – children's chorus
Molly Katwman – children's chorus
The Symphonic Orchestra of Prague – conducted by Mario Klemens
The Bulgarian Voices "Philippopolis" – conducted by Hristo Arabadjiev


Label: Epic Records


Erscheinungsdatum: 2000


Stil: Pop


Trackliste:

1. Along Came Mary (6:24)
2. The More I Look (4:56)
3. Showdown (5:19)
4. Hungry (4:27)
5. The Garden (2:15)
6. Death And A Zoo (7:32)
7. Love Is A Thousand Times (3:29)
8. Say Goodbye (3:57)
9. Open The Door (8:55)
10. For Every Man (4:44)

Gesamtspieldauer: 52:02




Doch, doch, das ist schon irgendwie Supertramp-Musik, die man da auf dem dritten Solo-Album von Roger Hodgson zu hören bekommt. Und zwar jene Supertramp-Musik, für die sich ausschließlich Roger Hodgson auszeichnete. Die sehr viel eingängigere also, als jene von seinem Supertramp-Kollegen Rick Davies. Im Jahr 2000 ist „Open The Door“ erschienen und da diese Scheibe bisher auch die letzte war, die von Roger Hodgson veröffentlicht worden ist – im Jahr 2010 erschien lediglich noch ein Live-Album – ist zu befürchten, dass die kreative Phase des Engländers aus Portsmouth endgültig erschöpft ist.

Nun, die Platte reicht nicht an die Qualität der Supertramp Platten heran, obwohl sich einige sehr schöne Stücke darauf befinden, allerdings auch ein paar Füller, die nun so gar nicht mehr überzeugen können. Richtig gelungen ist gleich der Opener „Along Came Mary“, der nach den schottischen Highlands klingt, nach Weite, nach süßer Melancholie. Versehen mit einer tollen Melodie ist dieses Stück einer jener Ohrwürmer, für die Roger Hodgson schon immer stand. Die nächste wirklich sehr gelungene Nummer ist „The Garden“ sehr spärlich instrumentiert ist es auch hier wieder die Melodie, die sich einbrennt. Leider ist dieses Stück nur viel zu kurz. Und dann gibt es da noch das letzte Lied der Platte. Es startet wie ein Folk-Song und fast schon ein wenig zu süßlich, steigert sich dann im weiteren Verlauf aber auch deutlich und entwickelt sich ebenfalls zu einem sehr gelungenen Ohrwurm.

Nun und der Rest? Der Titelsong hält mit seinen knapp neun Minuten einiges für den Hörer parat. Geht ebenfalls ins Ohr und steigert sich schön und konsequent. Durchaus hörenswert, jedoch irgendwie nicht mehr ganz so überzeugend. Bei „Showdown“ wollte Herr Hodgson mal wie Herr Davies klingen. Ist etwas ungewohnt so einen doch eher groovenden und rockigeren Titel von ihm zu hören, aber durchaus noch gelungen. Richtig schwierig wird es allerdings mit „Hungry“. Solch simplen Pop, nein sowas möchte man irgendwie nicht hören vom ehemaligen Supertramp Mitglied und passt eher zu Bands der Kategorie „Typisch Dieter Bohlen“. Dann gibt es noch so ein paar Nummern, die wahrlich etwas zu lieblich beziehungsweise süßlich klingen, nicht ganz mein Ding, wird jemand anderes aber wieder ganz anders beurteilen – wie immer: Geschmackssache.

Fazit: Wer die Musik von Supertramp mag, die oder der wird auch „Open The Door“ von Roger Hodgson mögen. Aber selbstverständlich ist „Open The Door“ kein „Crime Of The Century“ oder „Breakfast In America“ mehr. Die einzelnen Lieder können auf „Open The Door“ mal mehr, mal etwas weniger überzeugen. Trotzdem macht die Platte in ihrer Gesamtheit Spaß und lässt an vielen Stellen durchaus nostalgische Gefühle aufkommen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Along Came Mary, The Garden, Open The Door



Donnerstag, 21. Mai 2015

Herman van Veen – Die Anziehungskraft der Erde




Herman van Veen – Die Anziehungskraft der Erde


Besetzung:

Herman van Veen – Gesang, Geige


Gastmusiker:

Erik van der Wurff – Klavier
Ernst van Tiel – Schlagzeug
Joop de Man – Bass
Chris Lookers – Gitarre
Dick Vennik – Saxophon
Harry Mooten – Akkordeon


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1981


Stil: Liedermacher


Trackliste:

1. Einsam – zweisam – dreisam (3:57)
2. Gegen seinen Willen (2:48)
3. In aller Ruhe (6:41)
4. Auseinander (4:37)
5. Verlangen (2:44)
6. Du bist wie sie (3:53)
7. Herz (4:15)
8. Am Bismarck Denkmal (4:03)
9. Schicksal (2:51)
10. Saison (3:01)
11. Ein ganz dicker Kuss (2:10)

Gesamtspieldauer: 41:03




Erneut mal etwas ganz was anderes auf diesen Seiten. „Liedermacher“ haben wir hier noch nicht so oft erwähnt, es wird also mal wieder Zeit…

„Die Anziehungskraft der Erde“ nannte der Niederländer Herman van Veen sein siebtes deutschsprachiges Soloalbum, welches im Jahr 1981 veröffentlicht wurde. Im Grunde genommen ist das sicherlich keine Musik, die man als Teenager hört… „Im Grunde genommen“, denn meinem Bruder und mir hat das in diesem Alter bereits durchaus gefallen. Das liegt sicherlich zum einen daran, dass Herman van Veen es versteht Geschichten zu erzählen, die nachdenklich machen können. Jedoch noch wichtiger, der Niederländer versteht es einfach tolle Melodien zu schreiben beziehungsweise kennt er die richtigen Leute, die diese Melodien für ihn schreiben.

Beides trifft nicht auf jedes der elf Lieder auf „Die Anziehungskraft der Erde“ zu. Manchmal klingen die Titel des Herman van Veen etwas zu rührselig in ihrer Botschaft, manchmal übertreibt Herman van Veen auch sein Tremolo in der Stimme und manchmal packen einen eben auch die Melodien nicht so richtig. Früher hat man sich dann eine Kassette genommen und seine Favoriten auf diese überspielt und konnte so, die in den eigenen Ohren nicht so gelungenen Stücke, einfach ignorieren – ohne dauernd wieder aufstehen zu müssen, um den Plattenarm etwas weiter hinten wieder abzusetzen. Heute gibt es dafür die Skip-Taste der Fernbedienung – oh Du wunderschöne technische Entwicklung.

Nun, trotzdem ist diese Platte „Die Anziehungskraft der Erde“ doch eine gute Scheibe geworden, da sich auf ihr nämlich auch richtig tolle Lieder befinden. Über allem liegt eine sehr schwere Melancholie, die sowohl die Musik wie auch die Texte betrifft. Der Tod spielt eine Rolle, Verlustängste und weitere, negative menschliche Gefühle stehen im Fokus der transportierten Botschaften. Depressiv, sollte man dabei auf jeden Fall nicht sein – ganz gefährlich. Oftmals treffend – und zwar die Gefühlswelt des Hörers. In Verbindung mit so manch schöner Melodie macht das ziemlich viel Spaß, um Musik an seinem kuscheligsten Platz entsprechend genießen zu können.

Fazit: Klar, das ist reine Geschmackssache, jedoch finden sich meiner Meinung nach Lieder auf „Die Anziehungskraft der Erde“, die mir dann doch zu „betreten“ klingen und man möchte Herman van Veen zurufen: „Kopf hoch! Hey, das Leben ist doch schön!“ Dann wiederum befinden sich auf der Platte Lieder, in die man gerne eintaucht und seien sie noch so melancholisch. Irgendetwas scheint da genau den Nerv zu treffen. Sicherlich ist das Album keine Platte, die man tagtäglich hören kann, jedoch für bestimme, nachdenkliche Momente, ist sie bestens geeignet. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Gegen seinen Willen, Du bist wie sie



Mittwoch, 20. Mai 2015

David Bowie – Baal




David Bowie – Baal


Besetzung:

David Bowie – vocals, guitar


Gastmusiker:

Tony Visconti – bass
Die weiteren Instrumente wurden von nicht weiter aufgeführten Sessionmusikern eingespielt


Label: RCA Records


Erscheinungsdatum: 1982


Stil: Filmmusik


Trackliste:

1. Baal’s Hymn (4:02)
2. Remembering Marie A (2:07)
3. Ballad Of The Adventurers (2:01)
4. The Drowned Girl (2:26)
5. The Dirty Song (0:38)

Gesamtspieldauer: 11:14




Wenn ich etwas nicht abkann, dann sind das Musicals. Ja, man könnte sogar behaupten ich hasse die Dinger. Andrew Lloyd Webber erzeugt bei mir Fluchtgedanken. Aber Baal ist ja kein richtiges Musical. Die fünf Lieder, die David Bowie hier auf dieser EP mit dem Titel „Baal“ wiedergibt entstammen dem Fernsehfilm Baal. Die Texte wurden von Berthold Brecht geschrieben und sind in seinem gleichnamigen Theaterstück zu hören. Sie wurden dann für den Film natürlich noch ins Englische übersetzt. Die Musik steuerte extra für den Fernsehfilm Dominic Muldowney bei, im Falle von „The Drowned Girl“ war es Kurt Weill, dessen Musik hierfür Verwendung fand.

Okay, kann man schnell machen, diese Scheibe ist nur etwas für eingefleischte David Bowie Fans, zumal sie heute trotz ihrer kurzen Laufzeit völlig überteuert gehandelt wird. Von der Musik her lohnt sich „Baal’s Hymn“ auf jeden Fall. Orchestral instrumentiert zeigt hier David Bowie auch all sein Können als Sänger. Spannend aufgebaut geht das Lied sofort ins Ohr und verbleibt dort durchaus auch längerfristig. Na und der Rest? Der Rest ist ganz nett, stellt allerdings sicherlich nichts Essentielles mehr dar – zumindest nicht im Liederkatalog des Davids Bowie. Zwar sind die restlichen Titel im selben Stil gehalten wie „Baal’s Hymn“, also auch wieder orchestral instrumentiert, an die Klasse des Eröffnungsstücks reichen sie jedoch nicht mehr ran.

Fazit: Ganz schwierig so etwas zu bewerten, denn der Kauf einer solchen Scheibe lohnt echt nur für den Fan oder Komplettisten, die oder der eben alles von seinem Lieblingssänger besitzen möchte. Der erste Titel der Scheibe ist wirklich klasse, der Rest noch okay bis naja. Meines Wissens nach ist „Baal“ auch nie auf CD veröffentlicht worden, lediglich einzelne Lieder. Übriggens ist „Baal“ auch die letzte Platte, die David Bowie auf RCA veröffentlichte, danach wechselte er zu EMI. So bleibt zu hoffen, dass die ganze Scheibe mal einer Kompilation beigemischt wird, damit man hierfür auch nicht zu viel zahlen muss. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Baal’s Hymn



Dienstag, 19. Mai 2015

Bauhaus – In The Flat Field




Bauhaus – In The Flat Field


Besetzung:

Peter Murphy – vocals, guitar
Daniel Ash – guitar, saxophone
David J – bass guitar
Kevin Haskins – drums


Label: 4AD


Erscheinungsdatum: 1980


Stil: Post Punk, Gothic Rock


Trackliste:

1. Double Dare (4:54)
2. In The Flat Field (5:00)
3. A God In An Alcove (4:08)
4. Dive (2:13)
5. The Spy In The Cab (4:31)
6. Small Talk Stinks (3:35)
7. St. Vitus Dance (3:31)
8. Stigmata Martyr (3:46)
9. Nerves (7:06)

Gesamtspieldauer: 38:45



Als Mitbegründer des Gothic Rock gelten Bauhaus, seitdem die Engländer „In The Flat Field“ im Jahre 1980 veröffentlicht haben – ihr erstes Album überhaupt. Interessant ist dabei auch, dass diese Platte von den britischen Musikjournalisten „geschlachtet“ wurde, bei den Fans allerdings in kürzester Zeit Kultstatus errang. Nun, wahrscheinlich liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte, was mir bei „In The Flat Field“ nur nicht ganz so eingehen will ist die Kategorisierung: „Gothic Rock“. Zumindest stehen Bauhaus nicht mit ihrem Debut-Album exemplarisch für dieses Musik-Genre. Für mich klingt das eher nach Punk beziehungsweise, wenn man so will, nach Post Punk mit einem Schuss Alternative Rock versehen.

Rein und klar und schnörkellos klingt diese Musik, ein Keyboard gibt es bei Bauhaus auf „In The Flat Field“ nur an ganz wenig ausgewählten Stellen und wird in den Credits noch nicht einmal extra erwähnt. Nicht immer klingt die Musik von Bauhaus auf ihrer ersten Platte sehr melodiös oder gar harmonisch, das ist mit Sicherheit auch nicht der Ansatz der Band. Jedoch vibriert alles bei den Engländern, die Musik ist energiegeladen und kommt ziemlich schnell auf den Punkt. Nichts lenkt vom einmal eingeschlagenen Beat ab, der wird durchgezogen, kompromisslos und absolut konsequent. Mitunter wird es dann auch mal richtiggehend psychedelisch bis experimentell, wie beim wahrlich schrägen „Stigmata Martyr“. Da kommt dann selbst bei mir nicht unbedingt Freude auf, obwohl ich exotischen Rock-Klängen eigentlich sehr zugetan bin.

Schräg klingt auch der letzte Titel „Nerves“. Aber das packt mich dann wiederum, da hier durchaus eine Melodie zu erkennen ist, die ins Ohr geht und dabei immer wieder gesteigert wird. Dazu der wahrlich ergreifende Gesang des Peter Murphy – fertig ist eines der Höhepunkte der gesamten Platte. Ein weiterer Höhepunkt findet sich im Titel „The Spy In The Cab“. Eine herrlich verschrobene und melancholische Nummer. Tolle Melodie, die sich einem zwar nicht unbedingt gleich beim ersten Hören erschließt, dann jedoch umso mehr zu wachsen scheint. Allerdings ist dieses Lied nicht ganz typisch für diese Platte, bei der dann doch eher die härteren Töne im Vordergrund stehen und nicht solch schräger Rock.

Fazit: Ein Meisterwerk stellt für mich „In The Flat Field“ sicherlich nicht dar. Obwohl es keine richtigen Ausfälle auf der Scheibe gibt, befinden sich unter den neun Titeln doch auch einige, die nicht so richtig zu zünden verstehen. Kann man sicherlich alles gut anhören und auch rocken die meisten Nummern, allerdings richtig überzeugend ist das keineswegs durchgängig. Doch ein paar Höhepinkte gibt es sicherlich, die sich auch lohnen. Ganz zum Schluss aber nochmal die Frage: Wo, an welchen Stellen soll das Gothic sein? Acht Punkte.

Anspieltipps: The Spy In The Cab, Nerves



Montag, 18. Mai 2015

The Smashing Pumpkins – Siamese Dream




The Smashing Pumpkins – Siamese Dream


Besetzung:

Billy Corgan – lead vocals, lead guitar, bass guitar, mellotron on "Spaceboy", string arrangements
James Iha – rhythm guitar, backing vocals
D'arcy Wretzky – bass guitar, backing vocals
Jimmy Chamberlin – drums


Gastmusiker:

Mike Mills – piano on "Soma"
Eric Remschneider – string arrangements and cello on "Disarm" and "Luna"
David Ragsdale – string arrangements and violin on "Disarm" and "Luna"


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Cherub Rock (4:58)
2. Quiet (3:41)
3. Today (3:19)
4. Hummer (6:57)
5. Rocket (4:06)
6. Disarm (3:17)
7. Soma (6:39)
8. Geek U.S.A. (5:13)
9. Mayonaise (5:49)
10. Spaceboy (4:28)
11. Silverfuck (8:43)
12. Sweet Sweet (1:38)
13. Luna (3:20)

Gesamtspieldauer: 1:02:16




Es hatte ganz schön gekracht bei den Smashing Pumpkins seit dem letzten und ersten Album „Gish“. Billy Corgan litt an Depressionen, Jimmy Chamberlin kam dem Heroin zu nahe und war kurz vor dem Verbrennen und James Iha sowie D'arcy Wretzky hatten sich getrennt und waren gerade auch nicht so gut drauf. Nun, manches Mal sollen solch Krisen allerdings auch hilfreich sein, neue Wege zu gehen oder noch kreativer zu werden. Nun, geht man nach der Meinung der Fangemeinde der Smashing Pumpkins, dann trifft das hier vollkommen zu. „Siamese Dream“, die zweite Smashing Pumpkins Scheibe, gilt dort häufig als das Meisterwerk der Band schlechthin – zu vergleichen nur noch mit Nirvana‘s „Nevermind“, welches zwei Jahre zuvor, 1991, erschienen war.

Nun, ganz so weit möchte ich mich nicht aus dem Fenster lehnen, obwohl „Siamese Dream“ natürlich eine tolle Scheibe geworden ist. Wer auf kraftvollen und häufig auch kompromisslosen Rock steht, die oder der dürfte hier auch sein Nirwana finden. Einige der Lieder knallen vom ersten bis zum letzten Takt durch. Andererseits gibt es allerdings auch die ruhigeren, besinnlichen Momente, während denen man dann in wunderschönen Melodien schwelgen kann. Das klingt schon alles sehr überzeugend, aber und es darf an dieser Stelle auch nicht unerwähnt bleiben, dass man zunächst jedoch einige Durchläufe der Scheibe benötigt, damit die einzelnen Titel auch wirklich ins Ziel treffen können.

Es ist die Mischung aus dieser harten Gitarrenmusik in Verbindung mit dem Gesang des Billy Corgan, die die Smashing Pumpkins unverwechselbar werden lassen. Dass die vier Musiker es auch ruhiger können, beweisen sie zum Beispiel mit „Disarm“ und hier wird die wunderschöne Melodie auch gleich mitgeliefert. Auch „Today“ geht ziemlich schnell ins Ohr, obwohl es deutlich härter eingespielt wurde. Ebenfalls sehr hörenswert: „Rocket“. Hier ist es der coole Gitarrenlauf, der einen immer wieder aufhorchen lässt. Na und wer es mal so richtig abgefahren mag, die oder der sollte sich das knapp neunminütige „Silverfuck“ reinziehen. Viel härter kann Rock nicht klingen und dazu gesellen sich auch noch ein paar schrägere Töne sowie ein ganz entspannter Mittelteil, der von Billy Corgan wohl nur deshalb mit eingebaut wurde, da jeder Mensch mal eine Pause benötigt.

Fazit: Cool ist „Siamese Dream“ geworden, da besteht überhaupt keine Frage. Wer auf harte Gitarren-lastige Musik steht, wird jede Menge Spaß an „Siamese Dream“ haben. Einige Durchläufe benötigt man zwar, dann jedoch wird alles viel vertrauter und klingt plötzlich deutlich eingängiger. So ist schließlich alles dabei. Musik zum Träumen, Musik zum Headbanging und Musik, um ungebetene Gäste schnell loszuwerden. Abwechslung pur, Rockerherz was begehrst Du mehr? Elf Punkte.

Anspieltipps: Today, Rocket, Disarm, Spaceboy