Dienstag, 31. März 2015

Eloy – Destination




Eloy – Destination


Besetzung:

Frank Bornemann – vocals, guitar
Michael Gerlach – keyboards


Gastmusiker:

Nico Baretta – drums
Klaus-Peter Matziol – bass on "Silent Revolution" and "Racing Shadows"
Detlev Goy – bass on "Jeanne d'Arc", "Fire And Ice" and "Call Of The Wild"
Helge Engelke – bass on "Destination", "Prisoner In Mind", rhythm-guitars on "Prisoner In Mind", acoustic-guitar and solo-guitar on "Fire And Ice"
Kai Steffen – solo-guitar on "Silent Revolution"
Lenny McDowell – Flute on "Destination" and "Call Of The Wild"
Classical Choir on "Jeanne d'Arc" arranged and conducted by Peter Chrastina


Label: ACI


Erscheinungsdatum: 1992


Stil: Melodic Rock, ArtRock, RetroProg


Trackliste:

1. Call Of The Wild (7:01)
2. Racing Shadows (7:12)
3. Destination (7:41)
4. Prisoner In Mind (4:27)
5. Silent Revolution (7:55)
6. Fire And Ice (5:12)
7. Eclipse Of Mankind (6:29)
8. Jeanne d'Arc (7:37)

Gesamtspieldauer: 53:37





Studio-Album Nummer 14, welches 1992 veröffentlicht wurde, nannten die beiden Musiker von Eloy „Destination“. Noch immer bestand die Band Eloy also, auch vier Jahre nach „Ra“, lediglich aus Frank Bornemann sowie Michael Gerlach. Dabei ließ sich dieses Duo nun einmal mehr in ihrer Musik von zahlreichen Gastmusikern unterstützen. Und wie bereits der Vorgänger, so gehört auch „Destination“ nicht zu den besten Werken der Band. Das klingt alles sehr nach Pop bis Mainstream Rock, etwas anbiedernd und manches Mal irgendwie auch zu konstruiert.

Ja, Eloy scheinen auf „Destination“ zu einer ganz normalen AOR Mainstream Band mutiert zu sein. Die Gitarren klingen durchaus härter, als noch zu den Anfängen der Band. Das Keyboard spielt zwar keine kleine Rolle, jedoch eine etwas reduziertere. Allerdings stimmt auch diese Aussage nicht uneingeschränkt. So ist das Titelstück, die Nummer „Destination“, fast schon dem Genre Synthie-Pop zuzurechnen. Zwar gibt es auch hier, besonders im Refrain, einen ausgeprägten Gitarrenteil, ansonsten wirkt dieses Lied jedoch äußerst konstruiert und einfach synthetisch. Dazu fällt bei diesem Titel noch auf, dass Frank Bornemann hier anscheinend Jon Anderson imitieren möchte. Dieser hohe Gesang passt nun überhaupt nicht zur Stimmanlage des Eloy-Sängers und klingt hier auch leicht deplatziert. Leider ist „Destination“ nicht das einzige Lied, bei dem Frank Bornemann diesem Gesang frönt. Da braucht man mitunter schon recht starke Nerven.

Auch die Melodien zünden irgendwie nicht so richtig. Klar werden sie vertrauter, wenn man die Scheibe immer und immer wieder hört, zu Freunden werden sie allerdings nicht – obwohl sie durchaus als eingängig zu bezeichnen sind. Noch am ehesten in die frühere Richtung geht die letzte Nummer der Platte, „Jeanne d’Arc“. Dieses Lied ist aus mehreren Teilen zusammengesetzt, die sich sehr schön ergänzen, ein Chor ist mit eingebunden und jetzt schaffen es auch mal die Melodien zu überzeugen. Leider bewirkt diese Nummer, die auch keinen Hard Rock beinhaltet, jedoch nicht mehr, den Gesamteindruck von „Destination“ wesentlich zu verbessern.

Fazit: Ich mag irgendwie keinen Mainstream Rock höre, wenn ich mir eine Eloy-Platte auflege. Auch keinen Hard Rock – obwohl ich Hard Rock durchaus mag. Bei Eloy klingt das jedoch komisch und andere Bands können das einfach besser. Das ist kein Grund, um diese Platte zu verteufeln, denn es gibt wahrlich deutlich schlechtere Musik. Aber gut ist diese krude Mischung aus harten Rock Tönen und Synthie-Pop-Anlehen auch nicht – schon gar nicht mehr, wenn man sie mit früheren und auch späteren Platten von Eloy vergleicht. Im Grunde genommen ein wirklich sehr untypisches Album von Eloy, mit lediglich einem kleinen Höhepunkt. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Call Of The Wild, Jeanne d’Arc



Montag, 30. März 2015

Yes – Fly From Here




Yes – Fly From Here


Besetzung:

Benoît David – lead vocals
Steve Howe – guitars, backing vocals, co-lead vocals
Chris Squire – bass, backing vocals, lead vocals
Geoff Downes – keyboards
Alan White – drums


Gastmusiker:

Oliver Wakeman – additional keyboards
Trevor Horn – backing vocals, additional keyboards, additional acoustic guitar
Luís Jardim – percussion
Gerard Johnson – piano


Label: Frontiers


Erscheinungsdatum: 2011


Stil: Progressive Rock, RetroProg, Rock


Trackliste:

1. Fly From Here
     1. Fly From Here – Overture (1:53)
     2. Fly From Here Pt I – We Can Fly (6:00)
     3. Fly From Here Pt II – Sad Night At The Airfield (6:41)
     4. Fly From Here Pt III – Madman At The Screens (5:16)
     5. Fly From Here Pt IV – Bumpy Ride (2:15)
     6. Fly From Here Pt V – We Can Fly (reprise) (1:44)

2. The Man You Always Wanted Me To Be (5:07)
3. Life On A Film Set (5:01)
4. Hour Of Need (3:07)
5. Solitaire (3:30)
6. Into The Storm (6:54)

Gesamtspieldauer: 47:33





Ganze zehn Jahre nach der letzten Scheibe „Magnification“ wurde im Jahr 2011 mit „Fly From Here“ das zwanzigste Studio-Album von Yes veröffentlicht. Was war die Aufregung bei den Fans nicht groß, als die Band diese Scheibe ankündigte. Legt man die Scheibe dann das erste Mal in den Player – so erging es zumindest mir – dann bekommt man ein kleines Déjà Vu. Irgendwie scheint das Gehörte vertraut zu sein. Nicht, dass man dieses „Fly From Here“ schon mal so gehört hätte, jedoch wohnt diesem zwanzigsten Album der Band ein Stil inne, der irgendwie vertraut erscheint.

Die Besetzungsliste gibt dann doch gleich Aufschluss. Zum einen fehlt Jon Anderson – das erste Mal seit Drama. Er war durch Benoît David ersetzt worden, der seine Sache auch gut macht. Und dann taucht da als Keyboarder der Name Geoff Downes auf. Schließlich auch noch Trevor Horn als Produzent, der zudem noch ein wenig Gesang, Keyboard und Gitarre beisteuert. Hm, alles irgendwie – mit Ausnahme der Besetzung des Gesangs – schon mal gehabt, nämlich auf dem Album „Drama“ aus dem Jahr 1980. Und da verwundert es dann auch nicht, dass Trevor Horn und Geoff Downes, die gerade mit den Buggles ihren Hit „Video Killed The Radio Star“ hatten und 1980 bei Yes eingestiegen waren und mit diesen eben jenes grandiose Album „Drama“ vorlegten, hier bei „Fly From Here“ maßgeblichen Einfluss auf die Yes Musik hatten. Der Song ist nämlich ein Buggles Lied, welches Trevor Horn 1980 schon an Yes „verkaufen“ wollte, welches es dann jedoch doch nicht auf „Drama“ schaffte, allerdings Teil der Live-Performance von Yes wurde.

„Fly From Here“ klingt vom Stil her durchaus ähnlich, wie „Drama“ über dreißig Jahre zuvor. Ich wurde jedenfalls daran erinnert, obwohl ich beim ersten Hören des Albums diesen Zusammenhang überhaupt nicht kannte. Es klingt so ähnlich vom Stil her, erreicht jedoch nicht ganz die Qualität von „Drama“, obwohl dieses Lied „Fly From Here“ durchaus gelungen ist und Vieles von dem überstrahlt, was Yes in den letzten dreißig Jahren zuvor veröffentlichten. Nun, aber vielleicht liegt das ja auch genau an dem Umstand, dass dieses Lied bereits über dreißig Jahre alt ist? Sei es drum. „Fly From Here“ macht Spaß, ist eine tolle progressive Nummer, abwechslungsreich, spannend, melodiös, alles eben, was man sich von einem Song wünscht, der in diesem Musikgenre beheimatet ist. Mich interessiert dabei gar nicht so sehr das Entstehungsjahr, sondern eher der Zeitpunkt, wann ich damit in Berührung komme beziehungsweise, wann es veröffentlicht wurde.

Nun, dies gilt alles für diese Suite, dieses Hauptstück der Platte „Fly From Here“. Dieser so sehr überzeugende Eindruck gilt nur noch eingeschränkt für die restlichen Stücke der Scheibe. Diese sind zwar handwerklich ebenfalls durchaus überzeugend gemacht, erreichen jedoch nicht mehr ganz die Qualität des Haupttitels. Positiv herausragen dabei jedoch noch zwei Titel. Zum einen ist das „Life On A Filmset“, ebenfalls eine Buggles-Komposition von Trevor Horn und Geoff Downes sowie der fast schon obligatorische Akustik-Track von Steve Howe, der hier „Solitaire“ heißt und wahrlich erneut begeistern kann in seiner ganzen Machart und Dynamik.

Fazit: „Fly From Here“ ist kein zweites „Drama“, da reicht die Qualität nicht ganz heran, jedoch ist „Fly From Here“ ein überzeugendes und gutes Yes-Album geworden. Da stellt sich natürlich nun die Frage, ob das überhaupt ein reguläres Yes-Album ist, bei so viel Einfluss der Buggles. Darüber kann man wohl trefflich streiten. Was man auf „Fly From Here“ zu hören bekommt macht Spaß, stellt einen kleinen Ausflug in die Vergangenheit dar und überzeugt durchaus. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Fly From Here



Sonntag, 29. März 2015

Spock’s Beard – Spock’s Beard




Spock’s Beard – Spock’s Beard


Besetzung:

Nick D'Virgilio – lead and backing vocals, drums, timpani, percussion, electric and acoustic guitars
Alan Morse – electric and acoustic guitars, backing vocals, lead vocals on "Sometimes They Stay, Sometimes They Go"
Ryo Okumoto – keyboards, backing vocals
Dave Meros – bass guitar, bass synth, sitar, backing vocals


Gastmusiker:

Leah Katz – viola
Eric Gorfain – violin
Daphne Chen – cello
Leah Katz – viola
Richard Dodd – cello
Stephanie O'Keefe – french horn
Jon Titmus – french horn
Jon Papenbrook – trumpets & flugelhorn
Eric Jorgensen – trombone
Ray Yslas – percussion
Kaylene Peoples – flute
Kiko Izumi – erhu
John Boegehold – vocals, additional guitar, synthesizers
Stan Ausmus – vocals, additional guitar
Rich Mouser – voices
The Barnhart Chorus – kids voices


Label: InsideOut Music


Erscheinungsdatum: 2006


Stil: Melodic Rock, Mainstream, Progressive Rock


Trackliste:

1. On A Perfect Day (7:45)
2. Skeletons At The Feast (6:33)
3. Is This Love (2:51)
4. All That’s Left (4:45)
5. With Your Kiss (11:46)
6. Sometimes They Stay, Sometimes They Go (4:31)
7. The Slow Crash Landing Man (5:47)
8. Wherever You Stand (5:09)
9. Hereafter (5:01)
10. As Far As The Mind Can See
I. Dreaming In The Age Of Answers (4:44)
II. Heres A Man (3:28)
III. They Know We Know (3:15)
IV. Stream Of Unconsciousness (5:22)
14. Rearranged (6:08)

Gesamtspieldauer: 1:17:11




Schlicht und ergreifend mit „Spock’s Beard“ betitelten die Musiker der gleichnamigen Band ihr neuntes Studio-Album, welches 2006 erschien. Nach dieser Scheibe sollten die Abstände zwischen den einzelnen Platten deutlich größer werden. Hier auf „Spock’s Beard“ servieren die vier verbliebenen Stammmusiker der amerikanischen RetroProg-Band erneut eine durchaus gelungene Mischung aus Progressive Rock, Mainstream Rock und teilweise mit leicht poppigen Anwandlungen unterfütterten Nummern.

Dass bei solch einer Mischung kein Meisterwerk mehr herausspringen kann, das versteht sich von selbst. Allerdings hat die Platte durchaus ihre Stärken. Das beginnt gleich mit dem Opener „On A Perfect Day”. Eine richtig gute und proggige Nummer, die immer wieder überraschende Moment für den Hörer bereithält. Dazu gesellt sich eine tolle Melodie, die sich sofort im Ohr festsetzt. Das hat was. Genau wie „All That‘s Left“. Hier bewegen sich Spock’s Beard jetzt im Grenzgebiet zwischen Rock und Pop. Der Titel ist wieder mit einer wunderschönen Melodie ausgestattet und gerade der mehrstimmige Gesang im Refrain, lässt das Lied zu etwas Besonderem werden.

Und dann ist da noch das Stück „As Far As The Mind Can See”, welches nicht nur aufgrund seiner Laufzeit von knapp 17 Minuten deutlich in die Richtung Progressive Rock driftet. Aus vier Teilen aufgebaut, wirkt diese Nummer zunächst etwas zurückhaltend im ersten Part, wird dann etwas jazziger im zweiten Teil und entfaltet seine ganze Pracht in den Abschnitten drei und vier. Hier wirkt die Musik von Spock’s Beard jetzt wieder spannend wie zu besten Neal Morse Zeiten. Auch bei dieser Nummer ist der mehrstimmige Gesang wieder besonders herauszuheben, der gerade im dritten Teil, zusammen mit der Bläserfraktion, schon etwas besonders darstellt, was man so sonst nicht unbedingt zu hören bekommt – sehr überzeugend. Dazu immer wieder überraschende Stimmungswechsel, Langeweile kommt hierbei ganz bestimmt nicht auf.

Auch sonst hat die Platte immer wieder etwas zu bieten. Sei es eine schöne Melodie, ein tolles Solo oder aber einen härteren Teil, der richtig gut zum Mitwippen animiert. Klar ist das alles meistens nichts mehr ganz Neues, nichts, was nicht schon irgendwie mal da war – aber sich laufend neu erfinden, das ist keineswegs einfach.

Fazit: Dieses, mit „Spock’s Beard“ selbstbetitelte neunte Album der Amerikaner, ist ein gutes geworden. Musik, die man gerne mal wieder auflegt, die einen nicht durchgängig wegknallt vor Ehrfurcht, die jedoch auch ihre sehr schönen Seiten hat. Wer die Musik der Band mag, wird sicherlich auch die schönen Stellen auf der Platte für sich entdecken. Wer mit Spock’s Beard noch nie so richtig warm wurde, der oder dem wird es mit „Spock’s Beard“ allerdings wieder genauso ergehen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: On A Perfect Day, All That’s Left, As Far As The Mind Can See



Samstag, 28. März 2015

Jethro Tull – Under Wraps




Jethro Tull – Under Wraps


Besetzung:

Ian Anderson – vocals, flute, acoustic guitar, drum programming, fairlight cmi
Martin Barre – guitars
Dave Pegg – electric and acoustic basses
Peter-John Vettese – keyboards, percussion


Label: Chrysalis


Erscheinungsdatum: 1984


Stil: Electronic Rock, Electronic Pop


Trackliste:

1. Lap Of Luxury (3:39)
2. Under Wraps #1 (4:02)
3. European Legacy (3:23)
4. Later, That Same Evening (3:51)
5. Saboteur (3:32)
6. Radio Free Moscow (3:40)
7. Astronomy (3:36)
8. Tundra (3:39)
9. Nobody's Car (4:06)
10. Heat (5:37)
11. Under Wraps #2 (2:14)
12. Paparazzi (3:46)
13. Apogee (5:28)
14. Automotive Engineering (4:04)
15. General Crossing (4:02)

Gesamtspieldauer: 58:47




Und wieder mal hatte es einen Stilwechsel bei Jethro Tull gegeben, die sich nun anscheinend von Platte zu Platte immer wieder neu erfinden wollten. „Under Wraps“ heißt das fünfzehnte Studio-Album von Jethro Tull aus dem Jahr 1984 und das erste, was mit dem ersten Ton dieser Scheibe an das Ohr des Hörers dringt, ist der äußerst synthetische Schlag eines Drum-Computers. Auch sonst scheint Ian Anderson hier ganz auf den Spuren des New Wave wandeln zu wollen. Überraschend an „Under Wraps“ ist auch, dass Ian Anderson hier sehr viel kompositorischen Einfluss seiner Bandkollegen zuließ, sich dieses Mal nicht fast ausschließlich selbst für die Kompositionen auszeichnet.

Ist es also diesem Einfluss oder aber dem Zeitgeist der 80er Jahre geschuldet, dass solch eine Platte die Überschrift „Jethro Tull“ trägt? Kaum mehr nachzuvollziehen, solche Songs wie „Lap Of Luxury”, „Saboteur”; „Automotive Engineering“ oder „General Crossing“ (wobei die beiden letztgenannten Titel auf der ursprünglichen Platte gar nicht vertreten sind) gehören mit zu den schlechtesten Nummern, die jemals von Jethro ´Tull aufgenommen wurden.

Leider ist auch der Rest der Platte nur unwesentlich besser geraten. Denkt man an Jethro Tull, dann denkt man an Progressive Rock, vielleicht auch noch an Folk Rock oder nur Rock, jedoch kaum an Synthie Pop. Genau solchen Synthie Pop bekommt man hier jedoch von der Band serviert. Selbst in diesem Genre kann es wahrlich gute und nette Lieder geben, genau wie auch New Wave manchmal sehr überzeugend sein kann. Das, was Jethro Tull hier auf „Under Wraps“ jedoch darbieten, gehört sicherlich nicht in die Kategorie „gut“ eingeordnet. Die Lieder klingen synthetisch und konstruiert, die Instrumentierung unterstreicht diesen Umstand noch mal ganz fett. Eingängige Melodien sind nicht vorhanden, alles wirkt unfassbar langweilig und belanglos.

Fazit: Muss man nicht unbedingt haben diese Schreibe, die bei der Wahl des schlechtesten Jethro Tull Albums ganz laut hier schreit. Klar, es waren die 80er Jahre, da war dieser Sound eben angesagt. Mag durchaus sein, jedoch war dieser Sound von Bands angesagt, die sich damit auch auskannten. Außerdem musste Jethro Tull auch nicht so klingen, wie Alben davor und danach beweisen. So bleibt „Under Wraps“ ein fast schon nerviges Album – langweilig, belanglos, komisch, eine Platte, die einen sehr faden Geschmack hinterlässt. Fünf Punkte.

Anspieltipps: European Legacy, Heat, Under Wraps #2



Freitag, 27. März 2015

Fates Warning – X




Fates Warning – X


Besetzung:

Ray Alder – vocals
Jim Matheos – guitar, keyboard, programming
Mark Zonder – drums
Joey Vera – bass


Label: Metal Blade


Erscheinungsdatum: 2004


Stil: Progressive Metal


Trackliste:

1. Left Here (6:59)
2. Simple Human (4:03)
3. River Wide Ocean Deep (6:09)
4. Another Perfect Day (4:43)
5. Heal Me (7:38)
6. Sequence #7 (2:13)
7. Crawl (4:21)
8. A Handful Of Doubt (5:06)
9. Stranger (With A Familiar Face) (4:20)
10. Wish (6:38)

Gesamtspieldauer: 52:15




Ich lasse mich immer wieder gerne inspirieren. Wenn es um Musik geht, ist mein Ohr immer offen für Neues. Glücklicherweise passiert es auch immer wieder, dass ich etwas entdecke, was ich bisher noch gar nicht kannte, gute Musik also, die ich bis zu diesem Zeitpunkt schlicht und ergreifend leider überhört hatte.

Das neueste Beispiel hierfür ist in meinem Fall die Band Fates Warning, deren zehntes Studioalbum aus dem Jahr 2004, mit dem passenden Titel „X“, meine erste Berührung mit dieser Band ist – und das vor sage und schreibe drei Wochen, also runde elf Jahre nach der Veröffentlichung dieser Platte. Die Band selber wurde 1982 im amerikanischen Hartford von fünf Musikern gründet, von denen auf dieser zehnten Scheibe nur noch Gitarrist Jim Matheos vertreten ist. Nun, der Stil von Fates Warning wird „offiziell“ mit Progressive Metal angegeben. Rock ist das sicherlich, was man auf „X“ zu hören bekommt, progressiv zweifelsohne auch immer wieder an der einen oder andern Stelle, harter Metal jedoch nur ab und an und keineswegs durchgängig.

Die Musik von Fates Warning ist allerdings durchgehend melodiös gehalten und selbst wenn die Gitarren mal etwas härter klingen, so geht die zu hörende Melodie sofort ins Ohr. Alles klingt gut durchdacht, perfekt arrangiert und der Sound ist voll und dicht. Musik zum Eintauchen, die auch keine großartig lange Anlaufzeit zum „Zünden“ benötigt. Sehr schnell wissen sich die Lieder festzusetzen und zu begeistern. Und anders, als auf so vielen anderen Alben, ist es hier nicht sie Skip-Taste, die bewirkt, dass man diesen oder jenen Song überspringt, sondern wird diese Taste jetzt dazu eingesetzt, bestimmte Lieder gleich nochmals anzuhören.

Die Stimmung auf „X“ ist im allgenmeinen eher mit melancholisch bis traurig zu umschreiben. Die Gitarren stehen ganz klar im Vordergrund, werden allerdings häufig von vollen Keyboardteppichen unterfüttert, was die einzelnen Lieder überaus kraftvoll erstrahlen lässt. Dabei sind die einzelnen Nummern ziemlich kompakt gehalten, allzu viele Experimente gibt es nicht. Das ganze Album klingt sehr rund und gefestigt in sich, sodass die Scheibe einfach einen Hörgenuss darstellt.

Fazit: Es ist immer wieder toll, musikalisch etwas Neues für sich entdecken zu können. Und was es da draußen wohl noch alles so gibt, auf was man bisher noch gar nicht gestoßen ist? Für Anregungen bin ich immer sehr dankbar… Nun sind es Fates Warning, die ich entdeckt habe und die mich durchaus begeistern. Die Band macht zumindest auf „X“ keine sonderlich komplizierte Musik, jedoch zelebriert sie hier sehr kraftvoll eingängige Stücke, die alle über eine hohe Qualität verfügen. Auch wenn das Album noch mit jedem weiteren Hören wächst, ist die Scheibe bereits beim ersten Abspielen sehr präsent und weiß zu überzeugen beziehungsweise neugierig zu machen. Eine lange Anlaufzeit ist hier definitiv nicht von Nöten. Wer auf sehr melodischen, auch härteren Rock steht, der durchaus auch mal überraschende Wendungen und Veränderungen in sich birgt, die oder der ist mit „X“ von Fates Warning bestens bedient. Elf Punkte.

Anspieltipps: Left Here, River Wide Ocean Deep, Wish



(Leider verbietet die GEMA mal wieder die Sendung der Videos. Im Falle von Fates Warning scheint das für Deutschland ziemlich allumfassend zu sein. Daher leider nur dieses qualitativ sehr schlechte Video, bei dem die Qualität der Musik leider nicht richtig rauskommt.)

Donnerstag, 26. März 2015

David Bowie – Rebel Never Gets Old




David Bowie – Rebel Never Gets Old


Besetzung:

Keine Auflistung der einzelnen Musiker


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 2004


Stil: Pop


Trackliste:

1. Rebel Never Gets Old (Radio Mix) (3:29)
2. Rebel Never Gets Old (7th Heaven Edit) (4:19)
3. Rebel Never Gets Old (7th Heaven Mix) (7:26)
4. Days (Album Version) (3:19)

Gesamtspieldauer: 18:35




Man muss nicht groß darüber rumreden. Manche Dinge braucht es einfach nicht. Eine solche Sache ist die Single „Rebel Never Gets Old“ von David Bowie. Die Nummer ist ein Zusammenschluss, ein Mix oder wie man das auch immer nennen möchte der Titel „Rebel Rebel“ vom Album „Diamond Dogs“ aus dem Jahr 1974 und „Never Get Old“ vom Album „Reality“ aus dem Jahr 2003. Beides sind keine schlechten Lieder – einzeln gesehen. Dieser Mix hier ist jedoch so etwas von unnötig und überflüssig und zerstört zusätzlich noch zwei ganz gute Nummern, dass man wirklich kopfschüttelnd beim Hören dasteht und sich fragt, was das eigentlich soll.

Das Ganze wird hier auch noch in drei verschiedenen Versionen angeboten, wobei man sich nun fragt, wer denn diese Konstruktion auch noch in alternativen Versionen hören möchte? Es ist echt grauenvoll. Nun und dann gibt es noch die Nummer „Days“, ebenfalls aus dem Album „Reality“. Ein absolutes Meisterwerk und die beste Nummer auf dem wirklich guten Album „Reality“. Ganz eindeutig.

Fazit: Sowohl der Titel „Rebel Rebel“ wie die Nummer „Never Get Old“ sind gut. „Days“ ist absolute Klasse. Alle diese Lieder gibt es auf den ganz offiziellen Alben zu hören. Die lohnen sich ganz bestimmt. Diesen Cyborg von einem Lied „Rebels Never Gets Old“ braucht jedoch kein Mensch, dieser zerstört sogar den guten Eindruck der ursprünglichen Lieder. Von daher ist es zwar schön, dass man hier „Days“ noch mal hört, aber das gibt es eben auch schon auf der normalen Platte. Somit hat diese Single eigentlich gar keine Daseinsberechtigung mehr und langweilt einfach. Drei Punkte.

Anspieltipps: Klar, „Days“! Was sonst?



Mittwoch, 25. März 2015

Camel – Landscapes




Camel – Landscapes


Besetzung:

Keine Auflistung der einzelnen Musiker


Label: Gama Records


Erscheinungsdatum: 1991


Stil: Progressive Rock, Pop, Rock, Mainstream


Trackliste:

1. Landscapes (2:41)
2. Spirit Of The Water (2:05)
3. Your Love Is Stranger Than Mine (3:23)
4. Beached (3:35)
5. Cloak & Dagger Man (3:54)
6. Skylines (4:21)
7. City Life (4:45)
8. Air Born (5:03)
9. Echoes (7:19)
10. First Light (5:04)
11. Freefall (5:53)
12. Stationary Traveller (5:37)
13. Missing (4:16)
14. Rain Dances (2:52)
15. Reflections (2:48)
16. Sanctuary / Fritha (2:35)
17. Refugee (3:47)
18. The Last Farewell (3:37)

Gesamtspieldauer: 1:13:43




„Landscapes“ ist ein Kompilations-Album der britischen Band Camel. Zusammengestellt wurden Lieder aus den verschiedenen Alben der Band bis 1984. Auf „Landscapes“ kommt es somit zu folgender Aufschlüsselung der einzelnen Lieder:

1. Camel (1973): nicht berücksichtigt
2. Mirage (1974): Freefall
3. The Snow Goose (1975): Sanctuary / Fritha
4. Moonmadness (1976): Spirit Of The Water, Air Born
5. Rain Dances (1977): Skylines, First Light, Rain Dances
6. Breathless (1978): Echoes
7. I Can See Your House From Here (1979): Your Love Is Stranger Than Mine
8. Nude (1981): Landscapes, Beached, City Life, Reflections, The Last Farewell
9. The Single Factor (1982): nicht berücksichtigt
10. Stationary Traveller (1984): Cloak & Dagger Man, Stationary Traveller, Missing, Refugee

Der Fokus auf „Landscapes“ liegt ganz eindeutig auf den etwas später veröffentlichten Alben der Band, als die Progressive Phase in der Musik bereits abgeebbt war. Von daher fragt man sich schon, wie es zu solch einer Zusammenstellung kommen kann, denn die richtig guten Platten ihrer Karriere produzierten Camel am Anfang ihres Weges.

Aber auch hier ist es wie immer, recht machen kann man es dem Hörer nie mit einer Zusammenstellung, da hier jeder seine Favoriten hat und sicherlich den einen oder anderen Lieblingstitel vermissen wird. So zeigt „Landscapes“ immerhin den Weg von Camel auf, von den eher progressiven Tönen, zu doch mehr poppigen Sounds. Dabei bleibt allerdings festzuhalten, dass in den 80er Jahren doch wieder ein paar ganz nette Lieder auf den Alben vertreten waren, die manches, was Ende der 70er Jahre oftmals „in die Hose ging“, wieder relativiert. Camel, alias Andrew Latimer, hatte durchaus noch ein paar ganz nette Ideen auf den späteren Platten, die das Anhören vielleicht doch lohnenswert machen.

Kompilationen mag ich im Grunde genommen nicht. Bei „Landscapes“ muss ich allerdings wirklich mal eine Ausnahme machen, denn wenn man nicht alle Platten der Band besitzt, kann man hier zumindest mal reinhören und vielleicht doch noch die ein oder andere interessante Scheibe für sich entdecken, die dann komplett erworben wird.

Fazit: Sehr viele Titel auf „Landscapes“ sind melodische und eingängige Instrumentalnummern – und da spielt es noch nicht mal eine Rolle, in welchem Jahrzehnt diese entstanden sind, denn viele davon können ungeachtet ihres Alters überzeugen. So bekommt man einen ganz netten Einblick über das Schaffen der Band, der sich durchaus lohnt. Dies ersetzt zwar nicht den Kauf der ersten guten Alben (und auf den Frevel, hier zwei solch Stücke wie „Sanctuary“ und „Fritha“ so zu zerstückeln, möchte ich gar nicht eingehen), jedoch merkt man, dass man auf jene Ende der 70er Jahre getrost verzichten kann. Nun, dann passiert allerdings überraschenderweise noch mal was sehr positives in den 80ern. Hätte ich nicht gedacht. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Landscapes, Spirit Of The Water, Air Born, Stationary Traveller



Dienstag, 24. März 2015

Gentle Giant – Live (Playing The Fool)




Gentle Giant – Live (Playing The Fool)


Besetzung:

Gary Green – electric guitar, acoustic guitar, 12 string guitar, alto recorder, soprano recorder, vocals, percussion
Kerry Minnear – electric piano, clavinet, hammond organ, moog, cello, vibes, tenor recorder, vocals, percussion
Derek Shulman – vocals, alto sax, soprano recorder, bass, percussion
Ray Shulman – bass, violin, acoustic guitar, soprano recorder, trumpet, vocals, percussion
John Weathers – drums, vibes, tambourine, vocals, percussion


Label: Chrysalis


Erscheinungsdatum: 1977


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Just The Same (6:08)
2. Proclamation (5:16)
3. On Reflection (6:27)
4. Excerpts From Octopus (15:38)
5. Funny Ways (8:31)
6. The Runaway (3:55)
7. Experience (5:34)
8. So Sincere (10:18)
9. Free Hand (7:39)
10. Sweet Georgia Brown (Breakdown In Brussels) (1:21)
11. Peel The Paint / I Lost My Head (Medley) (7:27)

Gesamtlaufzeit: 1:18:13




Zugegeben, manche Lieder wie ganze Platten von Gentle Giant können mitunter sehr sperrig und keineswegs einfach zugängig sein. Dass dem jedoch nicht zwangsläufig so sein muss, das beweisen die fünf Multiinstrumentalisten von Gentle Giant auf ihrem Live Album „Live (Playing The Fool). Diese Platte, die im Jahr 1976 während vier Konzerten in Düsseldorf, München, Paris und Brüssel aufgenommen und schließlich 1977 veröffentlicht wurde, quillt nur so über vor Spielfreude der Musiker und ist auch beseelt mit wunderschönen Harmonien und Melodien.

Viele der Titel wurden speziell für diese Live-Performance umarrangiert. Manche sogar so sehr, dass man erst bei genauerem Hinhören feststellt, dass es sich dabei um diesen oder jenen Titel handelt. Allerdings gewinnen die einzelnen Nummern in diesen Versionen, sie wirken noch ein wenig kraftvoller und lebendiger und – manchmal auch weniger konstruiert. Die Musik geht dabei sofort ins Ohr und es ist wahrlich eine Freude zu hören, wie die Musiker von Gentle Giant ihren mehrstimmigen Gesang so dermaßen perfekt auch live zu zelebrieren im Stande sind. Dazu auch noch die ganzen Instrumente, die hier auf der Bühne zum Einsatz kamen und von den Musikern perfekt bedient werden. Ich bin leider zu jung, um die Chance gehabt zu haben, ein solches Konzert Gentle Giants mitverfolgen zu können. Es muss allerdings für die Zuhörer sicherlich ein grandioses Ereignis gewesen sein.

„Live (Playing The Fool)” ist wie eine kleine Reise durch die Musik von Gentle Giant zu einem Zeitpunkt, an dem sie noch nicht unbedingt kommerziell klingen wollten, also versuchten, mit dem Anpassen ihres Stils an den vorherrschenden musikalischen Zeitgeist, mehr Platten zu verkaufen. Jedoch klingen Gentle Giant gerade auf diesem Album so, dass sie einfach erfolgreich sein mussten. Diese Spielfreude und Kreativität, die jedem der einzelnen Titel innewohnt, schafft kaum eine andere Band live so auf die Bühne zu bringen.

Fazit: Die Musik von Gentle Giant ist wahrlich nicht immer leicht zu verstehen. Hier auf „Live (Playing The Fool)” wird sie jedoch musikalisch entschlüsselt und das im positiven Sinne des Wortes. Die Musik klingt eindringlich, spannend, abwechslungsreich, kreativ, einfach nach etwas Besonderem. Das ist sie auch. Sehr lohnenswert. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Just The Same, Proclamation, On Reflection



Montag, 23. März 2015

Porcupine Tree – Nil Recurring (EP)




Porcupine Tree – Nil Recurring (EP)


Besetzung:

Steven Wilson – vocals, guitars, piano, keyboards
Richard Barbieri – keyboards and synthesizers
Colin Edwin – bass guitars
Gavin Harrison – drums, percussion, tapped guitar on "Nil Recurring"


Gastmusiker:

Robert Fripp – lead guitar on "Nil Recurring"
Ben Coleman – electric violin on "What Happens Now?"


Label: Transmission


Erscheinungsdatum: 2007


Stil: Progressive Rock, Progressive Metal, Independent, Alternative


Trackliste:

1. Nil Recurring (6:08)
2. Normal (7:07)
3. Cheating The Polygraph (7:06)
4. What Happens Now? (8:23)

Gesamtspieldauer: 28:46




„Nil Recurring“ ist eine EP von Porcupine Tree. Sie besteht aus vier Titeln, wobei es drei davon nicht auf das offizielle Album „Fear Of A Blank Planet“ geschafft haben. Der Titel „Normal“ hingegen, stellt eine alternative Version des Stücks „Sentimental“ dar, welches ebenfalls auf „Fear Of A Blank Planet“ vertreten ist.

Was soll man dazu sagen? Diese vier Nummern sind nicht auf dem Album vertreten, wurden tatsächlich „geopfert“ – genau diese vier Lieder. Dann schien Steven Wilson allerdings doch ein Einsehen gehabt zu haben und veröffentlichte die Titel auf dieser EP mit dem Namen „Nil Recurring“. Alle vier Nummern hätten es durchaus verdient gehabt, auf „Fear Of A Blank Planet“ vertreten zu sein. Auf dieser EP härt man absolut überzeugende Rockmusik, die dabei weit in den Bereich Progressive Rock bis Progressive Metal reicht. Die Nummer „Normal“ klingt in dieser Version sogar wie eine zusätzliche Bereicherung des offiziellen „Sentimental“. Sehr viel rockiger gehalten, hört sich das Lied wie eine Fortsetzung des auf dem offiziellen Album enthaltenen Songs an.

Auch die restlichen drei Lieder klingen absolut überzeugend, sodass man staunend dasteht und überlegt, welchen Anspruch Steven Wilson an seine Musik haben muss, dass er solche Titel als „Ausschuss“ wertet. Naja, etwas später hat er dann wohl selbst eingesehen, dass es sich hierbei ebenfalls um Perlen des modernen Progressive Rock handelt, sonst hätte er diese EP wohl nicht doch noch nachgeschoben.

Fazit: Klar, ein offizielles Album ist das nicht, dazu ist diese Scheibe viel zu kurz geraten. Obwohl es soll ja auch Bands geben, die auch heutzutage noch Platten mit etwa einer halben Stunden Laufzeit veröffentlichen. Nun, das ist allerdings ein anderes Thema. „Nil Recurring“ stellt auf jeden Fall eine sehr lohnenswerte Erweiterung des Albums „Fear Of A Blank Planet“ dar, welche jedem Porcupine Tree Fan ein Lächeln auf die Lippen zaubern dürfte – soweit sie oder er denn auch die härteren Töne der Band mag. Dadurch, dass die Scheibe allerdings so kurz ist, muss man in der Bewertung ein paar Abstriche machen. Trotzdem ist das gut. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Normal, What Happens Now?



Sonntag, 22. März 2015

Eloy – Ra




Eloy – Ra


Besetzung:

Frank Bornemann – vocals, guitar
Michael Gerlach – keyboards, drums, synth bass


Gastmusiker:

Achim Gieseler – keyboards on "Invasion Of aA Megaforce" & "Rainbow"
Stefan Höls – bass on "Invasion Of A Megaforce", backing vocals on "Dreams" & "Rainbow"
Darryl van Raalte – fretless bass on "Dreams"
Paul Harriman – bass on "Sensations"
Anette Stangenberg – vocals on "Rainbow", "Dreams" & "Invasion Of A Megaforce"
Diana Baden – whispering vocals on "Dreams"
Tommy Newton – additional guitars on "Sensations"
Udo Dahmey – drums on "Invasion Of A Megaforce"
Sue Wist – vocal intro on "Voyager Of The Future Race"


Label: ACI


Erscheinungsdatum: 1988


Stil: RetroProg, ArtRock


Trackliste:

1. Voyager Of The Future Race (9:03)
2. Sensations (5:13)
3. Dreams (8:09)
4. Invasion Of A Megaforce (7:45)
5. Rainbow (5:23)
6. Hero (6:53)

Gesamtspieldauer: 42:28




Nach vier Jahren Pause erschien 1988 das dreizehnte Studio-Album von Eloy, jener Band um den Sänger und Gitarristen Frank Bornemann, die nun zu einem Duo zusammengeschrumpft war. „Ra“ wurde mit jeder Menge Gastmusikern eingespielt und wartet durchaus mit Klängen auf, die an die letzten Veröffentlichungen erinnern. Dort war bereits festzustellen, dass Eloy nun deutlich härter klingen, als noch auf den erfolgreichen Alben Mitte bis Ende der 70er Jahre.

Jedoch hatte sich auch etwas geändert an der Musik von Eloy. Es ist der Gesang des Frank Bornemanns, der zum einen auf „Ra“ deutlich englischer als deutsch klingt, was auf jeden Fall positiv zu vermerken ist. Negativ fällt hierbei jedoch auf, dass Frank Bornemann nun Stimmhöhen ausprobiert, die der Musik von Eloy auf „Ra“ immer wieder einen sehr süßlich-poppigen Anstrich verleihen. Die Stimme Frank Bornemanns wirkt dabei selbst in dieser Tonhöhe keineswegs gepresst sondern ziemlich klar, jedoch mag man so etwas sicherlich gerne in kurzen Pop-Songs hören, bei Eloy wirkt das Ganze etwas deplatziert. Es macht die Musik, die auch hier manchmal noch einen deutlichen RetroProg Ansatz aufweist, im Verbund mit zum Teil sehr einfachen, jedoch auch eingängigen Melodien, mitunter zu allzu seichter Pop-Musik. Beispielhaft hierfür steht die Nummer „Dreams“, die wohl am ehesten mit ein paar Bierchen zu genießen ist, da man sich Musik mitunter auch „Schönsaufen“ kann, manchmal auch muss – hier wäre das definitiv angebracht.

Trotzdem hat „Ra“ auch seine Stärken. Gleich der Opener „Voyager Of The Future Race” ist eine rockige Nummer im RetroProg Gewand, die zu überzeugen weiß. Auch hier gibt es erneut sehr schöne Melodien zu erhören, die dieses Mal jedoch nicht von einer Art Falsett-Gesang zunichte gemacht werden. Ebenso ist „Invasion Of A Megaforce” eine gute und eingängige Nummer, die durchaus progressive Ansätze aufweist. Allerdings hier auch wieder zum Teil mit einem sehr komisch hohen Gesang garniert, den man einfach nicht haben muss. Dieser wird übrigens bei „Rainbow“ im Refrain fast unerträglich, da das dann so etwas von süßlich und kitschig klingt, dass man nur noch – ach ja, zum Bier greifen möchte. Die letzte Nummer „Hero“ ist dagegen wiederum durchaus gelungen, wenn auch nicht unbedingt typisch für Eloy. Hier wird jetzt doch ziemlich kräftig gerockt, das allerdings auf eine durchaus überzeugende Art und Weise.

Fazit: Die Musik auf „Ra“ ist immer wieder mal gelungen und macht Spaß, auch wenn sie manchmal schon sehr poppig klingt. Kommt dann dieser hohe Gesang dazu, wird es allerdings ein ganzes Stück schwieriger. Für die Zeit damals, 1988, ist die Platte jedoch durchaus eine gute Scheibe, wenn man überlegt, was damals so alles an Musik durch die Gegend waberte. Im Rahmen der Diskographie von Eloy ist „Ra“ dann jedoch kein gutes Album mehr. Sicherlich kein Ausfall, aber da gab es wahrlich schon deutlich bessere Scheiben, da diese hier einfach oftmals zu poppig und damit ein wenig austauschbar klingt. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Voyager Of The Future Race, Hero



Samstag, 21. März 2015

Sigur Rós – Von




Sigur Rós – Von


Besetzung:


Jón Þór Birgisson – vocals, guitar, synthesizer
Georg Hólm – bass, synthesizer
Ágúst Ævar Gunnarsson – drums, synthesizer


Label: Smekkleysa


Erscheinungsdatum: 1997


Stil: Post-Rock, Ambient


Trackliste:

1. Sigur Rós (9:47)
2. Oögun (5:50)
3. Hún Jörð (7:18)
4. Leit Að Lifi (2:34)
5. Myrkur (6:14)
6. 18 Sekúndur Fyrir Sólarupprás (0:18)
7. Hafssól (12:25)
8. Veröld Ný Og Óð (3:29)
9. Von (5:12)
10. Mistur (2:16)
11. Syndir Guðs (Opinberun Frelsarans) (7:45)
12. Rukrym (9:01)

Gesamtspieldauer: 1:12:13




Genauso gespenstisch, wie das Cover dieses ersten Albums der isländischen Band Sigur Rós aussieht, so klingt die Scheibe mit dem Titel „Von“, zu Deutsch „Hoffnung“, aus dem Jahr 1997 auch. „Von“ hält so manche Soundkollage, Ambient-Musik sowie einige Titel, die zumindest ein wenig den Aufbau eines ganz „normalen“ Liedes aufweisen, für den Hörer parat.

Stilistisch unterscheidet sich die Platte sehr deutlich von allen weiteren Scheiben, die da noch folgen sollten. Die hier noch als Trio funktionierende Band, kommt dabei mit nur wenigen Instrumenten aus, Orchester-Musiker sind noch nicht mit in den Klang eingebunden. „Von“ beginnt mit einem Lied, welches den Bandnamen „Sigur Rós“ trägt. „Sigur Rós“ bedeutet übersetzt „Sieg“ sowie „Rose“, was keinerlei Sinn ergibt und ein Wortspiel ist, welches aus dem Namen „Sigurrós“ entstand. Diesen trägt die jüngere Schwester Jón Þór Birgissons, die wenige Tage vor der Gründung der Band geboren wurde. Wie man dann allerdings bei den Worten „Sieg“ und „Rose“ oder aber bei den Gedanken an die Geburt eines kleinen Mädchens solch ein Lied komponieren kann, das ist schon äußerst überraschend. Die Nummer „Sigur Rós“ ist Musik, die einem Geisterfilm entsprungen zu sein scheint. Verzweifelte Schreie sind da zu hören, entsetzliche Geräusche und jede Menge grauenvoller Wesen, die hier mit Sicherheit nur eines im Sinn haben, nämlich irgendwelche unschuldigen Menschen zu quälen. So viel zu den Assoziationen, die hier zwangsläufig aufkommen. Die Musik selbst „quält“ jedoch keineswegs. Sie ist dicht und packend, sicherlich nicht als Hintergrundmusik geeignet, jedoch lässt sie beim Hörer, der sich darauf konzentriert, schöne Schauer entstehen, die genüsslich den Rücken herunterlaufen.

Bei „Oögun“ eröffnen sich dem Hörer nun weite und fast schon unendlich scheinende Klangwelten, die allerdings deutlich heller gehalten sind, als noch bei dem Lied zuvor. Ambient Musik ist das, ganz frei gehalten, ohne Struktur. Man hört Hintergrundgeräusche wir Regen oder Stimmengewirr, alles scheint dabei sehr schwerelos zu sein. Die Stimmungen wechseln hierbei von sehr düster, bis deutlich heller. Immer wirkt das Ganze jedoch auch ergreifend und lässt einen beim Hören nicht unberührt. Diese Art der Musik muss man lieben oder man wird sie hassen. Mit „Hún Jörð“ folgt dann die erste Nummer, die über so etwas wie eine Melodie verfügt. Dazu gesellt sich eine „schwere“ Gitarre und man kann hier nun durchaus von einem Rock-Song sprechen. Dieser stellt jedoch vor allem, durch den nicht auf ein Geschlecht zu reduzierenden Gesang des Jón Þór Birgisson, wiederum etwas Besonderes dar.

Es folgen nun Klangkollagen wie „Leit Að Lifi“, rockigere und fast schon als „normal“ zu bezeichnende Stücke wie „Myrkur“ oder eine Spielerei wie „18 Sekúndur Fyrir Sólarupprás“. Letztere ist eine Nummer, die 18 Sekunden dauert und bei der man 18 Sekunden lang gar nichts hört – Stille ist angesagt.

Im weiteren Verlauf des Albums entstehen immer wieder neue Klanggebilde und ganze Klangwelten, die wieder dem Musikgenre des Ambient zuzuordnen sind. Jedoch sind auch solche Stücke zu hören, die dann durchaus schon auf die späteren Werke der Band hinweisen, wenn diese auch noch nicht ganz so ausgereift sind, wie in den darauffolgenden Jahren. Zum Schluss gibt es schließlich mit „Rukrym“ nochmals eine sehr eigenwillige Nummer, die in den ersten fünfeinhalb Minuten nur aus Stille besteht, um dann für dreieinhalb Minuten nochmals einen Abschnitt aus „Myrkur“ wiederzugeben – allerdings rückwärts abgespielt, auf nichts anderes deutet bereits der Titel „Rukrym“ hin.

Fazit: Beeindruckend ist „Von“ von Sigur Rós wahrlich, denn das, was man hier zu hören bekommt, ist sicherlich keine 08/15-Musik, die man laufend hört. Allerdings hört man auf „Von“ auch keine einfache Musik. Begeistern können die Titel zwar durchaus, manches Mal klingt das alles jedoch auch ein wenig zu abgedreht. Die drei Musiker waren zunächst zudem nicht so ganz zufrieden mit dem Ergebnis, die Platte verkaufte sich zu Beginn auch relativ schlecht. Ganze 313 Kopien wurden von diesem Album zunächst in Island verkauft. Das änderte sich erst, als mit „Ágætis Byrjun“ zwei Jahre später der Nachfolger auf den Markt kam und in England sich der Erfolg einstellte. „Ágætis Byrjun“ bedeutet auf Deutsch "Ein guter Anfang". Nun aber ganz ausblenden sollten die Musiker ihren Erstling wahrlich nicht. Kein Meisterwerk zwar und ab und an etwas sperrig, doch wahrlich nicht schlecht und durchaus auch beeindruckend. Neun Punkte.

Anspieltipps: Sigur Rós, Hún Jörð



Freitag, 20. März 2015

The Who – The Who Sell Out





The Who – The Who Sell Out


Besetzung:

Roger Daltrey – lead and backing vocals, percussion
John Entwistle – bass guitar, backing and lead vocals, horns, sound effects
Pete Townshend – guitar, backing and lead vocals, keyboards, pennywhistle, banjo, sonovox on "Armenia In The City"
Keith Moon – drums, backing vocals, percussion, sound effects, lead vocals on "Jaguar" and "Girl's Eyes"


Gastmusiker:

Al Kooper – keyboards, organ




Erscheinungsdatum: 1967


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. Armenia City In The Sky (3:48)
2. Heinz Baked Beans (1:00)
3. Mary Anne With The Shaky Hand (2:28)
4. Odorono (2:34)
5. Tattoo (2:51)
6. Our Love Was (3:23)
7. I Can See For Miles (4:44)
8. Can't Reach You (3:03)
9. Medac (0:57)
10. Relax (2:41)
11. Silas Stingy (3:07)
12. Sunrise (3:06)
13. Rael 1 And 2 (5:44)


Bonus Tracks der remasterten Albumfassung:

14. Rael 2 (1:28)
15. Glittering Girl (3:59)
16. Melancholia (3:22)
17. Someone's Coming (2:40)
18. Jaguar (3:01)
19. Early Morning Cold Taxi (3:25)
20. Hall Of The Mountain King (4:19)
21. Girl's Eyes (3:50)
22. Mary Anne With The Shaky Hand (3:21)
23. Glow Girl (2:44)

Gesamtspieldauer: 1:11:48



„The Who Sell Out“ ist nicht nur das dritte Studioalbum der vier Engländer von The Who, es ist gleichzeitig im Grunde genommen auch das erste Konzeptalbum der Band. Ein Vorreiter also von Tommy, welches die nächste Veröffentlichung der Band darstellen sollte. Zwar wird hier inhaltlich nun keine zusammenhängende Geschichte erzählt, jedoch spiegelt das Album eine Sendung eines Londoner Radioprogramms wider, daher hört man neben den Liedern auch sogenannte Stations-Jingles sowie eingespielte Werbung. Das klingt alles sehr locker und leicht und das Alter ist dieser Platte nicht unbedingt anzuhören.

Freilich enthält „The Who Sell Out“ noch nicht diese Lieder, die The Who berühmt machen sollten und die man auf Konzeptalben wir „Tommy“ oder „Quadrophenia“ in größerer Anzahl findet. Diese herausstechenden Songs, die einem, einmal gehört, einfach nicht mehr aus dem Ohr gehen. Trotzdem macht auch diese Scheibe Spaß, denn das Liedmaterial enthält keinerlei Ausrutscher. Alles hat Qualität und weiß durchaus zu überzeugen – wenn auch nicht auf ganz hohem Niveau. So hört man auf „The Who Sell Out“ eine gut e Mischung aus Pop- und Rock-Songs, die durchaus ebenfalls zu überzeugen wissen.

Fazit: Sicherlich ist „The Who Sell Out“ nicht das Meisterwerk von The Who. Trotzdem ist diese Scheibe eine nette kleine Platte geworden, die zeigt, wohin es mit dieser Band noch gehen würde. Sowohl der Sound, wie auch die Machart der Lieder sind nicht immer uneingeschränkt den 60ern zuzuweisen, was bewirkt, dass die Platte auch heute noch an einigen Stellen sehr modern wirkt. Auch wenn das Album nicht wirklich überragend ist, Laune macht es und man hört es immer wieder gerne an. Neun Punkte.

Anspieltipps: Tattoo, I Can See For Miles



Donnerstag, 19. März 2015

Judas Priest – British Steel




Judas Priest – British Steel


Besetzung:

Rob Halford – vocals
K. K. Downing – guitar
Glenn Tipton – guitar
Ian Hill – bass guitar
Dave Holland – drums


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 1980


Stil: Heavy Metal, Hard Rock


Trackliste:

1. Rapid Fire (4:08)
2. Metal Gods (4:00)
3. Breaking The Law (2:35)
4. Grinder (3:58)
5. United (3:35)
6. You Don't Have To Be Old To Be Wise (5:04)
7. Living After Midnight (3:31)
8. The Rage (4:44)
9. Steeler (4:30)


Bonus Track:

10. Red, White & Blue (3:42)
11. Grinder - Live (4:49)

Gesamtspieldauer: 44:41




Nun es gibt ein paar Platten, die sind einfach Klassiker und von denen sollte man als aufgeschlossener Musikfreund schon mal gehört haben. Eine davon ist „British Steel“, die sechste Scheibe der britischen Heavy Metal Combo Judas Priest aus dem Jahr 1980. Meiner Meinung nach befinden sich auch die beiden bekanntesten Stücke der Band auf dem Album, die da wären, das wirklich sehr eingängige „Breaking The Law“ und die Mitgröl-Hymne „United“.

Nun, der Stil auf „British Steel“ ist Heavy Metal pur. Da wird nicht großartig rumgeeiert, da wird von der ersten bis zur letzten Sekunde ordentlich durchgerockt. Einzige Ausnahme bildet dabei Titel Nummer 10 „Red, White & Blue“, eher eine Ballade. Doch diese Nummer ist ein Bonus-Track und war ursprünglich gar nicht auf dem Album vertreten. Inhaltlich beschäftigen sich viele Songs auf „British Steel“ mit Dingen, die die damalige Jugend bewegte. Satanistische Anleihen oder Anspielungen findet man hier nicht mehr.

Man schiebt die CD ein oder legt die Platte auf, dann wird kompromisslos darauf losgerockt. Das macht durchaus Laune, keinerlei Verweichlichungen über eine knappe dreiviertel Stunde, muss man einfach „aushalten“ können. Dabei gehen die Titel auch schnell ins Ohr, lohnen sich und werden durchaus zu längerfristigen Begleitern. Und wer schon mal in einer Hard Rock Disco in die verzückten Gesichter geblickt hat, die beim Titel „United“ von Menschen mit geschlossenen Augen und nach oben gestreckten Armen einfach nur Zufriedenheit widerspiegeln, die oder der weiß, dass diese Nummer und auch diese Musik eine ganze Menge Emotionen freizusetzen versteht.

Fazit: Cooler Heavy Metal, der schon dreieinhalb Jahrzehnte auf dem Buckel hat und immer noch frisch und jung wirkt, genau den bekommt man auf British Steel zu hören. Klar sollte man dabei durchaus ein offenes Ohr für die etwas härteren Töne in der Rockmusik haben, die Melodien bleiben jedoch bei allen Hörern hängen. Elf Punkte.

Anspieltipps: Breaking The Law, United



Mittwoch, 18. März 2015

The Moody Blues – In Search Of The Lost Chord




The Moody Blues – In Search Of The Lost Chord


Besetzung:

Mike Pinder – vocals, mellotron, piano, harpsichord, acoustic guitar, bass guitar, cello, autoharp, tambura
Ray Thomas – vocals, C flute, alto flute, soprano saxophone, oboe, french horn, tambourine
Justin Hayward – vocals, acoustic guitar, electric guitar, 12-string guitar, sitar, harpsichord, bass guitar, percussion
John Lodge – vocals, bass, acoustic guitar, cello
Graeme Edge  vocals, drums, timpani, tambourine, piano, percussion, tabla, spoken vocal


Label: Decca Records


Erscheinungsdatum: 1968


Stil: ArtPop, ArtRock, Psychedelic Rock


Trackliste:

1. Departure (0:45)
2. Ride My See-Saw (3:39)
3. Dr. Livingstone, I Presume (2:58)
4. House Of Four Doors (Part 1) (4:13)
5. Legend Of A Mind (6:36)
6. House Of Four Doors (Part 2) (1:47)
7. Voices In The Sky (3:28)
8. The Best Way To Travel (3:14)
9. Visions Of Paradise (4:15)
10. The Actor (4:39)
11. The Word (0:49)
12. Om (5:52)


Bonus Tracks der remasterten Albumfassung:

13. Simple Game (Justin Hayward Vocal Mix) (3:28)
14. The Best Way To Travel (Additional Vocal Mix) (4:05)
15. Visions Of Paradise (Instrumental Sitar Mix) (4:32)
16. What Am I Doing Here (Alternate Mix) (3:55)
17. The Word (Mellotron Mix) (1:04)
18. Om (Full Version) (6:09)
19. Dr. Livingstone, I Presume (BBC Session - Top Gear 16/7/68) (2:59)
20. The Best Way To Travel (BBC Session - Top Gear 16/7/68) (3:40)
21. A Simple Game (3:44)

Gesamtspieldauer: 1:16:00




Freund der schönen Melodie, was willst Du mehr? Kaufe Dir das dritte Album der Moody Blues mit dem Titel „In Search Of The Lost Chord” aus dem Jahr 1968 und Du wirst begeistert sein. Wahrlich, denn alles auf dieser Scheibe klingt lieblich, manchmal etwas verwunschen, geht jedoch immer ins Ohr. Dies ob der Tatsache, dass den Musikern dieses Mal kein ganzes Orchester mehr zur Seite stand, wie noch beim Vorgänger „Days Of Future Passed“. Nun, was macht man da dann als ambitionierter Musiker? Genau, man lernt eben mal schnell die ganzen Instrumente und spielt sie selbst ein. So geschehen im Falle der Moody Blues auf „In Search Of The Lost Chord”, daher wohl auch der Titel der Scheibe. Unglaublich ist dies allerdings schon ein wenig – jedoch wahr.

Nun, wer auf mellotron-geschwängerte Musik steht, die symphonisch und immer absolut harmonisch und melodiös klingt, die oder der muss dieses Album einfach lieben. So manch einem Musikhörer wird das Ganze dann jedoch auch ein wenig zu süßlich klingen, was ebenfalls nicht weiter verwunderlich wäre, denn man kann wahrlich nicht behaupten, dass die Musik der Moody Blues auf „In Search Of The Lost Chord” mit Ecken und Kanten gespickt wäre. Nein, die Scheibe läuft schön gleichmäßig durch und somit hat jeder Hörer die Chance, aus einer ganzen Reihe eingängiger Nummern seinen Favoriten herauszuhören – oder sich eben gelangweilt abzuwenden.

Auch den Einfluss der Beatles kann man auf „In Search Of The Lost Chord” nachhören, denn der Besuch der vier Liverpooler in Indien bewirkte nun auch, dass die Sitar so einige Auftritte auf dem Album erhält. Aber natürlich gibt es auch jede Menge Mellotron und Querflöte zu hören. Zudem ist die Stimmung der Musik eine Besondere. „Fröhlich“ klingt auf jeden Fall anders. Über den Titeln der Moody Blues schwebt hier eine gewisse Melancholie, eine fast schon greifbare Traurigkeit. Das wiederum macht so manchen Song der Band auf ihrem dritten Album noch ein wenig ergreifender.

Fazit: Der Musik hört man das Entstehungsdatum an, zweifellos. Macht jedoch nichts, wie langweiliger 60ies Pop klingt das nämlich keinesfalls. Auch ist die Scheibe perfekt abgemischt und trotzdem steckt sehr viel Zeitgeist in den einzelnen Titeln, der in der heutigen Zeit so nicht mehr vorhanden ist. Man macht also eine kleine musikalische Zeitreise mit süßen und zum größten Teil unschuldigen Klängen. Mancher mag das vielleicht langweilig finden, andere finden das einfach nur schön. Zehn Punkte.

Anspieltipps: House Of Four Doors (Part 1), Legend Of A Mind