Mittwoch, 26. November 2014

Grobschnitt – Rockpommel’s Land




Grobschnitt – Rockpommel’s Land


Besetzung:

Eroc – drums, percussion, electronic effects, lyrics, odd devicy brainwaves
Lupo – lead guitars, acoustic guitars, duck-bum-like background vocals
Mist – keyboards, theme and conception of the story
Pop – bass guitar, ardent advocate of the vegetable and other kingdoms
Wildschwein – lead vocals, electric and acoustic guitars, beer annihilation


Label: Brain Metronome


Erscheinungsdatum: 1977


Stil: Progressive Rock, Krautrock


Trackliste:

1. Ernie’s Reise (10:56)
2. Severity Town (10:05)
3. Anywhere (4:13)
4. Rockpommel’s Land (20:55)

Gesamtspieldauer: 46:09



„Rockpommel’s Land“ ist das vierte Studioalbum der deutschen Krautrocker von Grobschnitt. Veröffentlicht wurde es im Jahr 1977 und enthält dabei äußerst symphonischen Progressive Rock. Das Konzeptalbum erzählt die Geschichte von Ernie, einem Tagträumer, der in einem seiner Abenteuer mit dem Vogel Maraboo in die Stadt „Severity Town“ fliegt, dort Freundschaften schließt und seinen Freunden letztendlich aus der Unterdrückung heraushilft.

Alles auf „Rockpommel’s Land“ ist melodisch und harmonisch. Eingängiger Progressive Rock wird hier geboten. Die aggressiven Töne oder Abschnitte, die es im Prog auch immer wieder zu hören gibt, diese fehlen hier absolut und vollständig. „Rockpommel’s Land“ ist auf Harmonien ausgerichtet, das einzige, was manches Mal etwas rauer klingt, das ist die Stimme Wildschweins, die mitunter ruhig auch ein klein wenig lieblicher hätte klingen können, in all diesem „Wohlklang“. Die Musik erinnert stark an die offensichtlichen Vorbilder Grobschnitts aus England, die nur wenige Jahre zuvor ebensolche Musik veröffentlichten. 1977 waren diese „Vorbilder“ jedoch, offensichtlich beeinflusst durch die aufkommende Punk-Welle, zumeist deutlich poppiger oder rockiger geworden. Grobschnitt hält mit diesem Album jedoch die Fahne des melodiösen und sanften Progressive Rock hoch.

Es wird viel erzählt auf „Rockpommel’s Land“. Soll heißen, ausgedehnte Instrumentalpassagen - wie zum Beispiel auf „Solar Music“ gibt es hier nicht zu hören. Die Stimme Wildschweins ist allgegenwärtig. Auch drängt sich kein Instrument besonders in den Vordergrund. Alles scheint gleichberechtigt zu sein und genau so wirkt die komplette Scheibe dann auch, wie ein Miteinander verschiedener Musiker, die Spaß am Zusammenspiel haben. Die Musik geht schnell ins Ohr und verbleibt dort auch, wenn man denn auf diese melodische Melange aus Prog Rock und Krautrock steht.

Fazit: Durchaus gelungen, was Grobschnitt hier ihren Hörern bieten. Wenn man sich dann noch die Zeit nimmt, die Kopfhörer aufsetzt und es sich auf dem Sofa bequem macht, dann ist diese dreiviertel Stunde Spieldauer des Albums wie ein kleiner Film vor dem geistigen Auge, denn dem Text kann man auch sehr gut ohne allzu große Englischkenntnisse folgen. Empfehlenswert für alle Freunde von Yes, Genesis und auch Renaissance, die diese Bands gerade wegen ihrer harmonisch melodiösen Musik der frühen 70er Jahre lieben. Natürlich auch ein Meilenstein in der Diskographie von Grobschnitt selbst. An Solar Music kommt die Scheibe allerdings nicht heran. Elf Punkte.

Anspieltipps: Sollte man gesamt durchhören.