Dienstag, 30. September 2014

Klaus Schulze – Moondawn




Klaus Schulze – Moondawn


Besetzung:

Klaus Schulze – moog, arp 2600, arp odyssey, ems synthi-a, farfisa syntorchestra, crumar keyboards, sequenzer synthanorma 3-12


Gastmusiker:

Harald Grosskopf – drums


Label: Brain Records


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Elektronische Musik, Instrumentalmusik


Trackliste:

1. Floating (27:15)
2. Mindphaser (25:22)

Gesamtspieldauer: 52:37




Mich hat es schon immer interessiert in so ein Raumschiff, eine Rakete einzusteigen. Ich werde unfassbar stark gegen meinen Sitz gepresst, als die Rakete versucht, der Anziehungskraft der Erde zu entgehen. Alles wird plötzlich schwarz und dann sehe ich ihn neben mir, den Mond, der mir zusätzlich noch einmal Schwung verleiht. Ich nähere mich Mars, dessen „Kanäle“ ich von hier aus bestens sehen kann. Der gewaltige Jupiter, mit seinem roten Fleck und den galileischen Monden, Io, Europa, Ganymed und Callisto erscheint. Alles sieht so wunderschön aus, so friedlich, so ruhig und auch so farbenprächtig. Und dann sehe ich Saturn mit seinem eindrucksvollen Ring und ich bin fasziniert und jetzt wird mir auf einmal auch die Musik um mich herum wieder gewahr. Ich öffne die Augen, sehe mich auf dem Sofa liegen, doch diese Musik zwingt mich erneut die Augen zu schließen und meine Reise in Richtung Neptun und Uranus fortzusetzten. Es gibt noch so viel zu entdecken hier.

Leider ist der Weltraum still. Absolut still, nur ganz selten ist da mal etwas zu hören. Wenn dieser jedoch mit Musik angefüllt wäre, dann bin ich mir sicher, würde man Klaus Schulzes „Moondawn“ hören. Und außerdem, sein sechstes Album muss er einfach auf einem Trip zu den Sternen hin geschrieben haben. Anders lässt sich diese sphärische Musik, die durchaus auch treibend und „fließend“ ist, wie es ein Titel bereits aussagt, einfach nicht komponieren. Synthesizer-Musik, die unweigerlich Assoziationen zum Weltraum und den Sternen aufkommen lässt. Dicht gepackt, voll und intensiv wird hier der Geist auf die Reise geschickt. Das ist mitunter durchaus meditativ, denn allzu viel passiert auch nicht in diesen etwas über fünfzig Minuten. Und doch ist es unglaublich anregend, für Geist und Seele.

Fazit: Esoterische Musik ist das nicht, aber meditative auf jeden Fall. Mal was ganz anderes und sehr entspannendes. „Moondawn“ kann man zugegebenermaßen nicht immer hören, jedoch findet sich auch immer wieder eine Gelegenheit dafür. Wer sphärische Synthesizerklänge liebt, wird dieses Album lieben, denn damit bekommt er die volle Ladung davon. Elf Punkte.

Anspieltipps: Floating



Montag, 29. September 2014

King Crimson – Three Of A Perfect Pair




King Crimson – Three Of A Perfect Pair


Besetzung:

Adrian Belew – vocals, fretted guitar, fretless guitar
Robert Fripp – guitar
Tony Levin – bass, stick, synth, vocals
Bill Bruford – acoustic and electric drumming




Erscheinungsdatum: 1984


Stil: ArtPop, Progressive Rock


Trackliste:

1. Three Of A Perfect Pair (4:13)
2. Model Man  (3:49)
3. Sleepless (5:24)
4. Man With An Open Heart (3:05)
5. Nuages (That Which Passes, Passes Like Clouds) (4:47)
6. Industry (7:04)
7. Dig Me (3:16)
8. No Warning (3:29)
9. Larks' Tongues In Aspic (Part III) (6:05)

Gesamtspieldauer: 40:59



Es ist schon sehr beeindruckend, was King Crimson hier mit „Three Of A Perfect Pair“, ihrem zehnten Studioalbum, veröffentlichten. In der Diaspora des Progressive Rock der 80er Jahre legten die vier Musiker erneut eine sehr packende Scheibe vor, die absolut in der Tradition der beiden Vorgänger „Discipline“ und „Beat“ steht. Natürlich ist das keine Musik mehr, die jeden automatisch anspricht, dazu ist das Ganze dann zum Teil zu verschroben und abgefahren. So richtig eingängig auf das erste Hören ist hier nichts. Jedoch, nicht wie ein guter Wein, wächst dieses Album im Laufe der Zeit, sondern mit jedem weiteren Einlegen in den CD-Player oder eben Auflegen auf den Plattenteller. So viel Zeit sich beweisen zu können, bekommt derartige Musik jedoch im Radio nicht, bekam sie auch damals schon nicht, sodass man hier schon spezielle Spartensender suchen muss, um derartige Musik zu hören, die garantiert nicht massenkompatibel ist.

Die Rhythmik steht einmal mehr im Vordergrund bei King Crimson. Was Tony Levin und Bill Bruford hier an Bass und Schlagzeug zelebrieren, lässt kein Bein ruhig bleiben. Da zuckt es ganz automatisch. Dazu auch immer wieder die fast schon monoton und redundanten Gitarrenakkorde des Robert Fripp und die Musik scheint zu pulsieren und wirkt einfach ansteckend auf das vegetative Nervensystem. Allerdings gibt es auch die sphärischeren Passagen und Lieder, in denen alles zu gleiten scheint, alles so schwerelos und entrückt wirkt, sodass man diese eben ganz ruhig auf dem Sofa genießen sollte. Und das ist ein weiterer Punkt, der dieses Album ausmacht. Diese Varianz an Stimmungen. Atmosphären werden geschaffen und gehen und man wird auf einer kleinen musikalischen Reise durch das Album geführt.

Fazit: „Three Of A Perfect Pair“ ist wahrlich keine ganz leichte Kost. Die speziellen Antennen für solche Art der Musik muss man definitiv besitzen, ansonsten bleibt das Album ungespielt unter irgendeinem Stapel liegen. Wer jedoch Spaß an sehr abwechslungsreichem Progressive Rock hat, der nicht unbedingt sofort zugänglich ist und erst erarbeitet werden will, die oder der hat hier eine ganze Menge zu entdecken. Und dann kann es natürlich auch passieren, dass man ganz zufrieden in diese Musik eintaucht, die Tür öffnet sich und jemand meint: „Oh Gott, was hörst Du denn da?“ Musik ist herrlich. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Three Of A Perfect Pair



Sonntag, 28. September 2014

The Beatles – Past Masters




The Beatles – Past Masters


Besetzung:

John Lennon –vocals, guitars, piano
Paul McCartney –vocals, bass, piano
George Harrison –vocals, guitars
Ringo Starr – drums, percussion


Gastmusiker:

Jede Menge, jedoch nicht einzeln aufgeführt

Label: EMI


Erscheinungsdatum: 2009


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

Past Masters, Volume One

1. Love Me Do (from 5 October 1962 A-side, the original single version on Parlophone, recorded on 4 September 1962, featuring Ringo Starr on drums; mono) (2:24)
2. From Me To You (from 11 April 1963 A-side; mono, stereo on 2009 remasters) (1:58)
3. Thank You Girl (from 11 April 1963 B-side; mono, stereo on 2009 remasters) (2:04)
4. She Loves You (from 23 August 1963 A-side; mono) (2:21)
5. I'll Get You (from 23 August 1963 B-side; mono) (2:06)
6. I Want To Hold Your Hand (from 29 November 1963 A-side) (2:27)
7. This Boy (from 29 November 1963 B-side) (2:16)
8. Komm, Gib Mir Deine Hand (from 5 March 1964 German single; very narrow stereo, wider stereo on 2009 remasters) (2:27)
9. Sie Liebt Dich (from 5 March 1964 German single; very narrow stereo, wider stereo on 2009 remasters) (2:20)
10. Long Tall Sally (from 19 June 1964 Long Tall Sally EP) (2:03)
11. I Call Your Name (from Long Tall Sally EP) (2:09)
12. Slow Down (Larry Williams) (from Long Tall Sally EP) (2:56)
13. Matchbox (Carl Perkins) (from Long Tall Sally EP) Ringo Starr (1:59)
14. I Feel Fine (from 27 November 1964 A-side) (2:20)
15. She's A Woman (from 27 November 1964 B-side) (3:03)
16. Bad Boy (Williams) (from 14 June 1965 US album Beatles VI, 10 December 1966 UK album A Collection of Beatles Oldies) (2:21)
17. Yes It Is (from 9 April 1965 B-side of "Ticket to Ride") (2:43)
18. I'm Down (from 23 July 1965 B-side of "Help!") (2:32)

Spieldauer CD1: 42:29


Past Masters, Volume Two

1. Day Tripper (from 3 December 1965 double A-side) (2:50)
2. We Can Work It Out (from 3 December 1965 double A-side) (2:16)
3. Paperback Writer (from 10 June 1966 A-side) (2:19)
4. Rain (from 10 June 1966 B-side) (3:02)
5. Lady Madonna (from 15 March 1968 A-side) (2:18)
6. The Inner Light (15 March 1968 B-side) (2:37)
7. Hey Jude (from 30 August 1968 A-side) (7:08)
8. Revolution (from 30 August 1968 single version B-side) (3:25)
9. Get Back (from 11 April 1969 single version A-side) (3:15)
10. Don't Let Me Down (from 11 April 1969 B-side) (3:35)
11. The Ballad Of John And Yoko (from 30 May 1969 A-side) (3:00)
12. Old Brown Shoe (Harrison) (30 May 1969 B-side) (3:18)
13. Across The Universe (12 December 1969 "Wildlife" version from the charity album No One's Gonna Change Our World) (3:49)
14. Let It Be (from 6 March 1970 single version A-side) (3:51)
15. You Know My Name (Look Up The Number) (from 6 March 1970 B-side; mono) (4:19)

Spieldauer CD2: 50:59

Gesamtspieldauer CD1 & CD2: 1:33:28




1988 wurden zum ersten Mal die Platten der Beatles auf CD veröffentlicht. Alle darauf nicht enthaltenen Stücke, die B-Seiten oder Lieder, die sonstige Raritäten darstellten, wurde separat auf zwei CD’s, „Past Masters Volume One“ und „Past Masters Volume Two“, veröffentlicht. Im Jahr 2009 gab es dann eine remasterte Fassung dieser beiden Veröffentlichungen, die jetzt zu einer Doppel-CD zusammengefast wurden und die zum Teil ursprünglich in Mono eingespielten Titel nun in Stereo-Versionen enthielten. CD1 enthält dabei Lieder, die zwischen 1962 und 1965 entstanden sind. Bei CD2 sind es dann jene aus den Jahren 1965 bis 1970. Alles also chronologisch angeordnet.

Gut, die Musik kennt man größtenteils, da es sich hierbei häufig lediglich um etwas alternative Versionen handelt. Interessant natürlich für uns hier in Deutschland, die beiden Deutsch eingesungenen Titel „Komm, Gib Mir Deine Hand“ und „Sie Liebt Dich“. Beide Nummern wirken sogar sehr gelungen, obwohl man sich in den englischen Fassungen natürlich doch ein wenig mehr zu Hause fühlt.

Die Qualität der Aufnahmen ist nicht ganz einheitlich, was auch nicht weiter überrascht, da die Nummern auch über einen längeren Zeitraum eingespielt wurden. Ansonsten laufen die CD’s so durch, richtig umhauen können einen die Stücke nicht so ganz. Zudem kennt man sie bereits von den Originalalben.

Fazit: Eher was für die Hardcore-Fans. Die Beatles kennenlernen kann man mit diesem Album nicht richtig, da bieten sich sehr viel eher die Original Alben an oder, wenn es denn sein muss, auch noch das Rote Album und sein Pendant, das Blaue Album. Ansonsten ganz nett, aber sicherlich nichts Weltbewegendes. Für Fans jedoch selbstverständlich ein Muss. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Komm, Gib Mir Deine Hand, Sie Liebt Dich



Samstag, 27. September 2014

Pete Townshend & Ronnie Lane – Rough Mix




Pete Townshend & Ronnie Lane – Rough Mix


Besetzung:

Ronnie Lane and Pete Townshend – vocals, guitars, electric guitars, mandolins, bass guitars, banjos, ukuleles
Edwin Astley – orchestrations on "Street In The City"
John "Rabbit" Bundrick – organ, Fender Rhodes on "Nowhere To Run," "Rough Mix," "Keep Me Turning," "Heart To Hang Onto"
Boz Burrell – bass guitar on "Heart To Hang Onto" and "Till The Rivers All Run Dry"
Mel Collins – saxophones on "Catmelody"
Eric Clapton – guitars, dobro on "Rough Mix," "Annie," "April Fool," "Till The Rivers All Run Dry"
Julian Diggle – percussion on "Misunderstood"
John Entwistle – horns, vocals on "Heart To Hang Onto" and "Till The Rivers All Run Dry"
Peter Hope Evans – harmonica on "Nowhere To Run," "Misunderstood"
Benny Gallagher – accordion on "Annie"
Tony Gilbert – orchestral leader on "Street In The City"
Chris Green – principal cello on "Street In The City"
Charlie Hart – violin on "Annie"
Chris Laurence – principal bass on "Street In The City"
Graham Lyle – twelve-string guitar on "Annie"
Dave Markee – double bass on "Annie" and "April Fool"
Billy Nicholls – vocal on "Till the Rivers All Run Dry"
Steve Shingles – principal viola on "Street In The City"
Henry Spinetti – drums on "Nowhere To Run," "Rough Mix," "Keep Me Turning," "Heart To Hang Onto," "Till The Rivers All Run Dry"
Ian Stewart – piano on "Catmelody"
Charles Vorsanger – principal second violin on "Street In The City"
Charlie Watts – drums on "My Baby Gives It Away" and "Catmelody"


Label: InsideOut Music


Erscheinungsdatum: 1977


Stil: Rock


Trackliste:

1. My Baby Gives It Away (4:03)
2. Nowhere To Run (3:18)
3. Rough Mix (3:12)
4. Annie (2:57)
5. Keep Me Turning (3:47)
6. Catmelody (3:12)
7. Misunderstood (3:01)
8. April Fool (3:34)
9. Street In The City (6:07)
10. Heart To Hang Onto (4:29)
11. Till The Rivers All Run Dry (3:54)


Bonus Tracks:

12. Only You (4:29)
13. Good Question (3:35)
14. Silly Little Man (3:44)

Gesamtspieldauer: 53:23




The Who hatten gerade eine kleine Schaffenspause eingelegt und Ronnie Lane verließ die kurz zuvor wiedervereinigten „Small Faces" noch vor der Einspielung eines neuen Albums frustriert. Pete Townshend und Ronnie Lane, die sich als Musiker und Songschreiber sehr schätzten, beschlossen, gemeinsam ein neues Album aufzunehmen. 1977 wurde dieses schließlich unter dem Titel „Rough Mix" veröffentlicht. Leider blieb dieses Werk jedoch weitestgehend unbeachtet, denn wer auf gut gemachte Pop und auch auf Folk Musik steht, der sollte sich diese Platte durchaus mal zu Gemüte führen. Die Musik-Kritiker lobten übrigens diese Scheibe sehr.

Es gibt hier einiges zu entdecken, vor allem jedoch gut und intelligent gemachte Pop und Rock Musik, die manches Mal einen Einschlag in das Folk-Genre aufweist – zugegebenermaßen gibt es auch ein Stück, welches an Country erinnert. Die Texte sind jedoch intelligent und spannend geschrieben, die Melodien sehr eingängig, sodass auch dieser gewisse Wiedererkennungswert durchaus gegeben ist. Jedem der elf von Pete Townshend oder Ronnie Lane allein oder gemeinsam geschriebenen Stücke des Albums wohnt etwas inne, soll heißen, das Zuhören macht einfach Spaß. Einen „Füller" gibt es auch nicht so richtig, aber mit „Misunderstood”, „Street In The City“ und „Heart To Hang Onto” gibt es einige Höhepunkte, sodass „Rough Mix“ sicherlich für jeden Pop-Rock-Freund eine Bereicherung darstellt.

Ronnie Lane verstarb am 4. Juni 1997 an Multipler Sklerose, einer Krankheit, die kurz vor den Aufnahmen zu diesem Album bei ihm diagnostiziert worden war. Von daher ist dieses Album auch irgendwie ein Teil, seiner Lebensgeschichte. Als Gastmusiker haben unter anderem Charlie Watts, Eric Clapton, John Entwistle, Boz Burrell, Henry Spinetti, Mel Collins und etliche weitere zu dem Gelingen dieser Platte beigetragen.

Fazit: Wahrlich gut gemachte Musik. Bei meiner Platte ist „Heart To Hang Onto“ das letzte Lied der zweiten Seite. Auf der CD-Ausgabe, die ich auch besitze, ist angeblich „Till The Rivers All Run Dry“ die letzte Nummer. Egal, „The Who Fans“ werden hier nicht auf ihre Kosten kommen. „Pete Townshend Fans“ jedoch definitiv. Ach ja und für „Ronnie Lane Fans“ ist dieses Album ein „Must Have“. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Heart To Hang Onto



Freitag, 26. September 2014

Smokie – The Best Of Smokie




Smokie – The Best Of Smokie


Besetzung:

Chris Norman – lead vocals, rhythm guitar
Alan Silson – lead guitar, vocals
Terry Uttley – bass, vocals
Pete Spencer – drums


Label: Telstar


Erscheinungsdatum: 1990


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. Living Next Door To Alice (3:37)
2. Oh Carol (3:40)
3. If You Think You Know How To Love Me (3:59)
4. Boulevard Of Broken Dreams (4:29)
5. For A Few Dollars More (3:59)
6. My Heart Is True (3:37)
7. Take Good Care Of My Baby (3:31)
8. Something's Been Making Me Blue (3:01)
9. Tambourine Man (3:54)
10. I'll Meet You At Midnight (3:22)
11. Lay Back In The Arms Of Someone (4:24)
12. Think About The Night (3:56)
13. Wild Angels (4:29)
14. Norwegian Girl (3:52)
15. It's Your Life (3:37)
16. ock Away Your Teardrops (4:01)
17. Don't Play Your Rock 'N Roll To Me (3:33)
18. Needles And Pins (2:51)

Gesamtspieldauer: 1:07:53




Nun, in Zeiten des Nichtraucherschutzes ist es natürlich nicht sehr zeitgemäß, sich heutzutage noch Smokie zu nennen. Doch das sei der Band verziehen, denn tatsächlich gibt es Smokie bereits seit 1964, obwohl erst elf Jahre später das erste Album veröffentlicht wurde. Nun und zu der Zeit der Gründung, schien das Rauchen auch noch nicht so gefährlich zu sein… Smokie gibt es auch heute noch, auch wenn die letzten sechs Alben keinerlei Chartplatzierungen mehr erreichten – anscheinend in keinem Land dieser Erde.

Ihre Blütezeit hatte die Band Mitte der 70er Jahre, bis in den Anfang der 80er hinein. Ich muss leider gestehen, mich hat das noch nie angesprochen, was ich da immer so von Smokie zu hören bekam. Das war alles so offensichtlich eingängig, um Singles zu verkaufen. Dazu diese extrem schmalzigen Texte, bei denen man als Mann rot werden müsste, wenn man sie singt. Nicht so jedoch Chris Norman, aber vielleicht war er auch immer nur sehr gut geschminkt?

Viele Jahre später gibt es dann ein Best Of… Album für schlappe 2,99 Euro. „Smokie? War nie so mein Ding, aber mit dem nötigen Abstand? Vielleicht habe ich ja etwas überhört, denn erfolgreich waren sie ja!“ Blöde Überlegung, denn Modern Talking oder Backstreet Boys waren auch erfolgreich. Und nein, ich hatte leider auch nichts überhört. Im Gegenteil, die Texte scheinen noch an triefigem Schmalz zugelegt zu haben und die Musik ist so etwas von flach und passt mit der Adaption von „Living Next Door To Alice“ in Form von „Who the f… is Alice“ bestens auf die Wiesn, wenn man bereits drei Maß getankt hat. Melodien, die zwar nicht zum Fortlaufen sind, jedoch einfach nicht dafür geschaffen zu sein scheinen, mehrmals gehört zu werden. Denn dann gehen sie einem auf den Senkel. Und überhaupt, ansonsten regt einen dieses „Tsching-Bums-Tsching-Bums“, welches irgendwie jeden Takt vorzugeben scheint, unglaublich auf und nervt spätestens beim zweiten Lied.

Fazit: Viele Leute werden das sicherlich ganz anders sehen, da sie diese Musik damals begleitet hat. Mich auch, aber genervt hat sie damals schon, zumindest mich. Wer jedoch gerne mal in alten Erinnerungen schwelgen möchte und wahrlich ganz schnell eingängige Musik liebt, die oder der kann hier wahrlich nichts falsch machen. Alle Hits sind auch vertreten und noch ein paar mehr Lieder, von denen man allerdings nicht unbedingt ausgehen kann, dass es auch Hits waren, da völlig unbekannt. Dieses Best Of… Album ist Pop-Rock für den schnellen Gebrauch, der zwar keinem weh tut, aber bei mehr als zwei Liedern dann doch des Guten zu viel ist. Vier Punkte.

Anspieltipps: Needles And Pins



Donnerstag, 25. September 2014

The Sensational Alex Harvey Band – Live




The Sensational Alex Harvey Band – Live


Besetzung:

Alex Harvey – lead vocals, guitar
Zal Cleminson – guitar
Chris Glen – bass guitar
Hugh McKenna – keyboards, synthesizer
Ted McKenna – drums


Gastmusiker:

B.J. Cole – pedal steel guitar


Label: Phonogramm


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Rock, Live-Album


Trackliste:

1. Fanfare (Justly, Skillfully, Magnanimously) (1:25)
2. Faith Healer (6:51)
3. Tomahawk Kid (5:45)
4. Vambo (9:31)
5. Give My Compliments To The Chef (6:47)
6. Delilah (5:18)
7. Framed (11:03)

Gesamtspieldauer: 46:39




Kurz mit „Live“ betitelt, ist dieses Album das erste Live-Album, welches von der Sensational Alex Harvey Band veröffentlicht wurde. Gleichzeitig war es die vierte Platte der Band überhaupt. Nun, wenn man auf ein Konzert geht, hofft am natürlich immer, dass dieses oder jenes Lied gespielt werden wird. Nicht anders verhält es sich bei der Zusammenstellung auf einem Live-Album. „Sind denn da auch die besten Lieder mit vertreten?“

Bei der Zusammenstellung dieses Albums legten die Musiker offensichtlich sehr viel Wert auf den Umstand, dass es auch ordentlich „knallen“ sollte. Hier wird gerockt bis zum Umfallen, Zal Cleminson holt alles aus seiner Gitarre raus und auch die anderen Musiker lassen sich nicht zwei Mal bitten. Die einzelnen Titel werden natürlich in einer etwas anderen Form wiedergegeben, da es durchaus immer wieder einen gewissen Reiz besitzt, dieses oder jenes Lied mal in anderem Gewand zu genießen. Dies kann der Band auch als durchaus gelungen attestiert werden, obwohl „Faith Healer“ natürlich in seiner Originalform schon etwas ganz Besonderes darstellt, was sicherlich auf einer Bühne nicht so ohne weiteres zu reproduzieren ist.

Ein wenig Wasser gerät allerdings in den Wein, wenn man über die Qualität der Aufnahme ein Wörtchen verlieren möchte. Diese ist leider nicht ganz so gelungen. Mitunter wirkt es ein wenig dumpf und gerade wenn so richtig gerockt wird, muss man aufpassen, dass man als Hörer nicht ganz in einem dicken, fetten und zähflüssigen Soundbrei versinkt.

Fazit: Dieses Album ist einzeln gekauft inzwischen fast schon eine Rarität und nur überteuert zu bekommen. Lohnt sich vielleicht für Sammler und Komplettisten. Die Musik ist begeisternd, keine Frage, auch Rock-Fans werden daran ihre Freude haben. Man spürt zudem, wie Alex Harvey sein Publikum in den Bann zog, als er auf der Bühne stand. Da stören den Konzertbesucher dann auch einige Rückkopplungen nicht. Aber ein wenig den Hörer der schlechte Sound, wenn man nur das Album hört. Kleiner Nachteil, trotzdem macht das Gehörte Spaß. Acht Punkte.

Anspieltipps: Vambo



Mittwoch, 24. September 2014

Kansas – Masque




Kansas – Masque


Besetzung:

Phil Ehart – drums, percussion
Dave Hope – bass guitar
Kerry Livgren – guitars, keyboards, vocals
Robby Steinhardt – violin, lead vocals (tracks 4, 5, 7, and 8)
Steve Walsh – keyboards, lead vocals
Rich Williams – guitars


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Rock


Trackliste:

1. It Takes A Woman's Love (To Make A Man) (3:08)
2. Two Cents Worth (3:08)
3. Icarus (Borne On Wings Of Steel) (6:04)
4. All The World (7:11)
5. Child Of Innocence (4:37)
6. It's You (2:32)
7. Mysteries And Mayhem (4:19)
8. The Pinnacle (9:45)


Bonus Tracks:

9. Child Of Innocence (Demo Version) (5:07)
10. It's You (Demo Version) (2:41)

Gesamtspieldauer: 48:32




Bei „Masque“ handelt es sich um das dritte Album von Kansas. Das Album fällt zunächst mal wegen seines Covers auf, das ein Bild des italienischen Malers Giuseppe Arcimboldo (1527-1593) zeigt, welches sich im Original im Kunsthistorischen Museum von Wien befindet. Und dann fällt auch gleich etwas auf beim dieses Albums, welches sie schon deutlich von seinen beiden Vorgängern unterscheidet: Auf „Masque“ rocken Kansas!

Von daher ist es einigermaßen schwierig, dieses Album in eines der Musikgenres einzustufen, für die Kansas auch zu Beginn stand, nämlich dem Genre des Progressive Rock. Tatsächlich damit hat „Masque“ nur am Rande etwas gemein. Auf dieser dritten Platte von Kansas wird hauptsächlich gerockt, da werden sehr viel weniger Experimente gefahren als zuvor und auch noch als danach. Kansas standen unter Druck, es sollten Hits produziert werden für das Radio, für die Charts, für Verkaufszahlen.

Ein wenig hört man es diesem Album an, dass die Band nun liefern musste. Die richtig guten und interessanten Ideen wurden vielleicht ein wenig für die folgenden Alben aufgespart oder erst mal unterdrückt. „The Pinnacle“ ist ein progressiver Titel, ganz klar. Und auch ein sehr guter. Was nicht heißen soll, dass der Rest nicht gelungen wäre, aber es ist eben Rock-Musik, die nicht groß heraussticht. Da haben Kansas schon sehr viel Spannenderes veröffentlicht und es gibt auch jede Menge Bands, die sich im Stil „Rock“ doch noch ein wenig besser bewegen.

Trotzdem gehen die Titel auf „Masque“ durchaus schnell ins Ohr. Melodisch und harmonisch ist das alles durchaus. Aber es besitzt nicht diesen Wiedererkennungswert, den manche Titel und Alben in sich tragen.

Fazit: Wer Kansas mag wird dieses Album sowieso lieben. Wer Rock mag, der wird ebenfalls dieses Album mögen. Nur jene, welche Kansas wegen derer progressiven Ansätzen lieben , die dürften hier vielleicht etwas wenige für sich finden. Trotzdem wahrlich keine schlechtes Album -  für Freunde der Musik der 70er sowieso nicht. Neun Punkte.

Anspieltipps: The Pinnacle



Dienstag, 23. September 2014

Yes – Heaven And Earth




Yes – Heaven And Earth


Besetzung:

Steve Howe – electric, acoustic and steel guitars, vocals
Chris Squire – bass guitar, vocals
Alan White – drums, percussion
Geoff Downes – keyboards, computer programming
Jon Davison – vocals, acoustic guitar (tracks 1 and 6)


Label: Frontiers Records


Erscheinungsdatum: 2014


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Believe Again (8:02)
2. The Game (6:51)
3. Step Beyond (5:34)
4. To Ascend (4:43)
5. In A World Of Our Own (5:20)
6. Light Of The Ages (7:41)
7. It Was All We Knew (4:13)
8. Subway Walls (9:03)

Gesamtspieldauer: 51:29




Wenn es Bands schon sehr, sehr lange gibt, dann erwartet man die nächste Veröffentlichung immer mit ein wenig gemischten Gefühlen. Werden sie noch so klingen wie früher oder werden sie jetzt wieder so klingen wie früher? Wir das ein weiterer Höhepunkt in deren Schaffen, vielleicht etwas ganz Besonderes? Die Antwort auf diese Fragen heißt so gut wie immer: „Nein“. Die Zeit dreht sich weiter und irgendwann scheinen alle Musiker ein wenig ihr Pulver verschossen haben. Genauso verhält es sich auch mit dem neuen Album von Yes, es ist immerhin bereits deren 21. (!) Studioveröffentlichung.

Man legt die Platte ein und es ist unverkennbar Yes, was man da zu hören bekommt. Das liegt sicherlich nicht zu einem unerheblichen Teil an Sänger Jon Davison, der diese markante Stimme des Jon Anderson zumindest in den höheren Lagen sehr gut zu kopieren vermag. Und auch sonst deutet der Sound schon noch ein wenig auf Yes hin, besonders wenn Chris Squire mal etwas schneller den Bass zupft und Steve Howe ein wenig mehr zu hören ist, trotzdem ist es nicht mehr dieselbe Yes-Musik aus den 70er Jahren, mit denen diese Band so stilprägend wurde. Nun, das ist allerdings nicht erst seit diesem Album so, keine Frage.

Die CD ist eingelegt und läuft, die Musik dringt ziemlich unspektakulär und unaufgeregt ans Ohr des Hörers. Nicht unmelodisch, sondern sogar das Gegenteil, sehr harmonisch das Ganze. Das fängt beim ersten Titel an und hört mit dem siebten Lied „It Was All We Knew“ auf. Nur die Nummer acht, „Subway Walls“ geht zumindest noch ein wenig in die Richtung Progressive Rock, jenem Musikstil also, welchen Yes maßgeblich mit beeinflusste. Allerdings auch in diesem letzten Lied gibt es Stellen, die klingen so, nun wie soll man das sagen, in Worte fassen? Im Grunde genommen klingt die ganze Platte danach, ja sie klingt nach – Pop. Unaufgeregte Pop-Musik ist das, was Yes ihren Hörern hier präsentieren. Und wenn die Knaben noch ein wenig jünger wären und Steve Howe nicht absolut wie ein Gerippe aussehen würde, dann hätten sie vielleicht auch heute noch Erfolg bei den jungen Mädchen, mit dieser, ich schreibe es wieder, Pop-Musik.

Fazit: Es ist nichts Besonderes mehr, was Yes hier fabrizieren. Hoher Gesang und eingängige Melodien, die allerdings auch nichts Hervorstechendes mehr darstellen. Dazu auch ein paar schmalzigere Texte, schon ist es fertig, das ganz normale Pop-Album, welches viele Leute gut finden würden, wenn es wohl mehr hören täten. Aber es hören eher die alten Säcke, die Yes schon seit zig Jahren kennen und die sind weniger überzeugt und sogar ein wenig enttäuscht – aber sie kaufen dieses Album. Die, für diese Musik noch ein klein wenig interessanter und passender wäre, finden Yes nicht hip oder kennen die Band überhaupt nicht – und kaufen werden die so etwas natürlich dann sowieso nicht. Trotzdem kein schlechtes Album, eben ein Pop-Album. Acht Punkte.

Anspieltipps: The Game, Light Of The Ages, Subway Walls



Montag, 22. September 2014

Various Artists – Sweet Relief – A Benefit For Victoria Williams




Various Artists – Sweet Relief – A Benefit For Victoria Williams


Besetzung:

Soul Asylum, Lucinda Williams, Pearl Jam, Buffalo Tom, Michael Penn, Shudder To Think, Lou Reed, Maria McKee, Matthew Sweet, Evan Dando of Lemonheads, Jayhawks, Waterboys, Giant Sand, Michelle Shocked


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Folk Rock


Trackliste:

1. Soul Asylum - Summer Of Drugs (4:10)
2. Lucinda Williams - Main Road (3:12)
3. Pearl Jam - Crazy Mary (5:40)
4. Buffalo Tom - Merry Go Round (3:12)
5. Michael Penn - Weeds (3:50)
6. Shudder To Think - Animal Wild (2:26)
7. Lou Reed - Tarbelly And Featherfoot (3:18)
8. Maria McKee - Opelousas (Sweet Relief) (3:55)
9. Matthew Sweet - This Moment (4:48)
10. Evan Dando of Lemonheads - Frying Pan (3:10)
11. Jayhawks - Lights (5:27)
12. Waterboys - Why Look At The Moon (2:18)
13. Giant Sand - Big Fish (4:15)
14. Michelle Shocked - Holy Spirit (5:21)

Gesamtspieldauer: 55:02




Bei dem Album „Sweet Relief – A Benefit For Victoria Williams” handelt es sich um eine Aktion, die zahlreiche Musiker für die Sängerin und Songwriterin Victoria Williams ins Leben gerufen haben. Diese erfuhr 1992, dass sie an Multipler Sklerose erkrankt ist. Und leider war sie zu diesem Zeitpunkt auch nicht krankenversichert, sodass sie sich wohl im absoluten Alptraum wiederfand. Nun, die Musiker wollten ihr jedoch unter die Arme greifen und helfen und nahmen diese CD mit Interpretationen von Titeln der Amerikanerin auf.

Ich kannte keinen einzigen Song von Victoria Williams, was sich jedoch auf „Sweet Relief“ befindet ist absolut hörenswert und ich glaube, da ist mir etwas durchgerutscht, was es zu entdecken gilt. Die CD beinhaltet zumeist rockig interpretierte Folkmusik, die absolut hörenswert ist. Musikalisch sehr eingängig und melodiös ist „Sweet Relief“ zudem ein Album geworden, welches zahlreiche Titel enthält, deren Songtexte zu verfolgen sich als ebenfalls sehr lohnenswert herausstellt. Die einzelnen Titel gehen schnell ins Ohr und sind packend arrangiert und interpretiert. Und überhaupt, diesen Titel, den Pearl Jam hier interpretieren, sollte man gehört haben, sonst hat man etwas musikalisch verpasst. Definitiv.

Fazit: Ein sehr schönes Album ist diese Zusammenstellung geworden. Musik zum Genießen und ein wenig nachdenklich Werden, packend und immer eingängig. Lohnt sich auf jeden Fall. Aus diesem Projekt ging übrigens der „Sweet Relief Musicians Fund“ hervor, der in Not gekommene Musiker finanziell unterstützt. Musik kann wahrlich auch etwas bewegen. Elf Punkte.

Anspieltipps: Summer Of Drugs, Crazy Mary



Sonntag, 21. September 2014

Placebo – Meds




Placebo – Meds


Besetzung:

Brian Molko – vocals, guitar, keyboard
Stefan Olsdal – bass, guitar, keyboard, backing vocals
Steve Hewitt – drums


Gastmusiker:

Alison Mosshart – vocals on track 1
Michael Stipe – vocals
Natalia Bonner – violin on tracks 4, 9 and 13
Ian Burge – cello on tracks 4, 9 and 13
Sarah Button – violin on tracks 4, 9 and 13
Krista Caspersz – violin on tracks 4, 9 and 13
Reiad Ceibah – viola on tracks 4, 9 and 13
Fiona Griffiths – viola on tracks 4, 9 and 13
Gita Langley – violin on tracks 4, 9 and 13
Vicky Matthews – cello on tracks 4, 9 and 13
Jessie Murphy – violin on tracks 4, 9 and 13
Emma Owens – viola on tracks 4, 9 and 13
Tom Piggot-Smith – violin on tracks 4, 9 and 13
Helen Rathbone – cello on tracks 4, 9 and 13
Katherine Shave – viola on tracks 4, 9 and 13
Ellie Stanford – violin on tracks 4, 9 and 13
Deborah White – violin on tracks 4, 9 and 13
Lucy Wilkins – violin on tracks 4, 9 and 13
Dave Williams – violin on tracks 4, 9 and 13
Sarah Willson – cello on tracks 4, 9 and 13
Fiona Brice – string arrangement on tracks 4, 9 and 13


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 2006


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Meds (2:55)
2. Infra-Red (3:16)
3. Drag (3:21)
4. Space Monkey (3:51)
5. Follow The Cops Back Home (4:40)
6. Post Blue (3:12)
7. Because I Want You (3:22)
8. Blind (4:01)
9. Pierrot The Clown (4:22)
10. Broken Promise (4:13)
11. One Of A Kind (3:21)
12. In The Cold Light Of Morning (3:53)
13. Song To Say Goodbye (3:36)

Gesamtspieldauer: 48:03




„Meds“ ist das fünfte Album der Alternative Rockband Placebo aus London, welches im Jahr 2006 erschien. „Meds“ ist ein dichtes und sehr intensives Album geworden, das ursprünglich ganz anders geplant war. Es war zunächst deutlich Keyboard-lastiger und elektronischer geplant, als es dann wirklich wurde. Das Ergebnis ist sogar so eine Art „back to he roots“, da hier nun wieder sehr viel mehr Gitarre, Bass und Schlagzeug den Sound prägen – auch wenn der Elektronik natürlich noch immer ein großer Platz eingeräumt wurde. Und dies alles war die Idee des französischen Produzenten Dimitri Tikovoi, der den Musikern am ersten Tag im Studio vorschlug, doch genau das Gegenteil zu machen, nicht mehr ganz so stark auf den geplanten Einsatz der Elektronik zu setzen, sondern auf die etwas ursprünglicheren Instrumente – und die Musiker von Placebo ließen sich überzeugen.

Nun das Ergebnis kann sich wahrlich sehen lassen. Ein dichtes, volles und stilistisch sehr kompaktes Album ist entstanden, bei dem eine düstere Atmosphäre über jedem einzelnen Akkord zu schweben scheint. Das macht die Musik von Placebo hier auf „Meds“ zu etwas sehr Eindringlichem und weiß den Hörer damit auch schnell einzufangen. Dabei geht die Musik hier noch nicht einmal so schnell ins Ohr, ein paar Durchläufe der CD bedarf es da schon mitunter. Dann ist jedoch alles angekommen und wird zu einem Begleiter, den man nicht mehr missen möchte.

Diese „mehreren Durchläufe“ sind allerdings nicht erforderlich für den Anfang und das Ende des Albums. Sowohl das Titellied „Meds“, als auch die letzte Nummer der Platte „Song To Say Goodbye“ gehen sofort ins Ohr, wobei gerade auch letzterer Titel mit einer deutlich fröhlicheren Atmosphäre aufzuwarten weiß – zumindest musikalisch, nicht jedoch inhaltlich – als der Rest des Albums.

Fazit: Es gibt viel zu entdecken auf „Meds“. Für Rockfreunde genauso geeignet für Liebhaber von Novemberstimmungen. Klar, hier findet man keine großartigen Stimmungslieder der guten Laune, jedoch Musik zum sehr tief darin Eintauchen. Einen weiteren Pluspunkt stellt der Umstand dar, dass es auf „Meds“ auch keine Ausfälle gibt. Alles wirkt und hat seinen Reiz. Ein sehr schönes und intensives Album. Elf Punkte.

Anspieltipps: Meds, Pierrot The Clown, Broken Promise, Song To Say Goodbye



Samstag, 20. September 2014

Various Artists - 25 Years Of Rock 'N' Roll 1981




Various Artists – 25 Years Of Rock ‘N’ Roll 1981


Besetzung:

Viele verschiedene Bands und dementsprechend Musiker, die alle nicht einzeln aufgeführt sind.


Label: Connoisseur Collection


Erscheinungsdatum: 1992


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

Soft Cell - Tainted Love (2:42)
Duran Duran - My Own Way (3:38)
Altered Images - I Could Be Happy (3:33)
Adam & The Ants - Prince Charming (3:20)
Kim Wilde - Cambodia (3:57)
Dexy's Midnight Runners - Show Me (3:23)
Keith Marshall - Only Crying (4:10)
Electric Light Orchestra - Hold On Tight (3:09)
Graham Bonnet - Night Games (3:27)
Saxon - And The Band Played On (2:49)
Coast To Coast - (Do) The Hucklebuck (2:34)
Eddy Grant - Can't Get Enough Of You (4:22)
Modern Romance - Everybody Salsa (3:23)
Sheena Easton - When He Shines (3:54)
The Jacksons - Can You Feel It (3:53)
Earth, Wind & Fire - I've Had Enough (4:36)
The Four Tops - When She Was My Girl (3:22)
Godley & Creme - Under Your Thumb (3:34)
The Jam - Funeral Pyre (3:31)
Gary Numan - She's Got Claws (4:56)

Gesamtspieldauer: 1:12:12




Nun mit Kompilationen ist das natürlich immer so eine Sache. Ist da wirklich alles drauf, was dann auch essentiell ist? In diesem Fall war es wohl nicht ganz so, denn es wurde auch noch ein „25 Years Of Rock ‘N’ Roll 1981, Volume 2“ veröffentlicht. Geldmacherei? Etwas übersehen gehabt? Keine Ahnung, was auch immer… Die Hits des Jahres 1981 befinden sich jedoch definitiv nicht auf diesem Album.

Ich hatte damals die CD wegen Soft Cell und „Tainted Love“ gekauft, da ich zu diversen Veranstaltungen Platten auflegte. Und ich hatte die Hoffnung gehabt, dass sich auf so einer Zusammenstellung noch weitere „Perlen“ finden lassen. Nun, das sieht sicherlich jeder anders. Dem einen wird das mehr zusagen, der oder dem anderen jenes. Geschmackssache eben. Fakt ist jedoch, dass viele der hier enthaltenen Titel eher unbekannt sind. Von daher ist der Titel „25 Years Of Rock ‘N’ Roll 1981“ etwas verwirrend, denn man erwartet natürlich schon irgendwie die Hits des Jahres 1981. Deutlich logischer wird dann allerdings Volume 2 – ein Schelm, wer was Böses dabei denkt.

Fazit: Im Grunde genommen braucht man nur wenige Zusammenstellungen. Besser sind immer die Originalplatten. Wenn dann auch noch irgendwelche Marketingstrategen nach undurchschaubaren oder eben nur so möglichen Wegen ein Album zusammenstellen, ist immer Vorsicht geboten. Zumindest gibt eine solche Kompilation wie „25 Years Of Rock ‘N’ Roll 1981“einen gewissen Überblick darüber, was so in dem Jahr gehört wurde. Zumindest ganz grob. Das war es dann aber auch schon. Nicht mehr und nicht weniger. Heutzutage benötigt man solche CD‘s nicht mehr, da man sich einzelne Songs auch legal runterladen kann. Daher ist solch eine CD wie „25 Years Of Rock ‘N’ Roll 1981“ nun völlig sinnlos geworden. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Tainted Love, Cambodia



Freitag, 19. September 2014

Gene Pitney – 24 Hours From Tulsa




Gene Pitney – 24 Hours From Tulsa


Besetzung:

Ohne jegliche Angaben


Label: ARC Records


Erscheinungsdatum: 1991


Stil: Pop, Oldies


Trackliste:
1. Twenty Four Hours From Tulsa (3:00)
2. Mecca (2:21)
3. Every Breath I Take (2:46)
4. I'm Gonna Be Strong (2:14)
5. Town Without Pity (2:55)
6. (I Wanna) Love My Life Away (1:55)
7. Only Love Can Break A Heart (2:52)
8. The Man Who Shot Liberty Vallance (2:58)
9. It Hurts To Be In Love (2:33)
10. Looking Through The Eyes Of Love (3:17)
11. Something's Gotta Hold Of My Heart (3:36)
12. Backstage (2:36)

Gesamtspieldauer: 33:04




Gene Pitney veröffentlichte im Laufe seiner Karriere 37 Alben. Und jetzt kommt es: 29 davon entstanden in der Zeit zwischen 1962 und 1969 – unfassbar. Nun, da muss man sich nicht weiter wundern, wenn vielleicht auch mal die Qualität der Musik ein wenig darunter leidet. Muss sie aber aus dem Grunde vielleicht in diesem Fall überhaupt nicht, da Gene Pitney seine Songs nicht selber schrieb. So kreativ kann auch niemand sein. Nein, sie wurden für ihn geschrieben und man melkte die Kuh anscheinend eben so lange, wie das irgendwie ging.

„24 Hours From Tulsa“ ist so eine Art „Best Of Album“, welches 1991 erschien und auf dem nur Titel vertreten sind, die absolut in das Genre „Oldies“ passen. Genau so klingen sie – was natürlich auch zur Folge hat, dass jeder davon schon etwas gehört hat. Oftmals ist das Orchestermusik, ein etwas schleimiger Chor im Hintergrund und dazu Gene Pitney schmachtend. Klar nicht meine Zeit, aber eben vielleicht auch gerade deswegen überaus gewöhnungsbedürftig für heutige Ohren, anscheinend überholt sich Musik auch mit der Zeit. Zumindest die U-Musik.

Fazit: Wer auf Schlager amerikanischer Art steht, der ist hier bestens bedient. Die Qualität der Aufnahmen lässt dabei jedoch sehr zu wünschen übrig. Klingt alles ein wenig blechern und mit zu vielen Höhen digitalisiert. Ansonsten eignet sich die CD perfekt zum Vertonen irgendwelcher Geburtstagsüberraschungen, wenn es mal um die 60er Jahre gehen sollte. Musik, die einfach überholt ist und trotzdem, „Somethings Gotta Hold Of My Heart“ ist auch heute noch sehr schön und „The Man Who Shot Liberty Vallance“ erinnert einfach an den gleichnamigen Film mit James Stuart und John Wayne. Vier Punkte.

Anspieltipps: Somethings Gotta Hold Of My Heart



Donnerstag, 18. September 2014

John Waite – Ignition




John Waite – Ignition


Besetzung:

John Waite – vocals


Gastmusiker:

Ivan Kral – rhythm guitar, keyboards
Tim Pierce – lead guitar
Bruce Brody – keyboards, piano
Don “Donnie” Nossov – bass, backing vocals
Alan Childs – drums, percussion
Frankie La Rocka – drums, percussion
Crispin Cioe – horns
Arno Hecht – horns
“Hollywood Paul” Litteral – horns
Ilana Morrilo – backing vocals
Patty Smyth – backing vocals
Rahni Kugel – backing vocals
Brendan Bourke – handclaps, screams
John Elijah Wright – handclaps, screams
Dave Lang – handclaps, screams


Label: Chrysalis Records


Erscheinungsdatum: 1982


Stil: Mainstream Rock, AOR


Trackliste:

1. White Heat (3:22)
2. Change (3:15)
3. Mr. Wonderful (4:07)
4. Going to the Top (4:36)
5. Desperate Love (3:55)
6. Temptation (2:59)
7. Be My Baby Tonight (3:22)
8. Make It Happen (3:18)
9. Still in Love with You (3:42)
10 Wild Life (3:23)

Gesamtspieldauer: 36:22




„Ignition“ heißt das Debut-Album des Rock-Sängers John Waite, der zuvor Sänger bei der Band The Babys war. Veröffentlicht wurde die Scheibe im Juni des Jahres 1982 auf dem Label Chrysalis. Zu hören gibt es auf „Ignition“ Mainstream Rock bis hin zum Adult Oriented Rock (AOR), wie er in den 80er Jahren auch von Bands wie Journey, Boston oder Foreigner zelebriert wurde. Das geht natürlich gut ins Ohr, sehr schnell sogar, besitzt jedoch allzu häufig nicht die Tiefe, um dort auch länger zu verbleiben.

So ist es leider auch mit „Ignition“. Treibender Rhythmus und eine Melodie-Linie, einfach und eingängig. Der Fuß mit wippt und alles wirkt relativ unspektakulär. Doch leider geht die Musik genauso schnell wieder aus dem Ohr, wie sie auch darin hineingelangt ist. Ein großer Nachteil an der Geschichte ist zudem einmal mehr – wie praktisch immer bei dieser Art der Musik – dass kaum Wert auf die Texte gelegt wird. Diese handeln von Liebe und noch viel mehr von Schmalz, dass es einem die Röte in das Gesicht treibt. Es bleibt immer nur zu hoffen, dass Außenstehende gar nicht mitbekommen, was man sich hier für eine süßliche Mixtur gerade reinzieht. Denn sonst könnte es wahrlich peinlich werden.

Nun, „Ignition“ wäre nicht viel Aufhebens wert und ganz bestimmt keine Platte, die man länger in Erinnerung behält – auch wenn hier dieses „80er-Jahre-Rock-Gefühl“ perfekt wiedergegeben wird. Trotzdem bleibt die Scheibe hängen und das liegt an einem Lied: „Mr. Wonderful“. Dieses eine Lied, macht die Platte dann doch zu einer hörenswerten. Das Stück fängt mit einem groovigen Pianospiel an und entwickelt sich dann zu einem mitreißenden Rocker, der zwar immer noch im Mainstream angesiedelt ist, jedoch eben diese Melodie besitzt, die sich festsetzt und zum Ohrwurm wird. „Mr. Wonderful“ ist das Lied des John Waite, wenn auch sein bekanntestes Stück, „Missing You“, erst auf dem Album „No Brakes“ veröffentlicht werden sollte.

Fazit: Mainstream Rock bis AOR hört man größtenteils auf „Ignition“, dem Solo-Debut-Album des John Waite. Dazu gibt es ziemlich langweilige bis schleimige Liebestexte zu hören, die alles andere als überzeugen. Langweilig bis hierhin. Doch dann ist da eben noch die Nummer „Mr. Wonderful“, ein absoluter Ohrwurm und ein Lied, das auf jeden Fall hängenbleibt. Der Rest der Scheibe klingt manchmal ganz nett, langweilt aber größtenteils, doch mit „Mr. Wonderful“ brilliert John Waite. Acht Punkte.


Anspieltipps: Mr. Wonderful



Mittwoch, 17. September 2014

Billy Joel – Streetlife Serenade




Billy Joel – Streetlife Serenade


Besetzung:

Billy Joel – harmonica, keyboards, vocals, moog synthesizer


Gastmusiker:

Richard Bennett – guitar
Joe Clayton – conductor, conga
Gary Dalton – guitar
Mike Deasey – guitar
Don Evans – guitar
Wilton Felder – bass, keyboards
Emory Gordy, Jr. – bass
Al Hertzberg – guitar
Larry Knechtel – bass
Art Munson – guitar
Raj Rathor – guitar
William Smith – organ
Michael Stewart– guitar
Ron Tutt – drums
Tom Whitehorse – banjo, pedal steel


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 1974


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Streetlife Serenade (5:17)
2. Los Angelenos (3:41)
3. The Great Suburban Showdown (3:44)
4. Root Beer Rag (2:59)
5. Roberta (4:32)
6. The Entertainer (3:48)
7. Last Of The Big Time Spenders (4:34)
8. Weekend Song (3:29)
9. Souvenir (2:00)
10. The Mexican Connection (3:37)

Gesamtspieldauer: 37:41




„Streetlife Serenade“ ist das dritte Album des Pianomans Billy Joel. 1974 erschienen, erreichte es nicht ganz die Umsatzzahlen der beiden vorherigen Alben. Ist auch nicht weiter verwunderlich, denn das Songmaterial ist nicht ganz so ausgereift, wie auf den Platten zuvor. Die einzelnen Titel klingen alle unglaublich amerikanisch, was auf den vorherigen Alben nicht so stark zum Ausdruck kam. Und es fehlt auch so ein Übertitel, der sonst sogar mehrfach enthalten war.

Obwohl, den gibt es auf „Streetlife Serenade“ doch auch. Und zwar in Form des Instrumentalstücks „Root Beer Rag“. Wenn man so gut Klavier spielen kann, dann hätte man mit Sicherheit auch Erfolg bei den Frauen, sagt ja schon ein etwas angegrauter Schlager. Nun, die Nummer ist so etwas von mitreißend komponiert und vorgetragen, da macht das Zuhören einfach ganz viel Spaß und Billy Joel hat auch Erfolg bei den Männern. „Los Angelinos“ ist ebenfalls noch sehr gelungen und zudem die zweite Instrumentalnummer des Albums, „The Mexican Connection“, ganz am Ende der Platte. Der Rest ist zwar nichts zum Weglaufen, läuft selbst allerdings irgendwie so durch. Nichts Packendes eben. Die Stimmung des Albums ist allgemein gedämpft und so kann es passieren, dass man bei Lied Nummer 4 den Kopf hebt und lauscht, um ihn anschließend wieder zu senken und sich anderweitig zu beschäftigen.

Fazit: Ein wirklich tolles Lied, zwei weitere, die überzeugen können und dann eben der Rest, der okay ist. Nun, das macht die Platte nicht zu einem schlechten Album, allerdings auch nicht zu einem Kracher. Ganz nett, aber eben nicht essentiell im Schaffen des Billy Joel. Bis auf „Root Beer Rag“, das lohnt sich. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Root Beer Rag