Montag, 31. März 2014

Yes – Fragile




Yes – Fragile


Besetzung:

Jon Anderson – vocals
Bill Bruford – drums, percussion
Steve Howe – electric and acoustic guitars, backing vocals
Chris Squire – bass guitars, backing vocals, guitar
Rick Wakeman – hammond organ, piano, rmi 368 electra-piano, harpsichord, mellotron, moog synthesizer


Label: Atlantic Records


Erscheinungsdatum: 1971


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Roundabout (8:35)
2. Cans And Brahms [Extracts From Brahms' 4th Symphony In E Minor, Third Movement] (1:42)
3. We Have Heaven (1.39)
4. South Side Of The Sky (7:58)
5. Five Per Cent For Nothing (0:37)
6. Long Distance Runaround (3:30)
7. The Fish [Schindleria Praematurus] (2:42)
8. Mood For A Day (3:02)
9. Heart Of The Sunrise (11:32)

Gesamtspieldauer: 41:11




Wenn ich irgendwelchen Bekannten zeigen wollen würde, was man unter Progressive Rock versteht, dann würde ich unter anderem „Fragile“ von Yes auflegen. Sicherlich neben einigen anderen Scheiben von Yes, Genesis-Alben mit Peter Gabriel, Emerson, Lake und Palmer Platten und etwas von Van Der Graaf Generator. „Fragile“ wäre allerdings definitiv mit dabei, denn auf diesem Album finden sich alle Zutaten, die ein Progressive Rock Album enthalten muss.

Hier gibt es die Lieder, die mit wunderschönen und eindringlichen Melodien aufwarten können, andererseits auch Titel, die unglaublich vertrackt sind und erst gehörtechnisch erarbeitet werden wollen, fordernde und ganz frei schwebende Passagen und jede Menge Abwechslung in der Musik. Dazu gesellt sich ein Umstand, der mir in vielen Jahren des Musik-Hörens eine gewisse Sicherheit vermittelte, zumindest in meinen Augen beziehungsweise Ohren, sehr gute Musik von solcher unterscheiden zu können, die okay ist, langweilig oder einfach nicht mein Ding. Es ist der Umstand, dass Musik, die gleich beim ersten Hören wirkt, ganz nett und schön ist, dass allerdings Musik, die mit der Zeit reift, ein sehr viel längerer Begleiter des Lebens ist und wird. Deshalb höre ich auch jede Platte beziehungsweise CD mindestens zehnmal an, bevor ich sie wieder zurückstelle. Und dann bekommt diese Musik noch mal eine Gelegenheit zu überzeugen, indem sie nach einer gewissen Phase wieder auf dem Plattenteller landet.

Genau so verhält es sich mit „Fragile“. Zugegebenermaßen hat mich solch ein Titel wie „Long Distance Runaround“ gleich beim ersten Hören umgehauen. Ein etwas „komischer“ Auftakt, seltsame Melodie, bei der noch nicht mal der Rhythmus zu stimmen scheint und dann folgt bereits nach wenigen Sekunden eine Melodie, die sich zusammen mit den Gesang Jon Andersons im Gehirn festbrennt. Wahrlich begeisternd. Ähnlich ergeht es einem beim Hören des ersten Stücks „Roundabout“, nur, dass hier die Reihenfolge eine andere ist. Melodiös startend, dann fordernd, dann wieder sehr harmonisch. Ein Wechselbad der Gefühle folgt auf das nächste, jede Stimmung wird wieder aufgelöst, um den Hörer erneut in eine andere Welt zu entlassen. Oder solch ein Titel wie „South Side Of The Sky”. Auch hier finden sich unglaublich spannende Passagen, die mal mehr, mal weniger ins Ohr gehen. Allerdings nur zunächst. Wenn man die Nummer immer wieder hört, lichtet sich der Nebel und alles scheint perfekt zusammenzupassen und die Abschnitte, die vorher noch seltsam klangen, werden zu bekannten Freunden, deren Dasein man schätzt und schließlich weiß und begreift, dass diese genau so und nicht anders klingen müssen. Das Zusammenspiel dieser unterschiedlichen Passagen macht es aus.

Es gibt jede Menge Stücke auf dieser Platte, die genau dies beinhalten. Einfach richtig gut gemacht. Wenn man etwas an dieser Platte bemängeln möchte, dann wohl diese Klassik-Adaptionen, die Yes hier schon nicht mehr nötig gehabt hätte. Aber das haben sie wohl auch eingesehen und auf zukünftigen Alben darauf verzichtet.

Fazit: Musik ist einfach genial. Na, sagen wir mal so, Musik kann einfach genial sein. Respekt vor allen, die dies zu ihrem Lebensinhalt gemacht haben und andere Menschen damit beglücken. Manches Mal klingen Alben eben so, dass Sie Menschen begeistern können, begleiten können, rühren können. Ein solches Album ist „Fragile“ von Yes, zumindest für Freunde des Progressive Rock der 70er Jahre. Für Soul-, Hard Rock-, Pop-, Jazz-, etc-Liebhaber gibt es da anderes. „Fragile“ hat unter diesem Aspekt auf jeden Fall dreizehn Punkte verdient.

Anspieltipps: Roundabout, Long Distance Runaround



Sonntag, 30. März 2014

Various Artists – Big Blue Ball




Various Artists – Big Blue Ball


Besetzung (ohne Instrumentenangabe):

"Whole Thing (Original Mix)" (featuring Francis Bebey, Alex Faku, Tim Finn, Peter Gabriel, Karl Wallinger, Andy White)
"Habibe" (featuring Natacha Atlas, Hossam Ramzy, Neil Sparkes, The Hossam Ramzy Egyptian Ensemble (Adel Eskander, Wael Abu Bakr, Momtaz Talaat))
"Shadow" (featuring Juan Cañizares, Papa Wemba)
"Altus Silva" (featuring Joseph Arthur, Ronan Browne, Deep Forest, James McNally, Iarla Ó Lionáird, Vernon Reid)
"Exit Through You" (featuring Joseph Arthur, Peter Gabriel, Karl Wallinger)
"Everything Comes From You" (featuring Richard Evans, Joji Hirota, Sevara Nazarkhan, Sinéad O'Connor, Guo Yue)
"Burn You Up, Burn You Down" (featuring Billy Cobham, Peter Gabriel, The Holmes Brothers, Wendy Melvoin, Arona N’diaye, Jah Wobble)
"Forest" (featuring Levon Minassian, Arona N’Diaye, Vernon Reid, Hukwe Zawose)
"Rivers" (featuring Vernon Reid, Márta Sebestyén, Karl Wallinger)
"Jijy" (featuring Arona N’Diaye, Rossy, Jah Wobble)
"Big Blue Ball" (featuring Peter Gabriel, Manu Katché, Karl Wallinger)


Label: Real World Records


Erscheinungsdatum: 2008


Stil: World Music


Trackliste:

1. Whole Thing (Original Mix) (5:27)
2. Habibe (7:12)
3. Shadow (4:28)
4. Altus Silva (6:07)
5. Exit Through You (5:52)
6. Everything Comes From You (4:42)
7. Burn You Up, Burn You Down (4:31)
8. Forest (6:17)
9. Rivers (5:45)
10. Jijy (4:00)
11. Big Blue Ball (4:52)

Gesamtspieldauer: 59:13




Zur Fertigstellung dieses „Projekts“ benötigte Peter Gabriel insgesamt fast 18 Jahre. In den Sommern von 1991, 1992 und 1995 trafen sich in seinen Real World Studios, unter seiner und Karl Wallingers Federführung – der vielen Musikhörern ebenfalls durch seine Soloprojekte, World Party oder The Waterboys bekannt sein dürfte – Musiker aus allen Ecken der Erde, um gemeinsam eine Platte aufzunehmen. Die Tapes blieben dann allerdings irgendwie liegen und erst im Jahr 2008 veröffentlichte Peter Gabriel schließlich die Scheibe.

Die Musik auf "Big Blue Ball" ist wahrlich mannigfaltig und wahre Welt-Musik. Man hört den typischen Pop des Peter Gabriel gleichberechtigt neben arabischen Klängen und afrikanischer Musik. Dann klingt es wieder schottisch folkloristisch, ein anderes Mal verträumt sphärisch und wieder an einer anderen Stelle soulig. Die Mischung zwischen westlichen Klängen und Musik aus anderen Kontinenten ist dabei ein klein wenig hin zum Westen verschoben, allerdings nur ein kleines bisschen. So bekommt man trotzdem einen guten Eindruck von Musik aus ganz unterschiedlichen Gegenden der Erde. Dabei liegt es in der Sache der Dinge, dass dieses Album auch ein Beißer sein kann. Könnte der erste Titel „Whole Thing” auf jedem Peter Gabriel Album vertreten sein, ist „Everything Comes From You” eine wunderschöne sphärische Nummer mit sehr eindrucksvollem Gesang der Sinéad O'Connor, wohingegen „Habibe“ den Hörer auf einen orientalischen Basar versetzt und „Shadow“ zunächst spanisch angehaucht klingt, wenn dann allerdings hier der Gesang einsetzt, ist man – nun – zumindest überrascht. Soll heißen, so richtig einstellen kann man sich auf diese Musik oder besser gesagt das Album nicht, da man von einer Stimmung in die andere gerissen wird. „Big Blue Ball“ schafft einen schönen Überblick über die Mannigfaltigkeit der Musik, kann den Hörer aber eben durch diese Verschiedenartigkeit der Songs nicht durchweg mitnehmen.

Fazit: Spannend ist „Big Blue Ball“ auf alle Fälle. Und interessant auch. Dazu gesellen sich zwei Titel für den Peter Gabriel Fan, weitere gut gemachte Pop-Musik und viele Klänge aus weiter entfernten Teilen dieser Erde. Und auch hier, bei diesen für westliche Ohren sehr ungewohnten Klängen, lässt sich Eingängigkeit, Melodiösität und Interessantes entdecken. Das wiederum macht diese Platte zu einer schönen, wenn man mal über den Tellerrand hinwegblicken möchte. Zugeben muss ich allerdings, dass meine Favoriten hier auch auf den eher „gewohnten Klängen“ liegen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Whole Thing, Everything Comes From You



Samstag, 29. März 2014

David Bowie – Pin Ups




David Bowie – Pin Ups


Besetzung:

David Bowie – vocals, guitar, tenor and alto saxophone, harmonica, backing vocals, moog synthesiser


Gastmusiker:

Mick Ronson – guitar, piano, vocals
Trevor Bolder – bass guitar
Aynsley Dunbar – drums
Mike Garson – piano, organ, harpsichord, electric piano
Ken Fordham – baritone saxophone
G.A. MacCormack – backing vocals
Ron Wood – guitar on "Growin' Up"

Label: RCA


Erscheinungsdatum: 1973


Stil: GlamRock


Trackliste:

1. Rosalyn (2:21)
2. Here Comes The Night (3:09)
3. I Wish You Would (2:47)
4. See Emily Play (4:12)
5. Everything's Alright (2:28)
6. I Can't Explain (2:11)
7. Friday On My Mind (2:56)
8. Sorrow (2:53)
9. Don't Bring Me Down (2:05)
10. Shapes Of Things (2:53)
11. Anyway, Anyhow, Anywhere? (3:12)
12. Where Have All The Good Times Gone (2:41)

Gesamtspieldauer: 33:48




Lediglich ein halbes Jahr nach „Aladdin Sane“, veröffentlichte David Bowie 1973 bereits sein siebtes Studio-Album unter dem Namen „Pin Ups“. Auf dem Front-Cover ist er dabei mit dem Model Twiggy zu sehen. Die Aufnahme entstand während einer Fotosession für das Magazin Vogue in Paris. David Bowie bat allerdings darum, dass er das Bild für dieses Album verwenden dürfe. Durfte er. Nun lediglich sechs Monate nach einer Veröffentlichung ist es natürlich etwas schwierig, schon wieder genügend Song-Material zusammen zu haben, um damit ein weiteres Album bestücken zu können. Hatte David Bowie auch nicht, denn auf „Pin Ups“ hört man Cover Songs, Lieder, die ursprünglich in den Jahren 1964 bis 1967 entstanden sind.

Auf der Scheibe hört man Stücke, die von The Pretty Things, Them, The Yardbirds, Pink Floyd, The Mojos, The Who, The Easybeats, The Merseys oder The Kinks stammen. Es ist ja immer wieder auch ganz nett, wenn ein Song mal von einer anderen Band nachgespielt wird, die der Nummer dann ihren eigenen Stempel aufdrückt. In Perfektion gelang das immer Johnny Cash, der in seinen späten Jahren fast nur noch auf Musik anderer Künstler und Bands zurückgriff und diese Lieder dann wahrlich zu seinen eigenen machte. Nun und David Bowie? Der spielt hier auch Lieder nach. Wenn man diese im Original kennt, dann fragt man sich allerdings, warum er das macht, denn gelungen klingt das in diesem Fall nicht. „See Emily Play“ ist sicher ein toller Song von Syd Barrett mit Pink Floyd, jetzt klingt er - na sagen wir mal „seltsam“. Nicht viel anders ergeht es einem da beim Hören der zwei ehemaligen Who-Titel, wie auch beim Rest der Platte. Gewonnen haben die Nummern hier im Grunde genommen nichts. Angeblich wollte David Bowie mit der Platte Lieder in den USA bekanntmachen, die in England Hits waren, in Amerika allerdings noch nicht mal wahrgenommen worden sind. In England lief „Pin Ups“ auch gut, in den USA deutlich weniger, hat also leider nicht geklappt.

Fazit: David Bowie war schon immer für eine Überraschung gut, vor allem so etwa in den ersten fünfzehn Jahren seiner Karriere. Eine Überraschung ist „Pin Ups“ auch, leider allerdings eine sehr entbehrliche. An dieser Scheibe ist nichts essentiell und auch wenn er damit versucht haben sollte, britische Kollegen und Bands in den USA bekannter zu machen, so bleibt man doch ein wenig ratlos zurück. Musikalisch treffen kann einen jedenfalls nichts auf diesem Album. Damit ist gar nicht mal die Musik an sich gemeint, denn die ursprünglichen Titel haben zum Teil schon was. Treffen kann einen jedoch nicht die Umsetzung, wenn man die Originale kennt. Ich wiederhole mich: entbehrlich! Vier Punkte.

Anspieltipps: See Emily Play, Shapes Of Things



Freitag, 28. März 2014

Led Zeppelin – IV




Led Zeppelin – IV


Besetzung:

John Bonham – drums
John Paul Jones – bass guitar, electric piano, mandolin, recorders, ems vcs 3, acoustic guitar on "The Battle Of Evermore"
Jimmy Page – acoustic and electric guitar, mandolin
Robert Plant – lead and overdubbed backing vocals, tambourine, harmonica on "When The Levee Breaks"


Gastmusiker:

Sandy Denny – vocals on "The Battle of Evermore"
Ian Stewart – piano on "Rock and Roll"


Label: Atlantic Records


Erscheinungsdatum: 1971


Stil: Rock


Trackliste:

1. Black Dog (4:57)
2. Rock And Roll (3:41)
3. The Battle Of Evermore (5:52)
4. Stairway To Heaven (8:03)
5. Misty Mountain Hop (4:39)
6. Four Sticks (4:45)
7. Going To California (3:32)
8. When The Levee Breaks (7:08)

Gesamtspieldauer: 42:37



Im Grunde genommen stimmt der Name des Albums „IV“ nicht. Das vierte Album von Led Zeppelin hat nämlich überhaupt keinen Namen, ist unbetitelt und auch den Namen der Band sucht man auf dem Cover vergebens. Angeblich wollte Jimmy Page damit ausprobieren, ob sich die Musik der Band, nach dem großen Erfolg von „III“, auch ohne genaue Angaben verkaufen würde. Tat sie, dieses Album wurde sogar zum erfolgreichsten in der Diskographie von Led Zeppelin, was sicherlich nicht zuletzt an „Staiway To Heaven“ liegt. Für viele Menschen ist dies das Rock-Lied schlechthin. Nun, die Nummer ist jetzt 43 Jahre alt und begeistert zugegebenermaßen immer noch. Dieser sehr getragene Teil mit der Akustik-Gitarre, ein schöner Text und dann der Rock-Part am Ende des Liedes, das hat wahrlich was. Eingängigkeit und Spannung pur.

Aber dieses unbetitelte Album hat noch deutlich mehr zu bieten. Der Opener „Black Dog“ ist ebenfalls ein Klassiker im Repertoire der Band, den man unweigerlich mit Led Zeppelin in Verbindung bringt, selbst wenn man das Lied zum ersten Mal hören würde. „Rock And Roll“ ist der Kracher überhaupt und als Gegensatz dazu schließt sich im Anschluss daran das verspielte und leicht schwebende, akustisch instrumentierte „The Battle Of Evermore” an. Krasser Kontrapunkt, perfekt gelungen.

Und schließlich gibt es da auch noch die letzten beiden Titel „Going To California“ und „When The Levee Breaks“. Ersterer Titel ist eine wunderschöne Akustik-Nummer, die sofort ins Ohr geht und wie „Stairway To Heaven“ Ohrwurmcharakter besitzt. „When The Levee Breaks“ stammt ursprünglich von Memphis Minnie, der wohl ersten weiblichen Blues-Musikerin. Neu arrangiert, gehört auch diese Nummer zu den Höhepunkten der Platte. Die Verbindung der Mundharmonika mit dem Gitarren-Sound lässt eine gewisse Sehnsucht aufkommen und trotz des Umstandes, dass das Lied eine eher ruhigere Richtung einschlägt, groovt der Titel ungemein.

Fazit: „IV“ oder allgemein das vierte Album der Band ist eine klasse Platte. Die einzelnen Stücke sind überaus melodiös und eingängig, mal rockiger, mal ruhiger, manchmal verspielt, dann wieder sehr straight. Dazu gesellt sich diese unglaubliche Abwechslung, die einfach Spaß macht und dazu führt, dass man die Scheibe immer und immer wieder anhören kann. Fast alle Titel können hier überzeugen und hallen nach. Für Rock-Freunde sehr lohnenswert. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: The Battle Of Evermore, Going To California, When The Levee Breaks (“Stairway…” kennt sowieso jeder)



Donnerstag, 27. März 2014

Screaming Trees – Sweet Oblivion




Screaming Trees – Sweet Oblivion


Besetzung:

Mark Lanegan – vocals
Gary Lee Conner – guitar
Van Conner – bass
Barrett Martin – drums


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1992


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Shadow Of The Season (4:34)
2. Nearly Lost You (4:07)
3. Dollar Bill (4:35)
4. More Or Less (3:11)
5. Butterfly (3:23)
6. For Celebrations Past (4:10)
7. The Secret Kind (3:09)
8. Winter Song (3:44)
9. Troubled Times (5:21)
10. No One Knows (5:13)
11. Julie Paradise (5:05)

Gesamtspieldauer: 46:32




Die Screaming Trees waren eine Band aus Ellensburg, Washington, die in den Jahren von 1986 bis 1996 insgesamt sieben Alben veröffentlichte. „Sweet Oblivion”, das „Süße Vergessen“ ist dabei ihr sechstes also vorletztes Album. Im Jahr 2000 löste sich die Band schließlich auf. Ellensburg liegt nicht allzu weit weg von Seattle und Ende der 80er bis tief hinein in die 90er Jahre herrschte die Hochzeit des Grunge, in der Bands wie Nirvana, Soundgarden oder Pearl Jam zur Hochform aufliefen. Nichts liegt also näher, die Sreaming Trees ebenfalls in diese Stilrichtung der Musik mit einzusortieren, wie es auch immer wieder gemacht wird. Ganz nachvollziehen kann man das allerdings nicht, denn die Musik der genannten Bands unterscheidet sich schon deutlich von derer der Screaming Trees.

Dieser Umstand soll aber wahrlich nichts Negatives bedeuten, denn wer auf klasse gemachten Gitarren-Rock steht und die Sreaming Trees nicht kennt, die oder der hat wahrlich etwas verpasst. Die Musik auf „Sweet Oblivion“ zündet richtig begeisternd. Oftmals nicht ganz so hart, insgesamt jedoch immer sehr eingängig mit diesem gewissen Gespür für die nachhaltige Melodie. Dazu gesellt sich der eindrucksvolle Gesang des Mark Lanegan, tief, rau, rauchig und sehr eindringlich. Was dann beim ersten Einlegen der Scheibe schon gut klingt, entwickelt sich mit jedem weiteren Hören zu einer Platte, die man irgendwie nicht mehr missen möchte.

Ausfälle finden sich keine auf „Sweet Oblivion“. Alles besitzt seine Qualität. Dann finden sich auch noch so tolle Songs wie der Opener „Shadow Of The Season“, aus dessem Text auch der Titel des Albums entnommen wurde, auf dem Album. Cooler Gitarrenlauf zur Eröffnung, der fast schon ein kleinwenig orientalisch klingt, Verschachtelungen und Steigerungen, wahrlich kein 08/15-Aufbau, Breaks und ein sehr hörenswertes Solo. So muss Rock klingen. Aber auch ein lockerer und doch auf seine Art getragener Titel wie „More Or Less“ hat was. Ebenfalls nicht unerwähnt bleiben soll hier die letzte Nummer des Albums „Julie Paradise“. Eines dieser Stücke, die sich immer weiter steigern, bei dem auch Mark Lanegan sein Spiel des Gesangs sehr gut ausleben kann.

Fazit: Die Sreaming Trees hatten niemals den Erfolg, wie andere Bands aus der Region zur selben Zeit. Wohl auch mit ein Grund, warum die Formation sich schließlich auflöste. Sehr schade, denn die Musik ist wahrlich hörenswert für alle diejenigen Hörer, die auf gut gemachten Gitarren-Rock stehen, der ohne große Umwege schnell seinen Weg in das Musikzentrum des Gehirns findet und sich dort auch verfängt. Manche Menschen stehen auf Musik, die ganz unverfälscht ist und lediglich aus den, neben dem Gesang, klassischen Instrumenten der Rock-Musik besteht: Gitarre, Bass und Schlagzeug. Nichts anderes gibt es hier zu hören  ohne jegliche Ablenkung. Elf Punkte.

Anspieltipps: Shadow Of The Season, Julie Paradise



Mittwoch, 26. März 2014

The Beatles – Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band




The Beatles – Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band


Besetzung:

John Lennon – lead, harmony and background vocals, lead, rhythm and acoustic guitars, piano and hammond organ, harmonica, tape loops, sound effects and comb and tissue paper, handclaps, tambourine and maracas
Paul McCartney – lead, harmony and background vocals, lead and bass guitars, piano, lowrey and hammond organs, handclaps, vocalisations, tape loops, sound effects and comb and tissue paper
George Harrison – lead, rhythm and acoustic guitars, sitar, lead, harmony and background vocals, tamboura, harmonica and kazoo, handclaps and maracas
Ringo Starr – drums, congas, tambourine, maracas, handclaps and tubular bells, lead vocals, harmonica, final piano e chord


Gastmusiker:

Neil Aspinall – tamboura and harmonica
Geoff Emerick – tape loops and sound effects
Mal Evans – counting, bass harmonica, alarm clock and final piano e chord
Matthew Deyell – tambourine
George Martin – tape loops and sound effects, harpsichord on "Fixing A Hole", harmonium, lowrey organ and glockenspiel on "Being For the Benefit of Mr. Kite!", hammond organ on "With A Little Help From My Friends", piano on "Getting Better" and the solo in "Lovely Rita", final harmonium chord
Neil Sanders – french horn on "Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band"
James W. Buck – french horn on "Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band"
John Burden – french horn on "Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band"
Tony Randall – french horn on "Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band"
und jede Menge andere, nicht extra aufgeführte Session-Musiker


Label: Parlophone


Erscheinungsdatum: 1967


Stil: Psychedelic Rock, Pop


Trackliste:

1. Sgt. Pepper Lonely Hearts Club Band (2:02)
2. With A Little Help From My Friends (2:44)
3. Lucy In The Sky With Diamonds (3:28)
4. Getting Better (2:48)
5. Fixing A Hole (2:37)
6. She's Leaving Home (3:35)
7. Being For The Benefit Of Mr. Kite! (2:37)
8. Within You Without You (5:05)
9. When I'm Sixty-Four (2:38)
10. Lovely Rita (2:42)
11. Good Morning Good Morning (2:41)
12. Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band (Reprise) (1:19)
13. A Day In The Life (5:34)

Gesamtspieldauer: 39:51




„Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band” ist das achte Studio-Album der Beatles und gilt für viele Musik-Kenner als „das” Pop-Album schlechthin. Nicht umsonst wurde es von der amerikanischen Musikzeitschrift Rolling Stone auch in der Liste der „500 Greatest Albums Of All Time“ an die erste Stelle gesetzt. Nun, was macht diese Platte jetzt aber zu so etwas Besonderem? Wenn heute jemand diese Scheibe hört, der noch nie etwas von den Beatles gehört hat – wenn es solche Menschen denn geben sollte – dann wird dieser Hörer mit Sicherheit feststellen, dass sich auf der Scheibe jede Menge melodiöse und eingängige Titel befinden, neben Nummern, die für die Pop-Musik auch heute noch reichlich ungewöhnlich sind. Gut gemachte Pop-Musik der sechziger Jahre mit experimentellen Ansätzen.

Aber das ist es eben nicht nur – okay, vielleicht für jemanden, der die Beatles nicht kennt und schon gar nichts von deren Bedeutung weiß. Denn genau darin liegt auch das Besondere dieses Albums. Nicht nur, dass es eines der ersten Konzeptalben der Pop-Musik war – hier geht es um die fiktive Band des Sergeant Pepper, der den Beatles danach alle Türen in Bezug auf freies Schaffen eröffnen sollte – auch die Tatsache, dass es sehr viel umfangreicher arrangiert wurde, als alle Alben diverser Bands davor, trägt zu seiner Ausnahmestellung bei. Hier gibt es Pop-Musik zu hören, orchestral untermalte populäre Musik, psychedelische Musik und auch indisch angehauchte Musik. Somit ein ganz breites Spektrum an verschiedenen Einflüssen, die diese Platte zu einer außergewöhnlichen Reise werden lassen. Zumindest für die damalige Zeit.

Die Musik auf dem Album ist gut, wenn auch nicht überragend. Jedoch finden sich hier viele Titel, die das Spektrum der Herangehensweise an das Komponieren von Pop-Musik sehr erweiterten und damit ganze Generationen von Musikern stark beeinflussten. Und natürlich beinhaltet die Platte auch einige Klassiker im Songkatalog der Beatles wie „Lucy In The Sky With Diamonds“. Das Stück brachte den Beatles auch einigen Ärger ein, denn es wurde hineininterpretiert, dass hier ein LSD-Trip verherrlicht werden würde, abgeleitet aus einigen Anfangsbuchstaben des Titels. John Lennon behauptete dagegen immer, dass der Text durch eine Zeichnung seines vierjährigen Sohnes Julian inspiriert wäre. Das glaubte vor allem die BBC nicht so ganz und boykottierte das Lied in ihrem Programm. Nicht unerwähnt bleiben soll hier auch die letzte Nummer des Albums „A Day In The Life“, eines der besten Lieder überhaupt im Schaffen der Fab Four. Hier wird auch der psychedelische Ansatz in der Musik überdeutlich. Verschiedene Abschnitte werden hier miteinander verwoben und es entsteht ein spannendes Stück, welches immer wieder die Richtung zu wechseln scheint. Grandios.

Fazit: Klar, es gibt tolle Musik auf „Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band”. Aufwendig arrangierte und komponierte Pop-Musik, die nun nicht mehr immer nur nach der Devise Strophe-Refrain-Strophe-Refrain funktioniert. Und selbst, wenn man auf indische Folklore steht, bekommt man hier etwas für das Ohr. Die Mannigfaltigkeit macht es aus, diese Diversität an verschiedenen Stilen, Instrumenten, Stimmungen. Vom Songmaterial her gibt es über die ganze Platte gesehen aber sogar noch bessere Beatles-Scheiben. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Lucy In The Sky With Diamonds, Being For The Benefit Of Mr. Kite!, A Day In The Life



Dienstag, 25. März 2014

Muse – Showbiz




Muse – Showbiz


Besetzung:

Matthew Bellamy – vocals, lead and rhythm guitars, piano, hammond organ on "Falling Down", "Unintended" and "Escape", mellotron on "Muscle Museum" and "Unintended", wurlitzer electric piano on "Fillip" and "Hate This & I'll Love You", synthesizers on "Cave", guitar synthesizer on "Sober", harmonium on "Escape", string arrangements on "Showbiz"
Christopher Wolstenholme – bass, backing vocals, double bass on "Falling Down" and "Unintended”
Dominic Howard – drums, percussion on "Showbiz", "Uno" and "Hate This & I'll Love You", synthesizer on "Muscle Museum"


Gastmusiker:

Paul Reeve – backing vocals on "Unintended", "Uno", "Overdue" and "Hate This & I'll Love You"


Label: Warner Brothers Records


Erscheinungsdatum: 1999


Stil: Alternative Rock, NeoProg


Trackliste:

1. Sunburn (3:54)
2. Muscle Museum (4:25)
3. Fillip (4:02)
4. Falling Down (4:34)
5. Cave (4:47)
6. Showbiz (5:16)
7. Unintended (3:57)
8. Uno (3:39)
9. Sober (4:04)
10. Escape (3:31)
11. Overdue (2:26)
12. Hate This & I'll Love You (5:17)

Gesamtspieldauer: 49:51



Als die britische Band Muse 1999 ihr erstes Album unter dem Titel „Showbiz“ veröffentlichte, werden nicht wenige Hörer bei dessen „Erforschung“ nicht schlecht gestaunt haben. Hard Rock mit Anteilen Klassischer Musik und diesem Falsett-Gesang? Was soll das? Geht das überhaupt? Natürlich geht es, wie man auf der Platte hören kann. Immer wieder wird die Band mit Radiohead verglichen, eine Annäherung, der man allerdings nicht unbedingt folgen muss, denn auch diese Zusammenstellung kann man dort nicht unbedingt finden. Muse stehen mit ihrer Art der Musik schon ziemlich einsam auf dem Feld der Pop-Musik. Wahrlich außergewöhnlich.

Trotzdem ist dieses erste Album nicht nur der erste Schritt auf dem Musikmarkt, sondern auch der erste Versuch, diese Musik zu etablieren. So klingen die einzelnen Titel auch spannend und interessant, so richtig können sie – im Gegensatz zu späteren Werken – jedoch noch nicht immer überzeugen. Das wiederum liegt einzig und allein am Songmaterial, welches hier nicht ganz die Qualität späterer Veröffentlichungen besitzt. Dieses Zusammenspiel des härteren Rock mit den sanfteren Passagen ist zwar durchaus gelungen, schafft es allerdings noch nicht so richtig, sich im Musikzentrum des Hörers zu implementieren. So rahmen die beiden besten Titel der Platte viele Lieder ein, die zwar ungewöhnlich und auf ihre Art auch melodiös klingen, allerdings noch nicht diesen „freudigen“ Wiedererkennungswert besitzen.

Dieser wohnt allerdings der Eröffnung und dem Ende der Platte inne. „Sunburn” und „Hate This & I'll Love You” sind zwei tolle Nummern, die auch hängenbleiben. Absolut melodiös und eingängig – und dies nicht nur beim ersten Hören. Hier klingen Muse, die den größten Teil der Titel schon sehr viel früher geschrieben hatten, wahrlich innovativ und sehr spannend.

Fazit: Der Versuch der Herstellung einer Beziehung zwischen den Genres Rock und Klassik hat was. Was er allerdings nicht hat, ist irgendetwas zu tun mit Rock Musik einer Heavy Kombo, die dann Jahrzehnte später vom London Symphonic Orchestra oder ähnlichem nachgespielt wird. Nein, die Musik von Muse ist wahrlich etwas Besonderes, mit dem wohl einige Musikhörer nur wenig anzufangen wissen, andere wiederum begeistert zurücklassen wird. Geschmackssache eben. Trotzdem soll hier nicht der Eindruck erweckt werden, dass hier Symphonien oder ähnliches verrockt werden. Das ist schon Rock, besitzt allerdings eben diese gewissen Anleihen. In Bezug auf „Showbiz“ heißt das allerdings trotzdem, dass dies erst ein erster Versuch war. Acht Punkte.

Anspieltipps: Sunburn, Hate This & I'll Love You



Montag, 24. März 2014

U2 – No Line On The Horizon




U2 – No Line On The Horizon


Besetzung:

Bono – vocals and guitar
The Edge – guitar, vocals and piano
Adam Clayton – bass guitar
Larry Mullen Jr. – drums and percussion


Gastmusiker:

Brian Eno – rhythm loops, programming, synthesizers and vocals
Danny Lanois – guitar and vocals
Terry Lawless – additional piano, fender rhodes and keyboards


Label: Universal Music


Erscheinungsdatum: 2009


Stil: Rock


Trackliste:

1. No Line On The Horizon (4:12)
2. Magnificent (5:24)
3. Moment Of Surrender (7:24)
4. Unknown Caller (6:03)
5. I'll Go Crazy If I Don't Go Crazy Tonight (4:14)
6. Get On Your Boots (3:25)
7. Stand Up Comedy (3:50)
8. FEZ-Being Born (5:17)
9. White As Snow (4:41)
10. Breathe (5:00)
11. Cedars Of Lebanon (4:16)

Gesamtspieldauer: 53:47




2009 erschien das zwölfte und bisher – Stand März 2014 – letzte Studio-Album der irischen Band U2 unter dem Titel „No Line On The Horizon“. Und um es gleich vorweg zu nehmen, die Platte ist eine gute Scheibe geworden. Vielleicht nicht mehr ganz so spektakulär, wie die Alben der Band in den 80er und Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts, aber immer noch sehr lohnenswert.

Das Album beginnt gleich mit dem Titeltrack „No Line On The Horizon“. Eine klasse rockige und eingängige Nummer, die diesen gewissen Wiedererkennungsfaktor in sich trägt. Rockig geht es auch mit „Magnificent“ weiter. Diesen Titel kann man zum ersten Mal hören und ihn gleich U2 zuordnen, was nicht nur am Gesang Bonos liegt. Der Sound der Gitarre und das gesamte Arrangement des Songs können seine Herkunft nicht verschleiern. Es folgt mit über sieben Minuten Spieldauer der längste Titel der Platte. „Moment Of Surrender” ist eine sehr relaxtes und entspanntes Lied, Bono singt schön verzweifelt und dieses Mal steht nicht die Gitarre, sondern, neben dem Gesang, das Keyboard im Vordergrund, welches eine leicht sphärische Stimmung hervorzaubert. Eine gelungene Abwechslung zu den beiden vorherigen Titeln.

„Unknown Caller” ist im Anschluss daran wieder ganz anders. Sehr sanft und weich mit dem Synthesizer und der Gitarre eingeleitet, entwickelt sich hier ein tolles Lied, Ohrwurmcharakter inklusive, bei dem der „Oh-oh-oh-oh“-Gesang fast schon zum Mitsingen einlädt. Auch, dass hier immer wieder mehrere Stimmen übereinandergelegt wurden, trägt zum Gelingen dieses Titels bei. Es ist gar nicht notwendig alle weiteren Lieder der Platte einzeln durchzugehen und kurz vorzustellen. Alles klingt irgendwie. Ausnahmen sind da am ehesten noch „Get On Your Boots“ und „Stand Up Comedy“. Zwei Nummern, die zwar ordentlich grooven, es allerdings nicht so richtig schaffen im Ohr des Hörers zu zünden. Zumindest Geschmackssache. Das schafft allerdings „White As Snow”. Zwar kein Zweites „One” von der Platte „Achtung Baby”, allerdings ein wunderschönes, melodiöses und getragenes Lied, welches man bereits nach dem ersten Hören irgendwie nicht mehr missen möchte.

Fazit: „No Line On The Horizon” ist ein schönes Album geworden, ganz im typischen Stil der U2-Musik. Hier gibt es eine ganze Menge zu entdecken, rockige Stücke, verträumtere Lieder und sehr viel Eingängigkeit. Es wird auch nicht großartig experimentiert, wer auf „typische“ U2-Musik steht, die oder der wird diese Platte lieben. Alles zusammen also eine sehr lohnende Anschaffung, für jeden, der auf gut gemachten Rock steht. Auf „No Line On The Horizon” lässt sich viel Hörenswertes erhören. Elf Punkte.

Anspieltipps: No Line On The Horizon, Unknown Caller, White As Snow



Sonntag, 23. März 2014

Strawbs – Hero And Heroine




Strawbs – Hero And Heroine


Besetzung:

Dave Cousins – vocals, acoustic and electric guitars
Dave Lambert – vocals, acoustic and electric guitars
John Hawken – piano, electric piano, organ, mellotron, synthesizer
Chas Cronk – bass, synthesizer, vocals
Rod Coombes – drums, percussion, vocals


Gastmusiker:

Claire Deniz – cello on "Midnight Sun"


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1974


Stil: Folk Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. Autumn (8:28)
   a. Heroine's Theme
   b. Deep Summer's Sleep
   c. The Winter Long
2. Sad Young Man (4:08)
3. Just Love (3:41)
4. Shine On Silver Sun (2:47)
5. Hero And Heroine (3:29)
6. Midnight Sun (3:06)
7. Out In The Cold (3:19)
8. Round And Round (4:44)
9. Lay A Little Light On Me (3:27)
10. Hero's Theme (2:28)


Bonus Tracks:

11. Still Small Voice (2:28)
12. Lay A Little Light On Me (Early Version) (2:22)

Gesamtspieldauer: 44:26




„Hero And Heroine“ heißt das sechste Studioalbum der britischen Band Strawbs. 1974 veröffentlicht, dominieren auch auf dieser Platte die warmen und eingängigen Töne. Das Album wird eröffnet mit dem längsten Stück der Scheibe „Autumn“, welches selbst noch mal in drei Teile untergliedert wurde. Und gleich hier wird die Nähe der Musik zu den Anfangswerken von Barclay James Harvest offenbar. Alles wirkt sehr melodiös und ist harmonisch arrangiert, die Eingängigkeit der Titel stehen auch im weiteren Verlauf ganz klar im Vordergrund.

Dieser Ansatz zieht sich über das ganze Album hinweg. „Hero And Heroine“ lebt von den weichen Momenten. Das ist zwar Rock Musik, jedoch sehr, sehr weiche Rock Musik. Folk Rock, der jedoch sehr aufwendig arrangiert wurde. Soll heißen, hier gibt es nicht nur eine Gitarre und einen Sänger, sondern die Musik ist unterfüttert mit einem fetten Sound, der Fülle verleiht. In der Musik der Band wird auch nicht großartig experimentiert, alles wird hin zu dieser Eingängigkeit hin entwickelt. Zudem muss hier angeführt werden, dass sich kein Ausfall auf der Platte befindet, jede Nummer hat ihren ganz eigenen Charme. Die Musiker der Strawbs haben das Gefühl für die Melodie und die Harmonie und leben dies auch auf „Hero And Heroine“ auch perfekt aus.

Ein klein wenig rockiger wird es mitunter aber trotzdem, wie zum Beispiel bei „Just Love“. Jedoch bleibt es auch bei diesem Song nicht durchgängig so, denn auch hier gibt es einen sehr warmen Zwischenteil, der einen tollen Kontrapunkt zu dem sehr viel fordernden Anfangs- und Schlussteil setzt. Zudem schaffen es die Strawbs auf dem Album, manchmal ein wenig orchestral zu klingen, dann wieder etwas rockiger und schließlich deutlich dezenter, in die Richtung des Folk. Dies alles wird bewirkt durch durchdachte Arrangements, die eine gewisse Diversität in der Musik auf „Hero And Heroine“ bewirken. Richtig gut gemacht.

Fazit: Sehr gut möglich, dass dem ein oder anderen Musikhörer diese Musik zu weichgespült klingt. Wenn man dann allerdings solch ein Lied wie den Titel-Track „Hero And Heroine“ auf sich wirken lässt, dann relativiert sich das wieder ein wenig. Denn hier findet sich durchaus Spannung und Abwechslung – genau wie bei dem Rest der Platte, wenn man dies etwas länger wirken lässt. Nun, wer Barclay James Harvest zu Beginn ihrer Karriere klasse fand, der sollte sich auch mal die Strawbs geben, das ist wiederum allerdings nur der Gesamteindruck, die Richtung, denn immer wieder klingen die Strawbs hier sehr eigenständig. Sehr viel unbekannter hier in Deutschland, jedoch genauso gut. Eine schöne Platte. Elf Punkte.

Anspieltipps: Autumn, Hero And Heroine, Still Small Voice



Samstag, 22. März 2014

Hawkwind – Quark, Strangeness And Charm




Hawkwind – Quark, Strangeness And Charm


Besetzung:

Robert Calvert – vocals, percussion, morse, and strangeness
Dave Brock – guitar, synthesisers, sound FX, vocals, and quark
Simon House – keyboards, violin, anvil, vocals, and charm
Adrian Shaw – bass guitar, vocals, and hand-claps
Simon King – drums, percussion, and no-vocal


Label: Cherry Red Records


Erscheinungsdatum: 1977 (remasterte Version: 2009)


Stil: Space Rock, Rock


Trackliste:

CD1:

1. Spirit Of The Age (7:25)
2. Damnation Alley (9:02)
3. Fable Of A Failed Race (3:22)
4. Quark, Strangeness And Charm (3:41)
5. Hassan I Sabbah (5:22)
6. The Forge Of Vulcan (3:06)
7. The Days Of The Underground (3:11)
8. The Iron Dream (1:54)


Bonus Tracks:

9. Damnation Alley (Live Studio Version) (10:35)
10. A Minor Jam Session (9:52)
11. Spirit Of The Age (Demo Excerpt) (3:00)
12. Hash Cake Cut (4:26)


Bonus CD2 (The Rockfield Studios Session):

1. Damnation Alley (First Studio Version) (10:37)
2. Spirit Of The Age (Full Extended Version) (11:23)
3. The Days Of The Underground (First Version) (5:40)
4. Quark, Strangeness And Charm / Uncle Sam's On Mars (9:21)
5. Fable Of A Failed Race (Extended Version) (6:51)
6. Damnation Alley (Alternate Harmony Vocal Version) (8:25)
7. Spirit Of The Age (Live Recording September - October 1977) (5:56)
8. Robot (Live Recording September - October 1977) (5:59)
9. High Rise (Live Recording September - October 1977) (5:41)

Gesamtspieldauer: 2:14:49



Jede Menge Musik bekommt man hier auf der remasterten Version des siebten Albums der Spacerocker von Hawkwind zu hören. „Quark, Strangeness And Charm“ wurde ursprünglich 1977 veröffentlicht und 2009 in einer erweiterten Fassung mit Bonus CD wieder aufgelegt. Space Rock gibt es hier jede Menge zu hören, ein Genre, welches die Band miterfunden hat. Dabei ist festzuhalten, dass die Lieder auf dem Album häufig von Redundanzen leben, indem ein Motiv der Musik immer und immer wiederholt wird. Das Ganze ergibt so eine Art meditative Stimmung unter der man, ganz relaxt und mit geschlossenen Augen, in andere Sphären vorzudringen scheint. Nun, dies ist wohl auch eines der Ziele des Space Rocks, neue „Welten“ zu ergründen.

Genau in diesem Umstand liegt allerdings auch ein wenig die Gefahr bei der Musik auf „Quark, Strangeness And Charm“. Für Freunde der Abwechslung wird hier nicht allzu viel geboten. Ist ein Song erst einmal gestartet, wird das aktuelle Motiv massiv ausgeschlachtet und wiederholt, wiederholt und wiederholt. Die Titel sind dabei durch die Bank weg rockig gehalten, allerdings in durchaus gemäßigter Form. Futuristisch – und natürlich ebenfalls redundant – klingt es bei „The Forge Of Vulcan“, dem einzigen Titel des Original-Albums, neben dem letzten kurzen „The Iron Dream”, der ohne Gesang auskommt und der allein schon wegen dem fetten Hammond Orgel Sound im Hintergrund überzeugen kann. Allgemein ist die Musik durchaus mit dem Adjektiv „eingängig“ zu umschreiben, besonders herausstechende Titel fehlen zwar irgendwie, trotzdem hat hier alles seine Qualität. Noch ein klein wenig mehr gefallen und begeistern können einen da sogar die eher kürzeren Nummern gegen Ende des Albums.

Besondere Erwähnung sollen hier auch die zahlreichen Zugaben finden, die der remasterten Version in einer solchen Menge hinzugefügt wurden, dass gleich noch eine zweite CD hinzugefügt wurde. In unterschiedlichen Längen und Versionen wurden hier Titel des Albums nochmals hinzugefügt. So gibt es auf der CD nun neben der Album-Version von „Spirit Of The Age“ und „Damnation Alley“ noch je drei weitere alternative Versionen zu hören. Spannender sind da allerdings, die noch nicht auf dem ursprünglichen Album vorhandenen Titel wie „A Minor Jam Session“, eine ausschweifende und durch den Synthesizer-Sound spacige Instrumentalnummer. Selbiges lässt sich auch für „Hash Cake Cut” sagen, die Nummer klingt allerdings noch ein wenig relaxter. Ganz am Ende der CD2 befinden sich dann noch zwei Live-Titel, wobei vor allem „High Rise“ ein toller und eingängiger Titel ist. Und auch, wenn es dabei mit der Soundqualität nicht zum Besten bestellt ist, so lohnt das Lied auf jeden Fall.

Fazit: Die Titel zu Beginn des Albums sind zwar wahrlich nicht schlecht, so richtig überzeugen können sie allerdings dann doch nicht immer. Gegen Ende der Platte wird die Musik schließlich jedoch deutlich eindringlicher. Dazu gesellen sich noch jede Menge Zugaben, die das Album wahrlich lohnenswert werden lassen. Für Hawkwind-Fans ist die Scheibe sowieso ein Muss und auch in der Fan-Beurteilung sehr hoch angesiedelt. Ich persönlich finde die früheren Werke der Band noch einen Tick besser, höre allerdings auch auf „Quark, Strangeness And Charm“ meine Momente. Neun Punkte.

Anspieltipps: Damnation Alley, The Forge Of Vulcan, High Rise



Freitag, 21. März 2014

Shoulders – The Fun Never Stops




Shoulders – The Fun Never Stops


Besetzung:

Michael Slattery – vocals, parade drum, harmonica, out-of-tune cornet, hideous trombone, bent tin whistle, free-hanging river pipe
Todd Kassens – all guitars, background vocals
Chris Black – contrabass, electric bass, piano, hammond organ, korg polysix, background vocals
Alan Gene Williams – drums, percussion


Gastmusiker:

David Max Crawford – trombone, trumpet, accordion, hamond organ (on “My Offerings”)
John Hagen – cello, violin
Mark Kenyon – lap steel guitar
Chris Searles – additional percussion
Ponte Bone – additional accordion (on “Old Anxieties”)


Label: MusiDisc Records


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Drunken Carnival Music


Trackliste:

1. Enter Dancing (0:35)
2. The Fun Never Stops (4:28)
3. Mr. Troll Is Crying (2:19)
4. Farmer Melancholy (3:33)
5. Each Litte Cannibal (5:42)
6. My Offerings (3:58)
7. Rev. 14:11 (1:02)
8. In The Likeness Of God (2:52)
9. All Seamen’s Ball (4:01)
10. Gladly Gone (2:30)
11. Odyssey (4:49)
12. Old Anxieties (Happy New Year) (4:43)
13. Exit Dancing (1:11)

Gesamtspieldauer: 41:41




Ein Jahr nach dem wahrlich überzeugenden „Trashman Shoes“, veröffentlichten die Shoulders ihre zweite Platte unter dem Namen „The Fun Never Stops“. Wieder nennt sich das hier bediente Musik-Genre „Drunken Carnival Music” und wenn man der Platte so lauscht, dann kann man dieser Bezeichnung durchaus etwas Passendes nachempfinden. Und zwar gleich zu Beginn des Albums, bei dem es nach einem kurzen Aufgalopp zunächst das Titellied „The Fun Never Stops“ zu hören gibt. Nicht nur der Gesang des Michael Slattery klingt hier so, als ob er sich vor der Aufnahme einige Drinks genehmigt hätte, auch die Musik spiegelt diesen spaßigen, alkoholgeschwängerten Eindruck wider.

Auf der Platte tummeln es durchaus auch verschiedene rockige Titel. Das wiederum trägt dazu bei, dass das Album immer sehr lebendig und spannend klingt. Allerdings bleibt auch festzuhalten, dass die Songqualität auf dem ersten Album der Band irgendwie besser zu sein schien. Da packte einen diese Musik noch mehr, konnte mehr begeistern, war eingängiger und hatte durchaus immer wieder auch einen gewissen Ohrwurmcharakter. Bei „The Fun Never Stops“ benötigt man als Hörer deutlich mehr Durchläufe, bis die Musik vertrauter und auch eingängiger wird. Und dies liegt nicht allein daran, dass hier auch mal ordentlich und schrill geschrien wird, wenn es bei den Titeln um Trolle oder aber Kannibalen geht. Trotzdem enthält die Musik auch hier einen gewissen Reiz. Hat man sich schließlich in die ganze Platte reingehört, wirkt alles zudem sehr viel runder und passender.

Fazit: Ganz gewiss keine 08/15-Musik präsentieren die Shoulders aus Texas hier auf ihrem zweiten Album. Erfolg hatte die Band vor allen Dingen in Europa, in ihrem Heimatland, den USA, wurden die Shoulders außerhalb ihres Bundesstaates weitestgehend ignoriert. Und Erfolg hatte die Band auch vor allem mit ihrem ersten Album, welches sich noch deutlich besser verkaufte als „The Fun Never Stops“. Nach diesem Album war dann auch erst mal Schluss. Allerdings noch nicht endgültig, denn zwanzig Jahre später veröffentlichte die Band im Jahr 2013 ein neues Album unter dem Titel „Another Round“. Das ist aber eine andere Geschichte. Neun Punkte.

Anspieltipps: My Offerings, Gladly Gone



Donnerstag, 20. März 2014

Roger Waters – Radio K.A.O.S.




Roger Waters – Radio K.A.O.S.


Besetzung:

Roger Waters – vocals, guitars, bass guitar, shakuhachi, keyboards


Gastmusiker:

Graham Broad – percussion, drums
Mel Collins – saxophones
Nick Glennie-Smith – dx7 and emu on "Powers That Be"
Matt Irving – hammond organ on "Powers That Be"
John Lingwood – drums on "Powers That Be"
Andy Fairweather Low – electric guitars
Suzanne Rhatigan – main background vocals on "Radio Waves", "Me or Him", "Sunset Strip" and "The Tide Is Turning"
Ian Ritchie – piano, keyboards, tenor saxophone, fairlight programming, drum programming
Jay Stapley – electric guitars
John Phirkell – trumpet
Peter Thoms – trombone
Katie Kissoon – background vocals on "Who Needs Information", "Powers That Be" and "Radio Waves"
Doreen Chanter – background vocals on "Who Needs Information", "Powers That Be" and "Radio Waves"
Madeline Bell – background vocals on "Who Needs Information", "Powers That Be" and "Radio Waves"
Steve Langer – background vocals on "Who Needs Information", "Powers That Be" and "Radio Waves"
Vicki Brown – background vocals on "Who Needs Information", "Powers That Be" and "Radio Waves"
Clare Torry – vocals on "Home" and "Four Minutes"
Paul Carrack – vocals on "The Powers That Be"


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1987


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. Radio Waves (4:57)
2. Who Needs Information (5:55)
3. Me Or Him (5:23)
4. The Powers That Be (4:36)
5. Sunset Strip (4:45)
6. Home (6:00)
7. Four Minutes (4:00)
8. The Tide Is Turning (After Live Aid) (5:43)

Gesamtspieldauer: 41:24




„Radio K.A.O.S.” nannte Roger Waters sein drittes Solo-Werk, wenn man denn „Music From The Body“ von 1970 auch dazuzählen möchte. 1987 erschienen, ist es wohl die poppigste Scheibe, die Roger Waters während seiner Karriere veröffentlichte. Inhaltlich befasst sich das Album, wie bei Roger Waters so häufig, mit den Themen Krieg, Monetarismus und der Welt-Situation ganz allgemein. Dazu unterhält sich der körperlich und geistig behinderte Billy, ein Waliser, der jetzt mit seinem Onkel in Los Angeles lebt, während einer Radio-Show des Senders „Radio K.A.O.S.“ als Anrufer mit dem DJ Jim. Das Besondere an diesem Billy ist dabei, dass er die Radiowellen aufgrund seiner Behinderung ohne ein Radio-Gerät, also mental empfangen kann. Dies kurz zur Geschichte auf dem Album, die Geschichte der Platte selbst ist noch mal eine andere, denn diese wollte Roger Waters bis auf das letzte Lied „The Tide Is Turning“ veröffentlichen. Da meinte dann wiederum die Plattenfirma, dass die Scheibe so deutlich zu düster klänge und wohl nicht viele Käufer würde finden können. Schließlich wurde noch besagter Titel hinzugefügt. Den hatte Roger Waters, der Live Aid am Fernseher verfolgte, nach der Übertragung des Konzerts geschrieben, da er sehr beindruckt von dieser Veranstaltung war. Ursprünglich war er sogar selbst für einen Auftritt bei Live Aid vorgesehen gewesen, sagte dann jedoch ab, da David Gilmour dort zusammen mit Brian Ferry auftrat. Und das war nun die Person, die er nach seinem Ausstieg bei Pink Floyd im selben Jahr wie Live Aid, 1985, dort einfach nicht treffen wollte.

Nun, „The Tide Is Turning“ ist ein toller Titel geworden, der das gesamte Album noch mal aufwertet. Hier zeigt Roger Waters wieder sein Gespür für Melodiösität und Harmonien. Ein Pop-Song, der auf jeden Fall hängenbleibt. Das wurde Roger Waters später wohl auch immer mehr bewusst, denn inzwischen stellt dieser Titel häufig den letzten dar, der während seiner zahlreichen „The Wall-Konzerte“ gespielt wird.

Aber auch der Rest der Platte kann sich durchaus hören lassen. Alles ist sehr eingängig, groovt mal mehr, dann wird es wieder ein wenig nachdenklicher. Viele verschiedene Gesangsstimmen bekommt man zu hören sowie zahlreiche Hintergrundgeräusche, die die Story noch unterfüttern. Auch diese Musik lehnt sich ein wenig an „The Final Cut“, der letzten Platte, die er mit Pink Floyd aufgenommen hat, an. Jedoch gibt es hier das deutlich bessere Song-Material zu hören, vergleicht man diese Veröffentlichung mit dem drei Jahre zuvor entstandenen Album „The Pros And Cons Of Hitch Hiking“. Besonders gelungen sind die Lieder am Ende der Platte. Da gibt es das durch die Perkussion irgendwie vibrierende „Home“, dessen man sich am besten mit den Kopfhörern nähert oder aber auch „Four Minutes“, was im Grunde genommen eine Mischung aus Lied und Soundkollage darstellt, die allerdings sehr gelungen ist.

Fazit: „Radio K.A.O.S.” macht Spaß. Zwar hat die Scheibe noch nicht die Qualität, wie „Amused To Death“, dem Meisterwerk des Roger Waters in seinem Solo-Schaffen, aber die Platte unterhält. Und so düster, wie von der Plattenfirma befürchtet, ist das Ganze auch nicht geworden. Für Pink Floyd oder Roger Waters Fans sowieso ein Muss, für alle diejenigen, die auf gut gemachten Pop-Rock stehen aber sicherlich auch nicht die schlechteste Entscheidung. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Home, Four Minutes, The Tide Is Turning (After Live Aid)