Dienstag, 5. Februar 2013

Tomorrow – Tomorrow




Tomorrow – Tomorrow


Besetzung:

Keith West – vocals
Steve Howe – guitar
John "Junior" Wood – bass
John "Twink" Alder – percussion
Mark P. Wirtz – keyboards


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1968


Stil: Psychedelic Pop, Oldies


Trackliste:

1. My White Bicycle (3:18)
2. Colonel Brown (2:53)
3. Real Life Permanent Dream (3:17)
4. Shy Boy (2:28)
5. Revolution (3:51)
6. The Incredible Journey Of Timothy Chase (3:19)
7. Auntie Mary's Dress Shop (2:47)
8. Strawberry Fields Forever (4:00)
9. Three Jolly Little Dwarfs (2:28)
10. Now Your Time Has Come (4:54)
11. Hallucinations (2:43)
12. Claramount Lake (3:02)


Bonus Tracks:

13. Real Life Permanent Dream (2:25)
14. Why (3:59)
15. Revolution (3:50)
16. Now Your Time Has Gone (3:05)
17. 10,000 Words In A Cardboard Box (3:28)
18. Good Wizzard Meets Naughty Wizzard (4:42)
19. Me (3:13)
20. On A Saturday (3:14)
21. The Kid Was A Killer (2:31)
22. She (2:30)
23. The Visit (4:06)

Gesamtspieldauer: 1:16:03



Tomorrow war eine englische Band, die Ende der 60er Jahre in London für das Genre „Psychedelic Rock“ stand. 1968 wurde das gleichnamige Debut-Album der Formation veröffentlicht, mit dem die Band allerdings nicht an den Erfolg anknüpfen konnte, den sie bei Live-Auftritten erntete. Hier ersetzte sie in den Londoner Clubs Pink Floyd, deren Aufstieg an Fahrt gewann, sodass diese fortan größere Hallen füllten. Nun, vielleicht klang das bei Live-Auftritten auch „psychedelisch“, auf ihrem Debut-Album klingt Tomorrow, in dessen Line-Up sich zu diesem Zeitpunkt Steve Howe als Gitarrist betätigte, nur ansatzweise psychedelisch. Die Musik von Tomorrow erinnert hier sehr viel eher an den damals gängigen Pop der 60er. Auch mit Progressive Rock hat das nichts zu tun, diesen sollte Steve Howe kurze Zeit später mit der Band Yes perfektionieren.

Nun, Tomorrow klingen also auf Platte gepresst irgendwie nur schemenhaft psychedelisch. Klar da wird immer mal wieder die Sitar eingesetzt, um das Ganze ein wenig „abgefahrener“ klingen zu lassen oder (wer weiß das schon), um auf den Zug mit aufzuspringen, den die Beatles damals genommen hatten. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass hier auch „Strawberry Fields“ von den Beatles gecovert wurde. Aber „Psychedelic Rock“? Nein, das ist die Musik von Tomorrow wirklich nur ganz am Rande.

Dieses erste Album der Band, welches auf der remastertern Version zusätzlich noch mit jeder Menge Solomaterial des Sängers Keith West angereichert wurde, hat allerdings einige ganz nette Lieder zu bieten, die auch relativ schnell ins Ohr gehen. 60er Pop, der ein klein wenig anspruchsvoller ist, als jenes Chartgedudel der damaligen Zeit. Ab und an nähert sich die Musik auch manchem eingängigen Song Pink Floyds auf „The Piper At The Gates Of Dawn“ an. Aber es fehlen eben genau diese speziellen Stücke, diese verstörenden Werke wie „Interstallar Overdrive“ oder „Astronomy Domine“, die den Ruf von Pink Floyd begründeten und die für dieses Genre „Psychedelic Rock“ stehen. Ein klitzekleines bisschen geht das bei „Now Your Time Has Come“ in diese Richtung. Aber wirklich nur ein sehr kleines bisschen, denn im Großen und Ganzen wirkt die Musik von Tomorrow auf „Tomorrow“ einfach zu brav.

Fazit: Das, was man auf dieser 1968 veröffentlichten Scheibe hört macht schon irgendwie Spaß. Netter und durchaus intelligenter Sixties-Pop ist hier zu hören, der vielleicht ein klein wenig unangepasster ist, als der anderer Bands zur damaligen Zeit. Die Musik kann gut unterhalten und das ein oder andere Mal fühlt man sich an die Beatles erinnert – und vielleicht auch mal an die frühen Pink Floyd. Dazu gehen viele der Lieder leicht ins Ohr und die remasterte Version ist sehr üppig mit Zusatzmaterial bestückt worden. Wer auf Musik Ende der 60er steht, der sollte hier durchaus mal ein Ohr riskieren. Könnte sich lohnen. Acht Punkte.

Anspieltipps: My White Bicycle, Colonel Brown, Revolution, Now Your Time Has Come, Hallucinations, Why, Me, The Kid Was A Killer