Samstag, 30. November 2013

Scorpions – In Trance




Scorpions – In Trance


Besetzung:

Klaus Meine – vocals
Rudolf Schenker – rhythm guitar
Uli Roth – lead guitar, vocals on "Dark Lady" & "Sun in My Hand"
Francis Buchholz – bass
Rudy Lenners – drums


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Hard Rock, Blues Rock


Trackliste:

1. Dark Lady (3:29)
2. In Trance (4:45)
3. Life's Like A River (3:51)
4. Top Of The Bill (3:24)
5. Living And Dying (3:22)
6. Robot Man (2:45)
7. Evening Wind (5:05)
8. Sun In My Hand (4:23)
9. Longing For Fire (2:45)
10. Night Lights (3:13)

Gesamtspieldauer: 37:02




Die Scorpions stellen für mich immer so einen Beißer dar. Wenn ich zum Beispiel „Wind Of Change“ höre, muss ich schlagartig den Raum verlassen. Dieses glattpolierte Gedudel in der Verbindung mit Klaus Meines Stimme, lässt mir die Haare zu Berge stehen. Aber wie das so ist, diese Phase um das Album „Crazy World“ war gleichzeitig die erfolgreichste der Bandgeschichte. Ich habe schon einen seltsamen Musikgeschmack…

Nun aber hier soll es jetzt um das dritte Album der Band gehen. „In Trance“ heißt es und machte zunächst Furore, da die Dame auf dem Cover ursprünglich noch etwas nackter war. Das Bild kam auf den Index und wurde retuschiert. Noch ursprünglich erhalten ist dagegen die Musik auf „In Trance“. Diese ist eine Mischung aus härterem und dann wieder etwas sanfterem Rock. Bei zwei Liedern singt auch Uli Roth ("Dark Lady" und "Sun in My Hand"), Klaus Meine gibt hier dann maximal noch den Hintergrundgesang.

Mit Dieter Dierks hatten die Scorpions nun einen Produzenten bekommen, der die Band etwas mehr auf „Massentauglichkeit“ trimmte. Die Lieder haben alle eine radiotaugliche Länge bekommen, die Songs sind nicht zu hart und weisen fast durchgängig eine gewisse Melodiösität auf. Überzeugen können dabei allerdings nur wenige. Der Titeltrack „In Trance“ und das etwas träumerische und doch auch „schwere“ „Evening Wind“ stechen dabei deutlich aus der Masse der restlichen Titel hervor, die einfach nicht so recht zünden wollen. Zumindest nicht bei mir. Ganz nett mitunter, aber trotzdem nichts, was es sich lohnt häufiger gehört zu werden.

Trotzdem ist „In Trance“ kein schlechtes Album geworden, bei Scorpions-Fans steht diese Platte sowieso sehr hoch im Kurs. Hier ist gut gemachter Rock zu hören, der allerdings leider nur eben diese wenigen Höhepunkte aufweist. Außer den beiden bereits erwähnten Titeln gibt es da nichts, was länger und nachhaltig hängenbleibt.

Fazit: Ein durchschnittliches Rock-Album ist „in Trance“ geworden, welches zwei Höhepunkte aufweist und beim Anhören sofort der Entstehungszeit zugeordnet werden kann. Diese beiden Highlights lohnen sich und sollte man als Rock-Fan auch mal gehört haben. Der ganze Rest rauscht einfach so durch. Sieben Punkte.

Anspieltipps: In Trance, Evening Wind





Freitag, 29. November 2013

David Bowie – I Dig Everything (The 1966 Pye Singles)




David Bowie – I Dig Everything (The 1966 Pye Singles)


Besetzung:

David Bowie – vocals, guitar


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Castle Music


Erscheinungsdatum: 1966 / 2006


Stil: 60ies Pop


Trackliste:

1. I'm Not Losing Sleep (2:56)
2. I Dig Everything (2:46)
3. Can't Help Thinking About Me (2:46)
4. Do Anything You Say (2:31)
5. Good Morning Girl (2:14)
6. And I Say To Myself (2:29)

Gesamtspieldauer: 15:41




Bei der CD „I Dig Everything (The 1966 Pye Singles)” handelt es sich nicht um das erste Album des David Bowie. Vielmehr ist es eine Zusammenstellung dreier Single A-Seiten (die ersten drei Titel) und den entsprechenden B-Seiten, die 1966 auf dem „Pye Label“ erschienen und vierzig Jahre später in Form dieser CD wieder veröffentlicht wurden. David Bowie hatte sich gerade von David Jones in David Bowie umbenannt, um nicht mit dem „Monkey-Musiker“ David Jones verwechselt zu werden und spielte mit verschiedenen Begleitmusikern in diversen Clubs. Schließlich unterschrieb er seinen ersten Plattenvertrag bei Pye und die drei erwähnten Singles wurden veröffentlicht.

Nun, ich möchte die sechs hier vorhanden Titel nicht als belanglos hinstellen, etwas Besonderes stellen sie allerdings jedoch auch nicht dar. Bei den Liedern handelt es sich um 60er Pop bis Beat-Musik. Manchmal etwas vom Rhythm & Blues beeinflusst, manchmal deutlich poppiger. Manches Mal klingt das Ganze ein klein wenig nach den Who, ein anderes Mal glaubt man die Rolling Stones ein wenig herauszuhören.

Was dabei zurückbleibt, ist allerdings nicht viel. Die Titel klingen absolut unaufgeregt und bleiben auch nicht nachhaltig haften. Zudem hört man den Nummern auch deutlich ihr Alter an: Definitiv Mitte des letzten Jahrhunderts. Was bleibt ist die Stimme des David Bowie, die hier zwar noch nicht ihre volle Stärke entwickelt hat, jedoch bereits zu dieser Zeit sehr eindringlich klingt.

Fazit: Das ist eine CD für Fans von David Bowie, die alles von ihrem Lieblingssänger besitzen möchten. Somit rundet die Platte die Sammlung ab. Nicht mehr und nicht weniger. Diese Lieder hier muss man nicht unbedingt kennen, auch wenn sie ebenfalls weit davon entfernt sind, einem zum Reißaus zu bewegen. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Good Morning Girl




Donnerstag, 28. November 2013

Patty Moon – Mimi And Me




Patty Moon – Mimi And Me


Besetzung:

Patty Moon – vocals, piano
Tobias Schwab – guitar, bass, clarinet, reed organ, accordion, piano and percussion


Gastmusiker:

David Neuffer – cello on “The Dawn”

Pellegrini Quartett (“Painting Horses”, Mimi And Me”, “Under Water” & “Dare”):
Antonio Pellegrini – violin
Thomas Hofer – violin
Fabio Marano – viola
Helmut Menzler – violoncello


Label: Traumton Records


Erscheinungsdatum: 2011


Stil: ArtPop


Trackliste:

1. Painting Horses (3:44)
2. Mimi And Me (2:35)
3. Under Water (4:00)
4. Stardust (2:41)
5. When You Go Chapter 1 (2:00)
6. Landscape (4:18)
7. Cover Me (2:48)
8. The Dawn (1:41)
9. When You Go Chapter 2 (1:51)
10. Dare (3:21)
11. The Raven (3:33)
12. Autumn Orchestra (3:08)
13. Swamp (4:45)
14. When You Go Epilog (1:47)

Gedsamtspieldauer: 42:12




Patty Moon ist eine deutsche Band, bestehend aus Judith Heusch, die sich für die Kompositionen verantwortlich zeigt und Tobias Schwab, der die Lieder arrangiert und abmischt. Die Musik ist dabei eine Mischung aus ArtPop und KammerPop, was sich allein schon aus der Instrumentierung der einzelnen Stücke ableiten lässt. Die einzelnen Nummern sind dabei überaus sanft, weich, melancholisch und sentimental geraten. Wer durchaus auch den ruhigeren Tönen in der Musik etwas abgewinnen kann, dem sei dieses Album wärmstens empfohlen.

Die Musik schwebt auf „Mimi And Me“, dem bisher vierten Album von Patty Moon. Am besten ist diese zu genießen am Lieblingsort des Hörers, sei dieser entspannt auf dem Sofa oder aber irgendwo an einem schönen Ort in der Natur. Dann beginnt sie, die Traumreise, die das sich einstellende, wohlige Gefühl noch zu verstärken weiß. Intensiv und eindringlich wirkt diese sanfte Stimme der Judith Heusch, die mit wunderschönen Pianoläufen und Streicherarrangements zusätzlich noch untermalt wird. Alles wirkt überaus melodiös und harmonisch, die Musik hüllt den Hörer ein und wenn dieser auch mit diesen weichen, oftmals auch zerbrechlich wirkenden Tönen etwas anzufangen weiß, wirkt das Ganze wie ein kleiner Urlaub vom Alltag.

Die Lieder „Stardust“, „Landscape“ und „Cover Me“ wurden für den Film „In der Welt habt ihr Angst“ von Hans W. Geißendörfer geschrieben und fügen sich perfekt in das Gesamtbild dieser Platte ein. Wobei überhaupt festzustellen ist, dass kein Lied qualitativ oder atmosphärisch in irgendeiner Art und Weise abfällt. Mitunter wird es zwar auch mal ein wenig sphärischer, dann wieder etwas fordernder, aber all diese Stimmungen passen perfekt zusammen auf „Mimi And Me“.

Fazit: Ich bin immer dankbar, wenn ich musikalisch irgendwie inspiriert werde, etwas Neues entdecken kann. Meist passiert dies jedoch nicht durch das Radio, in dem die Charts rauf und runter gedudelt werden. Hier war das jedoch der Fall. Somit lohnt es sich doch immer wieder mal, einen Spartensender zu suchen, der einem auch mal alternative Musik anbietet. „Mimi And Me“ von Patty Moon ist eine tolle Platte geworden, mit richtig begeisternder Musik, die jede Menge Tiefgang besitzt. Musik zum Träumen und darin Schwelgen. Unaufgeregte Lieder, die den Hörer zu packen verstehen. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Painting Horses, Mimi And Me, The Raven, Swamp



Mittwoch, 27. November 2013

Renaissance – Time Line




Renaissance – Time Line


Besetzung:

Annie Haslam – lead vocals, backing vocals
Jon Camp – lead vocals, backing vocals, bass, guitars
Michael Dunford – guitars, backing vocals


Gastmusiker:

Peter Gosling – keyboards
Nick Magnus – keyboards
Eddie Hardin – keyboards
Peter Barron – drums
Ian Mosley – drums
John Acock – saxophone
Dave Thomson – trumpet


Label: Repertoire Records


Erscheinungsdatum: 1983


Stil: Pop


Trackliste:

1. Flight (4:09)
2. Missing Persons (3:36)
3. Chagrin Boulevard (4:24)
4. Richard IX (3:41)
5. The Entertainer (4:46)
6. Electric Avenue (4:57)
7. Majik (3:11)
8. Distant Horizons (3:58)
9. Orient Express (3:56)
10. Auto-Tech (5:21)

Gesamtspieldauer: 41:59




Fönfrisuren bekommt man auf dem Cover zum insgesamt elften Album von Renaissance aus dem Jahr 1983 kredenzt. Dabei stehen sich alle drei Protagonisten in nichts nach. Das Album macht also schon von der Aufmachung her den Eindruck, dass es sich hier um ein Pop-Album handelt und dieser Eindruck wird sofort mit dem ersten Stück bestätigt. Und mit dem zweiten, dem dritten Titel und so weiter. Zum Teil haben sich die drei Musiker offensichtlich auch vorgenommen, mal in die Funk-Richtung zu tendieren, wie beim unglaublich schwachen „Electric Avenue“. Aber um bei der Wahrheit zu bleiben, dieses Stück ist nur unwesentlich schlechter als der Rest der Platte, bei deren Hören eine ordentliche Portion Masochismus mit Sicherheit nicht hinderlich ist, um dieses grauenvolle Gedudel auch durchzustehen.

Diese Pop-Musik ist so etwas von nichtssagend und belanglos, dass man sich fragt, wie die Musiker, die nur wenige Jahre zuvor grandiose Alben veröffentlichten, sich bei den Aufnahmen gefühlt haben müssen. Auch die noch auf der vorherigen Platte vorhandenen New Wave Anleihen sind verschwunden. Simpler Pop pur wird dem Hörer auf „Time Line“ geboten. Daher lautet eine ebenfalls interessante Frage, wie sich wohl jene Renaissance Fans, die 1983 dieses Album erstanden, gefühlt haben müssen. Darauf gibt es zumindest eine Antwort, denn die Platte fiel durch und wurde auch von jenen Fans verrissen. Auf „Time Line“ ist nichts mehr eingängig, interessant oder sonst in irgendeiner Art und Weise hervorzuheben, sodass die einzelnen Titel noch nicht einmal die Chance hätten, bei einem massenorientierten Radiosender gespielt zu werden. Einfach nur enttäuschend.

Aber „Halt“, eine Ausnahme gibt es dann doch: „The Entertainer“. Mit diesem Titel schafft man zumindest ein wenig die geistige Verknüpfung dieses Albums zu den Werken, die Mitte der 70er Jahre entstanden waren. Ein kleiner Höhepunkt, aber das war es leider auch schon. Der ganze Rest ist selbst für Freunde einfacher Pop-Musik schwer zu begreifen.

Fazit: Es ist in keinster Weise verwunderlich, dass nach dieser Platte erst einmal lange Zeit Schluss war mit Renaissance und die Band sich auflöste. Musikalisch schienen alle Reserven ausgeschöpft, die eigene Kreativität hatte sich aufgebraucht. Somit bleibt ein Album, welches die mit Abstand schlechteste Platte in der Diskographie dieser tollen Band darstellt. Gleichzeitig ist es ein Album, welches keiner braucht - außer vielleicht Komplettisten, die jeden Schnipsel von „ihrer“ Band besitzen möchten. Drei Punkte.

Anspieltipps: The Entertainer




Dienstag, 26. November 2013

CocoRosie – Tales Of A GrassWidow




CocoRosie – Tales Of A GrassWidow


Besetzung:

Bianca Casady – vocals, flute
Sierra Casady – vocals, guitar, harp


Gastmusiker:

Raël Rakotondrabe – piano, keyboards, bass synths, guitar, organ
Antony Hegarty – vocals
Tez – beatbox
Valgeir Sigurdsson – beat programming
Ashok Foga – vocals, drums
Mahipai Foga – castanets
Kusumakar – bamboo flute
Ashley “Say Wut?!” Moyer – beatbox, additional vocals
Finnbogi Pétursson – tones, diabolus tunes
Ezekiel Healy – guitar


Label: City Slang


Erscheinungsdatum: 2013


Stil: Post Rock, Dream Pop


Trackliste:

1. After The Afterlife (3:04)
2. Tears For Animals (5:19)
3. Child Bride (4:19)
4. Broken Chariot (2:15)
5. End Of Time (3:20)
6. Harmless Monster (3:08)
7. Gravediggress (5:26)
8. Far Away (4:37)
9. Roots Of My Hair (5:58)
10. Villain (4:19)
11. Poison (4:03)
12. (Hidden Track) Devils Island (4:34)

Gesamtspieldauer: 50:22 (mit Stille vor Hidden Track: 1:00:01)




CocoRosie nannten die beiden amerikanischen Schwestern Bianca und Sierra Casady ihr Musikprojekt - nach den Spitznamen “Coco” und “Rosie”, die sie von ihrer Mutter verpasst bekommen haben. Beide leben hauptsächlich in Paris, wo sie auch ihre Musikkarriere starteten. Die Musik der beiden Schwestern ist dabei als durchaus ungewöhnlich zu bezeichnen. In einer Mischung aus Post Rock und elektronischer Musik, in der das Piano und die Flöte gleichberechtigt neben diversen Samples und der Beat Box stehen, kreieren sie einen Sound, der häufig sehr traurig und verzweifelt wirkt. Mitunter mystisch und verträumt, dann auch wieder ein klein wenig poppig. Dabei wird auch der Beat immer wieder, jedoch nicht durchgängig in den Vordergrund gerückt.

Der Stil erinnert ein bisschen an die Musik von Björk. Und dies liegt nicht nur an dem immer wieder sehr kindlich klingenden Gesang der Schwestern. Auch die Songstruktur und die Atmosphäre, die diese Lieder verströmen, weisen hier eindeutige Parallelen zur Isländerin auf. Die einzelnen Titel sind meist sehr zurückhaltend, ab und an sogar fast spärlich instrumentiert, was nicht zuletzt ebenfalls zu dieser häufig sehr ergreifenden Stimmung der jeweiligen Songs beiträgt. Richtig melodiös kann die Musik von CocoRosie ebenfalls nicht bezeichnet werden, wobei hier auch nichts atonal klingt – jedoch auf seine Art anders und spannend. Alles lebt von diesen Stimmungen, die die Lieder zu verströmen verstehen. Man fühlt sich in mystische Welten versetzt, die dazu erschaffen wurden, entdeckt zu werden. Mal hinterlassen diese ein warmes, ein anderes Mal ein melancholisches und dann wieder ein fast schon verzweifeltes Gefühl.

Fazit: CocoRosie machen auf „Tales Of A GrassWidow” fordernde Musik, die dem Titel der Platte entsprechend Geschichten erzählt. Häufig erinnert das alles ein wenig an graue Novembertage, an Melancholie und sentimentale Gefühle, andererseits gibt es jedoch auch diese wenigen poppigeren Abschnitte, die einen aus dem „Blues“ reißen. Keine Musik für den Rocker unter den Musikhörern, keine für Hitparaden-Freunde. Post Rock Fans dürften hier jedoch etwas für sich finden, Fans der bereits erwähnten Björk sowieso. „Tales Of A GrassWidow” ist ein spannendes und ruhiges Album, welches die ganze Aufmerksamkeit vom Hörer einfordert, der dann mit irgendwie gearteten Traumwelten belohnt wird. Und als Tipp sollte man sich hier auch mal die Texte genauer zu Gemüte führen, die ebenfalls keine 08/15-Ware darstellen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: After The Afterlife, Child Bride, Harmless Monster



Montag, 25. November 2013

Kim Wilde – The Singles Collection 1981 - 1993




Kim Wilde – The Singles Collection 1981 - 1993


Besetzung:

Kim Wilde – lead vocals


Gastmusiker:

Viele, nicht einzeln aufgeführte Musiker


Label: MCA


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Kids In America (3:26)
2. Chequered Love (3:22)
3. Water On Glass (3:36)
4. Cambodia (3:57)
5. View From A Bridge (3:30)
6. Child Come Away (4:05)
7. Love Blonde (3:33)
8. Second Time (3:53)
9. Rage To Love (4:20)
10. You Keep Me Hangin' On (4:15)
11. Another Step (Closer To You) (3:31)
12. You Came (3:31)
13. Never Trust A Stranger (4:06)
14. Four Letter Word (4:03)
15. Love Is Holy (4:03)
16. If I Can't Have You (3:29)
17. In My Life (3:46)

Gesamtspieldauer: 1:04:24




Wer in den 80ern des letzten Jahrhunderts groß wurde, der kam an Kim Wilde, die eigentlich Kimberly Smith heißt, einfach nicht vorbei. Viele Hits hatte die Dame aus England, die in den Radiostationen rauf und runter gespielt wurden. Die Titel wurden meist von ihrem Vater und ihrem Bruder geschrieben und bewegten sich zwischen den Genres Synthie Pop, Pop und Rock. Dabei waren die einzelnen Nummern durchgehend eingängig und hatten nicht selten Ohrwurmcharakter. Und auch wenn der Erfolg der Kim Wilde von Platte zu Platte abnahm, was sich vor allem in ihrem Heimatland England zeigte, stürmten einzelne Titel ihrer Alben immer wieder die Charts, dann eben mehr auf dem europäischen Festland.

In der Instrumentierung kommt meistens dem Synthesizer eine zentrale Rolle zu, aber auch die „klassischen“ Instrumente des Rock haben ihren Auftritt. Alles ist hin auf möglichst schnelle Eingängigkeit konzipiert und komponiert und diese kann den Titeln der Kim Wilde auch nicht abgesprochen werden. Die Nummern gehen ins Ohr. Welche dies dann mehr tun, liegt ganz im Musikverständnis des Hörers. Kim Wilde steht wahrlich nicht für komplizierte oder anspruchsvolle Musik. Nein, es handelt sich um Musik, die unterhalten will und das schaffte die Engländerin auch immer wieder. Ihre Titel waren in den Discos der damaligen Zeit ein fester Bestandteil, um die Tänzer auf das Parkett zu locken. Und dies auch mit Erfolg.

Die Qualität der Lieder nimmt im Laufe dieser CD ab. Soll heißen, die großen Hits der Kim Wilde befinden sich hauptsächlich am Anfang der CD. Im weiteren Verlauf der Scheibe werden die Songs austauschbarer, belangloser und besitzen nicht mehr diesen Ohrwurmcharakter der ersten Nummern, die auch chronologisch vor den hinteren Liedern entstanden.

Fazit: Wer mal in alten Erinnerungen schwelgen möchte, der kann mit dieser CD nichts falsch machen, die man auch auf 80ies- oder Ü40-Partys ohne zu überlegen auflegen kann. Die Tanzfläche füllt sich. Garantiert! Die Qualität der Titel ist dabei, wie bereits erwähnt, zu Beginn dieser Best Of-Zusammenstellung deutlich besser als an deren Ende. Es scheint fast so, als hätten Kim Wilde und damit auch ihre Komponisten, im weiteren Verlauf der Karriere der Britin ihr Pulver verschossen. Trotzdem gerade wegen der ersten Titel eine lohnende Anschaffung für Nostalgiker. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Kids In America, Chequered Love, Cambodia, View From A Bridge




Sonntag, 24. November 2013

Counting Crows – Recovering The Satellites




Counting Crows – Recovering The Satellites


Besetzung:

David Bryson – guitars, dobro, tambourine, vocals
Adam Duritz – piano, tambourine, wurlitzer, vocals
Charlie Gillingham – hammond b-3, piano, mellotron, wurlitzer, accordion, harmonica, vocals, string arrangements on 3, 4, 9
Matt Malley – electric bass guitar, double bass, vocals
Ben Mize – drums, tambourine, light bulbs, zippo lighter, vocals
Dan Vickrey – guitars, vocals


Gastmusiker:

Paul Buckmaster – orchestra conductor on 3, 4, 9
David Immerglück – pedal steel guitar on 8, octave mandolin on 8
Marvin Etzione – mandolin on 12


Label: Geffen Records


Erscheinungsdatum: 1996


Stil: Rock, Folk Rock


Trackliste:

1. Catapult (3:34)
2. Angels Of The Silences (3:36)
3. Daylight Fading (3:49)
4. I'm Not Sleeping (4:55)
5. Goodnight Elisabeth (5:18)
6. Children In Bloom (5:23)
7. Have You Seen Me Lately? (4:08)
8. Miller's Angels (6:32)
9. Another Horsedreamer's Blues (4:31)
10. Recovering The Satellites (5:23)
11. Monkey (3:01)
12. Mercury (2:47)
13. A Long December (4:54)
14. Walkaways (1:12)

Gesamtspieldauer: 59:29




„Recovering The Satellites“ heißt das zweite Album der Counting Crows aus San Francisco welches 1993, drei Jahre nach ihrem vielbeachteten Debut „August And Everything After“ erschien. Und die sechs Musiker bieten dem Hörer auch auf dieser Platte schöne und eingängige Rock Musik, die auch durch die mitunter opulente Instrumentierung, mittels eines ganzen Orchesters zu überzeugen weiß.

Von ruhigen Songs über Mid-Tempo-Stücken, bis hin zu richtigen Rock-Nummern ist auf dem Album alles vorhanden. Und über allem steht die Melodiösität, welche mitunter, wie beim opulenten „I'm Not Sleeping“, sehr intensiv aus den Boxen quillt. Hier bewirkt die orchestrale Inszenierung des Stücks ein wahres Füllhorn an Harmonien, welche voll und eingängig zum Ohr des Hörers getragen werden. Sehr viel ruhiger und melancholischer klingt da gleich der nächste Song „Goodnight Elisabeth“, während die darauffolgenden Titel „Children In Bloom“ und „Have You Seen Me Lately?“ deutlich rockiger gestaltet sind. All das zeigt die Abwechslung, die diesem Album innewohnt, welches niemals langweilig wird.

Dominierend ist auch auf dieser Platte wieder der intensive und eindringliche Gesang des Adam Duritz, der durch seine Stimme viele Höhepunkte auf „Recovering The Satellites“ generiert. Mal wirkt der Gesang sehr getragen, ein anderes Mal sehr viel fordernder und aggressiver, dabei immer allerbestens auf die jeweilige Begleitmusik abgestimmt. Schön auch, dass die Qualität der Titel im Verlauf nicht nachlässt, es lässt sich kein schlechter Titel auf dem Album ausmachen, sodass man die Skip-Taste der Fernbedienung beruhigt beiseitelegen kann.

Fazit: Ein schönes Album ist „Recovering The Satellites“ geworden. Auch wenn ihm die ganz großen Höhepunkte fehlen, so befinden sich auf der Platte viele kleinere Highlights, die das Album sehr lohnenswert machen. Ideal geeignet für Hörer, die eingängigen und immer melodischen Rock mögen, der nicht nur aus Bass, Gitarre, Schlagzeug und Gesang besteht, sondern mit dichtem und multiinstrumentalem Sound zu überzeugen versucht. Neun Punkte.

Anspieltipps: Catapult, I'm Not Sleeping, A Long December





Samstag, 23. November 2013

Deep Purple – Burn




Deep Purple – Burn


Besetzung:

Ritchie Blackmore – lead guitar
David Coverdale – vocals
Glenn Hughes – bass guitar, vocals
John Lord – keyboards
Ian Pace – drums


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1974


Stil: Hard Rock


Trackliste:

1. Burn (6:05)
2. Might Just Take Your Life (4:41)
3. Lay Down, Stay Down (4:20)
4. Sail Away (5:52)
5. You Fool No One (4:48)
6. What's Goin' On Here (4:58)
7. Mistreated (7:28)
8. “A” 200 (4:17)


Bonus Tracks der 30th Anniversary Edition:

9. Coronarias Redig (Single B-Side 2004 Remix) (5:32)
10. Burn (2004 Remix) (6:04)
11. Mistreated (2004 Remix) (7:30)
12. You Fool No One (2004 Remix) (4:59)
13. Sail Away (2004 Remix) (5:36)

Gesamtspieldauer: 1:12:10




„Burn“ ist bereits das achte Studio-Album der britischen Hard-Rocker von Deep Purple. Auf diesem Album haben Glenn Hughes und David Coverdale ihren ersten Auftritt, sie ersetzten Roger Glover und Ian Gillan. Und mit diesem Einschnitt in der Besetzung der Band erfolgte auch eine leichte Umorientierung in der Ausrichtung der Musik. Diese ist zwar immer noch Hard Rock, jedoch nun deutlich blueslastiger, als jene Veröffentlichungen der vorherigen Bandzusammensetzungen.

Mit dem Titellied „Burn“ geht es aber zu Beginn gleich noch mal in die Vollen. Toller Hard Rock wird hier geboten - mit einem Ritchie Blackmore in Höchstform. Dazu gesellt sich der fette Orgel-Sound des Jon Lord, ein klasse gelungener gesanglicher Auftakt des David Coverdale und fertig ist das Highlight des ganzen Albums. Auch „Might Just Take Your Life“ beginnt mit dichtem Orgel-Spiel, wird dann im weiteren Verlauf jedoch deutlich bluesiger als noch der Opener. Wieder etwas rockiger ist der dritte Song des Albums „Lay Down, Stay Down“ geartet, ohne dabei allerdings überzeugen zu können. Zwar glänzt hier Jon Lord mit tollen Pianoeinlagen, aber gerade der Refrain nervt ein wenig mit recht „seltsamem“ Background Gesang.

„Sail Away“ ist dagegen schon wieder sehr viel besser gelungen, besitzt einen tollen Groove und ist eher im Mid-Tempo beheimatet. „You Fool No One“ lebt mit von der Perkussion-Arbeit des Ian Pace und einem tollen Solo des Ritchie Blackmore, kann musikalisch aber sonst nicht wirklich zünden. „What's Goin' On Here“ klingt im Anschluss daran noch ein wenig bluesbetonter, als die bisherigen Titel und wem die Ader dafür fehlt, der wird auch mit dieser etwas „härteren“ Art dieses Musik-Genres nur wenig anzufangen wissen.

„Mistreated“ ist der zweite „Klassiker“ des Albums und der Titel, der Blues in Vollendung in sich trägt. Ein Nummer, die mitreißt und auch einen Höhepunkt im Schaffen der britischen Band darstellt. Beendet wird das ursprüngliche Album mit der etwas futuristischen Instrumentalnummer „“A” 200“, die so völlig untypisch für dieses Album, doch ganz gelungen ist.

Zum 30. Geburtstag des Albums wurde es neu remastert und mit fünf Zugaben versehen. Vier davon sind Remixe bereits vorhandener Titel und dann gibt es noch das Stück „Coronarias Redig“, eine rockige Instrumental-Nummer, die durchaus ihren Reiz besitzt.

Fazit: „Burn“ war für Deep Purple ein durchaus erfolgreiches Album. Dieses hält auch einige Höhepunkte im Schaffen der Band parat, wenn mir persönlich auch die geradlinigeren Rockstücke besser zusagen. Trotzdem eine sehr lohnenswerte Scheibe, wenn man auf Hard Rock in Verbindung mit Blues steht. Acht Punkte.

Anspieltipps: Burn, Sail Away, Mistreated, Coronarias Redig




Freitag, 22. November 2013

Fleetwood Mac – Kiln House




Fleetwood Mac – Kiln House


Besetzung:

Jeremy Spencer – guitar, vocals, piano
Danny Kirwan – guitar, vocals
John McVie – bass guitar
Mick Fleetwood – drums, percussion


Gastmusiker:

Christine McVie – backing vocals, keyboards


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1970


Stil: Blues Rock, Rock ’n’ Roll, Country


Trackliste:

1. This Is The Rock (2:51)
2. Station Man (5:52)
3. Blood On The Floor (2:48)
4. Hi Ho Silver (3:08)
5. Jewel Eyed Judy (3:19)
6. Buddy's Song (2:12)
7. Earl Gray (4:05)
8. One Together (3:28)
9. Tell Me All The Things You Do (4:15)
10. Mission Bell (2:34)

Gesamtspieldauer: 34:32




Es ist schon der Wahnsinn, was der Weggang eines Musikers doch für Auswirkungen auf den Stil und die Qualität der Musik einer ganzen Band haben kann. „Kiln House“ wurde lediglich neun Monate nach „Then Play On“ veröffentlicht - Peter Green hatte die Band inzwischen verlassen. Und klar, Danny Kirwan und Jeremy Spencer sind tolle Gitarristen, was sie auf „Earl Gray“ und vor allem auf „Tell Me All The Things You Do“ auch eindrucksvoll zeigen. Das war es dann aber irgendwie auch schon fast.

„Kiln House“ ist ein Sammelsurium verschiedenster Musikrichtungen geworden. Neben Rock’n’Roll, findet sich hier Country und Western Musik, Blues und belangloser sechziger Jahre Pop. Als Hörer schafft man es nur schwerlich, sich auf diesen „Gemischtwaren-Laden“ einzulassen. Die Stimmungen und Richtungen wechseln auf der Platte wie das berühmte Fähnchen im Wind. Und dabei können die einzelnen Titel noch nicht einmal musikalisch überzeugen. Es langweilt viel zu häufig. Und auch wenn hier Hommagen an Elvis Presley und Buddy Holly verewigt werden sollten, überzeugen können diese Nummern im Gewande des Rock’n’Roll leider überhaupt nicht mehr.

Dazu gesellt sich schließlich noch so eine unsägliche Country- und Western-Ballade wie „Blood On The Floor“, solch nichtssagende Pop-Liedchen wie „One Together” oder aber vor allem „Mission Bell“. Den Text möchte ich an dieser Stelle gar nicht erst genauer beleuchten – unfassbar einfallslos.

Nun, allerdings ist nicht alles ganz schlecht auf „Kiln House“. Die Platte hat immer dann ihre Stärken, wenn die beiden Gitarristen sich so richtig austoben dürfen. Das trifft vor allem bei den beiden eingangs erwähnten Titeln zu. Hier bewegt sich die Band dann auch wieder im Bereich des Blues Rock. Definitiv zu dieser Zeit der Geschichte von Fleetwood Mac das Genre, in dem die Musiker punkten konnten. Und noch etwas: Das Cover mit dieser naiven Malerei hat einfach was, das zumindest ist der Band gelungen.

Fazit: Von „Kiln House“ spricht heute kaum jemand mehr, wenn es um die Musik von Fleetwood Mac geht. Einen großartigen Grund sich darüber zu wundern gibt es dafür nicht. Die Platte wirkt ein wenig wie eine Ansammlung von Ideen, zu deren Ausarbeitung einfach die Zeit nicht mehr gereicht hat. Dazu gesellt sich dann noch dieses bereits erwähnte Sammelsurium an Stilen und fertig ist ein Album, welches Fleetwood Mac Fans sicherlich ihr Eigen nennen wollen. Dabei ist allerdings sehr schwer vorstellbar, dass einer dieser Fans dieses Album auch als sein Lieblingsalbum der Band bezeichnen würde. Für alle anderen wird es noch schwieriger. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Earl Gray, Tell Me All The Things You Do




Donnerstag, 21. November 2013

Red Hot Chili Peppers – I’m With You




Red Hot Chili Peppers – I’m With You


Besetzung:

Flea – bass, piano, backing vocals
Josh Klinghoffer – guitars, backing vocals, keyboards, six-string bass on "Happiness Loves Company"
Anthony Kiedis – lead vocals
Chad Smith – drums, percussion


Gastmusiker:

Mike Bulger – trumpet on "Did I Let You Know"
Greg Kurstin – piano (9, 11, 12)
Money Mark – hammond b3 organ (6)
Mauro Refosco – percussion (all except 3, 9, 13)
Lenny Castro – percussion (3, 9, 13), additional percussion (1, 2, 4, 12, 14)


Label: Warner Bros. Records


Erscheinungsdatum: 2011


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Monarchy Of Roses (4:12)
2. Factory Of Faith (4:22)
3. Brendan's Death Song (5:40)
4. Ethiopia (3:51)
5. Annie Wants A Baby (3:41)
6. Look Around (3:28)
7. The Adventures Of Rain Dance Maggie (4:43)
8. Did I Let You Know (4:22)
9. Goodbye Hooray (3:53)
10. Happiness Loves Company (3:33)
11. Police Station (5:36)
12. Even You Brutus? (4:01)
13. Meet Me At The Corner (4:22)
14. Dance, Dance, Dance (3:46)

Gesamtspieldauer: 59:30




2011 erschien das zehnte Studio-Album der Red Hot Chili Peppers unter dem Titel „I’m With You“. Und es hatte sich was getan in der Zusammensetzung der Band. John Frusciante hatte die Red Hot Chili Peppers verlassen, um künftig eigene Wege zu gehen und war an der Gitarre durch Josh Klinghoffer ersetzt worden. Und auch die Musik hat sich verändert. Diese war nun wieder funkiger geworden und die eingängige Melodie, die auf „Stadium Arcadium“ noch allgegenwärtig war, die gibt es hier auf „I’m With You“ deutlich weniger.

„Brendan’s Death Song“ und „Happiness Loves Company“ hätten vom Stil und der Machart her noch gut auf das Vorgänger-Album gepasst. Das gilt für deren Stimmung und Eingängigkeit. Die restlichen Lieder klingen zum Teil wirklich deutlich funkiger und unterscheiden sich damit doch sehr von den Liedern der Vorgänger-Platte. Allerdings auch auf „I’m With You“ gibt es die Nummern, die den Hörer durchaus überzeugen können – auch wenn das Song-Material insgesamt ein klein wenig schlechter ausgefallen ist, als noch auf „Stadium Arcadium“. Ab und an klingt es sogar wieder ein kleines bisschen nach HipHop, ohne dieses Genre jedoch in seiner Gänze auszuleuchten. Und so können die Titel auf „I’m With You“ mal mehr, mal etwas weniger überzeugen. Richtig schlecht oder überhaupt nicht gelungen ist allerdings keines der vierzehn Lieder.

Eine tolle Atmosphäre mit einem klasse Groove wird auf „Even You Brutus?“ erzeugt. Im Mid-Tempo gehalten kann man bei dem Titel kaum die Füße still halten. Ebenfalls gelungen ist auch der Nummer 1 Hit der Platte „The Adventures Of Rain Dance Maggie“. Mit einem schönen Bass-Lauf eingeleitet, entwickelt sich ein funkiger Song, der einen sehr melodiösen und eingängigen Refrain aufweist. Toll hier auch das Gitarren-Spiel des Josh Klinghoffer. „Police Station“ klingt vor allem durch den Einsatz des Pianos sehr schön. Ein Instrument, welches sich Bassist Flea in der Pause zwischen den beiden letzten Alben beigebracht hat.

Fazit: Die einzelnen Titel auf „I’m With You“ zünden mal mehr, mal etwas weniger. Wie das nun mal so ist auf einem Album, da hat jeder Hörer so seine Favoriten. Trotzdem bleibt festzustellen, dass die Platte nicht ganz an die Qualität der beiden vorherigen Veröffentlichungen heranreicht. Auch wenn diese Veröffentlichung ebenfalls sehr erfolgreich war und ein paar Höhepunkte für den Hörer bereithält, so gibt es doch einige Titel, die einfach so durchrauschen, eben nicht das Besondere in der Musik darstellen. Insgesamt ist das eingängiger Rock mit Funk- und HipHop-Anteilen. Kein Meisterwerk, aber durchaus wegen seiner Highlights hörenswert. Neun Punkte.

Anspieltipps: Brendan's Death Song, The Adventures Of Rain Dance Maggie, Happiness Loves Company, Even You Brutus? (Ein paar mehr, um alle Stile darzustellen)





Mittwoch, 20. November 2013

Ian Anderson – Thick As A Brick 2




Ian Anderson – Thick As A Brick 2


Besetzung:

Ian Anderson – vocals, flute, acoustic guitar


Gastmusiker:

John O'Hara – keyboards
David Goodier – bass
Florian Opahle – guitar
Scott Hammond – drums
Ryan O'Donnell – additional vocals
Pete Judge – trumpet, flugelhorn, tenor horn, e-flat-tuba


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 2012


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

CD:


Pebbles Thrown
1. From A Pebble Thrown (3:06)
2. Pebbles Instrumental (3:30)
3. Might-Have-Beens (0:50)

Gerald The Banker
4. Upper Sixth Loan Shark (1:13)
5. Banker Bets, Banker Wins (4:28)

Gerald Goes Homeless
6. Swing It Far (3:28)
7. Adrift And Dumfounded (4:25)

Gerald The Military Man
8. Old School Song (3:07)
9. Wootton Bassett Town (3:44)

Gerald The Chorister
10. Power And Spirit (1:59)
11. Give Till It Hurts (1:12)

Gerald: A Most Ordinary Man
12. Cosy Corner (1:25)
13. Shunt And Shuffle (2:12)

A Change Of Horses
14. A Change Of Horses (8:04)

22 Mulberry Walk
15. Confessional (3:09)
16. Kismet In Suburbia (4:17)

What-Ifs, Maybes And Might-Have-Beens
17. What-Ifs, Maybes And Might-Have-Beens (3:36)

Gesamtspieldauer CD: 53:45



DVD:

1. 5.1 Surround Mix (komplettes Album)
2. Super Quality 24-bit Stereo Mix (komplettes Album)
3. TAAB2 "The Making Of..." Video
4. Interviews (Video)
5. The Lyric Reading (Video)
6. Multilingual Lyric Translations PDF Files
7. www.StCleve.com Web Pages PDF Files




Mal ein etwas anderer Einstieg! Aus: TAAB2, Zusatz DVD, Translation German:

Vorwort TAAB2:

Es war das Jahr 1972, in dem ich den Jethro Tull Progrock Klassiker „Thick As A Brick“ schrieb und aufnahm. Als Textautor wurde damals Gerald Bostock genannt, eine erfundene Figur, ein Kind, dessen Eltern angeblich bei der Angabe seines Alters gelogen hatten. Das Album landete sofort auf Platz 1 der Billboard Charts und erfreute sich in vielen Ländern der Erde eines beachtlichen Erfolgs. Pflichtbewusst gingen wir mit der wunderlich theatralischen Show auf Tour in Großbritannien, USA und ein paar anderen Ländern. Seit 1972 wurde das Album nie mehr als Ganzes aufgeführt, wenngleich auch ein paar Minuten des Materials über all die Jahre zum Standardrepertoire der Jethro Tull sowie Ian Anderson Solo Konzerte gehörten. Jetzt, im Jahr 2012, führe ich das Original und das daran anschließende Album, „TAAB2“ in einem Theater ganz in Eurer Nähe auf.


TAAB2: Was wurde eigentlich aus Gerald Bostock?

Das Konzept Thema dieses Nachfolgealbums zum Jubiläum ist es, zu untersuchen, welche möglichen unterschiedlichen Wege der frühreife Schuljunge, Gerald Bostock, in seinem späteren Leben eingeschlagen haben könnte und hierfür mögliche Alter Egos zu erfinden. Jedes Alter Ego hat seinen eigenen musikalischen Abschnitt, der die unermessliche Anzahl potenzieller Drehungen und Wendungen von Schicksal und Chancen zu illustrieren versucht. Von Gerald einmal abgesehen, versuche ich widerzuspiegeln, wie das Leben eines jeden einzelnen von uns sich entwickeln könnte, Richtungen wechselt und letztendlich bestimmt wird von zufälligen Begegnungen und Ereignissen, wie winzig und unwichtig sie zu jenem Zeitpunkt auch erscheinen mögen. Im Lauf der Entwicklung des Musikstücks verschwimmen die Divergenzen jener unendlich gegabelten Straßen des Lebens. Sie machen den Weg frei für eine beinahe erdanziehungsgleiche Kraft, die uns in einer konvergenten Weise zu einem vielleicht vorbestimmten, karmagleichen Schlusspunkt zurückführt. Wenn wir, die „Babyboom-Generation“, auf unser Leben zurückblicken, verspüren wir oft zwangsweise einen Augenblick des „Was-Wäre-Wenn“. Hätten wir, wie Gerald, statt zu dem was wir heute sind, ebenso Priester, Soldat, Obdachloser, Ladenbesitzer oder vielleicht Finanzmogul werden können? Und die Jüngeren unter uns – die Generation der sozialen Netzwerke und des Internets – mögen sich hoffentlich sorgsam auf all die Myriaden von Möglichkeiten vorbereiten, die an jeder Ecke auf sie warten.

Das Leben ist schon eine merkwürdige Angelegenheit…

Ian Anderson, Januar 2012


Soviel zur Einleitung zum “Thick As A Brick 2”-Album, die Ian Anderson Anfang 2012 verfasste und die man auf der Zusatz DVD in den Sprachen Englisch, Tschechisch, Deutsch, Polnisch, Italienisch, Russisch und Spanisch nachlesen kann.

Inhaltlich geht es bei „Thick As A Brick 2“ also um all das, was aus Gerald Bostock in seinem weiteren Leben alles hätte werden können. Und dieser inhaltliche Kontext wurde dabei musikalisch ganz im Stile von „Thick As A Brick“ aus dem Jahr 1972 umgesetzt. Somit kann gleich zu Beginn festgehalten werden, dass derjenige Hörer, dem Teil 1 dieser fiktiven Geschichte bereits gefiel, auch viel Spaß an der Fortsetzung haben dürfte.

Immer wieder gibt es neben textlichen auch musikalische Reminiszenzen an den ersten Teil. Immer wieder werden Themen aufgegriffen, um dann weiter und anders verarbeitet zu werden, sodass TAAB2 nicht nur ein billiger Aufguss der ursprünglichen Platte, sondern ein ganz und gar eigenständiges Album geworden ist. Die Musik ist überaus ideen- und abwechslungsreich. Es gibt die sanfteren Passagen gleichberechtigt neben den treibenderen Parts. Über allem steht dabei eine wunderschöne Eingängigkeit in Form von Musik, die an Melodiösität kaum zu überbieten ist. Die Titel wirken dabei wie in den 70ern des letzten Jahrhunderts entstanden, ohne dabei auch nur den geringsten Anschein des Altbackenen zu verströmen. Eher wirkt es so, als sei die Musik von Jethro Tull in das neue Jahrtausend konvertiert, an die neue Zeit adaptiert worden. Spannender Progressive Rock, wie er wohl in dieser Art im 21. Jahrhundert noch nicht allzu häufig veröffentlicht wurde – und ganz bestimmt nicht mehr von Jethro Tull nach den 70ern.

Im Zentrum der Musik steht einmal mehr der Gesang des Ian Anderson, sein Querflötenspiel und dieser bereits erwähnte Abwechslungsreichtum der Platte, der einfach Spaß macht. Das gilt für die Passagen, in denen zusätzlich die Akustik-Gitarre im Vordergrund steht, genau wie für diejenigen Abschnitte mit verzerrter E-Gitarre, für die pianolastigen Parts, wie auch für die etwas mehr von der Orgel dominierten Teile. Immer wieder gibt es etwas Neues, Unerwartetes. Und über all diesen Ingredienzien steht die Harmonie, welche oft schon beim ersten Hören, spätestens aber nach dem zweiten Durchlauf zum Vorschein kommt.

Dazu gesellen sich auf der zum Album gehörigen DVD noch weitere Mixe, ein „Making Of“, alle Text-Übersetzungen, die St. Cleve Webpage als PDF-Datei, Interviews und ein „Lyric Reading“-Video, in dem Ian Anderson den Text des Albums in verschiedenen Szenen rezitiert. Auch diese Zugaben stellen in ihrer Gesamtheit einen sehr schönen Bonus dar, der das Album nochmals zusätzlich aufwertet.

Fazit: Ein würdiger Nachfolger für den vierzig Jahre älteren Vorgänger. Vielleicht nicht ganz so innovativ, da es die musikalische Vorlage eben schon gab, aber durchaus eine Bereicherung und ein äußerst gelungenes Projekt. Somit bleibt festzuhalten, dass „Thick As A Brick 2“ für alle diejenigen gedacht ist, die der Musik von Jethro Tull Anfang bis Mitte der 70er Jahre etwas abgewinnen konnten. Und auch etwas für diejenigen Hörer, die den progressiven Rock im Jethro Tull Stil mal adaptiert an die heutige Zeit hören möchten. Sie werden nicht enttäuscht werden. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Das sollte man sich im Ganzen geben





Dienstag, 19. November 2013

Renaissance – Camera Camera




Renaissance – Camera Camera


Besetzung:

Annie Haslam – lead vocals, backing vocals
Jon Camp – bass guitar, electric guitar, backing vocals
Michael Dunford – acoustic guitar, electric guitar, backing vocals
Peter Gosling – keyboards, backing vocals
Peter Barron – drums, percussion, backing vocals


Label: Repertoire Records


Erscheinungsdatum: 1981


Stil: Pop, New Wave


Trackliste:

1. Camera Camera (6:06)
2. Faeries (Living At The Bottom Of The Garden) (4:02)
3. Remember (4:30)
4. Bonjour Swansong (3:40)
5. Tyrant-Tula (6:00)
6. Okichi-San (6:00)
7. Jigsaw (5:08)
8. Running Away From You (3:53)
9. Ukraine Ways (6:27)

Gesamtspieldauer: 45:46




Ein wenig zu häufig klingt das zehnte Studio-Album der ehemaligen Progressive-Rock-Band so, als hätte diese auf „Camera Camera“ den Versuch gestartet, ihren symphonischen progressiven Rock der 70er mit der gerade erfolgreichen New Wave Welle zu kombinieren. Dass so ein Ansinnen schief gehen musste, ist nicht weiter verwunderlich und fand auch genau so statt.

Bezüglich der Besetzung hatte sich einiges getan seit der Veröffentlichung des letzten Albums zwei Jahre zuvor. John Tout und Terence Sullivan hatten die Band nach „Azure D’Or” verlassen, auch der Plattenvertrag war gekündigt worden und mit zwei neuen Musikern am Keyboard und dem Schlagzeug, wurde nun „Camera Camera“ eingespielt. Seltsamerweise befinden sich auf dem Cover zum Album jedoch nur Haslam, Camp und Dunford mittels dreier Photos abgebildet. Die beiden neuen Musiker Gosling und Barron tauchen dort nicht im Bild auf. Welche Rolle diese also bei Renaissance einnahmen, erschließt sich einem nicht so ohne weiteres. Vielleicht war es jedoch auch der Grund, dass die beiden sich nicht in solch grellbunten, fast schon an Clownskostüme erinnernde Klamotten ablichten lassen wollten. Letzteres speichert man am ehesten aber wohl unter „Mode-Sünden“ der 80er Jahre ab.

Die Musik auf „Camera Camera“ ist zunächst ein wenig gewöhnungsbedürftig. Zwar ist da immer noch der helle und schöne Gesang der Annie Haslam (die allerdings zumindest beim Titelstück ein wenig überfordert scheint) und auch die ein oder andere nette musikalische und melodiöse Idee des Michael Duncan blitzt immer wieder mal auf, jedoch wird dieses allzu oft in ein synthetisch klingendes Gewand gekleidet, als ob die Band einfach nicht den davonrauschenden New Wave Zug verpassen wollte.

Es passiert am Anfang nicht allzu viel auf „Camera Camera“. Die Lieder plätschern meist so vor sich hin, häufig stark vom Synthesizer dominiert und dadurch immer wieder steril und allzu synthetisch klingend. Allerdings ist es nicht nur der Sound, der so gar nicht mehr überzeugen kann, es sind auch die Ideen die fehlen, die den Musikern ausgegangen zu sein scheinen. Man hört hauptsächlich Allerwelts-Pop auf diesem Album von einer Band, die früher für großartige Ideen stand.

Und so verstreicht ein Song nach dem anderen, ohne dass man diesem direkt das Urteil „schlecht“ verleihen möchte – dieses Urteil ergibt sich allerdings im Vergleich zu den früheren Veröffentlichungen der Band. Interessante Musik hört sich deutlich anders an, hat etwas Besonderes, was man auf „Camera Camera“ leider allzu oft vergeblich zu finden hofft. Positiver, da deutlich abwechslungsreicher in den Stimmungen, wird es erst ab etwa Mitte der Platte, denn da lassen sich nun immerhin drei Lieder hervorheben. Da ist zunächst „Tyrant-Tula”, welches tatsächlich noch progressive Ansätze in sich trägt, jedoch ebenfalls unter dieser synthetischen Atmosphäre leidet. Mit Abstrichen lässt sich dies auch noch auf den folgenden Titel „Okichi-San” übertragen. Auch diese Nummer ist deutlich abwechslungsreicher gestaltet, wirkt interessanter und kann somit ebenfalls schon ein wenig mehr überzeugen. Dass es jedoch auch ganz schlecht gehen, nur noch nach langweiligem Mainstream-Pop klingen kann, hört man beim fast schon unsäglichen „Running Away From You”. Da bleibt beim Hörer fast nur noch ein fassungsloses Kopfschütteln.

Allerdings gibt es dann doch noch einen Höhepunkt auf der Platte und dieser findet sich im letzten Titel „Ukraine Ways“. Wenn man dieses Stück hört, können durchaus Erinnerungen an „Mother Russia“ vom Album „Turn Of The Cards“ aufkommen, auch wenn diese Nummer qualitativ noch deutlich über „Ukraine Ways“ steht. Nichtsdestotrotz beinhaltet dieser Titel wieder all jene Zutaten, die Renaissance auch in früheren Zeiten zu einer äußerst hörenswerten Band werden ließen. Ob das in diesem Fall wohl daran liegt, dass sich „Ukraine Ways“ wahrlich nicht synthetisch anhört?

Fazit: „Camera Camera“ ist ein sogenannter „Beißer“. Durchgängig gut ist diese Platte wahrlich nicht, eine ganze Menge Ausschussware befindet sich darauf, die vielleicht den hitradiophilen Popfreund ganz nett nebenbei unterhält, jedoch für Freunde des Progressive Rock so gar nichts bereithält. Aber zumindest gibt es ein wirklich gelungenes Lied und zwei weitere, die ebenfalls durchaus hörenswert sind. Diese clowneske Kleidung, die einen bereits beim Betrachten des Covers abschreckt, lässt sich somit nicht auf alles auf „Camera Camera“ übertragen, was letztendlich in der Feststellung mündet, dass Renaissance schon viele deutlich bessere Alben veröffentlichten, jedoch auch schlechtere. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Remember, Tyrant-Tula, Okichi-San, Ukraine Ways