Samstag, 1. Dezember 2012

Bright Eyes – Lifted or The Story Is In The Soil, Keep Your Ear To The Ground




Bright Eyes – Lifted or The Story Is In The Soil, Keep Your Ear To The Ground


Besetzung:

Conor Oberst – guitar, piano, rhodes, organ, voice (I-XIII)
Todd Baechle – voice (XI)
Clark Baechle – clarinet (III, VI, VIII)
Chris Brooks – piano (XI)
Gretta Cohn – cello (III, V, VII, XII)
Sean Cole – harmonica (IX, VIII)
Julee Dunekacke – french horn (III)
Margaret Fish – lassoon (III, VIII)
Orenda Fink – trumpet, voice (II, III, VII, XI, XIII)
Jason Flatowicz – trombone (III, XIII)
Tiffany Kowalski – violin (III, V, VII, XII)
Jiha Lee – flute, voice (III, VI, VIII, IX)
Andy LeMaster – electric guitar, keyboards, voice (II–IV, VI–VIII, XI)
Clay Leverett – voice (IX)
Jenny Lewis – voice (I)
Matt Maginn – bass (II, IV-VII, IX)
Mike Mogis – banjo, bells, hammer dulcimer, vibraphone, glockenspiel, mandolin, electric guitar, dobro, pedal steel (II-IX, XI-XIII)
Katie Muth – oboe (III, VI, VIII, XII
Casey Scott – bass (III, VIII, IX, XII, XIII)
Blake Sennett – voice (I)
Ted Stevens – electric guitar (IX)
Maria Taylor – piano, organ, voice (II, III, IV, VIII, XII, XIII)
Clark Baechle, Matt Focht, Clay Leverett, Clint Schnase, Mike Sweeney – drum corps (II-IX, XI-XIII)
Clark Baechle, Todd Baechle, Orenda Fink, Jiha Lee, Andy LeMaster, A.J. Mogis, Maria Taylor – choir (III)
Rob Bass, Andy LeMaster, Mike Mogis, Jeff Tafolla – country choir (IX)
Everyone that was drinking at Duffy’s and O’Rourke’s that night – drunk choir (XII)
Andy LeMaster, Mike Mogis, Conor Oberst and the players – horn and string arrangements


Label: Saddle Creek


Erscheinungsdatum: 2002


Stil: Pop, Folk


Trackliste:

1. The Big Picture (8:43)
2. Method Acting (3:42)
3. False Advertising (5:52)
4. You Will. You? Will. You? Will. You? Will. (3:25)
5. Lover I Don't Have To Love (4:00)
6. Bowl Of Oranges (4:49)
7. Don't Know When But A Day Is Gonna Come (6:32)
8. Nothing Gets Crossed Out (4:35)
9. Make War (6:17)
10. Waste Of Paint (6:30)
11. From A Balance Beam (3:40)
12. Laura Laurent (4:57)
13. Let's Not Shit Ourselves (To Love And To Be Loved) (10:07)

Gesamtspieldauer: 1:13:08



Zwei Dinge sind es, die einen dazu bewegen könnten, Bright Eyes, das Band-Projekt des Conor Oberst aus Omaha, Nebraska, nicht zu mögen. Der eine wäre, man würde nur auf sehr rockige Musik stehen, denn die Musik von Bright Eyes ist meist sehr ruhig - jedoch keinesfalls weniger intensiv. Der zweite Punkt könnte die Gesangsstimme Conor Obersts sein, die immer wieder mal zittert, oftmals nicht fest sondern eher überaus zerbrechlich wirkt, allerdings perfekt zu dieser sehr, oftmals mit „zart“ zu umschreibenden Musik passt.

Nun, wer damit keine Probleme hat, der dürfte mit dem vierten Album von Bright Eyes aus dem Jahr 2002 jede Menge Spaß bekommen. Denn hier ist sie, die eindringliche Musik mit den wohlüberlegten Texten, bei der sich die gespielte Musik auch schon mal nach dem Text richtet und nicht umgekehrt, wie das häufig der Fall ist. Dazu ist das Album, instrumental betrachtet, auch etwas fülliger geworden als die Vorgängerplatten, die noch ein wenig Akustik-Gitarren-lastiger waren.

Das merkt man allerdings noch nicht beim ersten Stück „The Big Picture“. Das wirkt eher wie ein kleines Hörspiel, man hört immer wieder Hintergrundgeräusche, wobei die Nummer ansonsten nur ganz spartanisch mit der Akustik-Gitarre instrumentiert wurde. Ansonsten erlauscht man viel Autoverkehr und die seltsam abgemischte, wie aus dem „Off“ kommende Stimme Conor Oberts. Ein etwas sperriger Einstieg in dieses Album, welcher durchaus auch gewagt ist.

Aber so bleibt es nicht. „Method Acting“ im Anschluss ist ein viel flotteres, in Richtung Folk Rock gehendes Stück, welches wiederum von „False Advertising“ gefolgt wird, dem ersten großen Höhepunkt auf „Bright Eyes – Lifted or The Story Is In The Soil, Keep Your Ear To The Ground“. Hier haben nun zum ersten Mal die Streicher ihren Einsatz. Alles wirkt ein wenig getragen, was durch einen traurigen Hintergrundchor und die immer wieder vibrierende Stimme Conor Obersts noch untermalt wird. Toll hierbei auch der Break etwa in der Mitte des Stücks.

Mit den Titeln fünf, sechs und sieben, „Lover I Don't Have To Love”, „Bowl Of Oranges” und „Don't Know When But A Day Is Gonna Come” warten dann die absoluten Highlights der Platte auf den Hörer. Die ersten beiden Nummern haben dabei sehr eingängige Melodien, mal etwas melancholischer wie im ersten Fall, mal etwas befreiter und optimistischer wirkend, wie bei „Bowl Of Oranges“ – zumindest größtenteils. „Don't Know When But A Day Is Gonna Come” ist dann so etwas von intensiv, dass man dieses Lied einfach erlebt haben muss. Fast schon monoton in Melodieführung und Instrumentierung wird hier so viel Stimmung und Atmosphäre erzeugt, wie es selten in der Musik zu hören ist.

Nicht unerwähnt bleiben sollen hier allerdings auch die beiden “Tiefpunkte” der Platte, die sich in Form zweier Country-Songs auf das Album geschlichen haben: „Make War” und “Laura Laurent“ heißen diese. Genau dafür wurde auch die Fernbedienung erfunden, dass man hier wirklich sehr schnell die „Weiter-Taste“ betätigen kann.

Allerdings endet die CD wieder mit einem Höhepunkt: „Let's Not Shit Ourselves (To Love And To Be Loved)”. Ein Mid-Tempo-Lied, völlig untypisch für diese Platte, aber mitreißend. Ein klasse Abschluss für ein schönes Album.

Fazit: Es ist beeindruckend, was sich auf dieser Platte, mit dem allzu sperrigen Namen „Lifted or The Story Is In The Soil, Keep Your Ear To The Ground“ befindet. Gerade in der Mitte des Albums gibt es da einige Lieder, die ich nicht missen möchte. Sehr eindringlich das Ganze. Und wie schon erwähnt, wenn man gerne auch mal ruhigere Musik hört und sich mit der manches Mal weinerlichen Stimme des Conor Obersts arrangieren kann, dann gibt es hier auf diesem Album jede Menge zu entdecken. Eine Platte, welche mit dem häufigeren Hören auch noch wächst. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Method Acting, False Advertising, Bowl Of Oranges, Don't Know When But A Day Is Gonna Come, Let's Not Shit Ourselves (To Love And To Be Loved)