Mittwoch, 21. November 2012

Haindling – Karussell




Haindling – Karussell


Besetzung:

Hans-Jürgen Buchner – alle Instrumente


Gastmusiker:

Roald Raschner – zusätzliche Keyboards auf 1, 2, 4, 5, 7
Wolfgang Gleixner – Bass auf 4
Peter Enderlein – zusätzliches Schlagwerk auf 4


Label: BMG Ariola


Erscheinungsdatum: 2002


Stil: Popmusik mit Volksmusikanleihen


Trackliste:

1. Karussell (3:13)
2. Wie sich Fische unter Wasser küssen (4:20)
3. Steig ein (5:23)
4. Hutzlmandl (4:42)
5. Du und I (3:45)
6. Prinzessin (2:45)
7. Pavane - Das globale Dorf (3:59)
8. Rahmenbedingungen für eine Entspannung (5:16)
9. Komm lass uns gehn (3:59)
10. Der Wolkenverschieber (2:52)
11. Das Kleidungsproblem (4:03)
12. Seelenfango (2:44)
13. Im Baumhaus (4:40)
14. Bellaria - solange wir leben (4:15)

Gesamtspieldauer: 55:56



„Karussell“ heißt das bereits zehnte Studioalbum des Hans-Jürgen Buchner alias Haindling. Und dieses Album ist gleichzeitig das erste von Haindling des neuen Jahrtausends. Viel verändert hat sich allerdings nicht. Die Zutaten, die ein Handling-Album zu etwas Besonderem werden lassen, die sind auch auf Karussell vertreten. Es gibt erneut diese wunderschönen Melodien, das Kritische, das Kuriose, das Bayerische, ein wenig das Schlagereske und das Entspannte, Relaxte.

Und da wären wir auch gleich bei den Höhepunkten des Albums. Irgendwie kommen diese völlig unaufgeregt und relaxt daher und da verwundert es nicht weiter, dass einer der Highlights mit „Rahmenbedingungen für eine Entspannung“ betitelt wurde. Eine schöne warme und wahrlich entspannte Melodie macht sich breit und erfüllt den Raum. Etwas flotter klingt da schon „Der Wolkenverschieber“. Aber auch diese Melodie kann einen einfangen und gefallen.

Dann gibt es da aber auch noch so Songs wie den Titeltrack „Karussell“. Die Musik nervt und erinnert an etwas einfacheren Pop, der Text allerdings ist klasse gemacht. „Wie sich Fische unter Wasser küssen“ klingt super elektronisch und konstruiert. Und Nein! Ich will nicht wissen wie sich Fische unter Wasser küssen. Denn sie machen das auch gar nicht. Diese Nummer ist schon äußerst gewöhnungsbedürftig.

„Steig ein“ ist wieder eine nette Instrumentalnummer, bei der fröhlich gepfiffen wird und „Hutzlmandl“ hat einen ganz interessanten Text, wird aber mit so viel, irgendwie „unecht“ klingenden Sounds, wie zum Beispiel der Perkussion zugekleistert, dass es dann schon wieder komisch wirkt. „Laptop und Lederhosen“ anzuprangern wirkt eindeutig besser, wenn die Musik dann auch handgemacht ist und eben nicht einprogrammiert wurde.

„Du und I“ läuft so mit, ohne Spuren zu hinterlassen. „Prinzessin“ ist jedoch wieder eines jener Lieder Haindlings, auf die man vom Text her erst mal kommen muss. Toll gemacht. Der Text wird gesprochen, die Musik swingt leicht. Beim nächsten Stück, „Pavane - Das globale Dorf“ kommt wieder, dieser ein klein wenig erhobene Zeigefinger zum Tragen. Trotzdem ist das, was uns Hans-Jürgen Buchner da erzählt, durchaus interessant. Die Musik ist leicht beschwingt und gar nicht so „schwer“, wie der Text vielleicht vermuten lassen würde. „Komm lass uns gehen“ hat eine schöne Melodie und bei „Das Kleidungsproblem“ nervt wieder dieser Neo-Sound, der Text ist jedoch sehr witzig.

„Seelenfango“ ist erneut so eine Art Entspannungslied und „Im Baumhaus“ klingt so etwas von hektisch, dass man dieses Lied kaum mit einem Baumhaus in Verbindung bringen kann. „Baumhaus“ ist Rückzugsgebiet - aber kein Stress. Falscher Titel. Ich assoziiere mit dieser Musik eher einen Titel der Marke: „Die Hektik im Verkehrschaos“. Und dann folgt zum Abschluss der Platte schließlich noch „Bellaria - solange wir leben“. Instrumental mit schöner Melodie versehen wippt man hier automatisch ein wenig mit. Es gibt deutlich schlechtere Abschlüsse.

Fazit: Alles klingt auf „Karussell“ ganz nett, sieht man mal von diesen plastikartigen Sounds ab, die eben auch ab und an auftauchen. Dem Album fehlen jedoch diese hervorragenden Titel, diese Perlen, die es sonst auf jedem Haindling-Album zu entdecken gibt. Somit erreicht diese Platte hier nicht ganz die Qualität der Vorgängerscheiben. Durchschnitt. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Rahmenbedingungen für eine Entspannung, Komm lass uns gehen, Der Wolkenverschieber, Das Kleidungsproblem, Bellaria - solange wir leben