Sonntag, 19. August 2012

Live – Throwing Copper





Live – Throwing Copper


Besetzung:

Chad Taylor – guitar, background vocals
Edward Kowalczyk – lead vocals, guitar
Patrick Dahlheimer – bass guitar
Chad Gracey – drums, background vocals


Label: Radioactive Records


Erscheinungsdatum: 1994


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. The Dam At Otter Creek (4:44)
2. Selling The Drama (3:26)
3. I Alone (3:51)
4. Iris (3:59)
5. Lightning Crashes (5:26)
6. Top (2:42)
7. All Over You (4:00)
8. Shit Towne (3:48)
9. T.B.D. (4:29)
10. Stage (3:08)
11. Waitress (2:49)
12. Pillar Of Davidson (6:06)
13. White, Discussion (6:08)
14. Horse (4:15)




“Live” war eine amerikanische Alternative Rockband aus York in Pennsylvania, die sich im Jahr 2009 offiziell auflöste. Erfolgreich war die Band vor allem in der ersten Hälfte der 90er jahre des letzten Jahrhunderts und mit dem Album „Throwing Copper“ veröffentlichte die Band 1994 nicht nur ihr kommerziell erfolgreichstes Album, sondern auch ihre beste und ausgereifteste Scheibe.

Und diese Platte beginnt gleich sehr überzeugend mit dem Titel „The Dam At Otter Creek“. Ein Song der ganz ruhig beginnt, um sich dann, im weiteren Verlauf, immer weiter und weiter zu steigern. Auch gesanglich wird das ganze klasse umgesetzt. Die Stimme Edward Kowalczyks wird immer verzerrter, aber schließlich geht es im Text auch darum, einen „toten Mann“ neben einem Damm zu versenken. Weiter geht es mit „Selling The Drama“, auf dem sich nun Edward Kowalczyks Stimme sehr nach Michael Stipe von R.E.M. anhört. Auch von der Stimmung her geht der Song sehr stark in die Richtung R.E.M., sodass er ohne weiteres auch als „forgotten song“ für „Automatic For The People“ hätte durchgehen können.

„I Alone“ beginnt mit einem sehr ruhigen Teil und wird dann beim Refrain deutlich schneller. Und was hier bereits auffällt: „Live“ besitzen auf diesem Album das Gespür für schöne Melodien und deren Steigerungen. Alles wirkt ausgereift, klasse durchkomponiert und auch in den härteren Teilen sehr melodiös. Nicht anders ist das dann bei „Iris“, auch wenn dieser Track von Anfang an härter aus den Boxen kommt. Ein klasse Rock Stück, welches mitzureißen versteht.

„Lightning Crashes” ist dann erneut eine sehr ruhige Nummer, die lediglich beim Refrain ein wenig gesteigert wird. Aber auch hier gilt: Klasse Lied, bestens komponiert und durcharrangiert. Das kurze „Top“ beginnt fast schon bombastisch und weist von Anfang an einen treibenden Rhythmus auf, der zum Mitwippen animiert. Ebenfalls härter kommt anschließend „All Over You“ daher, nur unterbrochen durch einen kleinen, ruhigeren Teil. Und auch hier gilt, was für die vorherigen Songs zu sagen ist: Tolle Melodie, ein Lied, das einfach packt.

Und so geht es immer weiter auf „Throwing Copper“. Irgendwie hat sich da kein schlechteres Lied auf die Platte verirrt. Da gibt es noch so schöne Stücke wie das sphärische „T.B.D.“ oder solch Kracher wie „Stage“, ein Stück in bester Hardrock Tradition. Da finden sich so langsame Tracks wie „Pillar Of Davidson“ oder solche Nummern, auf denen die vier Musiker alles rauslassen wie bei „White, Discussion“. Und dann ist da schließlich noch der Song „Horse“, der noch nicht einmal in den Credits abgedruckt ist. Auf dem letzten Stück können die vier dann ihre Herkunft nicht mehr verheimlichen, denn „Horse“ ist ein Country Song in bester Manier – und leider auch das mit Abstand schlechteste Stück des Albums.

Fazit: „Live“ haben hier wirklich ein tolles Rockalbum vorgelegt, was durch seine Eingängigkeit und tollen Arrangements punkten kann. Die CD kann man von vorne bis zum Ende durchhören, ohne, dass die Lieder schlechter werden. Und wer mal R.E.M. hören möchte, wie sie klingen würden, wenn sie ein wenig härter spielen, der macht mit diesem Album alles richtig. Von mir gibt es dafür elf Punkte.

Anspieltipps: The Dam At Otter Creek, Selling The Drama, I Alone und praktisch alle Lieder die danach kommen.



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