Dienstag, 27. Dezember 2011

Crash Test Dummies – God Shuffled His Feet





Crash Test Dummies – God Shuffled His Feet


Besetzung:

Brad Roberts – lead vocals, acoustic and electric guitar, piano on “Untitled”
Ellen Reid – back-up vocals, piano, keyboards, accordion
Benjamin Darvill – mandolin, harmonicas
Dan Roberts – bass guitar, synth bass
Michael Dorge – drums, percussion


Gastmusiker:

Larry Beers – drums on “Afternoons & Coffeespoons”, “In The Days Of The Caveman”, “When I Go Out With Artists”
Adrian Belew – synthesized guitar on “God Shuffled His Feet”
Kerry Nation – back-up vocals on “Afternoons & Coffeespoons”

Label: BMG


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Pop


Trackliste:

1. God Shuffled His Feet (5:11)
2. Afternoons & Coffeespoons (3:56)
3. Mmm Mmm Mmm Mmm (3:53)
4. In The Days Of The Caveman (3:42)
5. Swimming In Your Ocean (3:49)
6. Here I Stand Before Me (3:07)
7. I Think I'll Disappear Now (4:52)
8. How Does A Duck Know? (3:42)
9. When I Go Out With Artists (3:44)
10. The Psychic (3:48)
11. Two Knights & Maidens (3:25)
12. Untitled (1:43)



Man kann die Crash Test Dummies wohl als so etwas wie ein „One Hit Wonder“ bezeichnen. Denn vor der 1993 erschienenen Platte „God Shuffled His Feet“ war es sehr ruhig um die fünf Kanadier. Und das wurde es auch wieder nach einigen Monaten, nach Erscheinen ihrer zweiten CD. Und dieses „One Hit Wonder“ bezieht sich auf den Übersong „MMM MMM MMM, MMM“. In einem Interview gab Brad Roberts, der sich für alle Kompositionen auszeichnet, mal an, dass der komische Titel dadurch zustande gekommen sei, weil ihm als Refrain irgendwie keine bessere Idee gekommen wäre. Macht nichts, denn dieser seltsame Titel macht den Song nur noch außergewöhnlicher. Ein klasse Stück Musik, das man immer wieder hören kann. Und neben der wunderschönen Melodielinie lebt dieses Stück auch vom eindrucksvollen, tiefen Gesang Roberts‘. Wahrlich ein ganz tolles Lied.

Nun, was ist aber mit dem Rest der Platte? Ohne einen Song gehört zu haben fällt zuerst mal das witzig gestaltete Plattencover auf. Hier wurde das Gemälde „Bacchus und Ariadne“ von Tizian aus dem Jahre 1520 etwas umgestylt und nun sehen wir hier die Musiker in das Gemälde integriert, anstelle der ursprünglichen Protagonisten. Auch die Vorstellung der einzelnen Musiker im Innenteil des Booklets: Sehr gelungen. Diese erscheinen hier einzeln in verschiedenen Gemälden des Mittelalters. Schöne Idee.

Nun was ist aber zur Musik zu sagen? „MMM MMM MMM MMM“ ist klar. Das ist ein toller Song, ein Klassiker der Popmusikgeschichte, den muss man kennen und den kennt wohl auch jedes Kind mindestens aus dem Radio – wenn nicht von der CD, die sich Mitte der 90er auch sehr gut verkaufte. Und der Rest? Nun, der ist unspektakulär. Leider sehr unspektakulär. Klar, da sind noch ganz gute Popsongs dabei, wie etwa das Titellied „God Shuffled His Feet“ oder aber „Two Knights And Maidens“. Aber trotzdem muss man feststellen, auf der CD befindet sich jede Menge Musik zum Nebenbeihören. Hintergrundmusik, die nicht großartig aufregt, die keine Spuren hinterlässt, soll heißen: Zum einen Ohr rein, zum anderen wieder raus. Leider, denn das Album hat nämlich noch was Tolles zu bieten: Die Texte. Die sind wirklich geistreich, intelligent und auch spannend. Alle sind im Booklet abgedruckt, sodass auch jemand, der des Englischen nicht ganz so mächtig ist, mitlesen kann. Lohnt sich wirklich. Aber an der Musik selbst, da hakt es ein wenig. Die wirkt bei öfterem Hören einfach langweilig.

Fazit: Gute Musik beinhaltet für mich eine schöne oder spannende Melodie und zur Krönung dazu noch ein toller Text. Beides gibt es bei „MMM MMM MMM MMM“ in allerbester Qualität. Aber das reicht nicht. Ein Lied ist da deutlich zu wenig, bei einer CD die aus zwölf Stücken besteht. Und alle elf restlichen Lieder können mich nur eingeschränkt packen, mich nur bedingt begeistern, mich nur selten einfangen. Das ist Allerweltspop, auch wenn die Texte meist klasse sind. Sicherlich nicht schlecht – aber zu mehr als sieben Punkten reicht es trotzdem nicht.

Anspieltipps: God Shuffled His Feet, Mmm Mmm Mmm Mmm, Two Knights & Maidens