Montag, 19. September 2011

New Model Army – Today Is A Good Day

 


New Model Army – Today Is A Good Day


Besetzung:


Justin Sullivan – vocals, guitar
Marshall Gill – guitar
Peter Nice (Nelson) – bass
Dean White – keyboard
Michael Dean – percussion


Label: Attack Attack (Records) Ltd.


Erscheinungsdatum: 2009


Stil: Rock


Trackliste:

1. Today Is A Good Day (4:01)
2. Autumn (4:03)
3. Peace Is Only (3:49)
4. States Radio (4:50)
5. God Save Me (5:25)
6. Disappeared (4:59)
7. Ocean Rising (5:11)
8. Mambo Queen Of The Sandstone City (3:58)
9. La Push (4:36)
10. Arm Yourselves And Run (3:08)
11. Bad Harvest (3:33)
12. North Star (5:21)

Gesamtspieldauer: 52:58 



Es gibt einfach Bands, da kann man einfach nichts falsch machen und man weiß im Voraus, was einen erwartet. „New Model Army“ ist eine solche Formation, bei der man sich bereits, bevor man die CD eingeschoben hat, sicher sein kann, dass einen klasse gemachter Rock, der immer abwechslungsreich und nie langweilig ist, erwartet. Und genau so ist es auf dem elften Studioalbum der Briten, welches 2009 veröffentlicht wurde.

New Model Army lebt vom eindringlichen Gesang Justin Sullivans genauso wie vom untrüglichen Gespür der Band für tolle und eingängige Melodien. Und dieses Gespür beweisen die fünf Briten eindringlich auch auf „Today Is A Good Day“.

Da ist zum Beispiel das Stück „Autumn“, eine wunderschöne, fast schon schwebende Nummer, die auch durch den Chor am Ende sofort ins Ohr geht und dort auch hängenbleibt. Oder aber das Überlied der ganzen Scheibe: „God Save Me“. Schöner und eindringlicher kann Rockmusik überhaupt nicht klingen. Ein 15-Punkte-Lied mit einer unglaublichen Steigerung. Eine der besten, wenn nicht die beste Ballade in der Geschichte der Band.

Dann ist da noch das Stück „Ocean Rising“, was allerdings bereits auf der Soloplatte Justin Sullivans „Navigating By The Stars“ veröffentlicht wurde. Und wahrscheinlich liegt es mal wieder daran, dass einem die Version besser gefällt, die man zuerst gehört hat. Bei mir ist es die auf dem Soloalbum, die ich noch ein wenig klarer, reiner und überzeugender als die Version auf „Today Is A Good Day“ finde. Wer allerdings den Vergleich nicht hat, der wird auch diese, neuere Veröffentlichung lieben. Ein ganz tolles Lied.

Ebenfalls ein klasse Track ist „La Push“. Ein für New Model Army ganz typisches Lied in seiner Instrumentierung und seinem Aufbau. Ein Stück, bei dem man einfach mitwippen muss.

Und so gibt es viel zu entdecken auf dieser CD. Härtere und treibendere Stücke wie „Arm Yourself And Run“, „Bad Harvest“ und „States Radio“ oder aber solch ein Track wie „Disappeared“, der ganz von der Rhythmusfraktion der Band getragen wird. Jedem Stück auf der CD wohnt etwas Besonderes inne und es wird nie langweilig.

Fazit: Wie immer, wenn New Model Army eine CD veröffentlicht, kann man sich als Rockmusik-Fan darauf freuen, die neue Silberscheibe in den CD-Player einlegen zu dürfen. Man wird nicht enttäuscht werden. Genauso verhält es sich auch bei dem elften Album der Band. Auch hier gibt es wieder einige absolute Highlights, neben den soliden, für New Model Army absolut typischen Stücken. Wieder eine New Model Army CD, die den Kauf lohnt und von mir 10 Punkte erhält.

Anspieltipps: Autumn, God Save Me, Ocean Rising, La Push







Sonntag, 18. September 2011

Blind Melon – Blind Melon

 


Blind Melon – Blind Melon


Besetzung:

Shannon Hoon – vocals
Christopher Thorn – guitar
Rogers Stevens – guitar
Brad Smith – bass, backing vocals
Glen Graham – drums, percussion


Label: Capitol Records


Erscheinungsdatum: 1992


Stil: Rock


Trackliste:

1. Soak The Sin (4:01)
2. Tones Of Home (4:27)
3. I Wonder (5:33)
4. Paper Scratcher (3:14)
5. Dear Ol' Dad (3:02)
6. Change (3:42)
7. No Rain (3:37)
8. Deserted (4:21)
9. Sleepyhouse (4:29)
10. Holyman (4:48)
11. Seed To A Tree (3:29)
12. Drive (4:41)
13. Time (6:03)

Gesamtspieldauer: 55:27 




Ein sehr abwechslungsreiches Debut-Album haben die fünf Musiker von „Blind Melon“ da 1992 veröffentlicht. Blues-, Southern Rock-, Folk- und Funk-Elemente lassen sich in den dreizehn, immer abwechslungsreichen Titeln, ausmachen.

Wer auf gut gemachten Gitarrenrock steht, kann mit dieser Platte nichts falsch machen. Und das bekannteste Lied der Band „No Rain“ steht dabei in keinster Weise exemplarisch für den Rest der Musik. Ist „No Rain“ ein eingängiges Stück, was fast schon in die Richtung Pop geht, so sucht man einen ähnlichen Titel vergeblich unter den restlichen Stücken.

Hier findet sich jedoch treibender Rock wie auf dem Opener „Soak The Sin“, dem Stück „Dear Ol' Dad” oder „Deserted“, genauso wie auf dem verhalten beginnenden „.Holyman“. Funkige Anleihen finden sich auf „Tones Of Home“ und auf „Paper Scratcher“, wohingegen die Nummern „I Wonder“, „Change“ oder „Drive“ eher folkig angehaucht sind. Aber die Abwechslung geht noch weiter mit der „Rhythm And Blues-Nummer“ „Seed To A Tree“ und dem etwas experimentelleren „Sleepyhouse“.

Es gibt immer wieder etwas Neues zu entdecken und die Silberscheibe wird nie langweilig. Alles passt zusammen und man ist immer wieder gespannt, was die fünf Musiker aus Mississippi als nächstes aus dem Ärmel zaubern.

Fazit: Ein sehr abwechslungsreiches Debut-Album haben „Blind Melon“ 1992 mit der gleichnamigen Veröffentlichung hier vorgelegt. Die charismatische Stimme des Shannon Hoon, der 1995 mit nur 28 Jahren viel zu früh verstarb, in Verbindung mit geradem Gitarrensound machen das Album immer wieder spannend. Es befindet sich kein schlechter Titel auf dem Album, allerdings fehlen auch irgendwie die Höhepunkte, sodass die Scheibe manchmal ein wenig vor sich hinplätschert. Von mir gibt es dafür acht Punkte.

Anspieltipps: No Rain, Change, Drive, Holyman



Samstag, 17. September 2011

The Sensational Alex Harvey Band – Next






The Sensational Alex Harvey Band – Next


Besetzung:

Alex Harvey – lead vocals, harmonica, guitar
Zal Cleminson – guitars, backing vocals
Hugh McKenna – electric piano, organ, grand piano, backing vocals
Chris Glen – bass guitar, backing vocals
Ted McKenna − percussion, backing vocals


Label: Phonogram


Erscheinungsdatum: 1973


Stil: Rock


Trackliste:

1. Swampsnake (4:54)
2. Gang Bang (4:46)
3. The Faith Healer (7:11)
4. Giddy Up A Ding Dong (3:16)
5. Next (4:02)
6. Vambo Marble Eye (4:19)
7. The Last Of The Teenage Idols/Parts 1-2-3 (5:05)

Gesamtspieldauer: 33:33




“Next” heißt die zweite Veröffentlichung der „Sensational Alex Harvey Band“. Und auch auf diesem Album finden sich wahrlich sensationelle Lieder. Die CD beginnt mit „Swampsnake“, einer Rocknummer, die vor allem durch das Mundharmonikaspiel interessant wird. „Swampsnake“ ist eine schnelle Nummer, ganz nett zum Anhören, allerdings noch nicht das Besondere.

Es geht weiter mit „Gang Bang“, einem Rock’n’Roll Stück, wie es für die „Sensational Alex Harvey Band“ typisch war. Das Piano und die Gitarre sind dabei perfekt aufeinander abgestimmt und Bläser vervollständigen den dichten Sound. Aber auch dieser Song reißt einen nicht unbedingt vom Hocker, was sich allerdings mit dem nächsten Stück sofort ändert.

„Faith Healer“ heißt das Lied und ist wohl das bekannteste Stück der „Sensational Alex Harvey Band“. Hier kam der sogenannte „Totalbug Drone“, ein Rhythmusgenerator zum Einsatz, den ein gewisser Ashton Total entwickelt hatte. Dieser Rhythmusgenerator simulierte einen Bass Sequenzer und erzeugte diesen einmaligen Sound. Das Stück war ursprünglich deutlich kürzer geplant. Aber da das Album neben der LP auch auf Kassette veröffentlicht werden sollte, war es notwendig, beide Seiten der Kassette in etwa gleich lang zu bespielen. So wurde das Intro zu „Faith Healer“ verlängert und heraus kam dieses geniale Lied mit dem sonst nirgendwo anders zu hörenden Sound. Das Stück ist phänomenal gut und wirkt durch seine Instrumentierung und die Wiederholungen richtiggehend meditativ und in Trance versetzend. Ein wahres Meisterwerk der Rockmusik.

„Giddy-Up-A-Ding-Dong“, der nächste Track auf der CD, kann gegen den Vorgänger nur abfallen. Das Stück ist wieder eine Rock’n’Roll-Nummer, die mit ihrem Geklatsche auf mich ein wenig langweilig wirkt.

Aber es wird sofort wieder besser: „Next“. Ein Lied, bei dem es sich um eine Interpretation eines Stücks des Belgiers Jaques Brel handelt. Absolute Klasse hier der Gesang Alex Harveys, der alles aus seiner Stimme herausholt und dabei so schön verzweifelt klingt. Ein wahrlich nicht alltägliches Lied für eine Rockgruppe, welches voll überzeugen kann.

„Weiter geht es mit „Vambo Marble Eye“, einer klasse Rocknummer mit treibendem Rhythmus und einem sehr schönen Gitarrensolo von Zal Cleminson.

Den Abschluss des Albums bildet dann „The Last Of The Teenage Idols“. Genau wie der Name der Band so zeugt auch der Name dieses Titels vom Selbstbewusstsein Alex Harveys. Nun, das Stück ist in allen seinen drei Teilen eine Klasse für sich und gehört ebenso zu den Highlights der Veröffentlichungen der Band. Dass Lied beginnt zunächst schön getragen und ruhig, nur durch Gesang und Piano instrumentiert, um dann im weiteren Verlauf immer mehr an Dynamik zu gewinnen. Ein vor allem im zweiten Teil treibender Rhythmus und eine schöne Melodie lassen dieses Lied sofort ins Ohr gehen.

Fazit: Auch auf ihrer zweiten Veröffentlichung „Next“ präsentiert uns die „Sensational Alex Harvey Band“ wieder einen absoluten genialen Übersong mit „Faith Healer“. Auch sonst lässt sich auf diesem Album einiges entdecken, denn wer auf gut genmachten Rock’n’Roll steht, wird an dieser Scheibe seine wahre Freude haben. Mir ist das Album elf Punkte wert.

Anspieltipps: Faith Healer, Next, The Last Of The Teenage Idols



Freitag, 16. September 2011

The Sensational Alex Harvey Band – Framed

 


The Sensational Alex Harvey Band – Framed


Besetzung:

Alex Harvey − vocals
Zal Cleminson – lead guitar
Hugh McKenna – electric piano
Chris Glen – bass guitar
Eddie McKenna − drums


Gastmusiker:

Phil Kenzie – tenor saxophone
Big Bud’s Brass – brass section


Label: Phonogram


Erscheinungsdatum: 1973


Stil: Rock


Trackliste:

1. Framed (4:54)
2. Hammer Song (4:06)
3. Midnight Moses (4:24)
4. Isobel Goudie (7:31)
     Part 1. My Lady Of The Night
     Part 2. Coitus Interruptus

     Part 3. Virgin And The Hunter
5. Buff's Bar Blues (3:06)

6. I Just Want To Make Love To You (6:38)
7. Hole In Her Stocking (4:41)
8. There's No Lights On The Christmas Tree Mother, They're Burning Big Louie Tonight (3:46)
9. St. Anthony (4:40)

Gesdamtspieldauer: 43:34



“Framed” ist die erste Platte, die Alex Harvey unter dem Namen „The Sensational Alex Harvey Band“ veröffentlichte. Vorher war er bereits an sechs Alben beteiligt, die er mit verschiedenen Besetzungen und Formationen aufnahm. Und diese erste Veröffentlichung unter diesem sehr selbstbewussten Bandnamen ist tatsächlich sensationell. Die Platte sprüht nur so vor Ideenreichtum.

Ganz vorne steht dabei der Song „Isobel Goudie“. Das Lied handelt von, wie der Name schon sagt, Isobel Goudie, einer Dame, die 1632 als eine der letzten Frauen in Britannien der Hexerei bezichtigt und angezeigt wurde. In diesem Song ist alles vertreten, was ein Lied zu einer tollen Nummer werden lässt. Eine klasse Melodien, ein toller Text, überraschende Breaks, phantastische Steigerungen und immer wieder das Unerwartete, was dieses Lied in die Nähe des progressiven Rocks rückt. Unglaublich einprägsam ist dabei die fast durchgehende Keyboardmelodieführung, die meist im Hintergrund bleibt - und das Stück so einzigartig und unverwechselbar macht. Klasse auch der beschwörende Gesang Alex Harveys, der die Stimmung des Liedes so wunderschön unterstreicht. Mit Sicherheit eines, wenn nicht das beste Lied, welches die „Sensational Alex Harvey Band“ in ihrer Bandgeschichte veröffentlichte: „Indeed sensational“.

Aber es sind noch weitere tolle Lieder auf dieser Silberscheibe vorhanden. Da wäre zum einen der wunderschöne „Hammer Song“. Ein Stück, welches durch die akustische Gitarre geprägt ist, eine schön einprägsame und schwebende Melodie aufweist, auch von seinen Steigerungen lebt und einen sehr eindringlichen Text aufweist.

Klasse ebenfalls das pianolastige „I Just Want To Make Love To You“. Eine tolle Rock’n’Roll-Nummer, bei der es schwierig ist, seine Beine ruhig zu halten. Perfekt hier auch der Wah-Wah-Einsatz der Gitarre, der so wunderbar zum Rest des Stückes passt.

Überraschend dann, genau wie sein ellenlanger Titel: „There's No Lights On The Christmas Tree Mother, They're Burning Big Louie Tonight”. Toll hier wieder der Gesang Alex Harveys und ein Refrain, der mich ein wenig an Dixie-Land erinnert. Eine Stilrichtung, mit der ich eigentlich wenig anfangen kann, die hier allerdings perfekt passt. Ebenfalls klasse dabei die integrierten Hintergrundgeräusche der Feuerwehr.

„St. Anthony“, der letzte Song auf der Platte, erweitert das Repertoire der „Sensational Alex Harvey Band“ auf dieser Scheibe noch weiter. Denn „St. Anthony“ ist ein lupenreiner Hardrock-Song mit schweren Gitarren und einem treibenden Rhythmus. In eine ähnliche Richtung, wenn auch nicht ganz so „hart“, geht die dritte Nummer auf der CD: „Midnight Moses“.

Weniger anfangen kann ich dann mit dem Titelstück „Framed“, einer sehr bluesigen Nummer, genau wie „Buff’s Bar Blues“. Ebenfalls nicht wirklich überzeugen kann mich die Rock’n’Roll-Nummer „Hole In Her Stocking“, die mir ein wenig zu langweilig geraten ist.

Fazit: „Framed“ ist ein klasse Debut-Album der „Sensational Alex Harvey Band“, welches mit dem „Hammer Song“ und „Isobel Goudie“ zwei absolut geniale Übersongs bereithält. Aber auch unter den restlichen sieben Stücken befinden sich noch vier tolle Nummern, die die drei nicht ganz so guten Stücke vergessen lassen. „Isobel Goudie“ ist ein 15 Punkte Lied. Der Rest der Scheibe weiß meistens auch zu überzeugen, sodass ich dem Gesamtpaket elf Punkte verleihe.

Anspieltipps: Isobel Goudie, Hammer Song, There's No Lights On The Christmas Tree Mother, They're Burning Big Louie Tonight



Sonntag, 11. September 2011

Supertramp – “…famous last words…”

 


Supertramp – “…famous last words…”


Besetzung:

Rick Davies − vocals , keyboards
Roger Hodgson − vocals , keyboards, guitars
John Helliwell – saxophones, keyboards
Dougie Thomson − bass
Bob Siebenberg − drums


Gastmusiker:

Ann and Nancy Wilson - backing vocals
Claire Diament - backing vocals
Richard Hewson – string arrangement


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1982


Stil: Pop


Trackliste:

1. Crazy (4:45)
2. Put on Your Old Brown Shoes (4:21)
3. It's Raining Again (4:26)
4. Bonnie (5:39)
5. Know Who You Are (5:02)
6. My Kind of Lady (5:17)
7. C'est le Bon (5:34)
8. Waiting So Long (6:36)
9. Don't Leave Me Now (6:24)

Gesamtspieldauer: 47:58



“…Famous Last Words…” ist das siebte Album der Band Supertramp und gleichzeitig die letzte Veröffentlichung, auf der Hodgson und Davies gemeinsam zu hören sind. Nach der, sich an das Album anschließenden Welttournee, gab Roger Hodgson im September 1983, auf einem Konzert in München, seinen Abschied von Supertramp bekannt.

Und was ist musikalisch von diesem letzten gemeinsamen Werk zu halten? Auch wenn die Platte international sehr erfolgreich war, so ist sie meiner Meinung nach doch das mit Abstand schwächste Album, welches Supertramp in der Besetzung Hodgson – Davies – Helliwell – Thomson – Siebenberg veröffentlichten.

Die fünf Stücke mit den ungeraden Nummern sind dabei von Roger Hodgson geschrieben worden, die restlichen vier Tracks stammen alle aus der Feder Rick Davies‘. Und leider fehlt auf diesem Album der „Übertrack“, es gibt kein „Fool’s Overture“ wie auf „Even In The Quietest Moments“ oder einen „Logical Song“ wie auf „Breakfast In America“. Die fünf Stücke von Hodgson sind alle ganz nett anzuhören, aber eben nichts Besonderes. Das beste Stück der fünf Kompositionen ist dabei noch der letzte Track „Don’t Leave Me Now“, der mit seiner Melodie und seiner Instrumentierung punkten kann. Ein richtig gutes Lied, welches wehmütige Erinnerungen an die Hodgson-Kompositionen der 70er Jahre weckt. Aber der Rest? „It’s raining Again“ ist ein Tralala-Liedchen auf billigstem Schlagerniveau. In eine ähnliche Richtung geht „C’est Le Bon“. Wären da noch „Crazy“ und „Know Who You Are“: Beides Stücke, die bei mir keinen tieferen Eindruck hinterlassen. Das gilt vor allem für „Know Who You Are“, ein Stück, das richtig langweilig ist.

Und was ist mit den Davies-Kompositionen? Mit “Put on Your Old Brown Shoes”, “Bonnie” und “My Kind of Lady” kann ich überhaupt nichts anfangen. Wobei mich ersteres und letzteres Lied sogar richtig nerven, “Bonnie” kann ich mir wenigstens noch unaufgeregt anhören.

Bliebe noch der achte Titel auf dem Album „Waiting So Long“, bei dem Davies dann doch noch beweist, dass auch er ab und zu lichtere Momente hat. Das Lied ist okay. Zwar kein Höhepunkt im Schaffen Supertramps, aber immerhin, wie gesagt: Okay!

Fazit: „…Famous Last Words…“ war sehr erfolgreich. Für mich ist es aber viel zu viel Allerweltspop und viel zu wenig Überraschung, zu wenig schöne Melodien, zu wenig der Supertramp-Sound, den ich liebe. Wenn man dann noch weiß, dass sich Hodgson und Davies bereits bei der Produktion des Albums nicht mehr „grün“ waren und Hodgson das Ergebnis in einem Interview als „kleinsten gemeinsamen Nenner“ bezeichnete, dann ist das Resultat nicht wirklich überraschend. Von mir gibt es dafür auch nur wehmütige sechs Punkte.

Anspieltipps: Waiting So Long, Don’t Leave Me Now


Samstag, 10. September 2011

Supertramp – Even In The Quietest Moments…





Supertramp – Even In The Quietest Moments…


Besetzung:

Rick Davies − vocals , keyboards
Roger Hodgson − vocals , keyboards, guitars
John Helliwell – wind instruments, vocals
Dougie Thomson − bass
Bob Siebenberg − drums, percussion


Gastmusiker:

Gary Mielke − oberheim-programming


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1977


Stil: Pop


Trackliste:

1. Give A Little Bit (4:09)
2. Lover Boy (6:53)
3. Even in the Quietest Moments (6:29)
4. Downstream (4:04)
5. Babaji (4:52)
6. From Now On (6:22)
7. Fool's Overture (10:52)

Gesamtspieldauer: 43:34 



“Even In The Quietest Moments” ist die fünfte Platte der Formation Supertramp. Und auf dieser Veröffentlichung befinden sich sieben Nummern, vier von Roger Hodgson und drei Stücke von Rick Davies.

Und zwei dieser sieben Stücke sind herausragend. Da ist zum einen das Titelstück „Even In The Quietest Moments“. Ein klasse Nummer, schön getragen. Es beginnt mit Vogelgezwitscher und einer gezupften akustischen Gitarre und wird dann abgerundet durch die Klarinette Helliwells. Ein toller Anfang, aber auch was danach folgt, macht das Stück zu einem wunderschönen Titel. Getragen fließt Hodgsons Gesang aus den Boxen - ohne dabei ins Seichte abzudriften. Schön dabei auch der Duettgesang mit Rick Davies. Ein tolles, ruhiges Lied ist das, welches in seinen sechseinhalb Minuten nie langweilig wird.

Und da wäre dann noch „Fool's Overture“, ein Titel, der in knapp elf Minuten alles das beinhaltet, was einen Song zu einem Klasselied werden lässt. „Fool’s Overture“ geht dabei in die Richtung progressiver Rock, denn in diesem Stück ist alles enthalten, was das Herz des Prog-Fans höherschlagen lässt. Tolle Melodien, Rhythmus- und Tempowechsel, bombastische wie ruhige Abschnitte und überraschende Dinge, wie zum Beispiel Winston Churchills legendärer Ausspruch „We will never surrender“. „Fool's Overture“ gehört für mich mit zu den besten drei Stücken, die Supertramp jemals veröffentlicht hat. Das Stück ist eine akustische Reise, die an jeder Stelle begeistern kann. Ein Highlight der Rockmusik.

Nun, was wäre noch auf dem Album? Da wäre zum einen das schöne „Babaji“ zu nennen. Ein Track, der langsam beginnt und erst allmählich an Fahrt gewinnt, bis er sich zu einer flotten Popnummer entwickelt. Nicht schlecht gemacht. Der Rest der Stücke auf dem Album kann allerdings mit der Klasse der genannten drei Titel nicht mehr mithalten.

Da wäre zum einen die Singleauskopplung „Give A Little Bit“. Das Ganze klingt irgendwie ein bisschen nach Folk und ist mir einfach zu glatt und eingängig. Ich finde in dem Stück keine Stellen, die mich mitreißen, es ist irgendwie nette Hintergrundmusik.

Blieben noch die drei Davies Kompositionen „Lover Boy“, „Downstream“ und „From Now On“. Alle drei Stücke berühren und fesseln mich nicht. Ich kann damit einfach nichts anfangen und ertappe mich immer wieder dabei, dass ich diese Stücke auf der Fernbedienung überspringe. Wahrscheinlich tue ich Herrn Davies da Unrecht, aber mir gefallen die drei Lieder nicht und bleiben für mich Allerwelts-Pop.

Fazit: Mit „Fool’s Overture“ enthält die CD eines der besten Stücke Supertramps. Allein dieser Track lohnt den Kauf. Auch das Titelstück und das Lied „Babaji“ können überzeugen, die restlichen Kompositionen jedoch, vor allem die Davies-Stücke, fallen für mich qualitativ ganz stark ab. Aber wie gesagt, die Platte enthält auch Highlights und erhält so von mir 10 Punkte.

Anspieltipps: Fool’s Overture, Even In The Quietest Moments, Babaji



Freitag, 9. September 2011

Supertramp – Crisis? What Crisis?





Supertramp – Crisis? What Crisis?


Besetzung:

Rick Davies − vocals , keyboards
Roger Hodgson − vocals , keyboards, guitars
John Helliwell – wind instruments, vocals
Dougie Thomson − bass
Bob Siebenberg − drums, percussion


Gastmusiker:

Richard Hewson – orchestra and choir arrangement


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Pop


Trackliste:

1. Easy Does It (2:16)
2. Sister Moonshine (5:15)
3. Ain't Nobody But Me (5:11)
4. A Soapbox Opera (5:00)
5. Another Man's Woman (6:17)
6. Lady (5:25)
7. Poor Boy (5:08)
8. Just A Normal Day (4:03)
9. The Meaning (5:24)
10.Two Of Us (3:28)

Gesamtspieldauer: 47:25 



Ein Jahr nach ihrem internationalen Durchbruch mit „Crime Of The Century“ brachten Supertramp mit „Crisis? What Crisis?“ ihre nächste Veröffentlichung auf den Markt. Und auch dieses Mal teilten sich Rick Davies und Roger Hodgson wieder das Songwriting, wobei sechs der zehn Stücke aus der Feder Hodgsons stammen und Davies vier Stücke beisteuerte.

Es beginnt mit Hodgons „Easy Does It“ und hier genauer mit Straßengeräuschen und einem fröhlichen Pfeifen, bis schließlich ein Autohupen das Lied auch instrumental beginnen lässt. „Easy Does It“ ist ein leicht schwebender Song, der seinem Namen mit dem „Easy“ alle Ehre macht. Sicher nicht die beste Komposition Hodgsons, ohne dabei jedoch schlecht zu sein. Noch besser macht er es aber bei „Sister Moonshine“. Ebenfalls ein Gute-Laune-Lied, welches mit einer schönen Melodie aufwartet und, im Gegensatz zu vielen anderen Liedern Hodgsons, einen treibenden Rhythmus besitzt. Schön hierbei wieder das Mundharmonikaeinsatz und die Flöte gegen Ende des Stücks.

„Ain't Nobody But Me” ist dann die erste Komposition Davies’ auf dem Album. Was toll mit Piano und Keyboard beginnt, wird dann rockig, kann aber irgendwie nicht so recht zünden. Dazu kommt dann ein ganz süßlicher Refrain, der zwar irgendwie zum Rest des Liedes passt, mich jedoch auch nicht überzeugen kann.

Aber dann kommt es schon: „A Soapbox Opera“, das Stück schlechthin auf dem Album und ein Lied, weswegen sich alleine schon der Kauf dieser Scheibe lohnen würde. Alles wirkt bei diesem Stück irgendwie zerbrechlich, was sicherlich nicht zuletzt an der Stimme Roger Hodgsons zusammen mit der Instrumentierung liegt: Piano, Keyboard und Streicher machen diese Nummer zu einem Erlebnis. Eines der besten Lieder Supertramps - für den einen oder anderen vielleicht zu zerbrechlich oder zu schwebend oder zu süß, für mich jedoch einfach nur schön.

Aber auch Rick Davies kann gute Lieder schreiben. Das beweist er mit der Nummer „Another Man's Woman”. Deutlich rockiger und treibender ist dieses Stück und es verfügt über einen klasse Refrain, der einfach zum Mitwippen animiert. Der Song ist ein klasse Kontrapunkt zum vorherigen Stück.

Und schon ist wieder Roger Hodgson an der Reihe. „Lady“ beginnt mit Xylophonklängen und weist dann den so typischen Supertramp-Keyboardsound auf. Ein schönes Lied, was man wieder unter der Kategorie „Gute-Laune-Stück“ ablegen kann.

Dann kommen wieder zwei Davies Kompositionen. „Poor Boy” und “Just A Normal Day”. Nun, ich kann mir nicht helfen, aber diese Stücke überzeugen mich einfach nicht. Eher im Gegenteil, sie langweilen. „Poor Boy“ besitzt dabei sogar diesen typischen Supertramp-Sound, kann aber trotzdem nicht zünden. “Just A Normal Day” ist sehr bluesig, aber hier finde ich die Streicher einfach zu schmalzig. Allerdings verschafft Davis John Helliwell immer wieder Arbeit. Die Klarinettensoli in den beiden Stücken sind ganz nett, aber das war es auch schon.

Zum Abschluss gibt es dann noch mal zwei Hodgson-Kompositionen. Und beide heben die Klasse des Albums wieder deutlich an. Da ist zum einen das schöne „The Meaning“, ein gitarrenlastiges Stück, bei dem das Keyboard dieses Mal nur eine untergeordnete Rolle spielt und welches ebenfalls ein tolles Klarinettensolo aufweist. Und schließlich ist da noch das kurze, leise und fast schon schwebende „Two Of Us“. Roger Hodgson singt dort so, als ob er kurz vor dem Weinen steht. Aber es passt wunderbar zu dem Stück. Und noch ein „Aber“: Man muss seinen Falsett-Gesang auch mögen, sonst hat man gerade mit diesem letzten Stück nicht viel Spaß.

Fazit: Mit gefällt der Gesang Hodgsons und auch mit „Crisis? What Crisis?“ haben Supertramp ein klasse Album als Nachfolger von “Crime Of The Century” vorgelegt. Es erreicht aber nicht ganz dessen Klasse, sodass ich diesem Album elf Punkte verleihe.

Anspieltipps: A Soapbox Opera, Another Man’s Woman, The Meaning, Two Of Us



Donnerstag, 8. September 2011

Supertramp – Crime Of The Century






Supertramp – Crime Of The Century


Besetzung:

Rick Davies − vocals , harmonica, keyboards
Roger Hodgson − vocals , piano, guitars
John Helliwell – saxophone, clarinet, vocals
Dougie Thomson − bass
Bob Siebenberg − drums, percussion


Gastmusiker:

Richard Hewson – string arrangement


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1974


Stil: Pop


Trackliste:

1. School (5:37)
2. Bloody Well Right (4:32)
3. Hide In Your Shell (6:49)
4. Asylum (6:44)
5. Dreamer (3:31)
6. Rudy (7:21)
7. If Everyone Was Listening (4:05)
8. Crime Of The Century (5:34)

Gesamtspieldauer: 44:10 



Mit dem Album „Crime Of The Century“ schafften Supertramp 1974 den Durchbruch. Und es sind wahrlich tolle Songs auf diesem Album vertreten, auf dem man zum ersten Mal diesen unverwechselbaren Sound hört, der Supertramp in der Musikgeschichte bisher einmalig macht.

Es geht los mit dem Titel „School“ aus der Feder von Roger Hodgson. Markant hier das Mundharmonikaspiel zu Beginn, was fast schon Erinnerungen an die Musik eines Italo-Westerns der späten 60er Jahre aufkommen lässt. Was dann folgt ist ein tolles Stück Musik: Sehr melodiös und durch Roger Hodgsons Stimme sehr eindringlich. Beginnt das Lied äußerst ruhig, so hört man schließlich im Hintergrund Kinderrufen (vom Pausenhof?), es ertönt ein Schrei und das Lied nimmt Fahrt auf. Ein toller Track und auch immer ein Highlight auf früheren Supertramp Konzerten.

Die nächste Nummer heißt „Bloody Well Right“ und stammt aus der Feder Rick Davies‘. Ein völlig anderer Song, der nach einer ruhigen Pianoeinleitung zu einem richtigen Rhythm-And-Blues-Stück wird, bei dem auch die schwereren Gitarren zu hören sind. Mit Sicherheit einer der besten Songs, die Rick Davies jemals geschrieben hat. Toll hier auch der Gesang, der zum Teil wie ein Frage-und-Antwort-Spiel angeordnet ist.

Und es geht klasse weiter auf dieser CD. Das nächste Stück, „Hide In Your Shell“ stammt wieder von Roger Hodgson, wirkt verträumt und besitzt eine wunderschöne Melodie. Klasse zum Tragen kommt hier der Falsett-Gesang Hodgsons, der bei dieser Nummer so schön verzweifelt wirkt.

„Asylum“ ist wieder eine Davies-Nummer und erneut deutlich rockiger. Ebenfalls nicht schlecht gemacht und sehr abwechslungsreich, was auch durch die zum Teil orchestrale Instrumentierung noch unterstrichen wird. Es folgt sogleich wieder ein Klassiker aus dem Repertoire von Supertramp: „Dreamer“. Wenn ich nach dem typischsten Supertramp-Song gefragt werden würde, dann würde meine Wahl wohl auf dieses Lied fallen. Man hört sowohl Hodgson wie Davies singen und die Keyboards klingen nach Supertramp, wie sie es stärker nicht könnten. Ein klasse Stück Musik.

Es folgen die beiden schwächsten Stücke auf dem Album. „Rudy“ von Davies und „If Everyone Was Listening” von Hodgson. “Rudy” ist mir zu bluesig und ich kann damit nur in einzelnen Passagen etwas anfangen. „If Everyone Was Listening” ist mir eindeutig zu langweilig. Das haben wohl auch Supertramp selbst so gesehen, denn es ist der einzige Song dieser Veröffentlichung, der nicht auf dem tollen Live-Album „Paris“ aus dem Jahr 1980 vertreten ist.

Ein Highlight haben Supertramp allerdings noch parat und sich für das Ende aufgehoben. Und das ist das Titelstück „Crime Of The Century“. Habe ich bei „Bloody Well Right“ bereits geschrieben, dass es einer der besten Davies-Stücke ist, so kann ich mich hier präzisieren, dieses Stück ist in all seinem Aufbau, seiner Instrumentierung und seinem Bombast, das beste Lied, das Davies meiner Meinung nach jemals geschrieben hat. Ein tolles Lied und ein würdiger Abschluss für ein klasse Album.

Fazit: Nicht von Ungefähr schafften die fünf Briten mit diesem Album ihren internationalen Durchbruch. Die CD ist gespickt mit tollen Songs, die hier sogar nicht nur von Roger Hodgson kommen, nein, zu denen hier auch Rick Davies seinen Beitrag geleistet hat. Auch dieses Album der Band Supertramp hat somit eine Eins verdient und bekommt von mir daher 13 Punkte.

Anspieltipps: School, Bloody Well Right, Hide In Your Shell, Dreamer, Crime Of The Century



Mittwoch, 7. September 2011

Supertramp – Breakfast in America






Supertramp – Breakfast in America


Besetzung:

Rick Davies − vocals , keyboards
Roger Hodgson − vocals , keyboards, guitars
John Helliwell – woodwind instruments
Dougie Thomson − bass
Bob Siebenberg − drums


Gastmusiker:

Gary Mielke – oberheim programming
Slyde Hyde − trombone, tuba


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1979


Stil: Pop


Trackliste:

1. Gone Hollywood ( 5:19)
2. The Logical Song (4:11)
3. Goodbye Stranger (5:50)
4. Breakfast In America (2:39)
5. Oh Darling (4:03)
6. Take The Long Way Home (5:08)
7. Lord Is It Mine (4:10)
8. Just Another Nervous Wreck (4:25)
9. Casual Conversations (2:59)
10. Child Of Vision (7:28)

Gesamtspieldauer: 46:12 



Wer die etwas anspruchsvollere Popmusik der Endsiebziger mag, der wird dieses Album lieben. Und vielleicht geht es dem Hörer da genau wie mir: Beim Hören von Supertramp Musik werde ich immer an die Frage „Beatles oder Rolling Stones?“ erinnert. Nicht, dass die Supertramp-Musik wie die, einer der genannten Bands klingt. Aber genau, wie man eben die Beatles oder eben die Rolling Stones irgendwie besser fand, so stellt sich bei Supertramp die Frage, ob man eher auf die Stücke von Roger Hodgson, oder aber auf die von Rick Davies steht. Denn diese beiden Musiker teilten sich das Songwriting ziemlich gleichberechtigt untereinander auf. Und bei mir lässt sich die Frage „Hodgson oder Davies“ auch ganz klar beantworten: Hodgson. Allerdings hat Rick Davies zum Gelingen von „Breakfast in America“ auch einige gute Stücke beigetragen.

Die Platte beginnt mit „Gone Hollywood“, einer Davies-Nummer. Das Stück lebt vom Klavierspiel Davies‘ und dem Falsett-Gesang der ganzen Band und erinnert, gerade in diesen Teilen, stark an die Bee Gees. Wenn dann allerdings noch die Klarinette von John Helliwell ertönt, wird es eindeutig zu einem Stück von Supertramp - unverwechselbar. Die Nummer weist in ihren Tempowechseln eine schöne Dramaturgie auf und gehört für mich mit zu den besten Stücken aus der Feder von Rick Davies.

Anschließend ertönt bereits der Supertramp-Song schlechthin: „The Logical Song“. Ein Stück aus der Feder Hodgsons, was auch nach über 30 Jahren nichts von seiner Klasse verloren hat. Hier hört man das für Supertramp so typische Keyboard, das Lied hat eine wahnsinnig schöne Melodie und der Gesang von Roger Hodgson ist so wunderbar verzweifelt. Für mich einer der besten Popsongs überhaupt - nicht nur von Supertramp.

Weiter geht es wieder mit einer Davies Nummer: „Goodbye Stranger“. Klar ist es schwierig, nach diesem Vorgänger zu überzeugen. Das Lied weist allerdings ebenfalls wieder den typischen Supertramp-Keyboardsound und Falsett-Gesang auf und ist ein ganz netter Popsong, aber nichts Besonderes.

Es folgt der Titeltrack des Albums: „Breakfast In America“, wieder von Roger Hodgson komponiert. Das kürzeste Stück auf der Platte ist erneut unglaublich eingängig und hat seine Stärke durch das Tuba-Spiel sowie den Klarinetteneinsatz. Das Zusammenspiel dieser beiden Blasinstrumente hat es in der Geschichte der Popmusik in dieser Form sicher nur bei Supertramp gegeben und macht den Supertramp-Sound, neben dem Klang des Keyboards, so unverwechselbar.

Es folgt „Oh Darling“, ein etwas langweiliger Track, der hauptsächlich vom mehrstimmigen Gesang lebt, allerdings nicht an die Klasse der anderen Tracks heranreicht. Aber sogleich folgt wieder ein Stück von Roger Hodgson „Take The Long Way Home“ und damit ein weiterer Höhepunkt des Albums. Klasse hier gleich zu Beginn das Mundharmonika-Solo in Verbindung mit dem Pianosound. Und auch bei diesem Stück beweist Roger Hodgson einmal mehr, dass er die Gabe hat, Lieder mit schönen Melodien zu schreiben, die sich im Laufe eines Tracks auch noch weiterentwickeln. Ein klasse Stück Musik mit tollem Rhythmus.

Auch das nächste Stück „Lord Is It Mine“ ist aus der Feder Hodgsons. Es ist das ruhigste Lied auf dem Album und lebt ebenfalls wieder vom tollen Zusammenspiel des Klaviers mit der Klarinette und dem Gesang Hodgsons. Betrachtet man alle fünf Hodgson-Kompositionen auf dem Album, so ist dieser Track sicherlich die schwächste Nummer - allerdings ist dies Klagen auf sehr hohem Niveau.

Es folgen mit „Just Another Nervous Wreck“ und „Casual Conversations“ zwei Davies-Kompositionen. Dabei fällt der erste der beiden Stücke in die Kategorie „Ganz nett“, ohne wirklich was Besonderes zu sein. „Casual Conversations“ stellt dagegen den Tiefpunkt des Albums dar. Eine Nummer, die irgendwie wohl „soulig“ klingen sollte, aber außer Langeweile keinerlei Regung bei mir erzeugt. Ganz eindeutig die schlechteste Nummer auf dem Album.

Aber es folgt ja noch ein Höhepunkt: „Child Of Vision“, der längste Track auf der Platte und ein Lied, welches so wohl nur Supertramp beziehungsweise Roher Hodgson schreiben konnte. Das Lied besitzt den perfekten Groove. Das Zusammenspiel aller Instrumente, einschließlich des Gesangs, mit der Keyboardprogrammierung kann nur als genial bezeichnet werden. Das Stück besitzt dabei einen Rhythmus, der es einem schwer macht, die Füße still zu halten. Ein absolut toller Song und mit seinen fast siebeneinhalb Minuten keine Sekunde zu lang.

Fazit: „Breakfast In America“ ist eines der Highlights im Schaffen von Supertramp, was vor allem an den Kompositionen von Roger Hodgson liegt. Seine fünf Beiträge zu diesem Album sind ohne Ausnahme Klassiker der Popmusik. Und da hier, zumindest zu Beginn, auch Rick Davies ein paar gute Songs zum Gelingen des Albums beitragen konnte, gibt es von mir für diese Platte auch eine Eins, nämlich 13 Punkte.

Anspieltipps: The Logical Song, Breakfast In America, Take The Long Way Home, Child Of Vision



Montag, 5. September 2011

Anthony Phillips – Private Parts And Pieces V - Ivory Moon





Anthony Phillips – Private Parts And Pieces V - Ivory Moon


Besetzung:

Anthony Phillips – piano


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1986


Stil: Instrumental


Trackliste:

1. Suite: Sea-Dogs Motoring i) Sunrise over Sienna (3:20)
2. Suite: Sea-Dogs Motoring ii) Basking Shark (5:09)
3. Suite: Sea-Dogs Motoring iii) Sea-Dogs' Air (2:37)
4. Suite: Sea-Dogs Motoring iv) Safe Havens (1:15)
5. Tara's Theme (from Masquerade) (3:23)
6. Winter's Thaw (9:40)
7. The Old House (15:22)
8. Moonfall (from Masquerade) (4:02)
9. Rapids (8:30)
10. Let us now make love (6:31)




Dass Anthony Phillips nicht nur Gitarre spielen kann, sondern auch auf dem Piano Hörenswertes zu produzieren im Stande ist, das beweist er uns auf der CD „Private Parts And Pieces: Ivory Moon, Piano Pieces 1971- 1985“.

Auf der CD befinden sich also zehn reine Pianostücke, die zumeist klassisch inspiriert sind. Die Ausnahme bildet da der 10. und letzte Track „Let us now make love“, ein alter Genesistitel aus dem September 1968, den Phillips hier auf dem Piano interpretiert.

Ich bin ja eigentlich immer eher der Meinung: „Schuster bleib bei deinen Leisten“ und warum muss Anthony Phillip hier, ein sich an der Klassik orientiertes Album, veröffentlichen? Ich musste beim Durchhören aber immerhin positiv überrascht feststellen, dass Anthony Phillips bei dieser Veröffentlichung nicht herumexperimentiert, sondern alle Stücke durchdacht und durchkomponiert klingen. Es gibt keine „planlosen“ Abschnitte und das sorgt zum einen für Abwechslung, zum anderen für richtig schöne Melodien, wie in den Nummern „Sea-dogs‘ air“ oder aber in den Stücken „Basking shark“ und „Tara’s theme“, wenngleich ich auch glaube, letztes Stück schon mal von einem anderen Interpreten gehört zu haben. Mitunter plätschert die Musik aber auch sehr belanglos dahin, ohne einen wirklich packen zu können. Das bedeutet nicht, dass der Großteil der Nummern schlecht wäre, allerdings kann er auch nicht mitreißen.

Fazit: Wer an die Klassik angelehnte Musik mag, die sehr oft auch noch melodiös und eingängig ist, der wird auch mit diesem Werk etwas anfangen können. Hier klingt zwar nichts nach Genesis, sondern alles eher nach klassischer Musik, wem allerdings reine Klaviermusik gefällt, der wird auch an diesem Album Gefallen finden. Von mir gibt es dafür 7 Punkte. Die CD gibt es zur Zeit auch im Doppelpack mit „Private Parts And Pieces – Twelve“ für kleineres Geld.

Anspieltipps: Basking shark, Sea-dogs’ air, Tara’s theme




Sonntag, 4. September 2011

Anthony Phillips – Private Parts And Pieces V - Twelve





Anthony Phillips – Private Parts And Pieces V - Twelve


Besetzung:

Anthony Phillips - 12-string acoustic guitar


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1984


Stil: Ambiente, Instrumental


Trackliste:

1. January (5:56)
2. February (4:37)
3. March (5:10)
4. April (4:48)
5. May (4:37)
6. June (5:33)
7. July (6:19)
8. August (5:18)
9. September (4:05)
10. October (6:23)
11. November (5:11)
12. December (6:29)




Eine nette Idee hatte Anthony Phillips da, die zwölf Monate auf der akustischen Gitarre zu vertonen. So etwas Ähnliches gab es ja schon mal in der klassischen Musik, nur dass Vivaldi sich auf die vier Jahreszeiten beschränkte.

Und da wären wir bereits bei der Musik von „Twelve“ und deren Umsetzung. Die Idee war wie gesagt gut, aber an der Umsetzung scheitert es doch gewaltig. Denn auch nach mehrmaligem Hören schaffen es die zwölf Stücke nicht, in irgendeiner Art und Weise hängenzubleiben. Gut, der Vergleich mit Vivaldi ist nicht ganz fair, jedoch kann ich bei den „Vier Jahreszeiten“ das Sommergewitter „akustisch sehen“ beziehungsweise die Kälte im Winter spüren. Bei „Twelve“ spüre ich gar nichts. Genauso gut hätten die Lieder auch Montag, Dienstag, Mittwoch und so weiter heißen können, meine Assoziationen wären dieselben gewesen: Das ist Gitarrenmusik, die nicht immer ganz melodiös, manchmal sogar dissonant und atonal klingt.

Lediglich „drei Monate“ treten aus dem für mich fast schon monotonen Geschrammel heraus. Das wären der April, der November und der Dezember, wobei ich im November irgendwie ein Sommergewitter ausmache und überhaupt nicht den trüben und nasskalten, vorletzten Monat des Jahres. Aber vielleicht sollte ich da auch einen Herbststurm hören, wer weiß das schon? April und Dezember verfügen über ganz nette Melodien, die sich aus dem sonst so eintönigen Allerlei doch noch hervorzuheben wissen.

Fazit: Die Idee war gut, an der Umsetzung scheitert es dann aber. Für mich klingen die Stücke alle ziemlich gleich. Und die drei „besseren Monate“ lohnen den Kauf auch nicht, dazu ist das restliche Dreiviertel einfach zu schwach. Mehr als vier Punkte kann ich hier leider nicht vergeben. Die CD gibt es allerdings zur Zeit ziemlich günstig im Doppelpack zusammen mit "Private Parts And Pieces VI - Ivory Moon". Vielleicht ist das ja dann ein Kaufargument.

Anspieltipps: April, November und December



Samstag, 3. September 2011

The Moody Blues – On A Threshold Of A Dream






The Moody Blues – On A Threshold Of A Dream


Besetzung:

Justin Hayward  guitar, vocals
John Lodge  bass, guitar, vocals
Michael Pinder  keyboards, vocals
Ray Thomas  bass, flute, horn, vocals
Graeme Edge  drums


Label: Universal Music Group


Erscheinungsdatum: 1969


Stil: ArtRock / Pop


Tracklist:

1. In the Beginning (2:08)
2. Lovely to See You (2:34)
3. Dear Diary (3:56)
4. Send Me No Wine (2:.21)
5. To Share Our Love (2:53)
6. So Deep Within You (3:.10)
7. Never Comes the Day (4:43)
8. Lazy Day (2:43)
9. Are You Sitting Comfortably? (3:.30)
10. The Dream (0:57)
11. Have You Heard - Part 1 (1:28)
12. The Voyage (4:10)
13. Have You Heard - Part 2 (2:26)


Bonustracks:

14. In The Beginning (Full Version) (3:28)
15. So Deep Within You (Full Version) (3:29)
16. Dear Diary (Alternate Mix) (4:05)
17. Have You Heard (3:52)
18. The Voyage (Original Take) (4:19)
19. Lovely To See You (BBC Sessions Version) (2:26)
20. Send Me No Wine (BBC Sessions Version) (2:40)
21. So Deep Within You (BBC Sessions Version) (3:08)
22. Are You Sitting Comfortably (BBC Sessions Version) (3:38)




Mit „On a threshold of a dream” haben die fünf Musiker von den Moody Blues ein Album geschaffen, das seinem Namen “An der Schwelle eines Traumes“ alle Ehre macht. Denn verträumt wirkt diese Musik wahrlich. An manchen Stellen geht sie sogar fast ins Psychedelische.

Es fängt an mit einer Sprechgesangnummer, „In the beginning“, die ein wenig mystisch klingt, sonst aber nichts Besonderes zu bieten hat. Gleich das nächste Stück, „Lovely to see you“, ist dann ein Track, der typisch für die Musik der Endsechziger ist. Eine nette Rock’n’Roll-Nummer. Anschließend wird es zum ersten Mal so richtig verträumt: „Dear diary“. Das Stück lebt von seinem Flötenspiel und von der, ein wenig verzerrten, Gesangsstimme. Dazu verfügt der Track noch über eine sehr schöne Melodieführung.

Ein weiterer Höhepunkt des Albums ist schließlich „Lazy day“. Eindrucksvoll dabei ist der schöne Hintergrundgesang, welcher das Stück so richtig tief tragend werden lässt, ohne dabei ins Schnulzige abzudriften. Gegen Ende des ursprünglichen Albums erwarten einen dann noch die absoluten Höhepunkte des Albums. Die da wären, die beiden „Have you heard“-Parts, sowie das beste Stück auf dem Album, das instrumentale „The voyage“. Klasse instrumentiert, mal mit einem ganzen Orchester, mal deutlich zurückhaltender nur mit dem Piano. Sicherlich einer der besten Songs, die “The Moody Blues“ jemals geschrieben haben.

Blieben noch die neun Bonustracks, bei denen es sich um alternative Versionen, Outtakes oder um BBC-Radio-Sessions handelt. Nichts Neues also, aber als Alternative zu den regulären Stücken eine ganz nette Zugabe.

Fazit: Ein überaus gelungenes Album ist den Moody Blues mit „On a threshold of a dream” gelungen. Neben einigen Höhepunkten gibt es keine Stücke, die wirklich stark abfallen. Alles klingt wie aus einem Guss und wenn man, die manchmal auch pompöse Popmusik der Endsechziger mag, dann wird man an diesem Album hier sicherlich auch Gefallen finden. Mir gefällt es ganz gut und ich gebe diesem Werk neun Punkte.

Anspieltipps: Dear Diary, The Voyage