Samstag, 25. November 2017

PJ Harvey – Rid Of Me




PJ Harvey – Rid Of Me


Besetzung:

PJ Harvey – guitar, vocals, cello, violin, organ


Gastmusiker:

Rob Ellis – drums, percussion, vocals
Steve Vaughan – bass


Label: Island Records


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Alternative Rock, Independent Rock, Punk


Trackliste:

1. Rid Of Me (4:29)
2. Missed (4:25)
3. Legs (3:40)
4. Rub 'til It Bleeds (5:03)
5. Hook (3:57)
6. Man-Size Sextet (2:19)
7. Highway 61 Revisited (2:57)
8. 50ft Queenie (2:23)
9. Yuri-G (3:28)
10. Man-Size (3:16)
11. Dry (3:23)
12. Me-Jane (2:42)
13. Snake (1:36)
14. Ecstasy (4:27)

Gesamtspieldauer: 48:12




„Rid Of Me“ heißt das zweite Album der englischen Musikerin Polly Jean Harvey, besser bekannt unter ihrem Vornamenkürzel PJ Harvey. Das Album erschien am 4. Mai des Jahres 1993 auf dem Plattenlabel Island Records. Eingespielt wurde es von dem Trio mit PJ Harvey an der Gitarre, Cello, Violine und Orgel, Rob Ellis am Schlagzeug sowie Steve Vaughan am Bass. Ende des Jahres trennten sich dann die Wege der Musiker, die auch schon das Debut-Album „Dry“ ein Jahr zuvor eingespielt hatten. Mit der Nummer „Highway 61 Revisited“ befindet sich eine Cover-Version eines Bob Dylan Stückes auf dem Album, die restlichen Stücke schrieb Polly Jean Harvey selbst.

„Rid Of Me“ klingt ungeschliffen und zum Teil richtiggehend aggressiv. Immer wieder siedelt sich die Musik im Bereich des Punks an, klingt an anderer Stelle sehr schräg und verschroben, fast schon avantgardistisch. Dann gibt es allerdings auch jene Lieder und Abschnitte, die sehr viel eher dem Alternative oder Independent Rock zugerechnet werden können. Die musikalische Bandbreite ist groß auf „Rid Of Me“. Vielleicht ist das auch der Grund, warum das Rolling Stone Magazin die Platte auf Platz 406 der besten Alben aller Zeiten eingruppierte. Das wiederum scheint reichlich übertrieben, denn auch wenn auf der Scheibe beim Hören keine Langeweile aufkommt, so fehlt es zum einen an Liedern, die einen wirklich mitreißen können, andererseits erfindet Polly Jean Harvey mit „Rid Of Me“ auch die Musik nicht neu – auch nicht in Ansätzen. Diese Mischung aus Rock und Punk klingt hart und rau, jedoch keineswegs innovativ oder stilprägend.

Doch die Kritiker feierten das Album aufgrund seiner „dunklen Aggressivität“ und der Ungewöhnlichkeit der Musik. „Rid Of Me“ platzierte sich auch in den britischen Album-Charts und kletterte dort immerhin bis auf Platz 3. Das Lied „50ft Queenie“ wurde als Single ausgekoppelt und schaffte es ebenfalls, sich unter die Top 30 zu platzieren. Trotzdem fehlt mir auf dem Album das Besondere. Ins Ohr gehen will es irgendwie nicht. Ein Lied, welches sich festzusetzen versteht, gibt es ebenfalls nicht. Höhepunkte stellen für mich die drei Titel „Rid Of Me“, „Missed“ sowie „Me-Jane“ dar, die zumindest ein wenig einen Wiedererkennungswert aufweisen. Vor allen Dingen das Lied „Missed“ geht ganz gut ins Ohr, stellt allerdings leider eher eine Ausnahme dar. Die Texte haben es allerdings ziemlich ins sich. Viel dreht sich hier um das Thema Sex. Dieses wird zum Teil wahrlich mit Humor, auch mit schwarzem, aufgearbeitet. Da lohnt es sich genauer zuzuhören.

Fazit: Eine Mischung aus Rock und Punk serviert PJ Harvey auf „Rid Of Me“ ihren Hörerinnen und Hörern. Zumeist klingt das aggressiv, manchmal auch schrill, selten eingängig oder melodiös. Die musikalische Bandbreite ist allerdings trotzdem gegeben, langweilig hört sich PJ Harvey auf „Rid Of Me“ keineswegs an. Keine Musik zum Kuscheln, sehr viel eher, um sich seinen Stress und Ärger von der Seele zu schreien. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Rid Of Me, Missed, Me-Jane



Freitag, 24. November 2017

Elton John – The One




Elton John – The One


Besetzung:

Elton John – keyboards, vocals


Gastmusiker:

Davey Johnstone – guitar (2-5, 7-9, 11), backing vocals (7, 9)
David Gilmour – guitar on "Understanding Women"
Olle Romo – drums, percussion, drum programming
Pino Palladino – bass guitar (1-8, 10, 11)
Mark Taylor – keyboards (1-3, 6, 7)
Guy Babylon – keyboards and programming (2-5, 7-11)
Adam Seymour – guitar (1, 2, 6, 7)
Eric Clapton – guitar and vocals on "Runaway Train"
Nigel Olsson – backing vocals (7, 9)
Kiki Dee – backing vocals (7, 9, 10)
Jonice Jamison – backing vocals (4)
Carole Fredericks – backing vocals (4)
Beckie Bell – backing vocals (4)


Label: Phonogram


Erscheinungsdatum: 1992


Stil: Pop


Trackliste:

1. Simple Life (6:26)
2. The One (5:53)
3. Sweat It Out (6:38)
4. Runaway Train (5:23)
5. Whitewash County (5:30)
6. The North (5:15)
7. When A Woman Doesn't Want You (4:55)
8. Emily (4:58)
9. On Dark Street (4:43)
10. Understanding Women (5:03)
11. The Last Song (3:20)

Gesamtspieldauer: 58:07



„The One“ ist bereits das 23. Studioalbum des englischen Musikers Elton John. Es war Elton Johns erste Veröffentlichung nach seinem Drogenentzug und der Behandlung seiner Bulimie im Jahr 1990. Veröffentlicht wurde „The One” am 22. Juni des Jahres 1992 auf dem Plattenlabel Phonogram. Das Cover-Konzept entwarf Gianni Versace für Elton John und „The One” ist Vance Buck gewidmet. Vance Buck war ein naher Freund und ehemaliger Liebhaber von Elton John, der nur wenige Tage nach der Veröffentlichung, am 6. Juli 1992, an den Folgen seiner AIDS-Erkrankung verstarb.

Das Album kletterte im Vereinigten Königreich bis auf Platz 2 der Charts, erreichte die Spitze dieser unter anderem in Deutschland, Italien und Frankreich, kletterte bis auf Platz 8 der US Billboard Charts und verkaufte sich allein in den USA über zwei Millionen Mal. Einige bekannte Musiker sind auf „The One“ neben Elton John zu hören. Beim Lied „Runaway Train“ singt Eric Clapton ein Duett mit Elton John und spielt hier auch die Gitarrenparts ein. David Gilmour hört man ebenfalls an der Gitarre auf dem Titel „Understanding Women“. Zudem hat Kiki Dee auf dem Album mehrere Auftritte, die mit Elton John in den 70ern den Hit „Don't Go Breaking My Heart” hatte. Bei einigen Titeln singt sie im Hintergrundchor mit.

„The One“ ist ein Pop-Album geworden, welches keine großartigen Höhepunkte aufweist. Titel, die man sofort mit Elton John in Verbindung bringen würde, fehlen hier. Man hört auf „The One“ mehr oder weniger melodiöse Pop-Stückchen, die ab und an auch funky klingen. Leider tröpfelt die Scheibe beim Hören ein wenig durch, man wundert sich zunächst über die Stille, die Eintritt, nachdem die Musik des Albums verklungen ist. Er jetzt wird man gewahr, dass das Album vorbei ist. Somit gab es keinen Anlass, zwischenzeitlich aufzuhorchen, gespannter zuzuhören.

In meinen Ohren langweilt die Musik eher, als dass sie unterhalten würde. Von daher ist es auch gar nicht einfach, hier Höhepunkte herauszuheben, die sich wahrlich lohnen gehört zu werden. Nun, am ehesten erwähnenswert sich vielleicht noch das Titellied „The One“ und das Duett mit Eric Clapton, „Runaway Train“. Beides jedoch ebenfalls keine wirklichen Hits. Ansonsten läuft das Album durch, klingt manchmal sogar ein wenig „überzuckert“ und hinterlässt nichts.

Fazit: Unaufgeregten, unspektakulären und manchmal auch leider langweiligen Pop gibt es auf „The One“ von Elton John zu hören. In den Kompositionen des Elton John finden sich einige Ohrwürmer, diese sucht man auf dieser Veröffentlichung allerdings vergebens. Hörerinnen und Hörer, die auf Pop stehen und vor allen Dingen die Stimme des Elton John mögen, dürften an dieser Scheibe allerdings durchaus ihre Freude haben. In meinem Fall gibt es deutlich bessere Musik, mit der ich meine Zeit verbringen kann. Geschmackssache eben. Fünf Punkte.

Anspieltipps: The One, Runaway Train



Donnerstag, 23. November 2017

James Blunt – Moon Landing




James Blunt – Moon Landing


Besetzung:

James Blunt – lead vocals, guitars, piano, moog, ukulele, pizzicato strings, organ


Gastmusiker:

Sasha Krivstov – bass
Charlie Paxson – 2nd verse hi-hats
John Nau – memory man, keyboards, hammond organ
Matt Chait – guitars, bass
Tom Rothrock – guitars, keyboards
Karl Brazil – drums, marching drums
Ryan Tedder – guitars, piano, accordion, organ, drums
Ilya Toshinsky – mandolin, bouzouki
James Bryan – guitars
Glen Scott – keyboards, wurlitzer, backing vocals
Martin Terefe – bass, backing vocals
Mike Armstrong – strings and orchestra
Steve Mac – strings, chorus piano, keyboards, orchestra
Gia Ciambotti – backing vocals
Paul Gendler – guitars
John Garrison – celeste, guitar
Neil Conti – drums


Label: Atlantic Records


Erscheinungsdatum: 2013


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Face The Sun (4:01)
2. Satellites (3:12)
3. Bonfire Heart (3:59)
4. Heart To Heart (3:30)
5. Miss America (3:05)
6. The Only One (3:43)
7. Sun On Sunday (3:18)
8. Bones (2:51)
9. Always Hate Me (3:38)
10. Postcards (4:49)
11. Blue On Blue (3:50)

Gesamtspieldauer: 39:58




Mit „Moon Landing” betitelte der Engländer James Hillier Blount, den meisten wohl eher bekannt unter dem Namen James Blunt, sein viertes Studioalbum. Dieses erschien am 18. Oktober 2013 auf dem Plattenlabel Atlantic Records. Tom Rothrock war erneut der Produzent von „Moon Landing”, wie schon beim überaus erfolgreichen Debut-Album von James Blunt mit dem Titel „Back To Bedlam“ im Jahr 2004.

Auf „Moon Landing” hört man Pop bis Soft Rock, der immer getragen wird durch die sich überaus zerbrechlich anhörende Stimme des James Blunt. Fast alles auf „Moon Landing” wirkt und klingt einmal mehr weich, oft melancholisch und ein klein wenig entrückt. Es sind die sanften Töne, die bei James Blunt im Vordergrund stehen. Nur sehr selten hört man von daher mal eine elektrische Gitarre, die zu rocken versucht. Geschieht dies wirklich, so ist es lediglich eine kurze Episode, nichts von Dauer, nichts Durchgreifendes. Es gibt ganz bestimmt jede Menge Hörer, wohl auch Hörerinnen, denen die Musik des James Blunt ein wenig zu schmalzig klingt. Zu diesem Fazit muss man nicht kommen, kann man aber.

Die elf Lieder auf „Moon Landing“ klingen eingängig und melodiös. Alle. Das Tempo wird, wie bereits angedeutet, nur sehr selten und wenn, lediglich ein klein wenig angezogen, sodass das ganze Album durchaus als Einheit auftritt. Allerdings kann dies auch eine gewisse Langeweile bedingen, da die Abwechslung wahrlich nicht allzu groß geschrieben wird auf „Moon Landing“. Doch die Lieder gehen ins Ohr. Somit werden, auch wenn auf dieser Scheibe keine absoluten Ohrwürmer vertreten sind, gerade Freundinnen und Freunde der harmonischen Töne jede Menge schöne Musik für sich entdecken. Einen oder zwei herausstechende Titel zu benennen, bleibt aufgrund der Einheitlichkeit des Albums allerdings sehr schwierig. Gefällt einem diese Musik, so wird man hier fünf, sechs, sieben, acht, neun Lieder finden, die für einen allesamt die Höhepunkte auf „Moon Landing“ darstellen.

Fazit: Sanfte, melodische und eingängige Musik bekommt man auf dem viertes Studioalbum des James Blunt geboten. Alle, die sanfte und immer harmonische Pop-Musik lieben, werden auch viel Gefallen an dieser Scheibe finden. Rockig klingt es nicht häufig auf „Moon Landing“, dafür umso häufiger lieblich verträumt. Dieser Eindruck wird durch die durchaus einprägsame Stimme des James Blunt noch zusätzlich unterstrichen. Neun Punkte.

Anspieltipps: Bonfire Heart



Mittwoch, 22. November 2017

Hot Chocolate – The Very Best Of Hot Chocolate




Hot Chocolate – The Very Best Of Hot Chocolate


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1987


Stil: Soul, Pop, Disco, Funk


Trackliste:

1. It Started With A Kiss (4:02)
2. So You Win Again (4:31)
3. I Gave You My Heart (Didn't I) (3:42)
4. No Doubt About It (4:29)
5. Brother Louie (4:59)
6. Tears On The Telephone (3:14)
7. Chances (4:03)
8. You Could've Been A Lady (3:40)
9. Every 1's A Winner (4:04)
10. Girl Crazy (3:22)
11. You Sexy Thing (4:04)
12. I'll Put You Together Again (3:52)
13. Are You Getting Enough Happiness (5:52)
14. Emma (3:54)
15. What Kinda Boy You Lookin' For (Girl) (3:48)
16. Heaven Is In The Back Seat Of My Cadillac (5:09)
17. Disco Queen (3:35
18. Heartache No. 9 (3:51)

Gesamtspieldauer: 1:12:41



„The Very Best Of Hot Chocolate“ erschien im Jahr 1987 und enthält alle Hits der britischen Band Hot Chocolate, die in den Jahren 1974 bis 1983 acht Studioalben veröffentlichte. Auf dem Kompilationsalbum hört man eine Mischung aus Disco Musik, Pop, Funk und Soul, die ganz im Stile Ende der 70er Jahre gehalten ist. Einige der Titel wurden seinerzeit auch von den Radiosendern gespielt, was den Bekanntheitsgrad der Band zur damaligen Zeit natürlich immens steigerte.

Die vier bekanntesten Stücke von Hot Chocolate dürften „So You Win Again“, „No Doubt About It“, „Every 1's A Winner” sowie „You Sexy Thing“ sein. Diese sind selbstverständlich auf diesem Kompilationsalbum enthalten. Alle vier Lieder sind Ohrwürmer, auch für Menschen, die mit Disco-Musik zunächst eher weniger anzufangen wissen. Doch die Musik schreckt auch Freunde des Rock nicht unbedingt grundsätzlich ab, denn bei Hot Chocolate hört man auch die elektrische Gitarre, Bass und Schlagzeug. „Handgemachte“ Musik ist das also, die eben nicht nur aus dem Synthesizer kommt, sondern sogar ab und an kürzere rockige Abschnitte aufweist.

Diese rockigen Töne stehen jedoch selbstverständlich nicht im Vordergrund, sondern werden wohl dosiert mit eingestreut. Ansonsten steht die Musik von Hot Chocolate sehr viel mehr für Disco, Funk und Soul. Zumeist klingt das alles sehr fröhlich, enthält einen entsprechenden Beat, der zum Tanzen animieren soll. Natürlich leidet, wie fast immer bei derartiger Musik, der Text unter dem Anspruch der Lieder. Diese sollen lediglich unterhalten sowie tanzbar sein, es geht bei Hot Chocolate nicht um das Versenden von Botschaften. Nicht weiter verwunderlich also, dass sich die Lieder inhaltlich fast nur mit dem weiten Thema der „Liebe“ befassen.

Fazit: Wurde jemand in der damaligen Zeit groß, erlebte Ende der 70er Jahre seine Jugend, so hat sie oder er mit der Zusammenstellung „The Very Best Of Hot Chocolate“ eine schöne Möglichkeit, eine kleine musikalische Zeitreise zu unternehmen und dabei vielleicht in alten Erinnerungen zu schwelgen. Die Musik ist unaufgeregt, tut keinem weh und hat schwerlich das Potential „Lieblingsmusik“ zu sein oder zu werden. Musikalische Unterhaltung der 70er Jahre, die heutzutage wohl so nicht mehr funktionieren würde. Sechs Punkte.

Anspieltipps: So You Win Again, No Doubt About It, Every 1's A Winner, You Sexy Thing



Dienstag, 21. November 2017

Chris de Burgh – The Hands Of Man




Chris de Burgh – The Hands Of Man


Besetzung:

Anastacia – vocals, piano, guitars


Gastmusiker:

Nigel Hopkins – keyboards & orchestral arrangements
Neil Taylor – guitars
Phil Palmer – guitars
Ed Poole – bass guitar
Geoff Dugmore – drums
Jakko Jakszyk – backing vocals
Ffion Wilkins – backing vocals
Mark White – trumpet
Jay Craig – clarinet
Geoffrey Richardson – tenor banjo, violins & viola


Label: Rockware


Erscheinungsdatum: 2014


Stil: Pop


Trackliste:

Sunrise:

1. The Hands Of Man (4:45)
2. There Goes My Heart Again (3:23)
3. Big City Sundays (3:25)
4. Where Would I Be? (4:00)
5. The Ghost Of Old King Richard (2:54)
6. The Candlestick (3:41)
7. Through These Eyes (3:02)
8. The Keeper Of The Keys (4:54)

9. Meridiem (2:08)

Sunset:

10. Letting Go (3:18)
11. When The Dream Is Over (3:35)
12. Empty Rooms (3:36)
13. The Bridge (4:20)
14. The Fields Of Agincourt (5:04)
     The Call Of Arms
     The Battle Joined
     Victory
15. One More Goodbye (3:16)

Gesamtspieldauer: 55:27



„The Hands Of Man“ heißt das zwölfte Studioalbum des irischen Musikers Chris de Burgh. Es erschien am 20. Oktober 2014 auf dem Plattenlabel Rockware. In Deutschland kletterte die Scheibe immerhin bis auf Platz 8 der Charts, im Vereinigten Königreich erreichte das Album jedoch lediglich Platz Nummer 71. Auf „The Hands Of Man“ hört man Pop-Musik, die allerdings stilistisch einen Schritt zurück in die musikalische Anfangszeit des Chris de Burgh bedeutet, was durchaus positiv hervorzuheben ist. Die kommerzielle Anbiederei fehlt auf diesem Album.

Den Titel des „irischen Weichspülers“ erhält Chris de Burgh mit „The Hands Of Man“ allerdings einmal mehr zu Recht. Rockig klingt auf diesem Album so gut wie nichts mehr. Alles ist mit musikalischen Weichzeichnern versehen, die hier in Form von vielen, vielen Streichern und weiteren Orchesterinstrumenten auftreten. Zum Teil wurde dabei auf der Platte leider deutlich zu tief in die Kiste mit der Aufschrift „sanfte Harmonie“ gegriffen. Der sehnsüchtige, sanfte, mitunter auch mal etwas zu weiche Gesang des Chris de Burgh trägt in Verbindung mit so manchem Text noch weiter zu diesem Bild bei.

Allerdings gibt es auch die schönen Momente auf „The Hands Of Man“. Die mittelalterlichen inhaltlichen Themen wurden erneut, wie schon auf den ganzen frühen Alben des Iren, aufgegriffen und sehr schön musikalisch umgesetzt, ohne daraus Mittelaltermusik zu machen. In diesem Fällen, wie beim eingängigen, melodischen und spannenden „The Ghost Of Old King Richard“, ist das wunderbar gelungen. Ein Lied, welches fast etwas nach Folk klingt. „Meridiem” ist dagegen ein kurzes Instrumentalstück, das einzige dieser Art auf der Platte. Eine sehr schöne und sanfte Piano-Nummer, garniert mit einigen Harfen- und Oboen-Klängen. Dass man diese Mittelalterschiene auch ein wenig überspitzen kann, zeigt Chris de Burgh mit dem Titel „The Fields Of Agincourt“. Zu martialisch, zu viel Orchester. „Empty Rooms“, ebenfalls mit Orchester eingespielt, ist dagegen so zuckersüß und eingängig gehalten, dass man sich als Mann fast schämt, zuzuhören. Schön klingt es dabei allerdings trotzdem. Das Weihnachtslied „When The Dream Is Over“ hätte dann aber wirklich nicht mehr sein müssen.

Fazit: Sehr sanft und weich ist das zwölfte Studioalbum des Chris de Burgh geraten. Praktisch jeder der fünfzehn Titel ist melodiös und eingängig. Manchmal ist ein Lied jedoch derart eingängig und fast schon zuckersüß geraten, dass es sich an der Grenze zum Kitsch entlanghangelt, diese sogar mal überschreitet. Die rein poppigen Nummern fehlen fast vollständig auf „The Hands Of Man“. Das wiederum wird den Hörerinnen und Hörern der Musik von Chris de Burgh ab den späten 80er Jahren weniger gefallen. Jenen Fans der ersten Alben des Iren dafür umso mehr. Acht Punkte.

Anspieltipps: The Ghost Of Old King Richard, Meridiem, Empty Rooms



Montag, 20. November 2017

Anastacia – Not That Kind




Anastacia – Not That Kind


Besetzung:

Anastacia – vocals, background vocals


Gastmusiker:

Eric Kupper – guitars, keyboards
Chris Goercke – guitar solo
Richie Jones – drums, drums & percussion programming
Bebe Winans – background vocals
Louis Biancaniello – keyboards, drums
Sam Watters – background vocals, drums
Vernon Black – guitars
Rob Bailey – guitars
Gary Haase – bass
Steve Wolfe – drums
Audrey Wheeler – background vocals
Craig Derry – background vocals
Ann Leathers – violin
Belinda Whitney-Barratt – violin
Joel Pitchon – violin
Regis Iandiorio – violin
Shirien Taylor – violin
Carl Sturken – many instruments
Evan Rogers – background vocals
Katreese Bartnes – background vocals
Valerie Pinkston – background vocals
Cindy Mizelle – background vocals
Kevin Owens – background vocals
Russ DeSalvo – keyboards
Leon Pendarvis – piano
Loris Holland – hammond b3 organ
Nicky Richards – background vocals
Keith Flutt – background vocals
Rob Matthes – background vocals
Chris Camozzi – guitars
Chiel Minucci – guitars
Tom Barney – bass
Bashiri Johnson – percussion
Audrey Matells – background vocals
Barbara Laurie – background vocals
Angela Brusegar – background vocals
Charlotte Gibson – background vocals
Dennis Johnson – turntable scratches
Carl Potts – guitars
Rayford Griffin – drums
Paul Jackson Jr. – guitars
Herman Jackson III – acoustic & electric pianos
Ricky Lawson – drums
Luis Conte – percussion
Rickey Minor – bass
Diane Louie – keyboards & programming
Lynn Davis – background vocals
Valerie Pinkston – background vocals
Lynne Fiddmont-Linsey – background vocals
John “Noodle” Nevin – bass
Kevin Cloud – drums


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 2000


Stil: Soul, Pop, Disco, Funk, R&B


Trackliste:

1. Not That Kind (3:20)
2. I'm Outta Love (4:03)
3. Cowboys & Kisses (4:41)
4. Who's Gonna Stop The Rain (5:00)
5. Love Is Alive (4:06)
6. I Ask Of You (4:27)
7. Wishing Well (3:58)
8. Made For Lovin' You (3:36)
9. Black Roses (3:37)
10. Yo Trippin' (3:35)
11. One More Chance (4:39)
12. Same Old Story (5:32)

Gesamtspieldauer: 50:39




„Not That Kind“ heißt das erste Studioalbum der US-Amerikanerin Anastacia Lyn Newkirk. Veröffentlicht wurde das Album am 16. Juni des Jahres 2000 und erschien auf dem Plattenlabel Sony Music. In den USA war das Debut der Anastacia wenig erfolgreich, landete dort lediglich auf Platz 168 der US-amerikanischen Billboard 200 Charts. Umso besser lief es für Anastacia in Europa und Australien. In Deutschland kletterte das Album immerhin bis auf Platz 2 der Charts und schon im Mai 2002 waren von „Not That Kind“ weltweit über sieben Millionen Kopien verkauft worden.

Auf „Not That Kind“ hört man hauptsächlich Soul, der vermischt mit etwas Pop, Disco, Funk und R&B das Gesamthörerlebnis ergibt. Im Zentrum der Musik steht dabei freilich die Stimme der Anastacia, die man liebt oder nur sehr wenig damit anfangen kann. Die einzelnen Titel des Albums klingen wenig einheitlich, was vielleicht dem Umstand zu „verdanken“ ist, dass fast alle Stücke in unterschiedlicher Besetzung eingespielt wurden. Es gibt jede Menge „Aaahs“ und „Ooohs“ neben ganz vielen „Yeahs“ zu hören. Gefühl soll damit transportiert werden, ganz viel Gefühl – allerdings funktioniert dies nur wenig.

Obwohl die einzelnen Titel durchaus uneinheitlich klingen, so ist die Überschrift des „weißen Soul“ doch allgegenwärtig. Lieblingslieder findet man hier nur, wenn man sich in dieser Art der Musik auch Zuhause fühlt. Mich spricht dabei noch am ehesten die Nummer „Who's Gonna Stop The Rain“ an, da sie zumindest ein klein wenig ins Ohr geht, was ich beim ganzen Rest des Albums nicht zu spüren vermag. Vor allen Dingen muss man eben die durchaus nicht alltägliche Stimme der Anastacia mögen. Hat man damit Probleme, packt einen die Musik überhaupt nicht mehr.

Fazit: Das Debutalbum der Anastacia mit dem Titel „Not That Kind“, ist trotz der einheitlichen Ausrichtung auf den Soul, trotzdem ein relativ uneinheitliches Gesamtwerk geworden. Die Stimme der US-Amerikanerin hält die Scheibe zusammen, die sicherlich in vielerlei Hinsicht gewöhnungsbedürftig ist. Als Freund der Rock Musik wird man es mit „Not That Kind“ schwer haben, ins Ohr geht hier nur sehr wenig. Zwei Punkte.

Anspieltipps: Who's Gonna Stop The Rain



Sonntag, 19. November 2017

Billy Joel – River Of Dreams




Billy Joel – River Of Dreams


Besetzung:

Billy Joel – lead vocals, clavinet (1, 4), hammond organ (1, 4, 6, 8, 10), background vocals (2), piano (2, 6-10), organ (2, 9), synthesizer (3, 8), keyboards (5)

Gastmusiker:

Zachary Alford – drums (1, 2, 3, 4, 6, 8)
Phillip Ballou – choir vocals (6)
Katreese Barnes – choir vocals (6)
Tommy Byrnes – guitar (1, 3, 5, 6)
Richie Cannata – tenor sax (4)
Dennis Collins – choir vocals (6)
Schuyler Deale – bass (5)
Lewis Del Gatto – orchestra manager (2, 6-8)
Liberty DeVitto – drums (5)
Will Downing – choir vocals (6)
Laurence Etkin – trumpet (4)
Frank Floyd – choir vocals (6)
Wrecia Ford – background vocals (6, 8)
Diane Garisto – choir vocals (6)
Arno Hecht – baritone sax (4)
Lonnie Hillyer – bass (3, 8)
Jeff Jacobs – synthesizer (2), additional programming (8)
Stephanie James – choir vocals (6)
Color Me Badd – backing vocals on “All About Soul”
Devora Johnson – choir vocals (6)
Jeff Lee Johnson – bass (8)
Steve Jordan – drums (9, 10)
Curtis Rance King, Jr. – choir conductor and contractor (6)
Danny Kortchmar – guitar (1-4, 6, 8-10)
Andy Kravitz – percussion (8)
Osvaldo Melindez – trombone (4)
Ira Newborn – orchestration (2, 6-8)
Jim Saporito – percussion (2)
Marlon Saunders – choir vocals (6), background vocals (6, 8)
Frank Simms – background vocals (1, 2, 8)
George Simms – background vocals (1, 2, 8)
Corliss Stafford – choir vocals (6)
T.M. Stevens – bass (1, 2, 4, 6, 9, 10)
Crystal Taliefero – vocal arrangement (6, 8), background vocals (6, 8)
Chuck Treece – bass (8)
Mike Tyler – guitar (8)
Leslie West – guitar (1, 2, 4)
Brenda White-King – choir vocals (6)
B. David Witworth – background vocals (6, 8)


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. No Man’s Land (4:48)
2. The Great Wall of China (5:47)
3. Blonde Over Blue (4:55)
4. A Minor Variation (5:36)
5. Shades Of Grey (4:11)
6. All About Soul (6:01)
7. Lullabye (Goodnight, My Angel) (3:34)
8. The River Of Dreams (4:07)
9. Two Thousand Years (5:20)
10. Famous Last Words (4:54)

Gesamtspieldauer: 49:17



„River Of Dreams” heißt das zwölfte und gleichzeitig auch letzte Studioalbum des US-Amerikaners Billy Joel. Es erschein am 10. August des Jahres 1993 auf dem Plattenlabel Columbia Records. Ganz stimmt diese Aussage jedoch nicht, denn im Jahr 2001 veröffentlichte Billy Joel noch ein Album unter dem Titel „Fantasies & Delusions“, bei dem es sich allerdings um klassische Kompositionen handelte, die er zudem auch nicht mehr selbst einspielte. Auf „River Of Dreams” hört man relativ unaufgeregte und keineswegs außergewöhnliche Pop-Musik, die zum Teil einen rockigen Einschlag enthält.

Von dem genialen Song-Schreiber Billy Joel, wie er auf seinen ersten Platten zu hören war, war nichts mehr übrig geblieben Anfang der 90er Jahre. Sehr eingängigen und kommerziellen Pop gibt Billy Joel auf „River Of Dreams” vor allen Dingen zum Besten, der zu allermeist allerdings leider auch sehr oberflächlich klingt. Keine Melodien gibt es mehr, in die man eintauchen kann, die zu begeistern verstehen. Stattdessen befinden sich auf „River Of Dreams” zehn handwerklich gut gemachte Pop-Lieder, die jedoch allesamt leider nur noch sehr wenig Spuren hinterlassen. Am eindrucksvollsten ist da fast noch das Plattencover, welches Christie Brinkley, seine damalige Frau malte und vom Rolling Stone Magazine im Jahr 1993 als „The Best Album Cover of the Year“ ausgezeichnet wurde.

Das Titellied „The River Of Dreams“ ist das bekannteste Stück der Platte und kletterte in vielen Ländern bis auf Platz 1 der Charts. Das schönste Lied auf dem Album heißt allerdings „Lullabye (Goodnight, My Angel)“ und ist eine sehr sanfte Nummer, die an die musikalischen Ursprünge des Billy Joel in den 70er Jahren erinnert. Ansonsten gibt es jede Menge Pop-Liedchen zu hören, mal etwas rockiger gestaltet, mal ein wenig weicher im Klang gehalten sind. Im Grunde genommen ist das allerdings alles austauschbar und verfliegt, ohne großartige Spuren zu hinterlassen.

Fazit: Das letzte Pop-Album des Billy Joel ist eines geworden, welches zum einen nicht zu seinen guten Platten gezählt werden kann, zum anderen austauschbar klingt. Zumeist gibt es auf „The River Of Dreams“ seichteren Pop zu hören, der es nicht mehr schafft zu begeistern. Der Piano-Man war ein letztes Mal kommerziell geworden, um danach musikalisch in dieser Richtung zu schweigen. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Lullabye, No Man’s Land



Samstag, 18. November 2017

Various Artists – Aus grauer Städte Mauern Teil 1




Various Artists – Aus grauer Städte Mauern Teil 1


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Bear Family


Erscheinungsdatum: 2014


Stil: Neue Deutsche Welle, Pop


Trackliste:

CD1:

1. Nina Hagen Band – TV-Glotzer (5:16)
2. 1. Futurologischer Congress – Heimatlied (3:11)
3. ZK – Tip Von Twinky (4:17)
4. Malaria! – Laufen (4:28)
5. Deutsch-Amerikanische Freundschaft – Der Räuber Und Der Prinz (3:31)
6. Rheingold – Dreiklangs-Dimensionen (3:42)
7. Frieder Butzmann Mit Sanja – Waschsalon Berlin (3:56)
8. Abwärts – Computerstaat (3:16)
9. Der Plan – Da Vorne Steht 'Ne Ampel (2:33)
10. Freiwillige Selbstkontrolle – Herz Aus Stein (3:28)
11. Andreas Dorau – Der Lachende Papst (1:54)
12. Nichts – Radio (2:25)
13. Morgenrot – Johnny's Traum (3:35)
14. Spider Murphy Gang – Skandal Im Sperrbezirk (3:39)
15. Ideal – Blaue Augen (3:30)
16. Tempo – In My Room (3:24)
17. The Stripes – Tell Me Your Name (3:14)
18. Trio – Halt Mich Fest Ich Werd Verrückt (2:06)
19. Cosa Rosa – Millionenmal (4:55)
20. Extrabreit – Flieger Grüss Mir Die Sonne (2:54)
21. Neonbabies – Tanz Mit Mir (2:38)
22. Interzone – Kinderlied (3:33)
23. Fee – Schweine Im Weltraum (3:57)
24. Fehlfarben – Das Wort Ist Draussen (4:04)
25. Joachim Witt – Goldener Reiter (4:26)


CD2:

1. PVC – Berlin By Night (3:13)
2. Der KFC – Kriminalpogo (2:58)
3. Mythen In Tüten – Liebe Im Funkhaus (3:00)
4. Zatopek – Dispofunk (4:29)
5. Foyer Des Arts – Wissenswertes Über Erlangen (4:44)
6. Die Zimmermänner – Erwin, Das Tanzende Messer (3:07)
7. Palais Schaumburg – Rote Lichter (2:38)
8. Alexander Von Borsig – Hiroshima (4:06)
9. Die X Agenten – Unter Palmen (3:57)
10. Die Crackers – Klassenfahrt Zum Titisee (2:08)
11. Relax – Weil I Di Mog (3:23)
12. Erste Allgemeine Verunsicherung – Ba-Ba-Banküberfall (3:38)
13. Markus – Schön Sind Wir Sowieso (3:02)
14. Giorbino / Eldorado – I! Trifft Die Grapellis (2:53)
15. Die Conditors – Kalt Wie Eis (3:04)
16. Neue Heimat – Ich Bau‘ Dir Ein Schloss (2:39)
17. Die Atlantikschwimmer – Komm Mit Mir (3:24)
18. Die Mimmi‘s – Up‘n Land (3:05)
19. Felix De Luxe – Taxi Nach Paris (3:13)
20. Nena – Nur Geträumt (3:38)
21. Hubert Kah – Rosemarie (3:47)
22. Spliff – Heut‘ Nacht (4:26)
23. Die Krupps – Wahre Arbeit, Wahrer Lohn (5:36)
24. ZeitGeist – Es Lebe Die Lebendigkeit! (3:29)
25. DÖF – Codo (...Düse Im Sauseschritt) (4:26)

Gesamtspieldauer CD1 (1:28:03) und CD2 (1:28:16): 2:56:19




Inzwischen gibt es wahrscheinlich bald die tausendste Zusammenstellung der Musik der Neuen Deutschen Welle. „Aus grauer Städte Mauern“ ist eine weitere dieser zahllosen Veröffentlichungen über diese Musik Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre. Bei dem vorliegenden Doppel-Album handelt es sich um Teil 1 einer vierteiligen Serie, die sicherlich eine der umfassendsten Kompilationen dieser Art darstellt. Auf dem Label Bear Family erschienen diese Scheiben und der erste Teil wurde im Jahr 2014 veröffentlicht. Eine weitere Unterschrift unter dem Titel „Aus grauer Städte Mauern“ lautet „Die Neue Deutsche Welle 1977 – 85“. Dies ist allerdings eine Mogelpackung, denn man hört auf dieser Zusammenstellung durchaus auch andere musikalische Genres. Die Gemeinsamkeit aller Lieder liegt im deutschen Ursprungsland der Musiker.

Neben fünfzig mehr oder weniger überzeugenden Titeln enthält dieses Kompilationsalbum ein sehr umfassendes Booklet mit nicht weniger als 148 Seiten, auf denen man jede Menge Informationen zu den einzelnen Titeln und Bands erhält. Hier haben sich die Herausgeber sehr viel Mühe gegeben. Sehr überraschend ist allerdings, was die Autoren dieser Zusammenstellung unter dem Genre „Neue Deutsche Welle“ verstehen. Bands wie die Spider Murphy Gang, Relax oder die Erste Allgemeine Verunsicherung mit in diesen Topf zu werfen und auf dieser Zusammenstellung mit zu veröffentlichen, zeugt meiner Meinung nach eher von Geschäftssinn, denn von musikalisch fundierter Kenntnis.

Neben einigen weniger bekannten Bands und Stücken sind auch ein paar Chartstürmer der damaligen Zeit mit auf „Aus grauer Städte Mauern Teil 1“ vertreten. Somit eignen sich die beiden Scheiben ganz gut, um sich eine Übersicht über die deutsche Musik der damaligen Zeit zu verschaffen. Auch englische Titel sind hier vertreten, wurden jedoch ebenfalls von deutschen Bands eingespielt und sind wie im Falle von Tempo und dem Stück „In My Room“ eher im Rock beheimatet, als in der Neuen Deutschen Welle. In dieselbe Kategorie fällt das Stück „Berlin By Night“ der Band PVC. Einmal mehr passt hier die Überschrift des Albums nicht mit dem Inhalt zusammen.

Fazit: Interessiert man sich dafür, wie die Musik in Deutschland klang, die zwischen 1977 und 1985 entstand und dabei weder deutscher Schlager noch Volksmusik ist, so erhält man mit dem Kompilationsalbum „Aus grauer Städte Mauern Teil 1“ einen sehr guten Überblick. Neue Deutsche Welle ist das zwar nicht durchgängig, macht aber nichts. Neben sehr unbekannten Liedern und Bands finden sich auch bekanntere Titel. Die Mischung macht es. Für Freunde meist eingängigen Pops sehr geeignet. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Dreiklangs-Dimensionen, Wissenswertes Über Erlangen



Freitag, 17. November 2017

Robbie Williams – Sing When You’re Winning




Robbie Williams – Sing When You’re Winning


Besetzung:

Robbie Williams – vocals, backing vocals


Gastmusiker:

Guy Chambers – keyboards, synthesizer, piano, guitar, backing vocals
Andy Caine – backing vocals
Claire Worrall – backing vocals
Dave Catlin-Birch – backing vocals, bass guitar, electric guitar
Gary Nuttall – backing vocals, banjo 
Steve McEwan – backing vocals, electric guitar
Fil Eisler – bass [reverse], bass guitar
Phil Spalding – bass guitar, twelve-string guitar, guitar
Chris Sharrock – drums
Neil Taylor – electric guitar, acoustic guitar
Andy Duncan – programming [drums and percussion], percussion, drums
Steve Sidwell – trumpet
Alana Duncan – voice 
Steve Power – computer tools, vocoder
Derek Green – backing vocals
Katie Kissoon – backing vocals
Paul Tubbs Williams – backing vocals
Sylvia Mason-James – backing vocals
Tessa Niles – backing vocals
Winston Blissett – bass guitar
Dave Bishop – brass
Neil Sidwell – brass
Steve Sidwell – brass
Crystal Adams – backing vocals
Marielle Herve – backing vocals
Tony Pleeth – loops
Paul Kegg – loops
Richard Boothby – loops
Richard Campbell – loops
Richard Flack – programming [drums]
Jim Brumby – computer tools
Kylie Minogue – vocals
Phil Palmer – acoustic guitar, electric guitar
Melvyn Duffy – steel guitar
André Barreau – backing vocals
Jeremy Stacey – drums
Brad Lang – double bass, bass guitar
Pauline Taylor – backing vocals
Pete Davies – programming [drums]
Alex Dickson – electric guitar, autoharp
Mark Feltham – harmonica
Anthony Pleeth – strings
Robert Smissen – strings
Gavyn Wright – strings
Jackie Shave – strings
Martin Loveday – strings
Patrick Kiernan – strings
Perry Montague-Mason – strings
Peter Lale – strings
Edgar Herzog – clarinet
Bob Lanese – trumpet
Pauline Boeykens – tuba


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 2000


Stil: Pop, Soft Rock


Trackliste:

1. Let Love Be Your Energy (4:59)
2. Better Man (3:22)
3. Rock DJ (4:18)
4. Supreme (4:18)
5. Kids (4:46)
6. If It's Hurting You (4:10)
7. Singing For The Lonely (4:31)
8. Love Calling Earth (4:05)
9. Knutsford City Limits (4:45)
10. Forever Texas (3:37)
11. By All Means Necessary (4:45)
12. The Road To Mandalay (3:54)

Gesamtspieldauer: 51:36 (angegeben: 76:00)




„Sing When You’re Winning” heißt das dritte Studioalbum des Engländers und Ex-Take That Mitglieds Robbie Williams. Veröffentlicht wurde das Album im Jahr 2000 auf dem Plattenlabel EMI. Zu hören gibt es auf „Sing When You’re Winning” eine Mischung aus Pop und Soft Rock, zumeist sehr eingängig und melodiös gehalten, ohne dabei zu oft wirklich überzeugen zu können.

Nach interessantem Brit Pop klingt auf dieser Scheibe nur wenig. Allzu oft hören sich die Lieder eher etwas langweilig denn packend an. Trotzdem verkaufte sich das Album gut, vor allen Dingen in England, wo sie zur bestverkauften Platte des Jahres 2000 wurde. Vor allen Dingen die langsameren Stücke sind es, die sich deutlich interessanter und packender anhören, als die tanzbaren, fast schon anbiedernden, flotteren Lieder. Sicherlich bleibt dabei festzuhalten, dass man auf „Sing When You’re Winning” keine Musik zum Weglaufen vorgesetzt bekommt. Jedoch handelt es sich dabei um mehr oder weniger einfachen Pop, der zum einen Ohr hineineingeht, um sich aus dem anderen Ohr schnell wieder zu verabschieden.

Die Höhepunkte der Scheibe sind die beiden langsamen Stücke „If It's Hurting You“ und „The Road To Mandalay“. Gerade letzter Titel wertet die gesamte Platte sehr auf, ist melodiös und eingängig, ein Ohrwurm. Dagegen nervt das aufgesetzt klingende Duett mit der Australierin Kylie Minogue „Kids“ fast schon ein wenig. Auch solch soulige Nummern wie „Love Calling Earth“ erfordern eine hohe Toleranzschwelle bei der Hörerin wie beim Hörer. Genauso schmalzig wie der Titel und der Text, so klingt auch die Musik unfassbar glitschig. Zu guter Letzt durfte natürlich auch eine Unsitte nicht fehlen, die um die Jahrtausendwende auf mancher CD zu hören war. Um das Album künstlich zu verlängern, wurde der letzte Titel mittels Stille von einer Laufzeit von 3:54 auf eine Dauer von über 28 Minuten verlängert. Dann hört man Robbie Williams sagen: „No, I'm not doing one on this album.“ Dies wohl, um auf den jetzt fehlenden Hidden Track hinzuweisen. Lustig geht anders.

Fazit: War Robbie Williams bei Take That noch ein Teenie Idol, so ist er auf seinen Solo-Platten durchaus musikalisch gereift. Trotzdem bleibt die Musik des Engländers, der die Titel zusammen mit Guy Chambers schrieb, auf seinem dritten Solo-Album „Sing When You’re Winning” sehr unspektakulärer Pop, der auch nach vielen Durchläufen nicht überzeugen kann und oberflächlich bleibt. Wenige Ausnahmen gibt es, doch auch diese machen die Platte noch nicht zu einem guten Album. Sechs Punkte.

Anspieltipps: If It's Hurting You, The Road To Mandalay



Donnerstag, 16. November 2017

Herbert Grönemeyer – Mensch




Herbert Grönemeyer – Mensch


Besetzung:

Herbert Grönemeyer


Gastmusiker:

Armin Rühl
Norbert Hamm
Jakob Hansonis
Stephan Zobeley
Alfred Kritzer
Alex Silva
Jimmy Hogarth
Dave Raigner
Dodo Nkishi
Dom Bouffard
Henning Rümenapp
Marie Grönemeyer


Label: Grönland Records


Erscheinungsdatum: 2002


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Mensch (4:28)
2. Neuland (3:43)
3. Der Weg (4:18)
4. Viertel Vor (4:23)
5. Lache, Wenn Es Nicht Zum Weinen Reicht (4:42)
6. Unbewohnt (5:04)
7. Dort Und Hier (2:33)
8. Blick Zurück (5:54)
9. Kein Pokal (4:32)
10. Zum Meer (5:45)

Bonus Track:

11. Demo (Letzter Tag) (3:26), ab 17:30 Hidden Track (3:12): (20:40)

Gesamtspieldauer: 45:26 (+ Demo (Letzter Tag) (3:26,) + Hidden Track (3:12))



„Mensch“ nannte der Musiker und Schauspieler Herbert Grönemeyer sein elftes Studioalbum. Dieses erschien im August des Jahres 2002 auf dem Plattenlabel Grönland Records. „Mensch“ ist nicht nur das erfolgreichste Album des Herbert Grönemeyer, es ist mit über drei Millionen verkauften Kopien auch das bestverkaufte Musikalbum in Deutschland überhaupt.

Vier Jahre nach dem Vorgängeralbum „Bleibt Alles Anders“ klingt „Mensch“ an vielen Stellen traurig und melancholisch, was nicht weiter verwundert, da Herbert Grönemeyer nach dem letzten Album persönliche Schicksalsschläge zu verkraften und verarbeiten hatte. Sein Bruder und seine Frau waren innerhalb kürzester Zeit verstorben. Viele der Lieder sind ruhig und nachdenklich gehalten, die Texte transportieren diese Stimmung ebenso, was aufgrund der Hintergründe nicht weiter verwunderlich ist.

Der Titel „Demo (Letzter Tag)“ wurde einen Tag, bevor das Album endgültig fertiggestellt wurde, aufgenommen. Dieses Stück ist allerdings nicht über zwanzig Minuten lang, sondern es folgt nach etwa dreieinhalb Minuten eine lange Phase der Stille, die nach knapp einer Viertelstunde schließlich durch einen sogenannten „Hidden Track“ beendet wird. Nun hört man Herbert Grönemeyers Sohn Felix ein nicht sehr hörenswertes Lied auf Englisch einsingen. Höhepunkte der Scheibe sind diese nachdenklichen und sogar traurigen Lieder. Zu nennen wäre da die erfolgreiche Singleauskopplung und gleichzeitig das Titellied „Mensch“, das überaus intensive Stück „Der Weg“ und schließlich jenes, bereits erwähnte Schlusslied „Demo (Letzter Tag)“.

Fazit: Ein sehr nachdenkliches Album ist die elfte Studioplatte des Herbert Grönemeyer geworden. Persönliche Schicksalsschläge werden hier wohl mit verarbeitet und das hört man auch an verschiedenen Stellen der Platte. Nicht alles auf „Mensch“, der erfolgreichsten musikalischen Veröffentlichung in Deutschland überhaupt, kann restlos überzeugen. Es sind eher die sanften und nachdenklichen Töne, die auf dem Album am Gelungensten klingen. Acht Punkte.

Anspieltipps: Mensch, Der Weg, Demo (Letzter Tag)