Dienstag, 30. Mai 2017

The Who – The Who




The Who – The Who


Besetzung:

Roger Daltrey – lead vocals, trombone and bass drum
John Entwistle – bass guitar, french horn, trumpet, keyboards, lead vocals, backing vocals
Pete Townshend – lead and rhythm guitars, penny-whistle, keyboards, vocals
Keith Moon – drums, percussion, tuba, vocals


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1966


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. Run Run Run (2:41)
2. Heatwave (1:50)
3. In The City (2:20)
4. Boris The Spider (2:26)
5. I Need You (2:19)
6. Circles (2:27)
7. Don't Look Away (2:48)
8. You See My Way (1:50)
9. Whiskey Man (2:53)
10. Cobwebs And Strange (2:27)
11. Disguises (3:18)
13. I'm A Boy (2:35)

Gesamtspieldauer: 29:54



„The Who“ von The Who ist nicht die erste Platte der britischen Band, wie man vielleicht meinen könnte, es ist überhaupt keine der „regulären“ Alben der Band. Doch auch das stimmt nicht so ganz, denn die Scheibe ist eine alternative Version des Albums „A Quick One“, welches ebenfalls im Jahr 1966 veröffentlicht worden war. Doch diese hier vorliegende Ausgabe war wohl für den deutschen und den australischen Markt gedacht. Eine Platte mit denselben Liedern, nur in anderer Reihenfolge, wurde in Japan unter dem Titel, „I’m A Boy“ veröffentlicht.

Zu „A Quick One“ unterscheidet sich „The Who“ insofern, dass die sich dort befindlichen letzten beiden Titel, „So Sad About Us“ und „A Quick One, While He's Away“, hier fehlen. Dafür enthält „The Who“ die Lieder „Circles“, „Disguises“ sowie „I'm A Boy“, die wiederum auf „A Quick One“ nicht vorhanden sind. Musikalisch gesehen gilt ansonsten hier, was auch für „A Quick One“ gilt: Nie wieder wurde das Songwriting bei The Who auf so vielen Schultern verteilt, alle vier Musiker haben sich hier kompositorisch eingebracht. Der Titel „Heatwave“, der hier entgegen anderen Veröffentlichungen zusammengeschrieben wird, ist dagegen eine Cover-Version – die einzige des Albums.

„The Who“ ist mit nicht mal 30 Minuten Spieldauer sehr kurz geraten, genau wie die zwölf darauf enthaltenen Lieder, die nur in einem Fall die Dreiminutengrenze überschreiten. Zu hören ist auf dem Album ziemlich unaufgeregter 60ies Pop, der nur bei dem Titel „Boris The Spider“, aufgrund von Keith Moons Refrain-Gesang, besonders auffällt und mit der von Keith Moon komponierten Nummer „I Need You“ seinen melodischen Höhepunkt besitzt.

Fazit: „The Who“ von The Who ist wirklich nur was für Komplettisten, die alles von „ihrer“ Band besitzen möchten. Die Musik auf dem Album klingt für heutige Ohren bereits etwas überholt, ihren musikalischen Höhepunkt sollte die Band erst einige Jahre später haben. Wer The Who Fan ist und die Platte „A Quick One“ bereits besitzt, die oder der braucht diese Ausgabe hier ganz bestimmt nicht mehr. Acht Punkte.

Anspieltipps: I Need You



Montag, 29. Mai 2017

Red Hot Chili Peppers – Greatest Videos (DVD)




Red Hot Chili Peppers – Greatest Videos (DVD)


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Warner Brothers Records


Erscheinungsdatum: 2003


Stil: Rock


Trackliste:

1. Higher Ground
2. Suck My Kiss
3. Give It Away
4. Under The Bridge
5. Soul To Squeeze
6. Aeroplane
7. My Friends
8. Around The World
9. Scar Tissue
10. Otherside
11. Californication
12. Road Trippin'
13. By The Way
14. The Zephyr Song
15. Can't Stop
16. Universally Speaking

Sowie diverse Features

Gesamtspieldauer: ~162 Minuten




Im Jahr 2003 wurde die DVD „Greatest Videos“ mit den Videos der Red Hot Chili Peppers auf Warner Brothers Records veröffentlicht. Wie immer bei einer noch aktiven Band, kann solch eine Veröffentlichung immer nur eine Bestandsaufnahme des damaligen Ist-Zustandes sein, womit der Titel „Greatest Videos“ unter Umständen nicht mehr der Realität entspricht.

Nun, auf „Greatest Videos“ erhält man immerhin einen sehr schönen Überblick über die Video-Hits der Red Hot Chili Peppers bis zu diesem Zeitpunkt. Nicht alle Videos sind dabei wirklich sehenswert, bei manchen trifft dies allerdings sehr zu. Natürlich sollte man jedoch etwas mit der Musik der Band anzufangen wissen, sonst wird das Ganze sicherlich nicht ganz so einfach. Die Hits der Band bis zu diesem Zeitpunkt sind vorhanden, nicht alles kann davon musikalisch überzeugen, künstlerisch mit einem Video gelingt dies auch nicht immer. Trotzdem sind hier auch sehr gelungene Videos vorhanden, interessant und witzig umgesetzt.

Dazu gibt es zu vielen Videos noch Informationen in Form von Kommentaren zur Entstehung der kurzen Musikfilme durch die Regisseure, Schauspieler oder Bandmitglieder. Zu manchen Videos gibt es auch noch die Rubrik „Behind The Scenes“, in denen die Entstehung des jeweiligen Videos genauer erklärt wird. Und schließlich kann man sich über den Ordner „Extra Features“ noch kurze Dokumentationen sowie Live Auftritte der Red Hot Chili Peppers ansehen. Diese Zugaben machen die DVD noch ein wenig „runder“.

Fazit: Für Fans der Red Hot Chili Peppers ist diese Zusammenstellung mit Sicherheit eine schöne und auch interessante Investition. Es gibt die Videos der Band zu sehen, zahlreiche Erklärungen und allerhand weitere Informationen über die Red Hot Chili Peppers können hier erfahren werden. Und wer des Englischen nicht so mächtig ist, die oder der muss sich auch nicht grämen. Alles kann in diversen Sprachen, natürlich auch in Deutsch, untertitelt werden. So eine DVD schaut man sich natürlich nicht regelmäßig an, interessant ist sie dann allerdings schon. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Calfornication, Road Trippin', By The Way



Sonntag, 28. Mai 2017

David Bowie – Alabama Song / Amsterdam (Single)




David Bowie – Alabama Song / Amsterdam (Single)


Besetzung:

David Bowie – vocals, guitar


Gastmusiker:

Adrian Belew – guitar
Carlos Alomar – guitar
Simon House – violin
Sean Mayes – piano
Roger Powell – keyboards
George Murray – bass
Dennis Davis – drums


Label: RCA Records


Erscheinungsdatum: 1980


Stil: Cabaret, Pop


Trackliste:

1. Alabama Song (3:50)
2. Amsterdam (3:20)
3. Space Oddity (4:50)

Gesamtspieldauer: 12:00



Was für ein großartiger Sänger und Künstler David Bowie war, sieht und hört man vor allen Dingen auch an seiner Interpretation von Berthold Brechts und Kurt Weills „Alabama Song“ und noch viel mehr an ebensolcher Interpretation von Jacques Brels Lied „Amsterdam“, die er zu einer Cover-Version werden lässt, die tief berührt.

David Bowie war ein Brecht Fan und sang das Stück „Alabama Song“ zum ersten Mal im Rahmen seiner Welt Tournee im Jahr 1978. Zwei Jahre später, am Ende seiner Zusammenarbeit mit RCA Records, veröffentlichte er dieses Lied als Single, wobei sich auf der B-Seite eine Akustik-Version seines Liedes „Space Oddity“ befand. Noch sehr viel interessanter ist allerdings die Veröffentlichung, die es in Deutschland gab. Hierauf war nämlich zusätzlich noch die bereits erwähnte Interpretation von Jacques Brels Lied „Amsterdam“ enthalten.

Wenn jemand Musik lebt und liebt, dann kann er diesen Titel nur auf genau diese Art und Weise singen. So viel Gefühl steckt hier in der Stimme David Bowies, dass man beeindruckt nach Worten ringt. Musik kann so unfassbar packend und mitreißend sein, was David Bowie hier mit einer Cover-Version zeigt, die niemals großes Aufsehen erregte, jedoch unbedingt gehört gehört.

Fazit: Der Hauptsong dieser Veröffentlichung, „Alabama Song“, klingt schräg und verschroben in der Version des Davids Bowie. Das wirklich beeindruckende Lied dieser Single ist allerdings „Amsterdam“, mit dem David Bowie die Herzen seiner Zuhörerinnen und Zuhörer trifft. Beeindruckend. Keine Bewertung.

Anspieltipps: Amsterdam



Samstag, 27. Mai 2017

Double – Blue




Double – Blue


Besetzung:

Kurt Maloo – lead vocals, multi-instruments
Felix Haug – multi-instruments


Gastmusiker:

Christian Ostermeier – saxophone, flute
Bob Morgan – trombone on "Woman Of The World"
Thomas Jordi – fretless bass on "Tomorrow"
Liz McComb – additional vocals on "I Know A Place" and "Your Prayer Takes Me Off"


Label: Metronome Records


Erscheinungsdatum: 1985


Stil: Pop


Trackliste:

1. Woman Of The World (3:53)
2. I Know A Place (3:40)
3. The Captain Of Her Heart (4:35)
4. Your Prayer Takes Me Off (6:20)
5. Rangoon Moon (4:01)
6. Urban Nomads (4:58)
7. Love Is A Plane (3:40)
8. Tomorrow (4:35)

Gesamtspieldauer: 35:42



Double waren eine Schweizer Band, ein Duo. Dieses gründete sich im Jahr 1983 und hatte mit ihrem ersten Album „Blue“, welches im Jahr 1985 veröffentlicht wurde, bereits ihren Höhepunkt erreicht. Zwei Jahre später folgte dann noch das deutlich weniger erfolgreiche zweite Album „DOU3LE“ und 1989 löste sich die Band schließlich wieder auf. Zum 20. Jahrestag von Double wollten die beiden Double-Musiker Kurt Maloo und Felix Haug neue Aufnahmen der Band herausbringen, doch im Jahr 2004 starb Felix Haug völlig überraschend und mit lediglich 52 Jahren an einem Herzinfarkt.

Double klingen leicht jazzig auf „Blue“, dabei immer irgendwie swingend und locker. Allerdings muss man genau diese relaxte Art der Musik auch mögen, um mit der Scheibe etwas anfangen zu können. Diese etwas poppige und jazzige Musik geht nicht unbedingt sofort ins Ohr, oftmals auch gar nicht. Cool wirkt das Ganze durchaus und klingt auch so, mitreißend ist dies allerdings nicht.

Nun, ein Titel auf „Blue“ sticht jedoch sehr aus den insgesamt acht Nummern heraus. Das ist das Lied „The Captain Of Her Heart“. Ein wunderschönes und sanftes Stück, welches jetzt wirklich gut ins Ohr geht und dabei sogar diesen gewissen Ohrwurmcharakter aufweist. Das Lied konnte sich selbst in den USA in den Charts platzieren und war das Ausrufezeichen der Band, wodurch man bei Blue durchaus von einem „One Hit Wonder“ sprechen kann. Ansonsten ist da noch der letzte Titel auf „Blue“, das Lied „Tomorrow“, welches noch halbwegs interessant und eingängig klingt. Der ganze Rest versinkt irgendwie in weicher Süße, die zumindest mich überhaupt nicht mehr zu packen versteht.

Fazit: Jazzigen Pop bekommt man auf „Blue“ von der Schweizer Band Double zu hören. Dieser umgarnt einen größtenteils mit sehr süßlicher Atmosphäre, wirkt dabei sehr relaxt und absolut entspannt, kann aber leider jedoch so gar nicht überzeugen. Das gilt allerdings nicht für das Lied „The Captain Of Her Heart“, welches einen Ohrwurm darstellt, den man so schnell nicht mehr vergisst. Ansonsten ist das absolut keine Musik für einen Rock Fan. Fünf Punkte.

Anspieltipps: The Captain Of Her Heart, Tomorrow



Freitag, 26. Mai 2017

Rush – Moving Pictures




Rush – Moving Pictures


Besetzung:

Geddy Lee – lead vocals, bass guitar, bass pedals, minimoog, oberheim polyphonic synthesizer, ob-x, moog taurus
Alex Lifeson – electric and acoustic six- and twelve-string guitar, moog taurus
Neil Peart – drums, timbales, gong, bells, glockenspiel, wind chimes, bell tree, crotales, cowbell, plywood


Gastmusiker:

Hugh Syme – synthesizer on "Witch Hunt"


Label: Mercury Records


Erscheinungsdatum: 1981


Stil: Hard Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. Tom Sawyer (4:33)
2. Red Barchetta (6:10)
3. YYZ (4:26)
4. Limelight (4:19)
5. The Camera Eye (11:01)
6. Witch Hunt (4:45)
7. Vital Signs (4:46)

Gesamtspieldauer: 40:03




„Moving Pictures“ heißt das achte Studio-Album der kanadischen Rock Band Rush. Es erschien im Februar des Jahres 1981 auf dem Musiklabel Mercury Records. Die Platte enthält einige der bekanntesten Stücke der Band. Vor allen Dingen die Titel „Limelight“ und „Tom Sawyer“ sind hier zu nennen, die auch in den US-Charts kletterten und für die Band kleine Hits darstellten. Nicht so jedoch das ganze Album „Moving Pictures“. Dieses stellte sich für Rush nicht nur als „kleines Hit-Album“ heraus, sondern ist die erfolgreichste Scheibe der Band überhaupt und wurde in Kanada wie in den USA mit viermal Platin ausgezeichnet und platzierte sich auch in Europa in diversen Ländern in den Charts.

Bei Fans wie bei Kritikern steht die Scheibe hoch im Kurs. „Moving Pictures“ ist eines von zwei Rush-Alben, welches in Robert Dimerys Buch „1001 Alben. Musik, die Sie hören sollten, bevor das Leben vorbei ist“ enthalten ist. Hinter „The Dark Side Of The Moon“ von Pink Floyd und „In The Court Of The Crimson King“ von King Crimson belegt „Moving Pictures“ Platz drei in der Liste des Rolling Stone Magazins über die „50 besten Progressive-Rock-Alben aller Zeiten“. Schließlich wählten die Leser der Zeitschrift „Rhythm“ „Moving Pictures“ zum besten Schlagzeug-Album in der Geschichte des Progressive Rock.

Egal wie man zu diesen Listen steht, die Scheibe klingt wirklich gut. Und dieses Album zeichnet sich auch dadurch aus, dass Rush im Jahr 1981, als die meisten anderen Progressive Rock Bands in Richtung des Pop oder gar des New Wave abdrifteten, immer noch die Fahne des Progressive Rock hochhielt. Die sieben auf „Moving Pictures“ enthaltenen Lieder sind allesamt melodiös und dabei auch sehr komplex, was der Eingängigkeit der Scheibe jedoch keinesfalls schlecht bekommt. Jeder der Titel wirkt und geht ins Ohr. Umso öfter gehört, umso deutlicher wird das. Auf „Moving Pictures“ hört man allgemein die eher im Hard Rock angesiedelte Variante dieses musikalischen Genres. Die Lieder von Rush auf dieser Platte sind energiegeladen und besitzen fast durchweg eine gewisse Härte, die im Hard Rock verwurzelt ist. Trotzdem bleibt die Musik dabei eingängig. Dies auch vor dem Hintergrund der Komplexität des Schagzeugspiels des Neil Peart, welches gar nicht hoch genug gelobt werden kann. Diverse Rhythmen werden hier gespielt, werden miteinander verwoben und alles wirkt dabei so unfassbar leicht. Gitarre und Keyboard stehen bezüglich der Melodieführung abwechselnd im Vordergrund und ergänzen sich ebenfalls sehr gut, die Mischung ist der Band dabei perfekt gelungen.

Auf „Moving Pictures“ besondere Höhepunkte herauszuheben fällt einigermaßen schwer, denn jeder der sieben Titel wirkt auf seine Art. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob das Stück wie die Nummer „YYZ“ ein Instrumentallied ist oder ob, wie bei den übrigen sechs Titeln, gesungen wird. Alles wirkt kraftvoll und energiegeladen, abwechslungsreich und an vielen Stellen mitreißend. Nun, eine wichtige Komponente darf bei der Musik von Rush allerdings natürlich nicht unerwähnt bleiben. Das ist der Gesang des Geddy Lee. Außergewöhnlich ist seine Stimme allemal, ob diese jedoch jede Hörerin und jeden Hörer überzeugen wird, das darf zumindest einigermaßen bezweifelt werden. Dieser hohe, an manchen Stellen etwas dünn und wahrlich gewöhnungsbedürftige Gesang kann auch mich nicht immer mitreißen. Allerdings gewöhnt man sich daran, wenn man dem Album und überhaupt der Musik von Rush häufiger lauscht – immerhin. Dadurch wird alles irgendwie passender und wirkt immer mehr, wie für einander gemacht.

Fazit: „Moving Pictures“ ist ein Album mit toller Musik geworden. Musik die kraftvoll, energiegeladen und auch verspielt aus den Boxen dringt. Diese ist dabei niemals langweilig, sondern viel nehr sehr abwechslungsreich. Die Lieder tendieren eher zu einer gewissen Härte, sind dabei jedoch absolut melodiös und eingängig. Gewöhnungsbedürftig ist – wie immer bei einem Rush Album – der Gesang. Kann man sich jedoch damit arrangieren, hält man mit „Moving Pictures“ ein tolles Progressive Rock Album in Händen, welches sich aufzulegen immer wieder lohnt. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Limelight, The Camera Eye



Donnerstag, 25. Mai 2017

Spooky Tooth – Spooky Two




Spooky Tooth – Spooky Two


Besetzung:

Mike Harrison – keyboards, vocals
Gary Wright – keyboards, vocals
Luther Grosvenor – guitar
Greg Ridley – bass, guitar
Mike Kellie – drums


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Island Records


Erscheinungsdatum: 1969


Stil: Blues Rock, Rock


Trackliste:

1. Waitin‘ For The Wind (3:44)
2. Feelin‘ Bad (3:24)
3. I‘ve Got Enough Heartaches (3:29)
4. Evil Woman (9:08)
5. Lost In My Dream (5:07)
6. That Was Only Yesterday (3:55)
7. Better By You, Better Than Me (3:41)
8. Hangman Hang My Shell On A Tree (5:50)


Bonus Tracks der remasterten Albumversion:

9. Feelin‘ Bad (Top Gear Session / BBC Radio One [Mono]) (2:54)
10. I Can‘t Quit Her (Top Gear Session / BBC Radio One [Mono]) (3:02)
11. Blues Town (Top Gear Session / BBC Radio One [Mono]) (3:34)
12. Something Got Into Your Life [Mono] (3:26)
13. When I Get Home [Mono] (4:12)
14. Waitin‘ For The Wind (First Mix) (3:30)
15. Lost In My Dream (First Mix) (5:45)
16. Better By You, Better Than Me (First Mix) (4:08)
17. Pretty Woman (B-Side Of European Single) [Mono] (3:27)

Gesamtspieldauer: 1:12:25




Spooky Tooth war eine englische Rock Band, die hauptsächlich in den Jahren von 1967 bis 1974 aktiv war. Jedoch gab es in den Jahren danach immer wieder diverse Band-Reunionen, die im Jahr 1999 sogar noch mal in der Veröffentlichung eines erneuten Studioalbums mündeten. Die ersten acht Scheiben der Band entstanden allerdings in den ersten acht Jahren des Bestehens, einer Phase, die allerdings auch von zahlreichen Umbesetzungen geprägt war. „Spooky Two“ ist das dritte Album von Spooky Tooth, jedoch gleichzeitig die zweite Platte, die unter dem Namen Spooky Tooth veröffentlicht wurde. Die erste Veröffentlichung eines Albums fand noch unter dem Bandnamen „Art“ statt. „Spooky Two“ erschien im Jahr 1969 auf dem Label Island Records.

Auf „Spooky Two“ bekommt man hauptsächlich Blues Rock zu hören, der durch den Hintergrundgesang auch mal nach Gospel klingen kann, wie die Lieder „Feelin‘ Bad“ und „I‘ve Got Enough Heartaches“ exemplarisch belegen. Besonders aufregend hört sich diese Musik heute leider nicht mehr an jeder Stelle an. Zwar verstehen es einzelne Lieder mit jedem weiteren Durchlauf der Scheibe in den Ohren noch musikalisch zu wachsen, vieles davon ist heute jedoch kaum mehr dazu in der Lage „Kultstatus“ zu erreichen, was diese Musik bei mancher Hörerin beziehungsweise manchem Hörer unter Umständen früher erreicht haben dürfte.

Am Überzeugendsten klingen das lange und durch diverse, zum Teil auch mitreißende Soli geprägte „Evil Woman“. Hier hört man die Energie und die Hingabe in der Musik von Spooky Tooth sehr schön heraus. Dabei rockt die Nummer ordentlich und ganz egal, ob gerade die Orgel oder die Gitarre ihren Solo-Auftritt haben, das Lied wirkt. Der hohe Gesang ist dabei allerdings nicht nur beim ersten Mal des Hörens gewöhnungsbedürftig. „Lost In My Dream“ ist dagegen eine zunächst deutlich langsamere Nummer, eher rockig angehaucht und dabei immer melodiös. Hier spielt die Band toll mit Geschwindigkeiten und Atmosphären.

Höhepunkt der Scheibe ist allerdings das Lied „Better By You, Better Than Me“. Ebenfalls eine rockige Nummer, in der es sanftere und schnellere Abschnitte zu hören gibt. Das Lied verfügt über eine Melodie, die sich sehr schnell im Ohr festsetzt und bereits nach dem ersten Hören einen Wiedererkennungswert aufweist. Hier ist sogar, die im Rahmen der remasterten Wiederveröffentlichung hinzugefügte Version des Stücks zu empfehlen, die mit „First Mix“ untertitelt wurde. Diese unterscheidet sich musikalisch zwar kaum von jener Fassung, die dann auf Platte gepresst wurde, ist allerdings fast eine halbe Minute länger.

Insgesamt neun „Zugaben“ wurden der remasterten Fassung des Albums beigefügt, die sich mal mehr, mal weniger lohnen gehört zu werden. Allerdings sind dies insgesamt Zugaben, die das gesamte Album durchaus nochmals aufwerten, verlängern sie doch die Scheibe auch durch weitere Titel auf fast die doppelte Laufzeit. Und da spielt es auch keine Rolle, dass viele der Lieder hier in Form von Mono-Aufnahmen hinzugefügt wurden.

Fazit: Kein Höhepunkt in der Musikgeschichte, doch durchaus ein hörenswertes Album ist „Spooky Two“ von Spooky Tooth geworden, was bei vielen Fans auch als die beste Platte der Band gehandelt wird. Nicht jeder Titel darauf ist überzeugend, andere wiederum sind es sehr. Die Band zelebrierte in dieser Phase ihres Bestehens Blues Rock, der mal härter, mal sanfter klang und dabei oftmals sehr melodiös war. Für Musikhörerinnen und Musikhörer, die sich für diese Art der Musik Ende der 60er Jahre interessieren, mit Sicherheit sehr lohnenswert. Neun Punkte.

Anspieltipps: Evil Woman, Lost In My Dream, Better By You Better Than Me



Mittwoch, 24. Mai 2017

Queen + Paul Rodgers – Live In Ukraine




Queen + Paul Rodgers – Live In Ukraine


Besetzung:

Paul Rodgers – vocals, guitar & piano
Brian May – guitar & vocals
Roger Taylor – drums & vocals


Gastmusiker:

Spike Edney – md & keyboards
Jamie Moses – rhythm guitar
Danny Miranda – bass guitar


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 2009


Stil: Rock


Trackliste:

CD1:

1. One Vision (4:03)
2. Tie Your Mother Down (2:29)
3. The Show Must Go On (4:37)
4. Fat Bottomed Girls (5:00)
5. Another One Bites The Dust (3:35)
6. Hammer To Fall (3:42)
7. I Want It All (4:10)
8. I Want To Break Free (3:55)
9. Seagull (4:50)
10. Love Of My Life (5:45)
11. '39 (4:37)
12. Drum Solo (5:00)
13. I'm In Love With My Car (3:42)
14. Say It's Not True (4:31)


CD2:

1. Shooting Star (6:21)
2. Bad Company (5:36)
3. Guitar Solo (3:58)
4. Bijou (2:07)
5. Last Horizon (4:32)
6. Crazy Little Thing Called Love (4:04)
7. C-lebrity (3:52)
8. Feel Like Makin' Love (6:45)
9. Bohemian Rhapsody (5:53)
10. Cosmos Rockin' (4:28)
11. All Right Now (5:31)
12. We Will Rock You (2:19)
13. We Are The Champions (2:59)
14. God Save The Queen (2:05)

Gesamtspieldauer CD1 (1:00:04) und CD2 (1:00:38): 2:00:42


DVD:

1. One Vision
2. Tie Your Mother Down
3. The Show Must Go On
4. Fat Bottomed Girls
5. Another One Bites The Dust
6. Hammer To Fall
7. I Want It All
8. I Want To Break Free
9. Seagull
10. Love Of My Life
11. '39
12. Drum Solo
13. I'm In Love With My Car
14. Say It's Not True
15. Shooting Star
16. Bad Company
17. Guitar Solo
18. Bijou
19. Last Horizon
20. Crazy Little Thing Called Love
21. C-lebrity
22. Feel Like Makin' Love
23. Bohemian Rhapsody
24. Cosmos Rockin'
25. All Right Now
26. We Will Rock You
27. We Are The Champions
28. God Save The Queen

Gesamtspieldauer DVD: 2:00:34



„Live in Ukraine“ ist ein Doppel-Live-Album mit dazugehöriger DVD, welche von den beiden verbliebenen Queen-Mitgliedern Brian May und Roger Taylor sowie vom Ex-Bad Company und Ex-Free Sänger Paul Rodgers unter dem Namen Queen + Paul Rodgers veröffentlicht wurde. Das Konzert wurde im September des Jahres 2008 während der „Rock The Cosmos-Tour“ der drei Musiker auf dem Freiheitsplatz in Charkiv, Ukraine, eingespielt und erschien schließlich im Juni 2009 in verschiedenen Versionen auf dem Label EMI.

Auf diesem Konzert gab es siebzehn Lieder von Queen in der ursprünglichen Besetzung zu hören, dazu vier Lieder aus Paul Rogers Zeit mit Bad Company („Seagull“, „Shooting Star“, „Bad Company“ und „Feel Like Makin' Love“), ein Lied von Free („All Right Now“) sowie insgesamt drei Titel („Cosmos Rockin'“, „Say It's Not True“, „C-lebrity“), die auch auf dem ersten und einzigen Studioalbum der Formation Queen + Paul Rodgers, „The Cosmos Rocks“, enthalten sind und alle aus der Feder von Roger Taylor stammen. Hinzu kommen noch ein Drum-Solo, welches Roger Taylor zum Teil auf einem Bass einspielt sowie zwei Gitarrensoli von Brian May. Ersteres, kurz mit „Guitar Solo“ benannt, kennt man in ähnlicher Form von der Scheibe Live Killers, da dieses Gitarrensolo dort den größten Teil des Liedes „Brighton Rock“ ausmacht. Das zweite Gitarren-Solo heißt schließlich „Last Horizon“ und hat längst nicht mehr die Klasse des ersten.

Man darf diese Scheibe ganz bestimmt nicht mehr mit einem Queen-Konzert vergleichen. Wurde dieses hier in der Ukraine gegeben, um in Erinnerungen an Queen und Freddie Mercury zu schwelgen, so kann man das Ganze auch noch einigermaßen nachvollziehen. Bei den Titeln „Bijou“ und „Bohemian Rhapsody“ singt Freddie Mercury sogar selbst, da er auf der Videoleinwand eingeblendet wird und man seine Stimme hört. Bei den restlichen Stücken kommt man gar nicht umhin, den Gesang der Paul Rodgers mit dem von Freddie Mercury zu vergleichen. Und dieser ist nun mal sehr unterschiedlich…

Wenn man allerdings bereits Live-Aufnahmen von Queen besitzt, bekommt man von Queen + Paul Rodgers mit „Live In Ukraine“ etwas geliefert, was man wahrlich nicht mehr benötigt. Die Queen-Lieder klingen mit dem Gesang von Freddie Mercury einfach besser, die drei Stücke, die vom Album „The Cosmos Rocks“ von Queen + Paul Rodgers stammen, langweilen wahrlich. Das Lied „Bad Company“ vom Album „Bad Company“ der Band Bad Company ist ein gutes, jedoch muss man es nicht zusammen mit Queen hören. Selbiges gilt für „All Right Now“ von Free. Somit bleibt nur wenig bis gar nichts, was diese, zugegebenermaßen aufwendig gestaltete und zusammengestellte Platte irgendwie wertvoll macht. Zumindest dann nicht, wenn man Queen von früher kennt.

Fazit: Für die Menschen dort im September 2008 in Charkiv sicherlich ein ganz tolles Erlebnis. Wirklich live hätte ich dieses Konzert sicherlich auch genossen, auch wenn ich das Glück hatte Queen in jungen Jahren tatsächlich live gesehen zu haben. Als Retorte, mit einem Doppel-Live-Album und der dazugehörigen DVD, wirkt das Ganze allerdings nicht mehr. Oder bin ich jetzt da irgendwie unfair? Fünf Punkte.

Anspieltipps: Bohemian Rhapsody



Dienstag, 23. Mai 2017

Rammstein – Sehnsucht




Rammstein – Sehnsucht


Besetzung:

Till Lindemann – vocals
Richard Z. Kruspe – lead guitar, backing vocals
Paul Landers – rhythm guitar, backing vocals
Oliver Riedel – bass guitar, backing vocals (track 1)
Christoph Schneider – drums
Christian "Flake" Lorenz – keyboards


Label: Universal Music


Erscheinungsdatum: 1997


Stil: Neue Deutsche Härte, Industrial Metal


Trackliste:

1. Sehnsucht (4:04)
2. Engel (4:24)
3. Tier (3:47)
4. Bestrafe mich (3:38)
5. Du hast (3:55)
6. Bück dich (3:22)
7. Spiel mit mir (4:46)
8. Klavier (4:24)
9. Alter Mann (4:24)
10. Eifersucht (3:37)
11. Küss mich (Fellfrosch) (3:30)

Gesamtspieldauer: 43:51



„Sehnsucht“ heißt das zweite Studioalbum der deutschen Band Rammstein. Es erschien am 22. August 1997 auf dem Label Universal Music. Das Album wurde mit sechs verschiedenen Covern ausgestattet, die man durch ein speziell gefaltetes Booklet auswählen kann. Der österreichische Maler und Fotograf Gottfried Helnwein schminkte alle sechs Mitglieder der Gruppe und versah sie mit einzelnen Drahtgestellen, bei denen es sich um medizinische Originalinstrumente des Chirurgen Ferdinand Sauerbruch handelte.

Auf der Scheibe zu hören ist dieser für Rammstein so typische Sound der neuen deutschen Härte, geprägt meist durch den tiefen, sonoren und mit einem rollenden „R“ ausgestatteten Gesang des Till Lindemann. Die Scheibe brachte für Rammstein den internationalen Durchbruch. In Deutschland, Österreich und auch den USA wurde das Album aufgrund der Verkaufszahlen mit Platin ausgezeichnet.

Man kann diese Musik unmöglich ohne die dazugehörigen Texte bewerten. Und diese handeln von BDSM, Inzest, Kannibalismus, Analverkehr und was nicht noch alles. Das Ganze ist dabei natürlich bewusst provokativ gehalten und klingt auch genau so, um eben Aufsehen zu erregen. Um an solchen Texten Gefallen zu finden, darf man aber wohl noch nicht dem Teenager-Alter entwachsen sein. Mit jedem weiteren Lebensjahr setzt dann immer mehr der Trieb zum Fremdschämen ein.

Leider schafft es hier auch die Musik oftmals nicht, so richtig zu überzeugen. Neue Deutsche Härte gemischt mit Synthesizer-Klängen, die allerdings oftmals leider eben nicht ins Ohr gehen, hört man zu allermeist auf „Sehnsucht“. Begeisternd klingt das zumeist jedoch nicht. Die Höhepunkte sind von daher schnell aufgezählt. „Engel“ platzierte sich in Deutschland in den Charts, war ein Hit und kletterte dort bis auf Platz 3. Die Nummer hat auch was und besitzt sogar einen gewissen Ohrwurmcharakter. Ansonsten ist an dieser Stelle im Grunde genommen nur noch die Nummer „Klavier“ zu erwähnen. Auch diese geht ins Ohr, der Stil des Liedes ist auch ein völlig anderer, als jener der anderen auf der Scheibe enthaltenen Lieder. Sanft klingt hier die Stimme des Till Lindemann, genau wie auch die Stimmung des Liedes eine eher sanfte ist, um den dunklen Hintergrund des Titels gut zu unterstreichen. Das klingt hier auch wirklich sehr gelungen. Ansonsten kann man die Titel „Du hast“, „Spiel mit mir“ und „Alter Mann“ noch gut hören.

Fazit: Beim zweiten Studioalbum der Band Rammstein mit dem Titel „Sehnsucht“ nerven leider manchmal die Texte sehr und auch der Gesang des Till Lindemann geht einem mitunter auf die Nerven. Doch es gibt auch schöne Momente auf dieser Scheibe und zwar in Form der Titel „Engel“ und „Klavier“. Irgendwie überwiegen auf „Sehnsucht“ allerdings noch die eher negativen bis langweiligen Momente. Das machten Rammstein später noch deutlich besser. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Engel, Klavier



Montag, 22. Mai 2017

Rage – XIII




Rage – XIII


Besetzung:

Peter „Peavy“ Wagner – vocals & bass
Chris Efthimiadis – drums
Spiros Efthimiadis –guitars
Sven Fischer – guitars


Gastmusiker:

Lingua Mortis Orchestra
Lutz Thomas – Didgeridoo


Label: Gun Records


Erscheinungsdatum: 1998


Stil: Heavy Metal


Trackliste:

1. Overture (1:55)
2. From The Cradle To The Grave (4:51)
3. Days Of December (4:36)
4. Changes - Sign Of Heaven (4:17)
5. Changes - Incomplete (5:10)
6. Changes - Turn The Page (5:03)
7. Heartblood (6:21)
8. Over And Over (3:48)
9. In Vain (I Won't Go Down) (5:19)
10. Immortal Sin (5:28)
11. Pain It, Black (4:34)
12. Just Alone (6:29)

Gesamtspieldauer: 57:56



Rage ist eine Heavy Metal Band aus Herne, Deutschland, die im Jahr 1984 unter dem Namen „Avenger“ gegründet wurde. 1986 wurde die Band dann von „Avenger“ in Furious Rage umbenannt, weil es in Großbritannien bereits eine Band mit dem Namen „Avenger“ gab. Die damalige Plattenfirma strich allerdings 1986, im Zuge der Veröffentlichung des zweiten Albums „Reign Of Fear“, den ersten Teil des Namens. Seitdem ist der Bandname Rage unverändert. Der Sänger und Bassist Peter „Peavy“ Wagner ist das einzige verbliebene Gründungsmitglied.

„XIII“ erschien im Jahr 1998 auf dem Label Gun Records und ist wirklich bereits das dreizehnte Studioalbum der Band. Darauf zu hören gibt es wohl den Versuch, klassische Musikinstrumente mit den „normalen“ Rockinstrumenten in Einklang zu bringen und in der Musik verschmelzen zu lassen. Aus diesem Grund wurde das Album unter Mithilfe des Lingua Mortis Orchestra eingespielt. Auf „XIII“ hört man allerdings natürlich keine klassische Musik, sondern durchaus Heavy Metal, der mit Hilfe einer ganzen Armada von Streichern auf bombastisch getrimmt wurde.

Das klingt vor allem zu Beginn der Platte sehr überzeugend. Die einzelnen Titel zünden, gehen ins Ohr und klingen dabei durchaus auch mitreißend. Hier wird gerockt, die Beats kommen schnell und kraftvoll und dazu gibt es eben die orchestrale Unterstützung. Voll und fett klingt die Musik von Rage hier, das Wort „bombastisch“ müsste hierfür erfunden werden, würde es dies noch nicht geben. Leider verläuft sich dieser Eindruck allerdings mit dem Fortschreiten der Platte. Ein wenig mehr Konsequenz hätte man sich hier gewünscht. Der orchestrale Anteil geht irgendwie ein wenig verloren, die einzelnen Melodien überzeugen nicht mehr ganz so sehr und lediglich das etwas balladeske Lied „In Vain (I Won't Go Down)“ schafft es hier noch richtig zu begeistern. Allgemein steht in der zweiten Hälfte der Scheibe dann sehr viel deutlicher der „reine“ Heavy Metal im Vordergrund.

Fazit: Ein sehr aufwendiges Album ist die dreizehnte Veröffentlichung der deutschen Heavy Metal Band Rage mit dem passenden Namen „XIII“ geworden. Hier gibt es Heavy Metal zu hören, der mit Hilfe eines ganzen Orchesters eingespielt wurde. Der Charakter des Heavy Metal wurde dabei keineswegs zerstört, vielmehr sorgt der Einsatz des Orchesters für den Bombast, der auf „XIII“ durchaus überzeugend klingt. Zumindest bis etwa zur Mitte des Albums, danach fällt die Qualität der einzelnen Titel leider etwas ab und Rage werden deutlich langweiliger in ihrer Musik. Trotzdem lässt sich das alles sehr gut hören. Neun Punkte.

Anspieltipps: Overture, From The Cradle To The Grave, Changes – Incomplete, In Vain



Sonntag, 21. Mai 2017

The Great Bertholinis – Objects Travel In More Than One Direction




The Great Bertholinis – Objects Travel In More Than One Direction


Besetzung:

Todor Bertholini – lead vocals & acoustic guitar
János Bertholini – banjo, lapsteel & choir
Oszkár Bertholini – lead vocals on “Clown”, electric guitar, choir
Jósef Bertholini – drums
Zoltán Bertholini – bass guitar
László Bertholini – alto saxophone, soprano saxophone
Zsazsa Bertholini – tenor saxophone
Sándor Bertholini – trumpet
Gábor Bertholini – trumpet
Ferenc Bertholini – trombone


Gastmusiker:

Jochen Hesch – additional acoustic guitar
Leif Sommermeyer – piano forte


Label: Hazelwood Vinyl Plastics


Erscheinungsdatum: 2006


Stil: Indie Brass Rock


Trackliste:

1. Intermission 1 (0:37)
2. No One Knows (3:13)
3. Zeppelin Disaster (2:36)
4. Clowns (3:38)
5. Seven Stairs (5:35)
6. Intermission 2 (0:18)
7. Drink Up! (4:17)
8. Intermission 3 (0:46)
9. Gasoline (4:46)
10. Intermission 4 (0:31)
11. The Girl Behind The Wall (3:32)
12. Intermission 5 (0:51)
13. Caved To The Evil (3:35)
14. Good To Be Gone (4:45)
15. Oh, What A Morning (4:02)
16. Intermission 6 (0:25)
17. Pogue Mahoney (4:00)

Gesamtspieldauer: 47:37



Manche Art der Musik ist für einen wahrlich schlecht zu beurteilen. Dies passiert immer dann, wenn man etwas hört, was so gar nicht in das eigene „musikalische Beuteschema“ passt. Musik ist allerdings ganz bestimmt nicht schlecht, nur weil sie einem selbst nicht gefällt, da sie anders oder ungewöhnlich ist. Die Qualität von Musik ist in ganz anderen Punkten begründet. Aber ich bewerte hier meine Platten und CDs, dabei kann ich für mich gesehen auch niemals ganz objektiv sein, denn Musik gefällt mir eben oder macht dies nicht.

So stellt die erste Scheibe der Nürnberger Band The Great Bertholinis mit dem Titel „Objects Travel In More Than One Direction“ eine große Herausforderung für mich dar. Das Album erschien im Jahr 2006 auf dem Label Hazelwood Music. Die zehn Musiker tragen alle den Namen Bertholini und stammen angeblich von einer ungarischen Zirkusfamilie ab. Ein netter Spaß natürlich nur, aber von daher wundert es nicht weiter, dass man auf „Objects Travel In More Than One Direction“ eine Mischung aus Zirkus-Musik und ungarischer Blasmusik, vermischt mit Polka und Rock zu hören bekommt. Eine seltsame und krude Mischung wahrlich, doch das Gesamtergebnis kann sich durchaus hören lassen, denn es klingt so ganz anders und damit vom ersten Takt an interessant.

Viele der Nummern gehen ins Ohr und stellen allesamt Musik dar, die man sonst so nicht zu hören bekommt. Etwas Besonderes sind die Great Bertholinis damit allemal. Den Spaß, den sie beim Musizieren haben, scheint man auch jedem einzelnen Titel anzuhören. Trotzdem ist die allgemeine Stimmung auf dem Album eine eher melancholische bis sentimentale. Um hier allerdings auch etwas für sich finden zu können, sollte man jedoch schon etwas mit den Worten „Polka“, „Zirkusmusik“, „ungarische Weisen“ und vor allen Dingen auch Big Band Sound anzufangen wissen. Und trotz der häufig eher traurigen Grundstimmung klingt die Musik der Great Bertholinis oftmals ein wenig aufgeregt bis hektisch. Lieder zum „Ausruhen“ hört man auf der Scheibe nur wenige, vielmehr sollen diese wohl unterhalten, indem sie die ganze Aufmerksamkeit von Hörerin und Hörer auf sich ziehen. Nebenbei ist „Objects Travel In More Than One Direction“ definitiv nicht hörbar.

Fazit: Wirklich ausgefallene Musik präsentieren einem die Great Bertholinis. Auf ihrem Debut-Album „Objects Travel In More Than One Direction“ bekommt man ein Potpourri aus Rock, Polka, Zirkus Musik und Big Band Sound zu hören. Ganz bestimmt nicht jedermanns Musik, doch außergewöhnlich ist das allemal. Man sollte sich jedoch gewiss die Zeit nehmen, um sich auf diese Klänge zu konzentrieren. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Seven Stairs, The Girl Behind The Wall, Caved To The Evil



(Kein Video verfügbar