Montag, 21. August 2017

Konstantin Wecker – Weckerleuchten




Konstantin Wecker – Weckerleuchten


Besetzung:

Konstantin Wecker – Klavier, Fender


Gastmusiker:

Raymund Huber – Bass, Background Chor
Markus Sing – Gitarre
Mario Lehner – Flöte, Kongas, Background Chor
Hildi Hadlich – Cello, Background Chor
Harold Faltermeier – Hohner-Piano, Orgel, Arp
Keith Forsey – Schlagzeug, Percussion
Meini Geppert – Percussion
Eine bayerische Stubenmusi – Background Chor
Die Auer Dirndl – Background Chor


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Liedermacher


Trackliste:

1. Laufen Sie Mal Amok (Für Siggi) (4:08)
2. Liebeslied (3:13)
3. Flieg' Oder Stirb (3:25)
4. Wenn Der Sommer Nicht Mehr Weit Ist (Für Meinen Vater) (4:55)
5. Du Bist So Häßlich (5:06)
6. Ich Hab' Zum Sterben Kein Talent (Für Meine Mutter) (3:18)
7. Reisezeit (3:45)
8. Der Dumme Bub (3:35)
9. Abgesang Eines Gefangenen (Für Dimitri) (5:16)
10. Heut' Schau'n Die Madl Wia Apfel Aus (4:39)

Gesamtspieldauer: 41:20




„Weckerleuchten“ heißt das dritte Studioalbum des Konstantin Wecker. Im Jahr 1976 wurde die Scheibe auf dem Plattenlabel Polydor veröffentlicht. Darauf zu hören ist ein noch etwas uneinheitlicher Mix aus Liedermacher und teilweise auch Pop und Rock-Musik, Jazz sowie Volksmusik. Ein klein wenig scheint es so, als ob Konstantin Wecker bei „Weckerleuchten“ noch auf der Suche seines eigenen und endgültigen Stiles gewesen wäre, den er dann mit seinem nächsten Album „Genug Ist Nicht Genug“ gefunden hatte.

Und so ist es nicht weiter überraschend, dass man sich in dieses Album nur sehr schwer hineineinhören kann, da es wahrlich sehr breit gefächert ist. Abwechslung in der Musik und auch auf einer Platte ist natürlich wunderschön, doch ein roter Faden sollte in den Titeln auch gebegeben sein – hier auf „Weckerleuchten“ fehlt er etwas. Dazu gesellt sich der Umstand, dass die Musik des gebürtigen Müncheners einem einfach in diesem Falle nicht ins Ohr gehen möchte. Nicht allzu viel klingt hier eingängig. Das größte Manko an „Weckerleuchten“ ist jedoch der Gesang des Konstantin Wecker, der mal aggressiv, mal selbstverliebt, mal anbiedernd klingt. Dieser wird häufig so sehr, zu sehr ins Zentrum gestellt, egal ob es sich dabei um gesungene Worte oder um ein stupides „De-de-de-de-de-de-de-de-de-de-de“ handelt. Das kann überaus nervig bis fast schon abstoßend klingen, sodass man, wie bei den Liedern „Laufen Sie Mal Amok“ oder “Flieg‘ Oder Stirb“, kaum mehr zuhören möchte.

Höhepunkte auf „Weckerleuchten“ sind jene Stücke, in denen die Musik des Konstantin Wecker schon ein wenig so klingt, wie auf dem Nachfolgealbum, nämlich verträumt und melodiös. Das trifft zu bei den Stücken „Liebeslied“ sowie „Abgesang eines Gefangenen“ und auch noch bei „Wenn Der Sommer Nicht Mehr Weit Ist“. Diese Lieder wirken, auch wenn sie nicht ganz an jene Titel heranreichen, die es auf „Genug Ist Nicht Genug“ zu hören gibt. Aber auch bei diesen drei Liedern übertreibt es Konstantin Wecker in bestimmten Passagen schon ein wenig mit der Akzentuierung einzelner Wörter oder Silben. Manch eine Hörerin oder ein Hörer mag gerade diese Modulation am Gesang des Konstantin Wecker lieben, mir ist es deutlich zu dicht und voll aufgetragen.

Fazit: Eine Platte, welche einen mit überaus zwiespältigen Gefühlen zurücklässt, ist „Weckerleuchten“, das dritte Studioalbum des Konstantin Wecker, geworden. Zum einen ist das Liedmaterial sehr breit gefächert, in vielen verschiedenen musikalischen Genres Zuhause, zum anderen ist es der Gesang des Konstantin Wecker, der hier manchmal übertreibt, seine Stimme derart ins Zentrum rückt, dass es mitunter fast schon unangenehm klingt. Mit dem nächsten Album wurde alles viel besser. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Liebeslied, Wenn Der Sommer Nicht Mehr Weit Ist, Abgesang eines Gefangenen



Sonntag, 20. August 2017

Stefan Waggershausen – Hallo Engel




Stefan Waggershausen – Hallo Engel


Besetzung:

Stefan Waggershausen – Vocals, Gitarre, Background Vocals


Gastmusiker:

Curt Cress – Drums & Percussion
Harald Großkopf – Drums & Percussion
Kristian Schulze – Keyboards
Manfred Opitz – Keyboards
Manfred Hühler – Keyboards
Günther Gebauer – Bass
Micky Westphal – Bass
Billy Lang – Gitarre
Udo Arndt – Gitarre
Steve Miller – Slide-Gitarre
Ernst “Paranoia” Schultz – Mandoline
Eddie Taylor – Saxophon
Rolf Römer – Saxophon
Tom Cunningham – Background Vocals
Mike Cinnamon – Background Vocals


Label: Ariola


Erscheinungsdatum: 1980


Stil: Deutsch Rock, Pop, Schlager


Trackliste:

1. Hallo Engel (5:07)
2. Rosalinda (4:09)
3. Vive La France (4:02)
4. Oh Johanna (3:58)
5. Fünf Uhr früh (3:49)
6. Bitte erlöse mich nicht (2:52)
7. Wenn Liebe Freiheit raubt (1:10)
8. Asphaltreiter (4:11)
9. Verzeih'n Sie, Madame (3:27)
10. Der Clown ist tot (3:13)
11. Nachtcafé (5:11)

Gesamtspieldauer: 41:09



Nachdem im Jahr 1974 das erste Studioalbum des Stefan Waggershausen unter dem Titel „Traumtanzzeit“ mit nur sehr mäßigem Erfolg veröffentlicht worden war, versuchte er es sechs Jahre später mit einem zweiten Anlauf. „Hallo Engel“ erschien im Jahr 1980 auf dem Plattenlabel Ariola und brachte dem Musiker den lang ersehnten Durchbruch. Mit dem auf „Hallo Engel“ enthaltenen Titel „Verzeih'n Sie, Madame“, nahm er an der Vorentscheidung zum Grand Prix Eurovision teil und belegte dort einen beachtlichen vierten Platz. Doch sein größter Hit auf der Platte war der Titelsong „Hallo Engel“, mit dem sich der gebürtige Friedrichshafener sogar in den Charts platzieren konnte.

Auf „Hallo Engel“ hört man eine Mischung aus Deutsch Rock, Pop und Schlager. Praktisch jede Nummer ist eingängig und melodiös, ohne dabei jedoch zu Ohrwürmern aufzusteigen. Die Texte sind oftmals witzig gestaltet, können allerdings auch nachdenklich wirken, wie zum Beispiel beim Stück „Der Clown ist tot“. Schön ist auf jeden Fall, dass sich die Texte inhaltlich eben nicht immer nur um Liebe und Liebesschmerz drehen, sondern auch andere Themen aufgreifen. Besonders geglückt ist dabei jener Text des Titelliedes, welcher viele der zur damaligen Zeit bereits verstorbenen Rock- und Schauspielergrößen ehrt.

Musikalisch ist das Album „Hallo Engel“ nicht immer überzeugend. Oftmals nähert sich Stefan Waggershausen gefährlich dem Genre des Schlagers an, in welches er auf späteren Veröffentlichungen auch noch sehr viel mehr eintauchen wird. Außer dem wirklich gelungenen Titellied „Hallo Engel“ gibt es auf der Platte nicht viel mehr, was sich wirklich lohnt gehört zu werden. Die Lieder gehen zwar alle mehr oder weniger ins Ohr, besitzen jedoch kaum Nachhaltigkeit, unterhalten, ohne Spuren zu hinterlassen. Von daher läuft die Scheibe im Grunde genommen einfach so durch und man erinnert sich – an „Hallo Engel“.

Fazit: „Hallo Engel“ war der erste Erfolg des Stefan Waggershausen, was wohl vor allen Dingen an dem Titellied lag, welches auch als Single ausgekoppelt wurde. Ansonsten hört man auf dem Album eine Ansammlung von Deutsch Rock, Pop und schlageresken Anwandlungen, die nicht immer zu überzeugen wissen, da sie kaum länger als die Spieldauer im Ohr hängenbleiben. Die Platte tut nicht weh, schafft es jedoch auch nicht zu begeistern. Nur das Titellied selbst, lohnt wirklich Gehör zu finden. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Hallo Engel



Samstag, 19. August 2017

Ginger Baker – Beware Of Mr. Baker




Ginger Baker – Beware Of Mr. Baker


Gastauftritte:

Eric Clapton
Jack Bruce
Nick Mason
Charlie Watts
Steve Winwood
Carlos Santana
Lars Ulrich
Steward Copeland
Johnny “Rotten” Lydon
Chad Smith
… und viele, viele andere.


Regisseur: Jay Bulger


Produktion: Insurgent Media


Erscheinungsdatum: 2012


Stil: Dokumentation


Gesamtlaufzeit: 1:18:29



„Beware Of Mr. Baker“ ist ein Dokumentarfilm des amerikanischen Regisseurs Jay Bulger über den Schlagzeuger Ginger Baker. Im Jahr 2012 wurde der Film von der Produktionsfirma Insurgent Media veröffentlicht und in den Kinos gezeigt. Auf dem Film ist kein Konzertfilm, kein Videofilm und auch kein einziges gesamtes Lied ist hier zu hören beziehungsweise zu sehen, in dem Ginger Baker am Schlagzeug wirkt. Allerdings gibt es jede Menge Ausschnitte aus diversen Auftritten und Konzerten des Ex-Cream Schlagzeugers, die allesamt sehr eindrucksvoll geraten sind.

Der Film „Beware Of Mr. Baker“ beschäftigt sich mit dem Leben und dem Wirken dieses unfassbar guten Schlagzeugers, der sich wohl am wohlsten im Jazz gefühlt hat und immer noch fühlt. Zahlreiche Weggefährten – nicht nur Musiker, sondern auch Ex-Frauen und seine Kinder – kommen hier zu Wort und man erfährt auch viel über die Person des Ginger Baker. Früher hieß es immer, dass Schlagzeuger nicht ganz „normal“ wären. Keith Moon und John Bonham wurden mit dieser Aussage immer ins Spiel gebracht. Dafür, dass Genie und Wahnsinn oftmals sehr eng nebeneinander verbandelt sind, dafür ist Ginger Baker allerdings auch ein perfektes Paradebeispiel.

Menschlich ist und war Ginger Baker oftmals kaum erträglich, am Schlagzeug einfach nur grandios. Auch sein Hang zu Drogen spielt des Öfteren eine Rolle in dem Film, sodass sein, auf dem Cover abgedrucktes Zitat, „Gott bestraft mich für meine früheren Sünden, indem er mich am Leben hält und mir so viel Schmerz zufügt, wie er kann.“, ein gewisses Kopfnicken erzeugt. Immerhin wird Ginger Baker heute, am 19. August 78 Jahre alt und dieses Alter bei dieser Lebensweise zu erleben, zeugt von sehr viel Glück, absolut perfekten Genen – oder eben von einer göttlichen Strafe, wie er das sieht. Szenen seines Lebens sind mit gezeichneten Animationen nachgestellt, was immer sehr eindringlich wirkt und die Stimmung, die dieser Film seinen Zuschauerinnen und Zuschauern vermittelt, noch verstärkt.

Fazit: Eine tolle Dokumentation über das Leben und Schaffen des Ginger Baker ist Jay Bulger mit dem Film „Beware Of Mr. Baker“ gelungen. Auch wenn das Leben des Ginger Baker etwas mehr im Mittelpunkt steht, bekommt man doch auch einen beeindruckenden Einblick über sein Schlagzeug-Spiel, welches den Zuseherinnen und Zusehern immer wieder durch diverse Soli gezeigt wird und zu hören ist. Die Abwechslung aus realen Interview-Szenen und den gezeichneten Episoden sind ebenfalls sehr gelungen und runden das Bild dieser gelungenen Dokumentation ab. Sehr sehenswert. Zwölf Punkte.



Freitag, 18. August 2017

Tom Waits – Rain Dogs




Tom Waits – Rain Dogs


Besetzung:

Tom Waits – vocals (1–10, 12–17, 19), guitar (2, 4, 6, 8–10, 15–17), organ (3, 19), piano (5, 12), pump organ (8), harmonium (18), banjo (13)


Gastmusiker:

Michael Blair – percussion (1–4, 7, 8, 12, 13, 17), marimba (2, 7, 10, 12), drums (8, 14, 18), congas (4), bowed saw (12), parade drum (19)
Stephen Hodges – drums (1, 2, 4, 6, 10, 11, 15, 16), parade drum (3)
Larry Taylor – double bass (1, 3, 4, 6, 8–10, 15), bass (7, 11, 14, 16)
Marc Ribot – guitar (1–4, 7, 8, 10)
"Hollywood" Paul Litteral – trumpet (1, 11, 19)
Bobby Previte – percussion (2), marimba (2)
William Schimmel – accordion (3, 9, 10)
Bob Funk – trombone (3, 5, 10, 11, 19)
Ralph Carney – baritone saxophone (4, 14), saxophone (11, 18), clarinet (12)
Greg Cohen – double bass (5, 12, 13)
Chris Spedding – guitar (1, 17)
Tony Garnier – double bass (2)
Keith Richards – guitar (6, 14, 15), backing vocals (15)
Robert Musso – banjo (7)
Arno Hecht – tenor saxophone (11, 19)
Musicians (continued)
Crispin Cioe – saxophone (11, 19)
Robert Quine – guitar (15, 17)
Ross Levinson – violin (15)
John Lurie – alto saxophone (16)
G.E. Smith – guitar (17)
Mickey Curry – drums (17)
Tony Levin – bass (17)
Robby Kilgore – organ (17)


Label: Island Records


Erscheinungsdatum: 1985


Stil: Rock, Experimenteller Rock


Trackliste:

1. Singapore (2:45)
2. Clap Hands (3:48)
3. Cemetery Polka (1:46)
4. Jockey Full Of Bourbon (2:47)
5. Tango Till They're Sore (2:51)
6. Big Black Mariah (2:43)
7. Diamonds & Gold (2:32)
8. Hang Down Your Head (2:33)
9. Time (3:56)
10. Rain Dogs (2:57)
11. Midtown (1:03)
12. 9th & Hennepin (1:56)
13. Gun Street Girl (4:37)
14. Union Square (2:24)
15. Blind Love (4:20)
16. Walking Spanish (3:07)
17. Downtown Train (3:53)
18. Bride Of Rain Dog (1:09)
19. Anywhere I Lay My Head (2:47)

Gesamtspieldauer: 54:05




„Rain Dogs“ heißt das achte Studioalbum des US-amerikanischen Musikers Tom Waits. Veröffentlicht wurde die Scheibe im September des Jahres 1985 auf dem Plattenlabel Island Records. Allgemein wird „Rain Dogs“ als das mittlere Album einer Trilogie mit den Platten „Swordfishtrombones“ und „Franks Wild Years“ angesehen. Auf dem Album hört man einen Stilmix aus Blues, Rock, Country, Polka, 20er Jahre Musik, experimentellem Rock und wohl noch Vieles mehr.

Diese Scheibe wird allgemein in den allerhöchsten Tönen gelobt, so wurde „Rain Dogs“ zum Beispiel 1989 in der Liste des Rolling Stones Magazine auf Platz 21 der „100 besten Alben der 1980er Jahre“ eingereiht. In der Liste derselben Zeitschrift, „The 500 Greatest Albums of All Time“, rangiert es auf Platz 397. Ich habe mir das Album zugelegt, da ich immer wieder etwas von Tom Waits hörte, es aber nicht einordnen konnte. An so viel Lob muss doch was dran sein, das muss untersucht werden. „Rain Dogs“ also eingelegt und immer wieder gehört. Doch leider – ich verstehe diese Musik nicht.

Für mich klingt Tom Waits hier nach einer kruden Ansammlung diverser musikalischer Genres, die nicht zusammenpassen und mich auch kaum tangieren. Cabaret- und Zirkus-Musik häufig, alles sehr rhythmisch gehalten, wenig davon eingängig, sodass es hängenbleiben würde. Lediglich die beiden Nummern „Hang Down Your Head“ und „Time“ bilden da für mich hörenswerte Ausnahmen. Die Texte sind zwar durchaus hörenswert, doch wenn diese musikalisch nicht lohnend umgesetzt werden, dann erschließt sich einem Vieles davon trotzdem nicht, da es einfach keinen Spaß macht zuzuhören. Nun, aber das ist mein Problem, man muss nicht alles hören können und schon gar nicht alles verstehen. Als Freund rockiger Töne wird man sich jedoch wohl eher schwer tun mit dieser durchaus sperrigen und ungewöhnlichen Musik, die wirklich schwer einzuordnen ist.

Fazit: „Rain Dogs“ gilt mit als das beste Album des Tom Waits. Es ist mir „normalen“ Maßstäben wohl nicht zu bewerten. Innovativ mag das durchaus sein, Vergleichbares kenne ich auch nicht. Nur trifft mich diese zum Teil atonale Musik nur ganz selten und Ausflüge in die 20er Jahre, in den Zirkus oder ins Cabaret sind auch nicht mein Ding. Für mich ist Tom Waits nicht zu fassen, tut mir leid. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Hang Down Your Head, Time



Donnerstag, 17. August 2017

Shiny Gnomes – Yours Gnomefully (A Trip Through The Gnomes’ Empire. Vol. 1)




Shiny Gnomes – Yours Gnomefully (A Trip Through The Gnomes’ Empire. Vol. 1)


Besetzung:

Limo – vocals, acoustic & electric guitars, tremolo guitar, fuzzguitar, shenais, trumpet, clarinet, barking
Gasi – grand piano, organ, strings, sampling, synthesizer, keyboards, noise oscillator
Hanz – bass, acoustic guitar, backing vocals, phantom drums, jews harp, mouth harp, fuzzbass
Mikk – drums, tambourine, congas, percussion, rotodrums
Ufo – drums, sampling, fuzzbass, guitarloop, shenais, amplified baking plate, percussion


Gastmusiker:

Martin Englert – violin
Buddha – congas, tables
Hank Mustapha – psychozouki, violin
Rick Lloyd – celestial choir
Hereward Kaye – celestial choir
Riff Ranshi Baclahara – sitar
Dave Young – acoustic guitar
Mrs. Fit – whisper & backing vocals, electric violin


Label: Roof Records


Erscheinungsdatum: 1992


Stil: Rock, Psychedelic Rock


Trackliste:

1. Cowboys Of Peace (5:27)
2. Wind Of Your Smile (4:42)
3. Lazing At Desert Inn (4:03)
4. Love Torture (3:48)
5. What Ulli Says (5:28)
6. Liquid Ladder (4:13)
7. Shiver With Cold (4:35)
8. Celestial Gymnasium (3:52)
9. Euphoria Machine (5:21)
10. Funny Nightmares (2:39)
11. Hello Darkness (4:08)
12. Hey Hey Don't Get Away (5:22)
13. Cryptic Tones (2:40)
14. Her Dog (3:06)
15. Wild Spells (2:30)
16. Wild Spells (Reprise) (3:05)

Gesamtspieldauer: 1:05:08




Seit 1985 veröffentlichte die Nürnberger Band Shiny Gnomes in regelmäßigen Abständen Platten. Im Jahr 1992 war es dann soweit, dass ein erstes Kompilationsalbum veröffentlicht wurde, welches die ersten sieben Jahre der Bandgeschichte nochmals zusammenfasste. Rock und Folk mit einigen psychedelischen Einschüben ist auf „Yours Gnomefully“ zu hören, einem „Best Of…“-Album, welches auch noch die Unterschrift „A Trip Through The Gnomes’ Empire. Vol. 1“ trägt. Veröffentlicht wurde das Album auf dem Plattenlabel Roof Records. Ein „Volume 2“ wurde bisher übrigens nicht nachgeschoben.

Diesem Album zu lauschen macht eine ganze Menge Laune. Abwechslungsreichen Rock gibt es hier zu hören, womit einmal mehr bewiesen wäre, dass gute Rockmusik auch aus deutschen Landen kommen kann. Gerade dieser psychedelische Einfluss in der Musik der Shiny Gnomes macht die Lieder zu etwas Besonderem, zu keiner 08/15-Ware. Dazu gesellen sich sogar kleinere Country- und Western-Anleihen, was den Titeln auf diesem Kompilationsalbum weitere Abwechslung verleiht.

Viele der Lieder auf „Yours Gnomefully (A Trip Through The Gnomes’ Empire. Vol. 1)“ gehen gut ins Ohr. Das Lied „Lazing At Desert Inn“ ist gar ein richtiger Ohrwurm, der auch jetzt noch, dreißig Jahre nach seiner Entstehung, nichts von seiner Eingängigkeit verloren hat – selbst wenn man das Lied schon sehr oft hörte. Weitere Höhepunkte sind der etwas folkige Opener „Cowboys Of Peace“, das ebenfalls sehr eingängige und sanfte „Hello Darkness“ sowie die eher etwas psychedelische Nummer „Liquid Ladder“. Letztere Nummer, weil sie zusätzlich, neben einem etwas experimentellen Ansatz, sehr gut die Abwechslung in der Musik der Shiny Gnomes widerspiegelt.

Fazit: Sehr interessant und abwechslungsreiche Musik präsentieren die Shiny Gnomes auf „Yours Gnomefully (A Trip Through The Gnomes’ Empire. Vol. 1)“. Alternative Rock, Folk und Psychedelic Rock gibt es hier zu hören. Vieles davon geht gut ins Ohr und wirkt nach, anderes klingt etwas verschroben und experimentell und erweitert damit das musikalische Spektrum der Band, was die Scheibe noch spannender werden lässt. Alles glücklicherweise kein Mainstream. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Cowboys Of Peace, Lazing At Desert Inn, Hello Darkness



Mittwoch, 16. August 2017

Godewind – Made In Freesland




Godewind – Made In Freesland


Besetzung:

Annegret Behrend
Verena Hocke
Carsten Böhm
Shanger Ohl
Larry Evers


Label: Brook


Erscheinungsdatum: 1986


Stil: Volkstümlicher Schlager


Trackliste:

1. Radio (2:50)
2. Made In Freesland (2:55)
3. Sitten All In Een Boot (3:05)
4. Bock Op Rock (2:17)
5. Jung, Mak Di Nich Krumm (2:36)
6. Möwenland (3:54)
7. Peter, De Köter (2:53)
8. Amerika (3:04)
9. As Een Schipp Is Uns Eer (2:51)
10. Dat Witte Blatt Papier (3:03)
11. Petticoat Un Popcorn (2:39)
12. Oh Haue Ha (2:44)

Gesamtspieldauer: 34:51




Dass volkstümlicher Schlager nicht nur aus Bayern oder Österreich kommen muss, das beweisen Godewind auf ihrer elften Veröffentlichung „Made In Freesland“ aus dem Jahr 1986. Erschienen ist das Album auf dem Plattenlabel Brook Records und enthält neben dem volkstümlichen Schlager noch eine ganze Anzahl weiterer musikalischer Genres für die Hörerin beziehungsweise den Hörer parat. So hört man auf diesem Album auch Rock ‘n‘ Roll, Pop und Rock, neben dem bereits erwähnten volkstümlich angehauchten Schlager.

Zu allermeist ist das sehr langweilige Musik, die für die volkstümliche Hitparade geschrieben wurde. Häufig ist die einzige Legitimation auch in solch einer Veranstaltung vertreten zu sein der Umstand, dass die Lieder auf Plattdeutsch eingesungen wurden. Musik, die meist langweilt und auch ansonsten eher belanglos denn interessant klingt. Zumindest sind allerdings die Texte etwas geistreicher, als bei so manchem anderen volkstümlichen Schlager. Das Thema „Liebe“ findet nicht statt.

Zu erwähnen ist auf „Made In Freesland“ vor allen Dingen das Lied „Möwenland“. Ein Stück, nach Volksmusik klingend, obwohl es aus den 80er Jahren stammt, welches mit einer wunderschönen Melodie versehen wurde, die ins Ohr geht. Ein sehr schönes Lied, leider musikalisch die Ausnahme auf „Made In Freesland“. Zu Vieles klingt hier nach Schlager, selbst solch ein Lied wie „As Een Schipp Is Uns Eer“, was noch ganz interessant startet, nimmt im Refrain diese schlagerske Stimmung auf – leider.

Fazit: Für Freunde des volkstümlichen Schlagers ist auf „Made In Freesland“ eine ganze Menge Musik vorhanden, die gefallen wird. Allerdings gibt es auch poppige Rock-Anleihen, womit man von diesem Album kein einheitliches Bild erhält. Die Texte sind inhaltlich definitiv besser, als bei den meisten Schlagern. Und dann ist da noch das Lied „Möwenland“, was sich lohnt gehört zu werden. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Möwenland



Dienstag, 15. August 2017

Herman Van Veen – Die seltsamen Abenteuer des Herman Van Veen




Herman Van Veen – Die seltsamen Abenteuer des Herman Van Veen


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1977


Stil: Liedermacher, Soundtrack


Trackliste:

1. Türen (1:13)
2. Ach ja, und ich bin Herman (2:50)
3. Strichweise Regen (2:40)
4. Sand, Sand, Sand (3:20)
5. Weg da! (3:10)
6. Warum hast du Angst? (3:30)
7. Kellergang (0:40)
8. Gespenster-Tango (2:00)
9. Spiegel (1:30)
10. Immer dieser Lärm hier (2:07)
11. Liebeslied (4:00)
12. Pingpong Song (1:23)
13. Das woll'n wir doch mal seh'n! (1:24)
14. Unter Wasser (3:03)
15. Das Lied von der Eile (1:10)
16. Das Lied vom Einkaufszettel (0:41)
17. Nicht zu kaufen (3:05)
18. Wir kommen auf dich zu geflogen (2:40)
19. Türen (1:30)

Gesamtspieldauer: 40:56




„Die seltsamen Abenteuer des Herman Van Veen“ heißt ein im Jahr 1977 veröffentlichtes Album des Niederländers Herman van Veen. Es beinhaltet einige Lieder der gleichnamigen, sechsteiligen TV-Kinder- und Jugendfernsehserie aus eben diesem Jahr 1977, die im Rahmen des Kinderprogramms der ARD ausgestrahlt wurde. Die passende Schallplatte wurde auf dem Label Polydor veröffentlicht.

Viele der insgesamt neunzehn Lieder haben eine Laufzeit von um oder unter zwei Minuten Spieldauer und untermalten kurze Episoden der Serie. Die dazugehörigen Texte sind eindeutig eher für ein Kinderpublikum gedacht und sollten dieses zum Teil zum Lachen bringen. Die Musik dagegen ist wunderschön melodisch und viele der auf „Die seltsamen Abenteuer des Herman Van Veen“ enthaltenen Stücke haben absoluten Ohrwurmcharakter.

Während die Serie selbst wohl auch für Kinder sehr fordernd, da mitunter etwas wirr und vielleicht sogar mit didaktischen Ideen der 70er Jahre vollgepackt war, beinhaltet der dazugehörige Soundtrack viele wunderschöne Lieder. Als Höhepunkte sind hier die beiden Nummern „Ach ja, und ich bin Herman“ sowie „Weg da!“ zu nennen, die wahrlich sofort ins Ohr gehen. Jedoch auch die restlichen Titel sind sehr hörenswert und wer als Kind diese Serie im Fernsehen sah, wird wohl den Sinn in den Episoden nicht immer ganz verstanden haben, sich ganz gewiss jedoch an die Musik erinnern.

Fazit: Sehr schön melodische und eingängige Musik, versehen mit Texten für Kinder, gibt es auf „Die seltsamen Abenteuer des Herman Van Veen“ zu hören. Natürlich ist das keine Musik, die man oft hören kann, aber ab und an, um in alten Erinnerungen zu schwelgen, lohnt sich die Scheibe wahrlich. Das dürfte auch der einzige Grund sein, diese Platte besitzen zu wollen, wenn man denn nicht Komplettist in Bezug auf Herman van Veen ist. Doch die Musik, die lohnt sich auch, wenn man die Serie nicht gesehen hat und kein Kind mehr ist. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Ach ja und ich bin Herman, Weg da



Montag, 14. August 2017

Andrew White – Come Closer




Andrew White – Come Closer


Besetzung:

Andrew White – vocals


Gastmusiker:

Norbert Daum – string arrangements
Curt Cress – drums and percussion
Wesley Plass – guitar
Paul Vincent – guitar
Manuel Kerbl – guitar
Hans Ströer – bass
Guiseppe Solera – saxophone
Rick Keller – saxophone
Hermann Weindorf – synthesizer
Wolley – chorus
Gotte – chorus
Charly – chorus
The Munich Philharmonic Orchestra


Label: BMG Records


Erscheinungsdatum: 1989


Stil: Pop


Trackliste:

1. If You See My Love (4:06)
2. Let It Go (3:25)
3. Go Real Slow (3:56)
4. Don't Get Addicted To Me (4:16)
5. With A Heart (3:38)
6. So Afraid Of Love (3:59)
7. All Or Nothing (3:55)
8. Never Give Up On Love (3:13)
9. On Your Own (3:23)
10. Come Closer (3:32)
11. Good Morning Lady (4:04)

Gesamtspieldauer: 41:27




Das Album „Come Closer“ von Andrew White ist ein gutes Beispiel dafür, wie unfassbar schlecht Musik klingen und sein kann. Das beginnt mit einem schleimigen Cover, setzt sich fort mit absolut nichtssagender und anbiedender Musik, die auf die Schnelle für irgendwelche Radiostationen komponiert worden zu sein scheint und endet mit unfassbar dämlichen und seichten Texten, die lediglich das Thema Schmalz in der Liebe bedienen.

Wenn man sich für Musik interessiert und auch Platten sammelt, dann kommt man unweigerlich auch in den Besitz von Musikträgern, die einfach nur schlecht sind und von denen man noch nicht einmal mehr weiß, woher man sie hat. „Come Closer“ von Andrew White habe ich definitiv nicht gekauft, das muss ein Geschenk gewesen sein, wahrscheinlich ein Werbegeschenk, denn keiner meiner Freunde möchte mir etwas Böses.

Die Lieder auf „Come Closer“ sind so unfassbar schlecht und belanglos, dass ich lange überlegte, überhaupt hier darüber zu schreiben. Qualitativ ist das auf einer Höhe wie DJ Bobo oder David Hasselhoff. Billigster Pop, der jede Freundin und jeden Freund guter Musik nur noch schmerzt. Alles auf „Come Closer“ klingt seicht, jeder Text gleich und das Saxophon hat fast einen Dauerauftritt, da es wohl Ende der 80er Jahre gerade hip war, dieses Instrument mit einzusetzen. Viel mehr lässt sich über diese Scheibe einfach nicht sagen.

Fazit: Musik kann ganz schlimme Auswüchse annehmen. Diese kann man auf „Come Closer“ von Andrew White hören. Schlechte Musik in allen Belangen. Man weiß auch gar nicht, was Andrew White einem mit diesem Titel „Come Closer“ sagen möchte. Denn wenn man sich wirklich nähern würde, würde man abrutschen, so schleimig ist diese Platte geworden. Null Punkte.

Anspieltipps: Nichts



Von diesem Andrew White und "Come Closer" ist auf You Tube nichts vorhanden.

Sonntag, 13. August 2017

Cream – The Story Of Cream




Cream – The Story Of Cream


Besetzung:

Ginger Baker – drums
Eric Clapton – guitar, vocals
Jack Bruce – bass, vocals


Gastmusiker:

Felix Pappalardi – mellotron, piano (“Badge”)
L’Angelo Misterioso – rhythm guitar (“Badge”)


Label: RSO


Erscheinungsdatum: 1978


Stil: Blues Rock, Psychedelic Rock


Trackliste:

Seite 1:

1. Traintime (6:52)
2. Toad (15:53)

Seite 2:

1. White Room (4:56)
2. Sittin' On Top Of The World (4:56)
3. Strange Brew (2:47)
4. Tales Of Brave Ulysses (2:47)
5. Sunshine Of Your Love (4:11)
6. Take It Back (3:03)

Seite 3:

1. I'm So Glad (9:11)
2. Politician (6:19)
3. Spoonful (6:31)

Seite 4:

1. Born Under A Bad Sign (3:08)
2. Badge (2:45)
3. Crossroads (4:13)
4. N.S.U. (2:40)
5. Passing The Time (4:31)
6. I Feel Free (2:48)
7. Mother's Lament (1:47)

Gesamtspieldauer: 1:28:22




„The Story Of Cream” ist ein Kompilationsalbum über die englische Band Cream, welches im Jahr 1978 veröffentlicht wurde. Die Musik darauf stammt aus den Jahren 1966 bis 1969. Die Band Cream existierte von 1966 bis zum November 1968, als sie sich auflöste. Das letzte Album „Goodbye“ wurde im Februar 1969 veröffentlicht, hiervon stammt auf diesem, Kompilationsalbum noch der Titel „Badge“, der von Eric Clapton und George Harrison geschrieben wurde, welcher auf dem Titel unter dem Pseudonym L’Angelo Misterioso die Rhythmus-Gitarre einspielt. Da sich Cream allerdings auch selbst recycelten, findet man die Nummer „I’m So Glad“, die ursprünglich vom ersten Album „Fresh Cream“ aus dem Jahr 1966 stammt, auch in der verlängerten Version der letzten Platte „Goodbye“ wieder.

Auf „The Story Of Cream” hört man Studioaufnahmen sowie Live-Einspielungen, ganz so, wie es Cream auch schon zu Zeiten ihres Bestehnens machten. Die vorherrschende Musikrichtung ist ganz klar der Blues Rock. Von Psychedelic Rock kann man am ehesten auf der Seite 1 des Doppelalbums sprechen, auf dem es Live-Aufnahmen zu hören gibt, in denen die Musiker ihrer Spielfreude freien Lauf lassen und fast schon zu improvisieren scheinen. So hört man auf „Toad“ ein ellenlanges Schlagzeug-Solo, was in den 60er Jahren die Massen begeisterte, heute dafür umso seltsamer wirkt und klingt.

Interessant klingt hier viel auf dem Kompilationsalbum, einige Lieder sind auch inzwischen zu Klassikern des Rock geworden. Erwähnt seien an dieser Stelle die Stücke „White Room“, „Sunshine Of Your Love“ und I Feel Free. Man bekommt mit „The Story Of Cream” durchaus einen sehr guten Überblick über die Musik von Cream, die ganz bestimmt besser gefällt, je mehr man dem „weißen Blues“ abzugewinnen versteht – und wohl auch, je älter man ist. Denn heutzutage klingt die Band längst nicht mehr so spannend, wie damals, Ende der 60er Jahre. Aber Cream waren Pioniere zu ihrer Zeit und bereiteten zahlreichen Bands den Weg. Bis zu diesem Zeitpunkt gab es solche Musik nicht von einer weißen und englischen Band.

Fazit: Mit „The Story Of Cream” kann man sehr gut in das musikalische Universum der Band Cream eintauchen. Für viele Musikhörerinnen und Musikhörer der jüngeren Generation dürfte die Musik nicht mehr ganz so spannend sein, wie sie sich für viele zur damaligen Zeit angehört hat. Für Blues-Fans sicherlich lohnend, für Fans der Band dann eine schöne Zusammenstellung, wenn sie die Originalalben noch nicht besitzen. Sieben Punkte.

Anspieltipps: White Room, Tales Of Brave Ulysses, Passing The Time



Samstag, 12. August 2017

Infamis – Another Last Goodbye




Infamis – Another Last Goodbye


Besetzung:

Deelay – drums, backing vocals, choir
R. Schwettge – vocals, percussion
M. Schild – guitar, banjo, bass, backing vocals, choir
P. Moulin – guitar, organ, backing vocals, choir
A. Krohn – bass, choir
M. Buhrmeister – bass
O. Peters – bass
T. Haase – bass
M. Maasbrock – drums
Kool Bone – choir
Matt – choir
Paul Woods – choir


Label: Moloko Plus


Erscheinungsdatum: 1997


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. On (1:13)
2. Some Day (6:06)
3. Cynthia (4:07)
4. Behind The Door (Moon's Paradise) (3:25)
5. Bad Luck (3:57)
6. Ballad Of Sadface (6:50)
7. The Warden (4:25)
8. Gimme An Orange (1:08)
9. Another Last Goodbye (5:56)
10. Off (1:44)

Gesamtspieldauer: 38:57




Infamis ist eine Band aus Berlin, die zu Beginn ihres Schaffens ihre Lieder in englischer Sprache vortrug, dann jedoch zur deutschen Sprache überwechselte. Der größte Fan der Band dürfte wohl Filmemacher Wim Wenders sein, der durch einen Radiomoderator, „mit dem man gut über Musik reden konnte und der viel davon verstand“, wie Wim Wenders in einem Interview sinngemäß sagte, auf die Band aufmerksam wurde. Er hörte sich die bisherigen Platten von Infamis an, lernte sie zu schätzen und ihre Musik zu lieben. So sehr sogar, dass er sie für sein eigenes Plattenlabel verpflichte. Das war allerdings nach „Another Last Goodbye“, welches im Jahr 1997 noch auf dem Label Moloko Plus veröffentlicht worden ist.

Man kann es nicht so ganz verstehen, warum Infamis nicht einem breiteren Publikum bekannt sind. So hört man auf „Another Last Goodbye“ gut gemachten Alternative Rock aus Deutschland, der wie beim Titel „Behind The Door (Moon's Paradise)“ mitunter sogar einen klitzekleinen Country Einschlag aufweist. Ansonsten wird gerockt auf dieser Scheibe, jedoch kommen die ruhigeren und sanfteren Töne auch nicht zu kurz. Dabei ist die Musik eingängig und melodiös, auch wenn man sich in die Lieder erst hineinhören muss. Die Stimmung des Albums ist allgemein eine eher dunkle und traurige. Die einzelnen Lieder sind atmosphärisch dicht und können damit durchaus beeindrucken. Nahezu perfekt dazu passt die Stimme von Sänger René Schwettge, der den traurig melancholischen bis düsteren Eindruck der einzelnen Lieder noch verstärkt.

Höhepunkte auf „Another Last Goodbye“ sind für mich das bereits erwähnte „Behind The Door (Moon's Paradise)“, da es schön ins Ohr geht. Dann ist da die Nummer „Ballad Of Sadface“. Dieses Lied ist wahrlich ergreifend. Es steigert sich langsam, wird immer intensiver, ist plötzlich beendet und startet erneut, um die ursprüngliche Stimmung wieder aufzunehmen. Tolles Stück. Und schließlich soll hier auch das Titellied „Another Last Goodbye“ nicht unerwähnt bleiben. Ein rockiger Titel, der zu pulsieren scheint und über diesen gewissen Wiedererkennungswert verfügt. Die Melodie geht ins Ohr, setzt sich fest. Ganz klar, das sind alles keine Lieder, die im Radio laufen. Infamis machen keine Musik, die man schnell nebenher konsumieren kann. Auf das Album „Another Last Goodbye“ und diese Musik muss man sich einlassen können, dann wird man reich belohnt.

Fazit: Deutschen Alternative Rock dieser Ausprägung kenne ich sonst nicht. Infamis präsentieren ihren Hörerinnen und Hörern auf dem Album „Another Last Goodbye“ sehr intensive Musik, die packt und beeindruckt, nicht zuletzt mit einer dunklen Grundstimmung. Lieder in die man eintauchen kann. Für alle, die sich für Musik außerhalb des Mainstreams interessieren und die der Musik auch Zeit geben, sich entwickeln zu können. Elf Punkte.

Anspieltipps: Behind The Door (Moon's Paradise), Ballad Of Sadface, Another Last Goodbye