Montag, 23. April 2018

Günter Schickert – Überfällig




Günter Schickert – Überfällig


Besetzung:


Günter Schickert – Gitarren, Stimme


Gastmusiker:

Charles M. Heuer – Schlagwerk, Stimme


Label: Bureau B


Erscheinungsdatum: 1979


Stil: Elektronische Musik


Trackliste:

1. Puls (14:55)
2. In der Zeit (4:50)
3. Apricot Brandy II (13:00)
4. Wanderer (8:42)

Gesamtspieldauer: 41:29




Günter Schickert war zunächst Roadie und Assistent von Klaus Schulze und kam auf diese Weise zur elektronischen Musik. 1973 gründete er zunächst mit Axel Struck (Gitarre) und Michael Leske (Schlagzeug) das Trio GAM. Schließlich probierte er sich auf Solo-Pfaden aus und veröffentlichte in den 70er Jahren zwei Alben. „Samtvogel“ erschien im Jahr 1975 und vier Jahre später folgte das Album „Überfällig“, zunächst bei Sky Records aufgelegt, dann 2012 beim Plattenlabel Bureau B erneut erschienen.

Hört man die Musik auf „Überfällig“, meint man beim Eröffnungstitel „Puls“ zwangsläufig, jede Menge Synthesizer-Musik zu hören, doch sind es Gitarren, die hier zu hören sind. Viele Gitarrenspuren wurden bei diesem Titel übereinandergelegt, schließlich auch noch etwas verfremdet und durch weitere Geräusche wie den Atem, Wasserplantschen, Kinderstimmen, Meeresrauschen, Wind, und noch vieles mehr angereichert und unterfüttert. Das klingt wahrlich spannend, ist sehr repetitiv und wirkt auf diese Weise fast schon hypnotisierend. Der zweite Titel, „In der Zeit“, startet mit mechanischen Tönen und Klopfgeräuschen. Eine Tür wird aufgesperrt, Vogelgezwitscher erklingt, die Kirchturmglocken läuten und eine ganz sanfte akustische Nummer entwickelt sich. Zu dieser singt eine Frauenstimme sehr zurückhaltend, fast schon unbeholfen, was die zerbrechliche Atmosphäre des Stücks nochmals verstärkt.

„Apricot Brandy II“ bewegt sich dann im sehr psychedelischen Bereich, klingt wie die Vertonung eines Traumes mit reichlich sphärischen Ausflügen. Die Nummer steigert sich immer mehr, Lautstärke, Intensität und Tempo ziehen an und auch die durch den Raum fliegenden Wortfetzen werden greller. Das letzte Lied des Albums, „Wanderer“, ist schließlich eine sanfte und sehr rhythmische Nummer, die eine überaus relaxte Atmosphäre verströmt. Das Lied endet schließlich wieder mit Atemgeräuschen und Wasserplantschen, der Ringschluss zum Beginn des Albums ist vollzogen. Auch mit diesen beiden letzten Nummern kann Günter Schickert und seine Musik punkten und überzeugen.

Fazit: Ein dichtes und intensives Album ist die zweite Veröffentlichung von Günter Schickert mit dem Namen „Überfällig“ geworden. Spannende elektronische Musik, angefüllt mit vielen klasse umgesetzten Ideen. Wer Krautrock und elektronische Musik mag, die oder der dürfte mit der Scheibe nichts falsch machen. „Überfällig“ klingt melodiös und ist trotzdem irgendwie experimentell. Musik aus einer Zeit, als man als Musiker noch völlig neue Sachen ausprobieren konnte. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Puls, In der Zeit



Sonntag, 22. April 2018

Sama Dams – Say It




Sama Dams – Say It


Besetzung (Ohne Instrumentenangabe):

Lisa Adams
Sam Adams
Chris Hermsen


Gastmusiker:

John Nastos – woodwinds on „Western Love“ & „Driving By“
Nate Lown – trombone on „Western Love“
Skip Vonkuske – cello on „Ocean“


Label: Friendship Fever


Erscheinungsdatum: 2018


Stil: Avant-Indie, Experimental, Post Rock


Trackliste:

1. Pockets (2:53)
2. Driving By (4:24)
3. Secrets (2:34)
4. Say It (3:49)
5. Down By One (3:25)
6. Dig Ourselves A Hole (3:27)
7. Western Love (4:23)
8. Stakes (4:55)
9. Night Sweats (3:38)
10. Ocean (4:13)

Gesamtspieldauer: 37:44



Sama Dams ist eine im Jahr 2012 in Portland, Oregon, USA gegründete Band, die in diesem Jahr bereits ihr viertes Studio-Album veröffentlichte. „Say It“ heißt dieses und es erschien am 4. April 2018 auf dem Plattenlabel Friendship Fever. Zu hören gibt es darauf eine intensive musikalische Reise durch die Gefilde des Avantgarde bis Post Rocks mit kleineren experimentelleren Ausflügen. Dabei strömen die einzelnen Lieder allesamt sehr melodiös aus den Boxen.

Die Musik von Sama Dams auf „Say It“ klingt frisch, spontan, experimentell und an jeder Stelle der Platte auch eingängig. Krumme Takte, wechselnde Rhythmen, etwas schrägere Töne und wundervolle Melodien umschwirren die Ohren der Hörerin und des Hörers und setzen sich dabei schnell fest. Alles klingt, wirkt und hört sich spannend an. Den Gesang teilen sich Lisa und Sam Adams. Hier die helle und klare Stimme der Lisa Adams, dort der sehr wandlungsfähige Gesang ihres Ehemanns Sam, der manchmal fast schon weinerlich, dann wieder beschwörend und schließlich ein wenig aggressiv klingen kann. Die Grundstimmung der Platte ist eher ruhig angelegt, doch werden Tempo und gefühlte Lautstärke ebenfalls variiert und angezogen, was zusätzlich viel zur Abwechslung auf „Say It“ beiträgt.

Es ist vor allen Dingen diese spannende Musik, die immer wieder mit neuen Stimmungen überrascht, zwischen sanfter, melodiöser Gelassenheit und überraschenden Tonfolgen pendelt. Nichts klingt auf „Say It“ eintönig, viele verschiedene Ideen wurden auf dem Album umgesetzt. Am Überzeugendsten klingen dabei das dunkle Titellied „Say It“, dessen Atmosphäre von einem „schweren“ Orgelsound geprägt wird. Und schließlich sind es noch alle Stücke am Ende des Albums, die zumindest für meine Ohren herausragen. Das zunächst monotone und dabei trotzdem eindringliche „Stakes“, bei dem sich die Stimme des Sam Adams in die höchsten Höhen erhebt und welches im weiteren Verlauf in den Bereich des Psychedelic Rock driftet. „Night Sweats“ klingt dagegen völlig entspannt, ruhig und ein wenig getragen. Versehen mit einer schönen Melodie setzt sich auch dieser Titel schnell fest. Und schließlich folgt der überzeugende Abschluss der Platte mit dem Lied „Ocean“. Jetzt singt zunächst wieder Lisa Adams, bevor Sam Adams sich ebenfalls gesanglich einreiht. Die Stimmung wechselt von sanft nach rockig und die Gesänge der beiden gehen sehnsüchtig in der Musik auf.

Fazit: Ein überaus abwechslungsreiches und durchaus auch eingängiges Post Rock Album ist „Say It“ von Sama Dams aus Portland geworden. Post Rock in seiner spannenden und intensiven Ausführung. Die Musik klingt immer wieder überraschend und hält sehr gelungene Wendungen für die Hörerinnen und den Hörer parat. Da bereitet das Zuhören eine ganze Menge Spaß und lohnt sich. Elf Punkte.

Anspieltipps: Say It, Stakes


Aktuelle Tourdaten:

24.4. Rote Fabrik | Zürich (CH)
25.4. Frischzelle | Darmstadt (DE)
26.4. Noch Besser Leben | Leipzig (DE)
27.4. Kasseturm | Weimar (DE)
28.4. Hafen 2 | Offenbach (DE)
30.4. Monomontag | Winterthur (CH)
3.5. Parterre | Basel (CH)
4.5. Asta Kneipe | Rosenheim (DE)
5.5. Becker und Funck | Düren (DE)
6.5. Kaufbar | Braunschweig (DE)
7.5. Tonfink | Lübeck (DE)
9.5. Bergfest | Berlin (DE)
10.5. Glashaus | Bayreuth (DE)
11.5. Röda | Steyr (AT)



Samstag, 21. April 2018

Toto – Toto




Toto – Toto


Besetzung:

Bobby Kimball – lead and backing vocals
Steve Lukather – guitars, lead and backing vocals
David Paich – keyboards, lead and backing vocals
Steve Porcaro – keyboards, lead vocals on “Takin‘ It Back“
David Hungate – bass
Jeff Porcaro – drums, percussion


Gastmusiker:

Lenny Castro – percussion
Jim Horn – saxophone, wind instruments
Chuck Findley – horns
Roger Linn – synthesizers
Marty Paich – string arrangements
Sid Sharp – string arrangements
Cheryl Lynn – backing vocals on “Georgy Porgy“


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1978


Stil: Pop, Rock, Disco, R’n‘B


Trackliste:

1. Child’s Anthem (2:46)
2. I’ll Supply The Love (3:46)
3. Georgy Porgy (4:09)
4. Manuela Run (3:55)
5. You Are The Flower (4:10)
6. Girl Goodbye (6:13)
7. Takin’ It Back (3:47)
8. Rockmaker (3:19)
9. Hold The Line (3:56)
10. Angela (4:45)

Gesamtspieldauer: 40:50



Das selbstbetitelte Debut-Album der US-amerikanischen Band Toto erschein am 15. Oktober 1978 auf dem Plattenlabel Columbia Records, welche inzwischen eine Tochtergesellschaft der Sony Music ist. Keyboarder und Sänger David Paich schrieb die meisten Stücke der Platte. Lediglich die Nummern „You Are The Flower“ (Bobby Kimball) und „Takin‘ It Back“ (Steve Porcaro) besitzen andere Autoren. Das Album kletterte in den USA bis auf Platz 9 der U.S. Billboard 200, in Deutschland platzierte sich das Album sogar noch einen Platz höher in den Charts.

Auf „Toto“ von Toto hört man eine Mischung aus Pop, Rock und auch Disco, die mal mehr, mal weniger ins Ohr geht. Der Sound von Toto ist dabei durchaus speziell und besitzt einen Wiederkennungswert, die Lieder lassen sich allerdings sehr gut der Musik Ende der 70er Jahre zuordnen. Die Texte sind dagegen zum Teil leider unterirdisch und handeln vom großen Thema der „Liebe“. Von daher klingt sehr Vieles auf „Toto“ überaus schnulzig, was durch entsprechend weichgespülte Musik auch nochmals untermalt wird. Trotzdem wird diese Scheibe unter Fans als Klassiker gehandelt und in den höchsten Tönen gelobt. Diese Mischung aus Pop, Rock und auch Disco-Anleihen geht wirklich manchmal auch gut ins Ohr, da gibt es kein Vertun.

Die Höhepunkte der Platte sind gleichzeitig auch die beiden bekanntesten Lieder auf dem Album. „Child’s Anthem“ und „Hold The Line“ sind schöne und abwechslungsreiche Titel, die sehr gut ins Ohr gehen und ebenfalls diesen gewissen Wiedererkennungswert besitzen. Gleichzeitig sind diese beiden Titel mit die bekanntesten Nummern von Toto. Einen gewissen Ohrwurmcharakter kann man da ganz bestimmt nicht von der Hand weisen.

Fazit: „Toto“ von Toto ist so angelegt, dass es möglichst vielen Menschen schnell gefallen kann. Zwei Ohrwürmer enthält die Scheibe mit der Instrumentalnummer „Child’s Anthem“ sowie dem Hit „Hold The Line“ zudem. Die Lieder klingen nur leider allzu oft sehr schmalzig und bedienen viele Klischees US-amerikanischer Stadion Rock Bands der 70er Jahre. Das schmälert den Hörgenuss ganz ungemein. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Child’s Anthem, Hold The Line



Freitag, 20. April 2018

Motorpsycho – Let Them Eat Cake




Motorpsycho – Let Them Eat Cake


Besetzung:

Bent Sæther – vocals, bass, guitars, drums, percussion, rhodes piano, wood blocks, minimoog, piano, harmonium
Hans Magnus Ryan – guitars, vocals, clavinet, double bass, violins, mandolin
Håkon Gebhardt – drums, vocals, percussion, zither, guitars, piano


Gastmusiker:

Helge Sten (Deathprod) – drum machine
Baard Slagsvold – piano, rhodes piano, backing vocals
Ole Henrik Moe (Ohm) – violins, gong
Kristin Karlsson – violin
Kristin Skjølaas – violin
Einy Langmoen – viola
Kjersti Rydsaa – cello
Arne Frang – tenor saxophone
Jørgen Gjerde – trombone
Erlend Gjerde – trumpet
Helge Sunde – trombone
Tone Reichelt – waldhorn
Arve Henriksen – trumpet, mellophone


Label: Stickman Records


Erscheinungsdatum: 2000


Stil: Alternative Rock, RetroProg


Trackliste:

1. The Other Fool (5:40)
2. Upstairs-Downstairs (5:12)
3. Big Surprise (3:36)
4. Walkin' With J. (3:59)
5. Never Let You Out (2:46)
6. Whip That Ghost (6:30)
7. Stained Glass (6:12)
8. My Best Friend (4:21)
9. 30/30 (7:21)

Gesamtspieldauer: 45:40




„Let Them Eat Cake“ heißt das achte Studio-Album der norwegischen Rock Band Motorpsycho. Die Scheibe erschien im Februar 2000 weltweit auf dem Plattenlabel Stickman Records, lediglich in Norwegen wurde sie auf dem Label Sony Music veröffentlicht. Ein wenig hat sich mit „Let Them Eat Cake“ ein Stilwechsel in der Musik von Motorpsycho vollzogen. Dieser Richtungswechsel vollzog sich weg vom harten und kompromisslosen Rock, hin zu sehr viel sanfteren Tönen und Liedern, welche eingängig klingen und manchmal mit leicht jazzigem bis psychedelischem Einschlag versehen wurden. Hard Rock gibt es überhaupt nicht mehr zu hören.

Die Lieder von Motorpsycho wurden kürzer auf „Let Them Eat Cake“. Beim ersten Mal des Hörens auch durchaus eingängiger. Auch glaubt man an der ein oder anderen Stelle mal die Beatles herauszuhören. Im Falle von „Never Let You Out“ hört man ein Lied, welches auch gut auf das erste Pink Floyd Album „The Piper At The Gates Of Dawn“ gepasst hätte. Dabei überzeugt leider längst nicht mehr alles auf dem Album. Die sechseinhalbminütige Instrumentalnummer „Whip That Ghost“ mag durchaus mit einem innovativen, fast schon hektischen Rhythmus aufwarten, zu dem die Gitarre einen jazzig-relaxten Melodienbogen spielt. Begeisterungsstürme bezüglich der Innovation dieses Titels bleiben allerdings aus. Ganz nett, jedoch kein Lied, welches einen länger beschäftigt. Auch sonst sind viele der poppig-rockigen Nummern nicht unbedingt etwas Außergewöhnliches. Allerdings, das muss man sicher festhalten, gehen die Lieder durchaus ins Ohr, womit wohl auch begründet werden kann, warum ausgerechnet „Let Them Eat Cake“ das erste Album von Motorpsycho ist, welches in ihrem Heimatland bis auf Platz 1 der Charts kletterte.

Nun, die Höhepunkte gibt es allerdings natürlich auch auf diesem ersten Nimmer-1-Album. „The Other Fool“, „Stained Glass“ sowie „30/30“ heißen diese. „The Other Fool“ ist eine poppige Nummer, ausgestattet mit einer ganzen Menge an Streichern, die nicht nur harmonisch, sondern auch durchaus mal schräg klingen. Bei „Stained Glass“ handelt es sich dagegen um ein sehr sanftes und nachdenkliches Lied. Schöne Nummer, die weich, warm und eingängig das Ohr umschmeichelt. Bliebe schließlich noch der letzte Titel auf „Let Them Eat Cake“ zu erwähnen, gleichzeitig auch das letzte Lied der Platte. Sehr sphärisch im Bereich des Ambient beginnt das Stück. Der Gesang setzt ein und dazu hört man ein elektronisches Ticken sowie einen breiten Synthesizer-Klangteppich. Langsam, ganz langsam steigert sich die Nummer, ohne dabei wirklich Fahrt aufzunehmen. Dann setzen die Bläser ein und die Stimmung wird sehr heimelig, fast schon weihnachtlich. Das Stück geht erneut in den Gesangsteil über, eine sanfte Atmosphäre breitet sich über allem aus, verschlingt jeden bösen Gedanken, um schließlich sehr psychedelisch und letztendlich absolut abrupt zu enden.

Fazit: „Let Them Eat Cake“ ist ein Album geworden, welches sicherlich eingängiger ist, als so manch andere Scheibe von Motorpsycho. Ganz klar geht diese Eingängigkeit auf Kosten der Experimente, des Progressiven, welches man auch auf einigen Motorpsycho-Alben hören kann. Diese Mischung aus Pop und Rock hat auch ihre schönen, überzeugenden und besonderen Stellen, doch das Allermeiste von „Let Them Eat Cake“ kann ich auch bei anderen Bands hören. Neun Punkte.

Anspieltipps: The Other Fool, Upstairs-Downstairs, Stained Glass, 30/30



Donnerstag, 19. April 2018

George Michael – Ladies And Gentlemen: The Best Of George Michael




George Michael – Ladies And Gentlemen: The Best Of George Michael


Besetzung:

George Michael – vocals


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1998


Stil: Dance Pop, RetroProg


Trackliste:

CD1:

1. Jesus To A Child (6:51)
2. Father Figure (5:41)
3. Careless Whisper (7" Version) (5:00)
4. Don't Let The Sun Go Down On Me (5:48)
5. You Have Been Loved (5:29)
6. Kissing A Fool (4:35)
7. I Can't Make You Love Me (5:21)
8. Heal The Pain (4:47)
9. A Moment With You (5:42)
10. Desafinado (with Astrud Gilberto) (3:20)
11. Cowboys And Angels (7:14)
12. Praying For Time (4:44)
13. One More Try (5:53)
14. A Different Corner (New Mix) (4:04)
15. Waltz Away Dreaming (4:45)

CD2:

1. Outside (4:45)
2. As (with Mary J. Blige) (4:46)
3. Fastlove (5:30)
4. Too Funky (3:44)
5. Freedom 90 (6:28)
6. Star People 97 (5:38)
7. Killer / Papa Was A Rollin' Stone (4:16)
8. I Want Your Sex (Part II) (4:37)
9. The Strangest Thing 97 (4:41)
10. Fantasy (5:01)
11. Spinning The Wheel (6:09)
12. Waiting For That Day (4:50)
13. I Knew You Were Waiting (For Me) (with Aretha Franklin) (3:58)
14. Faith (3:13)
15. Somebody To Love (with Queen) (5:25)

Gesamtspieldauer CD1 (1:14:37) und CD2 (1:14:09): 2:28:46




Das erste „Best Of…“-Album des englischen Sängers George Michael trägt den Titel „Ladies And Gentlemen: The Best Of George Michael“. Es erschien am 1. Dezember 1998 passend zur Vorweihnachtszeit in Form eines Doppel-Albums auf dem Plattenlabel Sony Music Entertainment und ist nach seinem Debut-Studio-Album seine erfolgreichste Platte mit weltweit über neun Millionen verkauften Kopien.

Das Album ist zweigeteilt. So hört man auf der ersten CD, die den Untertitel „For the Heart“ trägt, hauptsächlich sanfte Balladen, wohingegen sich auf der zweiten CD, die mit der Überschrift „For the Feet“ versehen wurde, tanzbare Titel befinden. „Ladies And Gentlemen: The Best Of George Michael“ enthält einige Duette, die sonst auf keinem offiziellen George Michael Album vertreten sind, so zum Beispiel die Nummer „I Knew You Were Waiting (For Me)“ mit Aretha Franklin, „Desafinado“, ein Duett mit der brasilianischen Sängerin Astrud Gilberto und den Titel „Don't Let The Sun Go Down On Me“, bei dem man George Michael zusammen mit Elton John hört.

Die Musik auf „Ladies And Gentlemen: The Best Of George Michael“ ist eine Mischung aus Soul und Dance Pop. Es wird sehr schwierig, wenn man sich in diesen Genres nicht Zuhause fühlt. So gibt es auch nur ganz wenige Lieder, die einem als Freund von Rock Musik ansprechen und ins Ohr gehen. Sehr viel häufiger ist diese Art der Musik unter den Voraussetzungen des Rocks eine wahnsinnige Qual und kaum zu ertragen. Die Texte sind süßlich überzuckert, die Musik ist es ebenso und klingt dabei leider so gar nicht eingängig. Auch eine romantische Ader hilft da kaum weiter, es muss etwas anderes geben, was einen diese Art der Musik schön klingen lässt. Etwas, was ich nicht verstehe und auch nicht finde.

Die Titel sind zumindest im gleichen musikalischen Genre gehalten, man kann sich also auf die beiden Scheiben einstellen und wird mittendrin nicht großartig überrascht werden. Finden sich auf „For the Heart“ für meine Ohren noch annehmbare Titel wie „Jesus To A Child“, „Father Figure“, „Careless Whisper“, „Cowboys And Angels“ oder „Praying For Time“, so streikt mein Musikverständnis auf CD2 vollständig, alles setzt irgendwie aus und es wird Zeit ganz schnell das Weite zu suchen.

Fazit: Im Grunde genommen ist diese Art der Musik für mich kaum zu bewerten, da ich sie persönlich unglaublich langweilig, belanglos und sogar schlecht finde. Schlecht ist sie allerdings sicherlich nicht, nur trifft das eben so überhaupt nicht meinen musikalischen Nerv. Die Texte sind schlecht und langweilig, das kann man hören, der Rest ist einfach Geschmackssache. Entschuldigung also für eine sehr subjektive Betrachtung dieser Musik, die allerdings so gar nicht bei mir zünden will. Ach übrigens, „Last Christmas“ von Wham kann ich leider auch überhaupt nicht hören. Ganz schlimm. Drei Punkte.

Anspieltipps: Cowboys And Angels



Mittwoch, 18. April 2018

Vaya Con Dios – Night Owls




Vaya Con Dios – Night Owls


Besetzung:

Dani Klein – vocals, backing vocals
Dirk Schoufs – contra bass
Jean-Michel Gielen – acoustic guitar


Gastmusiker:

Eric Melaerts – acoustic guitar
Koen De Cauter – acoustic guitar
Bruno Castellucci – drums
Marcel De Cauwer – drums
Luc Vanden Bosch – drums
Patrick Mortier – trumpet, flugelhorn
Jean Van Wouwe – saxophone
Clement Van Hove – trombone
Verona Davis – background vocals
Maria Lekranty – background vocals
Regina Lekranty – background vocals
Steve Clisby – background vocals
Jason Johnson – background vocals
Ingrid Simons – background vocals
Frank Wuyts – piano
André Brasseur – hammond organ
Frank Michiels – percussion
Jean-Louis Roques – accordion


Label: BMG Ariola


Erscheinungsdatum: 1990


Stil: Latin Pop, Gypsy, Soul, Blues, Pop


Trackliste:

1. Nah Neh Nah (2:56)
2. Far Gone Now (3:11)
3. Sunny Days (3:27)
4. Sally (3:35)
5. Something’s Got A Hold On Me (2:39)
6. I Don’t Want To Know (3:33)
7. What's A Woman? (3:55)
8. Night Owls (3:59)
9. Pack Your Memories (3:06)
10. With You (3:17)
11. Travelling Light (3:33)
12. Quand Elle Rit Aux Éclats (3:46)

Gesamtspieldauer: 41:02



Vaya Con Dios war eine belgische Band, die dafür stand, musikalische Stile zu kombinieren und zu vermischen. Ein weiteres Kennzeichen der Band, die von 1986 – 1996 und von 2004 – 2014 aktiv war, ist die ausdrucksstarke Stimme von Sängerin Dani Klein. Vaya Con Dios sind bis heute die erfolgreichste belgische Band und verkauften bisher über sieben Millionen Alben weltweit. „Night Owls“ heißt das zweite Studio-Album von Vaya Con Dios und erschein am 25. April im Jahr 1990 auf dem Plattenlabel BMG Ariola. Gleichzeitig war diese Scheibe auch die erfolgreichste der Band in Deutschland.

Auch auf diesem Album hört man den Stilmix der Belgier, der von Gypsy-Musik über Latin-Klänge bis hin zu Soul, Pop und Blues reicht. Ein einheitliches Bild gibt solch eine Platte dementsprechend keineswegs ab. Das Album startete jedoch in den Charts durch, was nicht zuletzt am Hit „Nah Neh Nah“ lag, ein Lied, welches im Refrain jede und jeder bereits beim ersten Mal des Hörens mitsingen kann. Seltsamerweise heißt das Lied allerdings „Nah Neh Nah“, obwohl Dani Klein immer „Neh Nah Nah Nah“ singt. Das Lied ist ein Ohrwurm und setzt sich fest, sobald man es einmal gehört hat. Kommt gut in Bierzelten. Leider nervt der Titel auch ziemlich schnell.

Der Rest der Platte geht dann deutlich schlechter ins Ohr. Die Brass-Abteilung hat immer wieder ihren Auftritt und mitunter swingt es auch ganz nett, doch überzeugend oder gar mitreißend klingt da nichts. Am gelungensten klingt für meine Ohren noch „I Don’t Want To Know“. Ein melancholisches bis sehnsüchtiges und sanftes Lied, mit viel Akkordeon, welches durchaus auch eingängig ist. Leider war es das dann allerdings auch bereits, der ganze Rest der Scheibe läuft so durch und ist deutlich weniger interessant.

Fazit: Einen gewagten Stilmix haben die Belgier von Vaya Con Dios auf ihrem zweiten Album „Night Owls“ versammelt. Dieser kam allerdings bei den Käuferinnen und Käufern gut an, denn diese griffen beherzt zu und machten diese Platte zusammen mit dem Nachfolger „Time Flies“ zu den erfolgreichsten Platten der Band. Insgesamt wirkt das Album dadurch allerdings sehr uneinheitlich und hat außer dem bekannten Stück „Nah Neh Nah“ nicht viel mehr zu bieten. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Nah Neh Nah, I Don’t Want To Know



Dienstag, 17. April 2018

Earth, Wind & Fire – Let’s Groove




Earth, Wind & Fire – Let’s Groove


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1999


Stil: Disco


Trackliste:

1. September (3:36)
2. Let's Groove (4:03)
3. Fantasy (3:45)
4. Got To Get You Into My Life (4:01)
5. Boogie Wonderland (4:45)
6. Shining Star (2:52)
7. After The Love Has Gone (4:24)
8. That's The Way Of The World (5:44)
9. System Of Survival (7:25)
10. Singasong (3:23)
11. Fall In Love With Me (3:51)
12. Reasons (4:55)
13. Side By Side (5:34)
14. Take It To The Top (3:49)

Gesamtspieldauer: 1:02:13



Ganze 126 verschiedene „Best Of…“-Alben lassen sich von Earth, Wind & Fire ziemlich schnell im Internet finden. Dazu kommt der Umstand, dass diese Platten auch noch in diversen Variationen veröffentlicht worden sind. Das auf diesen Seiten bereits besprochenen Album „The Best Of Earth Wind & Fire Vol. I“ gibt es zum Beispiel in 88 verschiedenen Ausführungen. Da einen Überblick zu behalten, ist fast schon unmöglich. „Let’s Groove“ heißt das vorliegende Kompilationsalbum und wurde selbst in dreizehn verschiedenen Variationen veröffentlicht. „Let’s Groove“ erschien im Jahr 1999 auf dem Plattenlabel Sony Music.

Earth, Wind & Fire machen Disco- und Soul Musik, die man mag oder eben nicht. Ein großartiges Zwischendrin gibt es da nicht. Allerdings 126 verschiedene Kompilationsalben zu veröffentlichen, grenzt schon fast an eine Frechheit, die das Mögen der Musik zusätzlich erschwert. Die unterschiedlichen Platten unterschieden sich manchmal in lediglich einer Nummer, wobei man sich dann ganz bestimmt fragen muss, was das eigentlich soll.

Disco-Musik mit sehr hohem Gesang kennt man auch von den Bee Gees, doch Earth, Wind & Fire legen da immer noch eine Schüppe drauf. Das klingt schon sehr abgefahren, auch wenn alle plötzlich durcheinander zu singen scheinen, was allerdings sehr aufwendig genau so arrangiert wurde. Ins Ohr geht da wenig – zumindest nicht in meines. Freundinnen und Freunde schwarzer und sehr rhythmischer Musik sehen das erfahrungsgemäß jedoch völlig anders, was auch gut so ist.

Fazit: Disco Musik in ihrer stärksten Ausprägung vollführen Earth, Wind & Fire mit ihrer Musik. Dazu noch unglaublich hoher Gesang und fertig sind unverwechselbare Lieder, die so nur von den US-Amerikanern stammen können. Traurig ist an dieser Stelle allerdings, wie sehr gerade die Musik dieser Band auf die schnelle Einträglichkeit abzielt. 126 Kompilationsalben sprechen da eine deutliche Sprache. Unabhängig von der Musik ist diese Scheibe hier völlig überflüssig, da es sie fast hundertfach gibt. Drei Punkte.

Anspieltipps: Fantasy, System Of Survival



Montag, 16. April 2018

Ricky Martin – The Best Of Ricky Martin




Ricky Martin – The Best Of Ricky Martin


Besetzung:

Ricky Martin – vocals


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 2001


Stil: Dance-Pop, Latin Pop


Trackliste:

1. Livin’ La Vida Loca (4:04)
2. María (4:30)
3. She Bangs (4:42)
4. Private Emotion (4:03)
5. Amor (3:27)
6. The Cup Of Life (4:33)
7. Nobody Wants To Be Lonely (4:12)
8. Spanish Eyes / Lola, Lola (5:49)
9. She’s All I Ever Had (4:57)
10. Come To Me (4:34)
11. Amor (3:35)
12. Loaded (3:50)
13. Shake Your Bon-Bon (3:12)
14. Be Careful (Cuidado Con Mi Corazón) (4:02)

Gesamtspieldauer: 59:36



„The Best Of Ricky Martin“ heißt das zweite Kompilationsalbum des puertoricanischen Sängers Ricky Martin. Es erschien am 12. November des Jahres 2001 auf dem Plattenlabel Columbia Records. „The Best Of Ricky Martin“ enthält keinerlei neues Material und lediglich neue Remixe des Liedes „Amor“ wurden an ausgewählte Radiostationen versandt, um die Platte zu promoten, die seltsamerweise nicht in den USA veröffentlicht wurde. Dass Ricky Martin dieses Album allerdings ohne neue Lieder veröffentlichte, ist ihm hoch anzurechnen. Damit kam der Fan nicht in Versuchung, diese Platte auch noch zu kaufen, wenn sie oder er schon 90% der Lieder besaß und nur wegen einem oder zwei neuen Titeln sich auch noch diese Scheibe zulegen sollte. Somit kann man sich mit „The Best Of Ricky Martin“ einen schönen Überblick über das bisherige Schaffen des Sängers aus Puerto Rico verschaffen.

Auf dieser Zusammenstellung hört man Dance-Pop und Latin Pop, der zum Teil in englischer, zum Teil in spanischer Sprache eingesungen wurde. Die Musik klingt fröhlich, vibriert an vielen Stellen, sodass sich Hüften einfach kreisend bewegen möchten – wenn man denn in dieser Musik innerlich aufgeht. Zum Tanzen mag das alles auch durchaus geeignet sein, zum Nebenbei-Hören ganz bestimmt nicht. Ricky Martin macht Musik, zu der man sich bewegen sollte oder gar muss. Ganz bestimmt sind das keine Lieder für die Couch.

Die einzelnen Titel gehen zum Teil ins Ohr, zum Teil auch nicht. Das bekannteste Stück auf diesem Kompilationsalbum dürfte gleich die erste Nummer „Livin’ La Vida Loca“ sein. Ansonsten klingt noch „Private Emotion“ ganz überzeugend. Allerdings fällt genau dieses Lied etwas aus der Reihe, klingt weder nach Dance Pop noch nach Latin. „Private Emotion“ ist ein ganz „normales“, eingängiges Pop-Lied. Mit Abstrichen bereits hört sich auch das letzte Stück des Albums ganz nett an. „Be Careful (Cuidado Con Mi Corazón)“ ist ein Duett mit Madonna. Ein sanftes Lied im Latin Stil, welches ins Ohr geht.

Fazit: Wenn man Ricky Martin hört, bekommt man hauptsächlich Latin-angehauchte Musik geliefert. So auch hier, auf „The Best Of Ricky Martin“. Überraschend ist dabei, was in dieser Zusammenstellung unter der Bezeichnung „Best Of“ alles vertreten ist. Da möchte man irgendwie die anderen Lieder der offiziellen Studio-Alben gar nicht hören, die es nicht auf dieses Kompilationsalbum geschafft haben. Trotzdem insgesamt keine schlechte Musik, andere eben. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Livin’ La Vida Loca, Private Emotion, Be Careful (Cuidado Con Mi Corazón



Sonntag, 15. April 2018

Various Artists – The Very Best Of Love Legends




Various Artists – The Very Best Of Love Legends


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 2006


Stil: Pop, Rock, Soul


Trackliste:

CD1:

1. John Lennon – Woman (3:33)
2. Spandau Ballet – True (5:36)
3. Robbie Williams – Angels (3:59)
4. Wet Wet Wet – Love Is All Around (3:55)
5. Whitesnake – This Is Love (4:43)
6. Roxette – It Must Have Been Love (4:18)
7. Phyllis Nelson – Move Closer (4:02)
8. Tina Turner – Let’s Stay Together (3:36)
9. The Temptations – Let’s Stay Together (2:41)
10. Natalie Cole – This Will Be (Everlasting Love) (2:50)
11. Carly Simon – Nobody Does It Better (3:29)
12. The Beach Boys – God Only Knows (2:49)
13. KT Tunstall – Other Side Of The World (3:33)
14. Simon Webbe – No Worries (3:29)
15. Madness – It Must Be Love (3:18)
16. Hot Chocolate – It Started With A Kiss (3:49)
17. The Hollies – The Air That I Breathe (4:11)
18. Judie Tzuke – Stay With Me Till Dawn (3:54)
19. Joe Cocker – Sorry Seems To Be The Hardest Word (3:59)
20. George Michael – Jesus To A Child (6:52)

CD2:

1. Diana Ross – When You Tell Me That You Love Me (4:13)
2. The Righteous Brothers – Unchained Melody (3:36)
3. LeAnn Rimes – How Do I Live (4:09)
4. Phil Collins – One More Night (4:52)
5. Daniel Bedingfield – If You’re Not The One (3:40)
6. Katie Melua – Nine Million Bicycles (3:15)
7. Brian Kennedy – You Raise Me Up (4:08)
8. Eva Cassidy – Songbird (3:43)
9. Dan Hill – Sometimes When We Touch (4:09)
10. Odyssey – If You’re Lookin’ For A Way Out (4:28)
11. Al Green – Tired Of Being Alone (2:49)
12. Jimmy Helms – Gonna Make You An Offer You Can’t Refuse (3:39)
13. Bryan Ferry – Smoke Gets In Your Eyes (2:54)
14. Julie London – Cry Me A River (2:49)
15. Dean Martin – Sway (2:42)
16. Paul & Paula – Hey Paula (2:29)
17. The Everly Brothers – (‘Til) I Kissed You (2:24)
18. Honeybus – I Can’t Let Maggie Go (2:56)
19. Jackie De Shannon – What The World Needs Now Is Love (3:05)
20. Peabo Byrson & Roberta Flack – Tonight, I Celebrate My Love (3:31)

Gesamtspieldauer CD1 (1:18:43) und CD2 (1:09:38): 2:28:21



Noch ein Kompilationsalbum zu den tausend anderen, die es bereits zum Thema „Liebeslied“ gibt. Die Überschrift „Love“ – und noch mal das hier transportierte Gefühl – verkauft sich eben gut und romantisch möchten es doch alle irgendwie haben. „The Very Best Of Love Legends“ erschien im Jahr 2006 auf dem Plattenlabel Virgin Records in Form einer Doppel-CD und ist mit vierzig Titeln randvoll mit jeder Menge Schmusemusik gefüllt.

Welche Lieder einem dabei am ehesten zusagen, liegt natürlich ganz am eigenen Musikgeschmack. Sind es eher die poppigeren Stücke, die rockigeren Lieder oder aber die souligen Songs? All diese gibt es auf „The Very Best Of Love Legends“ zu hören. Nicht jeder Titel ist dabei bekannt und am Ende der CD2 wird sogar ein kleiner Zeitsprung vollführt und man hört Lieder aus den 60ern. Mit knapp zweieinhalb Stunden Spieldauer gibt es auf dieser Zusammenstellung viel zu hören und die Platte lohnt, irgendwo im Hintergrund mitzulaufen, um den Raum zu füllen. Sich darauf zu konzentrieren, lohnt bei den vielen unterschiedlichen Künstlerinnen und Künstlern kaum, denn bei dieser Anzahl von Musik enthält „The Very Best Of Love Legends“ zwangsläufig auch Titel, die man deutlich weniger mag.

Fazit: Eine weitere Zusammenstellung von Liebesliedern unter tausend anderen, die es bereits zu diesem Thema gibt. „The Very Best Of Love Legends“ hebt sich dabei in keiner Weise irgendwie positiv oder negativ von anderen solchen Zusammenstellungen ab. Manches darauf wird man mögen, anderes nicht. Pop, Rock und Soul sind die musikalischen Zutaten dieses Doppelalbums, auf dem auch viele eher unbekannte Sängerinnen und Sänger zu hören sind. Allerhöchstens Durchschnitt. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Angels (Robbie Williams), Other Side Of The World (KT Tunstall), It Must Be Love (Madness), Nine Million Bicycles (Katie Melua), Smoke Gets In Your Eyes (Bryan Ferry)



Samstag, 14. April 2018

Gazpacho – When The Earth Lets Go




Gazpacho – When The Earth Lets Go


Besetzung:

Jan H. Ohme – vocals & backing vocals
Thomas Andersen – keyboards & programming
Jon-Arne Vilbo – guitars
Roy Funner – bass
Robert Johansen – drums


Gastmusiker:

Mikael Krømer – violins („When Earth Lets Go“)


Label: KScope


Erscheinungsdatum: 2004


Stil: Art Pop, Art Rock


Trackliste:

1. Intro (0:46)
2. Snowman (4:26)
3. Put It On The Air (5:09)
4. Souvenir (3:36)
5. Steal Yourself (3:52)
6. 117 (6:22)
7. Beach House (5:06)
8. Substitute For Murder (6:08)
9. Dinglers Horses (4:21)
10. When Earth Lets Go (4:49)

Gesamtspieldauer: 1:11:27



„When The Earth Lets Go“ heißt das zweite Studio-Album der norwegischen Progressive Rock Band Gazpacho, die zu Beginn ihrer Karriere allerdings noch eher Musik veröffentlichte, die im Bereich des Art Pop bis Art Rock angesiedelt war. Auch die zweite Platte der Norweger erschien zunächst in Eigenproduktion, wurde im Jahr 2016 dann auf dem Plattenlabel KScope wiederveröffentlicht.

„When The Earth Lets Go“ ist ein Album geworden, welches Lieder enthält, die allesamt gleich beim ersten Mal des Hörens ins Ohr gehen. Hörerinnen und Hörer, die auf Harmonien in der Musik stehen, schrägen oder gar lauten Tönen so gar nichts abgewinnen können, die werden auf dieser Platte ihre Musik finden. Besonders spektakulär sind die einzelnen Lieder dabei nicht, alles scheint in einem langsamen Fluss dahinzutreiben. Für Menschen, die sehr viel Abwechslung in der Musik benötigen, um daran gefallen zu finden, könnte dies ein Manko auf „When The Earth Lets Go“ darstellen. Doch für all diejenigen, die das Sanfte, das Harmonische und das Melodiöse in der Musik suchen, klingt diese Platte überzeugend und wie eine Bereicherung.

Die Stimmung auf diesem Album ist einmal mehr – für nordeuropäische Bands fast schon Standard – eine eher sentimentale bis melancholische. Abwechslungsreiche Lieder mit einer gehörigen Portion Moll gibt es hier zu hören. Meine Favoriten lauten „Snowman“, ein Titel, der gleich beim ersten Mal des Hörens aus den anderen heraussticht. Intensive, traurige und packende Musik, mit sehr viel Piano. Dazu die weinerliche Stimme des Jan H. Ohme, der auf „When The Earth Lets Go“ häufig wie sein Kollege Thom Yorke von Radiohead klingt. Das folgende Stück, „Put It On The Air“, gehört ebenfalls zu den Höhepunkten des Albums. Dieses Mal klingen Gazpacho sogar ein wenig heller und die Nummer rockt. Schließlich wäre da noch das letzte Stück der Platte und gleichzeitig das Titellied zu erwähnen. Wieder ist es dieser weinerliche bis zerbrechliche Gesang, gepaart mit ebenfalls zarten Piano-Klängen, die das Ohr so wunderbar warm umscheben. Da ergreift einen die Musik durchaus, wenn man denn auch gerne mal auf die sanften Töne in der Musik hört.

Fazit: Auch das zweite Album der norwegischen Band Gazpacho mit dem Titel „When The Earth Lets Go“ ist ein schönes, melodiöses und eingängiges geworden. Die Melodien klingen sanft, nachdenklich melancholisch und selten fröhlich. Art Pop bis Art Rock, der sehr stark von der Atmosphäre lebt, die hier transportiert wird. Musik für die dunklen Tage und für die stillen Stunden des Tages überhaupt, wenn man all der Hektik dieser Welt mal den Rücken kehren möchte. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Snowman, Put It On The Air, When Earth Lets Go