Dienstag, 17. Oktober 2017

David Gilmour – Live In Gdansk




David Gilmour – Live In Gdansk


Besetzung:


Musicians

David Gilmour – guitars, lead and backing vocals, console steel guitar, acoustic lap steel guitar, alto saxophone on “Red Sky At Night”
Richard Wright – piano, hammond organ, farfisa organ, lead and backing vocals
Jon Carin – keyboards, synthesiser, backing vocals, lap steel guitar, programming
Guy Pratt – bass guitars, backing vocals, double bass, guitar on “Then I Close My Eyes”, glass harmonica on “Shine On You Crazy Diamond”
Phil Manzanera – guitars, backing vocals, glass harmonica on “Shine On You Crazy Diamond”
Dick Parry – tenor and baritone saxophones, electronic organ, glass harmonica on “Shine On You Crazy Diamond”
Steve DiStanislao – drums, percussion, backing vocals
Zbigniew Preisner – conductor
Leszek Możdżer – piano
Polish Baltic Philharmonic Orchestra


Barn Jam Personnel

David Gilmour – guitar, console steel guitar, drums on “192”
Richard Wright – keyboards
Guy Pratt – bass, guitar on “192”
Steve DiStanislao – drums, double bass on “192”


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 2008


Stil: Rock, Live


Trackliste:

CD1:

1. Speak To Me (1:22)
2. Breathe (2:48)
3. Time (5:37)
4. Breathe (Reprise) (1:31)
5. Castellorizon (3:47)
6. On An Island (7:26)
7. The Blue (6:38)
8. Red Sky At Night (3:02)
9. This Heaven (4:32)
10. Then I Close My Eyes (7:41)
11. Smile (4:25)
12. Take A Breath (6:47)
13. A Pocketful Of Stones (5:40)
14. Where We Start (8:01)

Gesamtspieldauer: 1:09:25


CD2:

1. Shine On You Crazy Diamond (12:06)
2. Astronomy Domine (5:02)
3. Fat Old Sun (6:39)
4. High Hopes (9:57)
5. Echoes (25:25)
6. Wish You Were Here (5:15)
7. A Great Day For Freedom (5:56)
8. Comfortably Numb (9:22)

Gesamtspieldauer: 1:19:45


DVD1:

Das Danzig Konzert:

1. Castellorizon
2. On An Island
3. The Blue
4. Red Sky At Night
5. This Heaven
6. Then I Close My Eyes
7. Smile
8. Take A Breath
9. A Pocketful Of Stones
10. Where We Start
11. Astronomy Domine
12. High Hopes
13. Echoes
14. A Great Day For Freedom
15. Comfortably Numb
16. Wot's... Uh The Deal? (Nicht aufgeführt im Booklet, wird während des Abspanns gespielt)

Gesamtspieldauer: 2:00:36

Gdańsk Diary - Dokumentation (37:34)


DVD2:

The Mermaid Theatre, London, March 2006

1. Shine On You Crazy Diamond (10:57)
2. Wearing The Inside Out (8:09)
3. Comfortably Numb (7:20)

The AOL Sessions, New York, April 2006

1. On An Island (6:48)
2. High Hopes (9:10)

Live from Abbey Road, London, August 2006

1. The Blue (6:27)
2. Take A Breath (6:20)
3. Echoes (Acoustic) (6:51)

Barn Jams, Sussex, England, January 2007

1. Barn Jam 166 (4:49)
2. Barn Jam 192 (2:49)
3. Barn Jam 121 (7:32)

Gesamtspieldauer der vier Konzerte / Sessions: 1:17:07


5.1 Surround Sound Mix des Albums „On An Island“ (nur Audio)

1. Castellorizon (3:54)
2. On An Island (6:47)
3. The Blue (5:27)
4. Take A Breath (5:45)
5. Red Sky At Night (2:53)
6. This Heaven (4:29)
7. Then I Close My Eyes (5:24)
8. Smile (4:04)
9. A Pocketful Of Stones (6:18)
10. Where We Start (6:49)

Gesamtspieldauer: 51:42

Gesamtspieldauer aller CDs und DVDs: 7:16:09




Insgesamt sieben Stunden, sechzehn Minuten und neun Sekunden Musik bekommt man mit dieser Ausgabe von „Live In Gdansk“ von David Gilmour geboten. Auf zwei CDs und zwei DVDs gibt es jede Menge David Gilmour Musik und auch eine gehörige Portion Pink Floyd Musik zu hören. Veröffentlicht wurde das Album am 22. September des Jahres 2008, eine Woche nachdem Richard Wright, der hier ebenfalls eine Hauptrolle spielt, verstorben war. Diese Zusammenstellung enthalt auf den zwei CDs das Danziger Konzert vom 26. August 2006, welches den letzten Auftritt der „On An Island“-Tour wiedergibt. Dieses fand vor 50.000 Zuschauern zu Ehren der Gründung der Gewerkschaft Solidarność statt. Die erste DVD beinhaltet einen zweistündigen Konzertausschnitt in Form eines Videos, jedoch nicht das komplette Konzert. Auf der zweiten DVD gibt es dann noch Live-Video-Ausschnitte anderer Konzerte und Sessions sowie, im 5.1 Surround Sound Mix, das komplette dritte Soloalbum des David Gilmour Album mit dem Titel „On An Island“ zu hören.

Im Zentrum der ersten CD steht das David Gilmour Album „On An Island“. Nur wenige der 50.000 Zuschauer und Zuhörer werden deswegen zu diesem Konzert gekommen sein. Das Konzert startet zwar mit vier Liedern aus dem Pink Floyd Album „The Dark Side Of The Moon“, dann ist jedoch Schluss und es folgt der Schwenk auf dieses David Gilmour Solo-Album, welches so gar nichts mehr mit der Pink Floyd Musik zu tun hat. Die Platte wird hier komplett durchgespielt, klingt auch ganz nett, ist jedoch wahrlich nichts Besonderes mehr. Langsamer Rock mit leichtem Einschlag zum Pop, es gibt heute wahrlich interessantere und vor allen Dingen auch innovativere Musik.

Die zweite CD ist da für den Pink Floyd Fan, aber auch für Musikfreundinnen und -freunde insgesamt deutlich interessanter. Jetzt gibt es Pink Floyd zu hören und auch ältere Stücke haben Aufnahme in die Seltlist gefunden. „Astronomy Domine“, „Fat Old Sun“ und vor allen Dingen „Echoes“ lassen einem das Herz schneller schlagen und ein Gefühl der Wärme macht sich breit. Hier lohnt das Zuhören nun wahrlich. Die Mischung aus älteren und „neueren“ Pink Floyd Stücken stimmt nun ebenfalls und stellt eine Bereicherung der Musik dieser Band dar.

Höhepunkt der Veröffentlichung ist allerdings die erste DVD. Auch hier wird zwar zuerst das komplette Album „On An Island“ erneut vollständig durchgespielt, aber die Version von „Echoes“ in Ton und Bild entschädigt für vieles. In diesen Aufnahmen Rick Wright auch beim Gesang zu sehen und zu hören, lässt jede Menge Melancholie aufkommen. Dazu ist diese Version des Pink Floyd Klassikers eine überaus gelungene. Dass die Musiker von Pink Floyd allerdings nicht die allerbesten Sänger waren, um es mal freundlich zu formulieren, hört man dann an der letzten Nummer „Comfortably Numb“. Auf „The Wall“ hatten sich noch Roger Waters und David Gilmour den Gesang geteilt, hier übernimmt jetzt Rick Wright den Part von Roger Waters. Es klingt zumindest „bemüht“, trotzdem hat man ein Lächeln auf den Lippen, die beiden hier dieses Lied spielen zu sehen. Auf allen Stücken, auf denen Rick Wright auch ursprünglich sang, passt sein Gesang allerdings perfekt.

Die zweite DVD enthält schließlich Ausschnitte aus verschiedenen Konzerten des David Gilmour. Auch hier sind es die Pink Floyd Titel und die Szenen mit Rick Wright, die überzeugen können. Dazu gibt es noch drei Session Lieder aus dem Januar 2007, die in David Gilmours Tonstudio aufgenommen wurden. Eine ganz nette Zugabe. Ebenfalls eine Zugabe stellt dann der 5.1 Surround Sound Mix des Albums „On An Island“ dar. Nur leider ist diese Platte unfassbar langweilig, sodass sich ein häufigeres Abspielen einfach nicht lohnt.

Fazit: „Live In Gdansk“ lebt von den Pink Floyd Liedern und den Bildern mit Rick Wright. Leider ist das Album „On An Island“, in dessen Zusammenhang diese Veröffentlichung entstand, eine sehr langweilige Platte geworden. Trotzdem hat „Live In Gdansk“ etwas, nämlich einen hohen Nostalgie-Faktor, der Melancholie aufkommen lässt und die Sentimentalität befeuert. Aber das war es dann auch schon. Bei über sieben Stunden Laufzeit sind die Höhepunkte einfach zu rar gesät. Neun Punkte.

Anspieltipps: Echoes auf CD und DVD



Montag, 16. Oktober 2017

Jane – Fire, Water, Earth & Air




Jane – Fire, Water, Earth & Air


Besetzung:

Klaus Hess – les paul deluxe, gibson firebird guitar & vocals
Martin Hesse – gibson thunderbird bass & backing vocals
Werner Nadolny – organ, strings, moog synthesizer & piano
Peter Panka – famous ludwig drums & vocals


Label: Brain / Metronome


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Progressive Rock, Krautrock


Trackliste:

1. Fire, Water, Earth & Air / Fire (You Give Me Some Sweet Lovin') / Water (Keep On Rollin') (17:00)
2. Earth (Angel) (5:26)
3. Air (Superman) / Air (Let The Sunshine In) / The End (10:53)

Gesamtspieldauer: 33:20



Während sich die englischen Bands um diese Zeit schon fast vom Progressive Rock verabschiedet hatten, so schien die deutsche Band Jane aus Hannover Mitte der 70er Jahre noch tiefer in dieses musikalische Genre einzusteigen. Auf ihrem fünften Album mit dem Titel „Fire, Water, Earth & Air“ hört man Progressive Rock mit einem Hauch Krautrock, der das Herz des Fans dieser Musik Anfang der 70er Jahre höherschlagen lässt. Veröffentlicht wurde „Fire, Water, Earth & Air“ im Jahr 1976 auf dem Plattenlabel Brain.

Werner Nadolny, der Keyboarder von Jane auf den ersten beiden Platten, war wieder zur Band gestoßen und sein Orgel-, Piano- und Synthesizer-Spiel prägt den Sound auf diesem Album sehr stark. Fett klingt sie, die Orgel, wohingegen Synthesizer-Klangteppiche für die Fülle in den Liedern sorgen. Dazu gesellen sich immer wieder elegische Gitarrensoli und runden das musikalische Bild ab. Die einzelnen Lieder klingen dabei durchaus rockig, sind allerdings weit davon entfernt mit Hard Rock umschrieben werden zu können. Die einzelnen Stücke gehen allesamt sehr gut ins Ohr und wirken bereits nach wenigen Durchläufen wie gute alte Bekannte, die man gerne wiedertrifft.

Dies gilt noch etwas mehr für die ersten beiden Nummern, wobei das erste Lied sich aus mehreren Abschnitten zusammensetzt. „Fire, Water, Earth & Air / Fire (You Give Me Some Sweet Lovin') / Water (Keep On Rollin')“ sowie „Earth (Angel)“ sind überaus eingängige und abwechslungsreiche Lieder, die weder mit verschiedenen Atmosphären, diversen Rhythmen noch schönen Melodien geizen. Vieles daran erinnert durchaus ein wenig an Eloy, ist bei Jane dann aber doch ein klein wenig rockiger geraten. Der dritte Titel des Albums, „Air (Superman) / Air (Let The Sunshine In) / The End“, fällt dabei qualitativ nur unmerklich gegenüber den ersten beiden ab, was zu einem niemals langweilig klingenden und gelungenen Gesamteindruck beiträgt.

Fazit: Wer den progressiven Rock in der deutschen Ausführung mag, die oder der kommt an „Fire, Water, Earth & Air“ schwerlich vorbei. Die Platte ist überaus abwechslungsreich, mit etwas über 33 Minuten Laufzeit allerdings ein wenig kurz geraten. Spaß macht das Hören allerdings trotzdem und man kann mit der Scheibe bestens in das musikalische Progressive Rock Universum aus deutschen Landen einsteigen. Ob man dazu jetzt Krautrock oder Progressive Rock sagt, spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle. Lohnt sich. Elf Punkte.

Anspieltipps: Fire, Water, Earth & Air / Fire (You Give Me Some Sweet Lovin') / Water (Keep On Rollin')



Sonntag, 15. Oktober 2017

Brian Eno – Ambient 1 - Music For Airports




Brian Eno – Ambient 1 - Music For Airports


Besetzung:

Brian Eno – synthesizer, electric piano, vocals


Gastmusiker:

Christa Fast – vocals ("2/1", "1/2")
Christine Gomez – vocals ("2/1", "1/2")
Inge Zeininger – vocals ("2/1", "1/2")
Robert Wyatt – acoustic piano ("1/1", "1/2")


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1978


Stil: Ambient


Trackliste:

1. 1/1 (acoustic and electric piano, synthesizer) (17:21)
2. 2/1 (vocals, synthesizer) (8:54)
3. 1/2 (vocals, acoustic piano) (12:07)
4. 2/2 (synthesizer) (9:38)

Gesamtspieldauer: 48:01



„Ambient 1 - Music For Airports” heißt das sechste Studioalbum des gebürtigen Engländers Brian Eno. Erschienen ist das Album ursprünglich im Jahr 1978 auf dem Plattenlabel Polydor. Selten war der Titel eines Albums dabei trefflicher gewählt als bei „Ambient 1 - Music For Airports”. Zumindest gilt das für den Begriff „Ambient“. „Ambient“ steht drauf und nichts anderes bekommt man auf dieser Scheibe zu hören, als ganz sanfte und sehr sphärische Hintergrundmusik.

Hinter den Titeln wird immer gleich die jeweilige Instrumentierung mit angegeben. Und diese ist wahrlich sparsam gewählt und auch der Einsatz der Instrumente wird mitunter fast nur angedeutet. Alles klingt sanft, entrückt, zerbrechlich. Musik zum Entspannen, welche auch keinerlei Melodieführung mehr aufweist. Lieder, welche einfach vor sich hinfließen. Hier geht es nur noch um atmosphärische Stimmungen, nicht mehr um Unterhaltung im eigentlichen Sinne.

Bei den Titeln „2/1“ und „1/2“ werden neben dem Synthesizer und dem Piano auch Vocals in der Instrumentierung mit erwähnt. Hierbei handelt es sich jedoch auch nicht um Gesang im eigentlichen Sinne. Vielmehr sind hier einige „Aaaahs“ zu hören, die zusätzlich noch mit dem Synthesizer bearbeitet wurden, um wohl nicht mehr ganz so menschlich zu klingen und lediglich die entrückte, sphärische Stimmung mit zu unterstützen.

Fazit: Nun, von einem unterhaltsamen Album kann man bei „Ambient 1 - Music For Airports” wahrlich nicht mehr sprechen. Auch die Begrifflichkeit bezüglich des „Flughafens“ sorgt etwas für Verwirrung. Vielleicht ist damit jedoch auch das Sphärische in der Musik des Brian Eno auf diesem Album gemeint. Dies ist definitiv da. Musik zum Träumen und Entspannen. Nichts, aber auch gar nichts regt hier auf. Zum Anhören allerdings furchtbar langweilig. Zum Träumen bestens geeignet. Sieben Punkte.

Anspieltipps: 1/2 (vocals, acoustic piano)



Samstag, 14. Oktober 2017

Steven Wilson – To The Bone




Steven Wilson – To The Bone


Besetzung:

Steven Wilson – vocals, guitars, bass, keyboards


Gastmusiker:

Ninet Tayeb – vocals, backing vocals
David Kollar – guitars
Paul Stacey – guitar solo
Nick Beggs – bass
Robin Mullarkey – bass
Adam Holzman – piano, clavinet, organ, solina strings
Craig Blundell – drums
Jeremy Stacey – drums
Pete Eckford – percussion
Mark Feltham – harmonica
Sophie Hunger – vocals
Jasmine Walkes – spoken word
David Kilminster – backing vocals
Dave Stewart – strings
The London Session Orchestra – strings
Paul Draper – sequencer
Andy Partridge – lyrics


Label: Caroline International


Erscheinungsdatum: 2017


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. To The Bone (6:41)
2. Nowhere Now (4:03)
3. Pariah (4:46)
4. The Same Asylum As Before (5:14)
5. Refuge (6:44)
6. Permanating (3:34)
7. Blank Tapes (2:08)
8. People Who Eat Darkness (6:02)
9. Song Of I (5:21)
10. Detonation (9:19)
11. Song Of Unborn (6:00)

Gesamtspieldauer: 59:58




Ich zähle „To The Bone“ an dieser Stelle als sechstes Steven Wilson Solo-Album, da die Vorgängerplatte, „4½“, zwar aus nicht ganz neuem Material bestand, dieses jedoch noch unveröffentlicht war und mit einer Gesamtlaufzeit von knapp 37 Minuten auch nicht mehr richtig als EP bezeichnet werden kann. Dementsprechend wurde also am 18. August 2017 das sechste Studioalbum des Steven Wilson veröffentlicht. „To The Bone“ heißt dieses wie bereits erwähnt und es erschien auf dem Plattenlabel Caroline International.

Soweit so gut. Steven Wilson ist unfassbar kreativ, sodass man sich schon bei der Ankündigung der Veröffentlichung auf einer weitere tolle Platte des Musikers freuen konnte, der dem Progressive Rock auch im neuen Jahrtausend ein Gesicht gab. Umso enttäuschter ist man dann als Musikhörer und Fan, wenn man sich diese Platte anhört. Immer und immer wieder anhört, aber es wird einfach nicht besser oder interessanter. Nein, auf „To The Bone“ gibt es keinen Progressive Rock mehr zu hören. Das, was man hier zu hören bekommt, ist mit wenigen Ausnahmen schlichter Pop-Rock, meist sehr radiotauglich und auch genau dafür geschrieben. Nicht anders kann man wohl die sechs Single-Auskopplungen („Pariah“, „The Same Asylum As Before“, „Song Of I“, „Permanating“, „Refuge“ sowie „Nowhere Now“) in der Zeit von Mai bis September 2017 interpretieren. Als eingängiger Pop-Rock ist die Musik konzipiert und genauso klingt sie auch.

Leider versinkt Steven Wilson mit seiner Musik auf „To The Bone“ im poppig rockigen Mittelmaß. Nur noch sehr wenig weiß hier zu begeistern, kaum mehr etwas erinnert an seine frühere Band Porcupine Tree, wenig an so manch überzeugendes Lied seiner bisherigen Solo-Veröffentlichungen. Zumeist hören sich die Lieder langweilig bis belanglos an. Musik dieser Art gibt es zuhauf und sie hinterlässt auch dort keine Spuren. Nur noch wenig geht auf „To The Bone“ ins Ohr und wenn Steven Wilson beim Titel „Permanating“ sowohl musikalisch wie gesanglich versucht einen Auftritt in einer Disco zu ergattern, dann bleibt man als Musikfreund, der die Lieder dieses begnadeten Musikers und Komponisten wegen seiner Besonderheiten liebte, nur kopfschüttelnd zurück. Das Electric Light Orchestra lebt hier während seiner Disco-Phase wieder auf.

Fazit: Man muss nicht kreischend den Raum verlassen, wenn man „To The Bone“ hört. Ganz im Gegenteil, man wird diese Platte kaum wahrnehmen, zu angepasst und im Enddefekt dann auch belanglos klingt die Scheibe an vielen Stellen. Ab und an kann ein Lied mal mehr überzeugen, leider jedoch eben nur manchmal. Vieles auf „To The Bone“ klingt nach gezielter Eingängigkeit, um oft im Radio gespielt zu werden. Wahrscheinlich werden Steven Wilson die Verkaufszahlen Recht geben. Aber ich muss mir das wirklich nicht zu oft anhören. Verlangt ja auch keiner. Acht Punkte.

Anspieltipps: Refuge, Blank Tapes



Freitag, 13. Oktober 2017

The Waterboys – Book Of Lightning




The Waterboys – Book Of Lightning


Besetzung:

Mike Scott – vocals guitar (acoustic), guitar (electric) guitar (rhythm), percussion, piano, sound effects, tambourine, bells, loops, bellzouki, sleigh bells, effects
Leo Abrahams – guitar (electric)
Johnny Andrews – vocals, falsetto
Brady Blade – drums
Chris Bruce – guitar (electric)
Clive Deamer – tabla
Roddy Lorimer – trumpet
Barry Mirochnick – drums
Richard Naiff – organ, piano
Ida Nilsen – piano
Daniel Presley – vocals (background), harmony
Mike Rowe – organ, piano (electric)
Jeremy Stacey – drums
Steve Wickham – fiddle, viola


Label: Universal Music


Erscheinungsdatum: 2007


Stil: Rock


Trackliste:

1. The Crash Of Angel Wings (4:02)
2. Love Will Shoot You Down (4:34)
3. Nobody's Baby Anymore (4:43)
4. Strange Arrangement (3:33)
5. She Tried To Hold Me (7:18)
6. It's Gonna Rain (3:03)
7. Sustain (3:21)
8. You In The Sky (4:38)
9. Everybody Takes A Tumble (7:05)
10. The Man With The Wind At His Heels (3:04)

Gesamtspieldauer: 45:35




„Book Of Lightning” heißt das neunte Studioalbum der schottischen Band The Waterboys. Das Album erschien am 2. April 2007 auf dem Plattenlabel Universal Records. Aufgenommen wurde die Scheibe hauptsächlich im Heimstudio von Mike Scott in London. Auf „Book Of Lightning” hört man erneut die für Mike Scott so typische, melodiöse Rock-Musik. Beim Songwriting hat sich der in Edinburgh geborene Schotte lediglich bei den Nummern „Sustain“, „Everybody Takes A Tumble“ sowie „The Man With The Wind At His Heels” kompositorische Unterstützung geholt.

Sehr eingängigen und melodiösen Rock gibt es somit wieder einmal von Mike Scott und seinen Waterboys zu hören. Musik, die sehr schnell ins Ohr geht und einen sehr hohen Wiederkennungswert besitzt. Die Stimmung der Lieder reicht dabei von fröhlich beschwingt bis eher nachdenklich oder verträumt. Genauso breit gefächert sind auch die Tempi auf „Book Of Lightning”. Rockige und treibende Töne gibt es hier zu hören und daneben auch sehr sanfte und ruhige Nummern, eine Zusammenstellung, die sehr zur Abwechslung des Albums beiträgt. Häufig wird dabei der Violine und der Viola des Steve Wickham ein großer Spielraum eingeräumt, was das Album allerdings keineswegs in die Richtung von Folk oder gar Country rutschen lässt.

Einer der Höhepunkte auf der Platte ist zugleich auch das Eröffnungsstück „The Crash Of Angel Wings“. Eine wunderschöne rockige Nummer, die sogar einen gewissen Ohrwurmcharakter aufweist. Es lassen sich noch eine ganze Reihe anderer schöner Stücke auf dem Album entdecken. Von den eher ruhigeren Nummern sei an dieser Stelle das melodiöse und Piano-dominierte „You In The Sky“ erwähnt. Ebenfalls sehr gelungen ist das letzte Lied auf der Platte, „The Man With The Wind At His Heels“. Einzig das über siebenminütige Stück „She Tried To Hold Me“ kann auf „Book Of Lightning” nicht so ganz überzeugen, denn es ist mit seiner Länge und der dabei fehlenden Abwechslung einfach zu lang geraten. Diese Nummer ist allerdings wirklich die Ausnahme, die restlichen neun Stücke wissen da sehr viel mehr zu überzeugen.

Fazit: Eine sehr schöne Zusammenstellung gelungener und eingängiger Lieder ist „Book Of Lightning” von den Waterboys geworden. Das Album bietet sehr viel musikalische Vielfalt und kann mit sehr schönen Melodien überzeugen. Mike Scott hat es wieder einmal geschafft, ein überzeugendes und abwechslungsreiches Album zu veröffentlichen. The Waterboys Fans werden das Album sowieso lieben. Musikhörerinnen und Musikhörer, die auf eingängigen Rock bis Pop stehen, werden hier ebenfalls fündig werden. Zehn Punkte.

Anspieltipps: The Crash Of Angel Wings, You In The Sky, The Man With The Wind At His Heels



Donnerstag, 12. Oktober 2017

Justin Sullivan – Justin Sullivan & Friends (DVD)




Justin Sullivan – Justin Sullivan & Friends (DVD)


Besetzung:

Justin Sullivan – acoustic guitar, vocals


Gastmusiker:

Dean White – electric guitar, keyboards, vocals
Michael Dean – percussion, vocals


Label: Attack Attack Records


Erscheinungsdatum: 2004


Stil: Rock, Live


Trackliste:

1. Better Than Them
2. Aimless Desire
3. Heroes
4. Twilight Home
5. Ocean Rising
6. Masters Of War
7. You Weren't There
8. Sun On Water
9. No Sense
10. Long Goodbye
11. If You Can't Save Me
12. Ballad Of Bodmin Pill
13. Lovesongs
14. Snelsmore Wood
15. Green & Grey
16. All Of This
17. Gimme Shelter
18. Inheritance
19. 225

Gesamtspieldauer: 1:31:31


Extra Titel:

20. Stoned, Fired And Full Of Grace
21. Trees In Winter
22. Lust For Power
23. Tales Of The Road
24. The Attack
25. Green
26. Inheritance (vom Munich Mayday Festival)

Gesamtspieldauer: 30:56


Extra Film:

Making Of (4:43)




„Justin Sullivan & Friends“ ist eine Live DVD, die im Jahr 2003 im Darmstädter Centralstation aufgenommen wurde und im Jahr 2004 auf dem bandeigenen Plattenlabel Attack Attack Records veröffentlicht wurde. Die hier gespielten Titel stammen dabei sowohl aus dem Solo-Werk des Justin Sullivan und natürlich vor allem aus den zahlreichen Veröffentlichungen seiner Band, New Model Army. Dabei überwiegt ganz deutlich der akustische Charakter der Musik, obwohl Dean White auch des Öfteren an der E-Gitarre zu hören ist.

Die Atmosphäre auf dem Konzert ist eine sehr melancholische und sanfte, was daran liegt, dass hier vor allen Dingen die eher langsamen Stücke des Justin Sullivan und die von New Model Army in der Setlist Aufnahme gefunden hatten. Etwas, in der Studioversion flottere Stücke, werden hier ebenfalls in einer der allgemeinen Grundstimmung angepassten Weise wiedergegeben. Die Musik ist überaus melodiös und eingängig und jede und jeder, die oder der schon mal ein New Model Army Konzert live miterleben durfte, wird sich in genau diese Situation zurückversetzt fühlen.

Wer auf Rock steht, die oder der wird diese Platte lieben. Intelligente Texte, Musik, die das Ohr umschmeichelt, ohne dabei auch nur den Hauch anbiedernd zu sein, tolle und mitreißende Musiker dazu, alles passt bei der Musik des Justin Sullivan. Schön an der DVD ist auch, dass hier die eher weniger bekannten Lieder seiner Solo Karriere wie seiner Band Gehör finden. Das wohl bekannteste Stück von New Model Army, „51st State“, fehlt hier, man hat es allerdings auch schon in vielen anderen Versionen gehört, sodass es auf diesem Konzert auch nicht vermisst wird.

Fazit: Für New Model Army Fans definitiv eine Bereicherung der Veröffentlichungen „ihrer“ Band. Es ist faszinierend, wie Justin Sullivan es schafft, mit nur spärlicher Instrumentierung die Zuschauer in seinen Bann zu ziehen. Hört man diese Musik, sieht dazu seine Spielfreude, so erscheint dies allerdings nur mehr als logisch. Dazu noch seine Interaktionen mit dem Publikum, die nicht ausschweifend sind, jedoch gut gesetzt, all das macht ein New Model Army Konzert – oder in diesem Fall ein Justin Sullivan Konzert – zu etwas ganz Besonderem. Live und auf DVD. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Alles



Mittwoch, 11. Oktober 2017

Sigrid und Marina – Heimatgefühle Folge 3




Sigrid und Marina – Heimatgefühle Folge 3


Besetzung:

Sigrid Hutterer – Gesang
Marina Hutterer – Gesang


Gastmusiker:

Fritz Koch – Gitarre
Hannes Wallner – Gitarre
Manfred Gradwohl – Gitarre, Akkordeon, Posaune
Christian Zierhofer – Akkordeon, Chor
Karl Heinz Promitzer – Flügelhorn, Trompete
Michael Gönitzer – Trompete
Andreas Pirringer – Klarinette
Mario Urschinger – Klarinette
Dan Aldea – Geige
Cordula Schröck – Geige
Fritz Koch – Gesang
Tini Keinrath – Chor
Michaela Kollar – Chor
Franziska Hetzel – Chor
Herbert Moser – Chor


Label: Hofbauer Music


Erscheinungsdatum: 2017


Stil: Volksmusik, volkstümlicher Schlager


Trackliste:

1. Wenn die Sonne erwacht in den Bergen (3:00)
2. An Jodler zum Gebet (3:39)
3. Wo schöne Berge sind (2:43)
4. Heimatgefühle (3:30)
5. Zweisamkeit (2:53)
6. Ave Montagna (3:25)
7. D'Liab is vom Himmi kumma (3:37)
8. Mach den Tag zum Feiertag (3:08)
9. Wenn die Alpenrosen blüh'n (2:41)
10. Hoamatstolz (3:05)
11. Das alte Spinnrad (2:55)
12. Köhler Liesl (2:38)
13. Wenn die Glocken hell erklingen (3:10)
14. Nie sag ich meiner Heimat adieu (2:23)
15. Hahnenkamm Trio - Medley (4:54)

Gesamtspieldauer: 48:20




Die jährliche Veröffentlichung des Geschwisterpaares Sigrid und Marina aus dem Salzkammergut in Österreich fand dieses Jahr im September statt. „Heimatgefühle Folge 3“ heißt dieses neue Album, welches auf dem Label Hofbauer Music erschienen ist. Die Scheibe setzt damit die Reihe der Veröffentlichungen unter der Überschrift „Heimatgefühle“ fort, die den beiden Schwestern bisher die größten Verkaufserfolge einbrachte.

Das Schöne an diesem Album ist, dass die beiden Schwestern sich wieder etwas mehr vom volkstümlichen Schlager entfernen, auch wenn dieser auf der Platte durchaus noch gegenwärtig ist. Es gibt jedoch wieder vermehrt Volksmusik aus dem Alpenraum zu hören, die hier im neuen Gewand erscheint und Freundinnen und Freunde dieser Musik wieder etwas mehr begeistern dürfte. Natürlich wird erneut das Klischee der „heilen Welt“ bestens bedient und sogar im beiliegenden Booklet erwähnt. Dort ist nachzulesen: „… unvergessene Melodien aus vergangenen Zeiten, die einem die „heile Welt“ wieder schenken und den oft stressigen und schnelllebigen Alltag vergessen lassen.“ Nun denn, wer das genießen kann, der oder dem sei es vergönnt.

Fazit: Für Fans des Deutschen Schlagers, der volkstümlichen Musik sowie der alpenländischen Volksmusik bestens geeignet. All diese Musikhörerinnen und Musikhörer werden auf „Heimatgefühle Folge 3“ etwas für sich entdecken können. Manche werden die hier besungene „heile Welt“ jedoch sehr viel eher als Kitsch bezeichnen. Nun, über den Musikgeschmack lässt sich wahrlich trefflich streiten. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Ave Montagna



Dienstag, 10. Oktober 2017

Sparklehorse – It’s A Wonderful Life




Sparklehorse – It’s A Wonderful Life


Besetzung:

Mark Linkous – voice (1–7, 9, 10, 12–14), optigan (1, 2, 6, 8, 12, 13), chamberlin (1, 2), sampler (1, 4, 5, 8), guitar (2, 4, 5, 6, 8, 10, 12), wurlitzer piano (2), percussion (2), acoustic guitar (3), casio keyboard (3), mellotron (4, 13), drum machine (5, 12), prophet 5 synthesizer (6, 12), drums (8), backwards midget voice (8), magic genie organ (9), moog synthesizer (12, 13), wire recorder (13), baritone guitar (14), e-bow guitar (14)


Gastmusiker:

Dave Fridmann – bass (2, 4, 12), wurlitzer piano (2, 14), mellotron (2), piano (4, 12), chamberlin (12, 13), glockenspiel (13), vibraphone (14)
Polly Jean Harvey – voice (3, 7), electric guitar (3), piano (3), guitar (7)
Sophie Michalitsianos – voice (6, 10, 12–14), bass (6)
Scott Minor – drums (2–4, 6, 7, 10, 12, 14), orchestron (2), electronic birds (2), electronics (3, 5, 12, 13), russian satellite (4), chamberlin (4), filtered drums (5), percussion (6, 12), korg ms-20 keyboard (12), harmonium (14)
John Parish – bass (3), casio keyboard (3), piano (7)
Nina Persson – voice (2, 5)
Miguel Rodriguez – drums (9)
Bob Rupe – bass (5, 10)
Jane Scarpantoni – cello (5, 10, 14)
Adrian Utley – dictaphone (2), bass (7), kitty-cat guitar (8), fuzzy-ending bass (8)
Tom Waits – voice (8), big seed pod (8), metal things (8), train (8), piano (14)
Joan Wasser – violin (5, 10, 14), wurlitzer piano (10)
Alan Weatherhead – orchestron (9), mellotron (9), chamberlin (9), lap steel guitar (9)
Margaret White – bass (9), violin (9)
Rex L. White—pedal-steel guitar (12)


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 2001


Stil: Independent Rock, Dream Pop


Trackliste:

1. It's A Wonderful Life (2:59)
2. Gold Day (4:14)
3. Piano Fire (2:43)
4. Sea Of Teeth (4:29)
5. Apple Bed (4:54)
6. King Of Nails (4:18)
7. Eyepennies (5:27)
8. Dog Door (2:46)
9. More Yellow Birds (4:53)
10. Little Fat Baby (3:40)
11. Comfort Me (5:01)
12. Babies On The Sun (4:37) [Morning Hollow (Hidden Track) (7:26)] (15:02)

Gesamtspieldauer: 1:00:32



Sparklehorse war eine US-amerikanische Independent Rock Band, bei der der Sänger und Multi-Instrumentalist Mark Linkous das einzige beständige Bandmitglied war. Sparklehorse war in den Jahren von 1995 bis 2010 aktiv. Im Jahr 2010 beging Mark Linkous schließlich Selbstmord. „It's A Wonderful Life” ist das dritte Studioalbum von Sparklehorse und erschien im August 2001 auf dem Plattenlabel EMI. Bekannte Gastmusiker, die an dem Album mitarbeiteten, waren unter anderem Tom Waits und PJ Harvey.

Mark Linkous nahm seine ersten beiden Platten „Vivadixesubmarinetransmissionplot“ sowie „Good Morning Spider“ in Eigenregie und ganz alleine in einem kleinen Zimmer auf seiner Farm in Virginia auf. Bei seiner dritten Veröffentlichung ließ er nun auch den Input und die Ideen anderer Musiker zu. Geschrieben wurden die Stücke allerdings erneut von Mark Linkous. Lediglich bei den Nummern „Dog Door“ (Kathleen Brennan, Tom Waits) sowie „Little Fat Baby“ (Vic Chesnutt) wurde er beim Komponieren unterstützt. Herausgekommen ist mit „It's A Wonderful Life” ein sehr dunkles und düsteres Album. Mark Linkous litt an Depressionen und nahm sich schließlich auch das Leben. Man glaubt seine Verzweiflung in jeder Zeile und mit jedem Akkord auf dieser Platte heraushören zu können – der Titel des Albums „It's A Wonderful Life” klingt das fast wie Hohn.

Die Lieder des Mark Linkous sind sehr ruhige, zarte Gebilde, die zerbrechlich wirken. Alles klingt sanft, jedes Instrument scheint mit sehr viel Vorsicht eingespielt worden zu sein. Dazu gesellt sich der ebenfalls zerbrechlich klingende, manchmal auch fast nur gehauchte Gesang des Mark Linkous. Alles zusammen ergibt eine Melange von einer Stunde „November-Musik“, dunkel, grau, verregnet. Die einzelnen Titel sind sehr melodiös und fast alles klingt harmonisch, geht ins Ohr. Nur ganz selten, wie beim kurzen „Piano Fire“ wird das Tempo der Musik mal angezogen und ein Lied auf „It's A Wonderful Life” rockt.

Besonders gelungen sind die Lieder „Gold Day“, „King Of Nails“ und „Little Fat Baby“. Hier benötigt man auch keine lange Zeit des Einhörens, diese Stücke gehen sehr schnell ins Ohr. Sind erst- und letztgenanntes Stück eher ruhige Nummern, so ist das Lied „King Of Nails“ eines jener etwas rockigeren Ausnahmen auf „It's A Wonderful Life”. Das Lied, welches ein wenig aus der Reihe fällt, ist jenes mit der Beteiligung von Tom Waits und heißt „Dog Door“. Harmonisch klingt hier dann nichts mehr und die Nummer bildet einen starken Gegensatz zur restlichen Harmonie auf der Platte.

Fazit: Sanfte und fast schon traurige Musik gibt es auf „It's A Wonderful Life” von Sparklehorse zu hören. Musik für den Herbst, für dunkle Tage, nichts zum Tanzen oder Feiern. Etwas für die ruhigeren Momente im Leben. Fast alles auf diesem Album klingt sehr melodiös und geht ins Ohr. Wer Musik zum Träumen und Entspannen mag, ist mit dieser Platte bestens bedient. Allerdings sollte man nicht zur Depression neigen, diese könnte mit „It's A Wonderful Life” noch deutlich verstärkt werden. Neun Punkte.

Anspieltipps: Gold Day, King Of Nails, Little Fat Baby



Montag, 9. Oktober 2017

Elbow – Little Fictions




Elbow – Little Fictions


Besetzung:

Guy Garvey – vocals
Craig Potter – keyboards, drum programming (2, 7), kindling (10)
Mark Potter – guitars
Pete Turner – bass


Gastmusiker:

Alex Reeves – drums & percussion (1, 3, 4, 5, 6, 9, 10)
Lyn Fletcher – violin
Sarah Ewins – violin
Tiberiu Buto – violin
Nicola Clark – violin
John Gralak – violin
Victor Hayes – violin
Philippa Heys – violin
Paulette Bayley – violin
Julia Hanson – violin
Caroline Abbott – violin
John Purton – violin
Hannah Smith – violin
Julian Mottram – viola
Martin Schäfer – viola
Rob Criswell – viola
Chris Emerson – viola
Nicholas Trygstad – cello
Jane Hallett – cello
David Petri – cello
Clare Rowe – cello
Dan Storer – double bass
Bea Schirmer – double bass
Kate Westall – backing vocals
Sian O’Gorman – backing vocals
Marit Røkeberg – backing vocals
Hallé Ancoats Community Choir – backing vocals


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 2017


Stil: ArtPop, ArtRock


Trackliste:

1. Magnificent (She Says) (4:25)
2. Gentle Storm (3:39)
3. Trust The Sun (5:55)
4. All Disco (4:27)
5. Head For Supplies (3:56)
6. Firebrand & Angel (5:25)
7. K2 (5:18)
8. Montparnasse (2:40)
9. Little Fictions (8:26)
10. Kindling (4:17

Gesamtspieldauer: 48:33



„Little Fictions” nannte die englische Band Elbow ihr siebtes Studioalbum, welches im Februar 2017 auf dem Plattenlabel Polydor veröffentlicht wurde. Produziert wurde die Scheibe von Keyboarder Craig Potter. Gleichzeitig ist „Little Fictions” das erste Album der Band, welches ohne den Schlagzeuger und Gründungsmitglied Richard Jupp eingespielt wurde, der die Band ein Jahr zuvor verlassen hatte.

Ansonsten hat sich jedoch nicht viel geändert bei Elbow. Zumindest nichts Großartiges, was die Musik betrifft. Auch auf „Little Fictions“ hört man wieder sanften und nachdenklichen ArtPop bis ArtRock, der perfekt in die eher dunklere Zeit am Ende eines Jahres zu passen scheint, wenn die Tage kürzer werden und der Himmel mit nicht wenigen Grauschattierungen aufzuwarten weiß. Auch sollte man sich für dieses Album Zeit nehmen, denn es erschließt sich der Zuhörerin beziehungsweise dem Zuhörer nicht gleich beim ersten Mal des Hörens. Einiger Umläufe der Scheibe bedarf es da durchaus und die Melodien erschließen sich einem noch etwas intensiver. Sanfte und ruhige Musik, die völlig unaufgeregt aus den Boxen strömt gibt es auf „Little Fictions“ zu hören. Für manche und manchen an mancher Stelle unter Umständen mit etwas zu viel Streichern versehen, jedoch auch dies trägt zur Wärme bei, die „Little Fictions“ zu verströmen scheint.

Höhepunkte sind in meinen Ohren der schön eingängige Opener „Magnificent (She Says)“. Das sanfte und ruhige, durch seine durchaus vorhandene Monotonie fast schon hypnotisch wirkende „Trust The Sun“ sowie das Titelstück „Little Fictions“ selbst. Auf über acht Minuten präsentieren Elbow während des Liedes, was diese Band ausmacht. Nachdenklichkeit und Einprägsamkeit, schöne Melodie und viel Abwechslung. „Little Fictions“ ist eines der schnelleren Stücke auf der Scheibe, was es selbstverständlich noch zu keinem „Rocker“ werden lässt. Im Verlauf des Liedes werden auch immer wieder ruhigere Passagen eingefügt und die über achtminütige Spielzeit scheint viel zu schnell vergangen zu sein. Sehr schöner Titel im Liedkatalog von Elbow.

Fazit: Wer die sanfte Art der Musik von Elbow liebt, wird auch dieses Album lieben. Es gibt keinerlei Überraschungen, wenn auch bei dieser Veröffentlichung ein neuer Schlagzeuger zu hören ist. Alles an der Musik von Elbow ist altbewährt, ohne dabei langweilig oder gar altbacken zu klingen. Wunderschöne Musik, die sich immer tiefer einprägt. Lieder für den Herbst, um sich seinem eigenen Blues hingeben und ihm den nötigen Spielraum einräumen zu können. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Magnificent (She Says), Trust The Sun, Montparnasse, Little Fictions



Sonntag, 8. Oktober 2017

Fairport Convention – Unhalfbricking




Fairport Convention – Unhalfbricking


Besetzung:

Sandy Denny – vocals, harpsichord
Richard Thompson – electric and acoustic guitars, electric dulcimer, piano accordion, organ, backing vocals
Ashley Hutchings – bass, backing vocals
Simon Nicol – electric and acoustic guitars, electric dulcimer, backing vocals
Martin Lamble – drums, stacked chair backs on "Si Tu Dois Partir"


Gastmusiker:

Iain Matthews – backing vocals on "Percy's Song"
Dave Swarbrick – fiddle on "Si Tu Dois Partir", "A Sailor's Life", and "Cajun Woman" and Mandolin on "Million Dollar Bash"
Trevor Lucas – triangle on "Si Tu Dois Partir"
Marc Ellington – vocals on "Million Dollar Bash"
Dave Mattacks – drums on "Ballad Of Easy Rider"


Label: Island Records


Erscheinungsdatum: 1969


Stil: Folk, Pop


Trackliste:

1. Genesis Hall (3:38)
2. Si Su Dois Partir (2:21)
3. Autopsy (4:23)
4. A Sailor's Life (11:11)
5. Cajun Woman (2:45)
6. Who Knows Where The Time Goes? (5:08)
7. Percy's Song (6:49)
8. Million Dollar Bash (2:57)


Bonus Tracks der CD-Wiederveröffentlichung:

9. Dear Landlord (4:08)
10. Ballad Of Easy Rider (4:55)

Gesamtspieldauer: 48:19



„Unhalfbricking“ heißt das dritte Studioalbum der britischen Folk Band Fairport Convention. Es ist die zweite Platte, die von Fairport Convention im Jahr 1969 veröffentlicht wurde, sollte allerdings noch nicht die letzte Veröffentlichung für dieses Jahr darstellen. Das Album erschien am 3. Juli 1969 auf dem Plattenlabel Island Records und stellte eine weitere Abkehr der Band vom amerikanischen Folk, hin zu traditionellen englischen Folk-Liedern dar – auch wenn es ab und an sogar noch leichte Country-Anleihen auf „Unhalfbricking“ zu hören gibt.

Neben traditionellen Arrangements hört man auf „Unhalfbricking“ mehrere Cover-Versionen von bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht veröffentlichten Bob Dylan Stücken. Dazu gesellen sich mit „Autopsy“ sowie „Who Knows Where The Time Goes?“ zwei Nummern, die von Sängerin Sandy Denny geschrieben wurden. Letztgenannter Titel sollte zuerst mit den Strawbs veröffentlicht werden, erschien jedoch in der Version dieser Band erst im Jahr 1973. Auf „Unhalfbricking“ hört man die erste veröffentlichte Version von „Who Knows Where The Time Goes?“ in einer sehr verträumten, leicht rockigen Ausstattung. Das Lied wurde noch von zahlreichen anderen Künstlern und Bands in den folgenden Jahren gecovert.

Auf „Unhalfbricking“ klingt es insgesamt sehr folkig. Die Musik hört sich zumeist zart, fast schon zerbrechlich an, was nicht zuletzt am ausdrucksstarken Gesang der Sandy Denny liegt. Nicht immer will dabei alles sofort ins Ohr gehen, wächst jedoch mit den Durchgängen. Am Überzeugendsten für meine Ohren klingt die lange, traditionelle Nummer „A Sailor's Life“. Hier hören sich Fairport Convention fast schon ein wenig psychedelisch bis experimentell an. Die Überarbeitung des traditionellen Materials kitzelte hier ganz neue Facetten eines alten Liedes hervor, welches dadurch sehr viel an Spannung gewinnt. Ansonsten klingt „Unhalfbricking“ deutlich nach den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts. Dabei noch nicht einmal überholt, jedoch eben eindeutig in dieser Zeit verwurzelt.

Auf dem Cover des Albums ist übrigens weder der Bandname noch der Titel des Albums zu lesen. Stattdessen sieht man Sandy Dennys Eltern, Neil und Edna Denny, vor ihrem Anwesen in der Arthur Road, Wimbledon, Süd-London. Durch den Zaum erkennt man die Band im Garten und im Hintergrund die St. Mary Kirche von Wimbledon.

Fazit: Ein ganz „nettes“ Album ist „Unhalfbricking“ der britischen Band Fairport Convention geworden. Nichts Spektakuläres oder Außergewöhnliches. Dafür bekommt man auf dieser Scheibe britischen Folk geboten, in dessen Zentrum die schöne Stimme der Sandy Denny steht. Die Musik ist nicht unbedingt gleich beim ersten Mal des Hörens eingängig, wächst allerdings mit den weiteren Durchläufen. So hört man auf „Unhalfbricking“ zumeist sehr sanfte Lieder, wobei nur der Titel „A Sailor's Life“ ein wenig aus der Reihe schlägt. Acht Punkte.

Anspieltipps: Genesis Hall, A Sailor's Life